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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 05.08.2021 / 07.08.2021
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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach ICD-10 (F33.x): Major Depression, rezidivierend. (A-C)

A. Vorhandensein von zwei oder mehr Episoden einer MD. (Episoden werden als getrennt gewertet, wenn in einem mindestens 2-monatigem Intervall die Krierien für eine Episode einer MD nicht erfüllt sind.)

B. Die Episode kann nicht besser durch eine schizoaffektive Störung erklärt werden und überlagert nicht eine Schizophrenie, schizophrenieforme Störung, wahnhafte Störung oder eine nicht näher bezeichneten psychotischen Störung.

C. In der Anamnese gab es niemals eine manische Episode, eine gemischte Episode oder eine hypomane Episode. Beachte: Dieser Ausschluss gilt nicht, wenn alle einer manischen, gemischten oder hypomanen Episode ähnlichen Symptombilder substanz- oder behandlungsinduziert oder die direkte Folge eines medizinichen Krankheitsfaktors waren.

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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach ICD-10 (F34.x): Dysthyme Störung. (A-H)

A. Depressive Verstimmung, die die meiste Zeit des Tages an mehr als der Hälfte aller Tage über einen 2-jährigen Zeitraum andauert.

B. Dabei treten mindestens 2 der folgenden Symptome auf:

  1. Appetitlosigkeit oder übermäßiges Bedürfnis zu essen
  2. Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis
  3. Energiemangel oder Erschöpfung
  4. geringes Selbstwertgefühl
  5. Konzentrationsstörungen oder Entscheidungserschwernis
  6. Gefühl der Hoffnungslosigkeit

C. In der betreffenden 2-Jahres-Episode gab es keinen Zeitraum von 2 Monaten ohne Symptome.

D. In den ersten 2 Jahren der Störung bestand keine Episode einer Episode der MD, das heißt das Störungsbild wird nicht besser durch eine chronische oder teilremittierte MD erklärt. Beachte: Die Episode einer MD kann vor einer dystymen Störung aufgetreten sein, vorrausgesetzt, dass eine vollständige Remission erfolgt ist (d.h. für mindestens 2 Monate keine bedeutsamen Symptome). Nach den erste 2 Jahhren einer dystymen Störung können sich Episoden einer MD und dystyme Störung überlagern (Double Depression).

E. Zu keinem Zeitpunkt ist eine manische Episode, eine gemischte Episode oder eine hypomane Episode aufgetreten, die Kriterien für eine zyklothyme Störung waren niemals erfüllt.

F. Tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer chronischen psychotischen Störung auf.

G. Die Symptome gehen nicht auf die direkte körperliche Wirkung von Substanzen oder körperlichen Faktoren zurück.

H. Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden und Einschränkungen.

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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach DSM-5 Kriterien: Bipolare Störung I: Manische Episode.

A. Auftreten einer einzelnen Manischen Episode , keine MDE in der Vorgeschichte.

  • Beachte: Rezidivieren der Störung wird definiert entweder als Polaritätswechsel bei einer Depression oder durch ein mindestens zweimonatiges Intervall ohne manische Symptome.


B. Die Manische Episode kann nicht besser durch eine Schizoaffektive Störung erklärt werden und überlagert nicht eine Schizophrenie, Schizophreniforme Störung, Wahnhafte Störung oder Nicht Näher Bezeichnete Psychotische Störung.

Bestimme, ob

  • Gemischt (Symptome erfüllen die Kriterien für eine Gemischte Episode)
  • für die aktuelle oder letzte Episode): Schweregrad/Psychotische Merkmale
  • Remissionsgrad
  • mit Katatonen Merkmalen
  • mit Postpartalem Beginn
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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach DSM-5 Kriterien: Bipolare Störung I: Manische Episode.

A. Eine mind. 1 wöchige , abgegrenzte Episode mit abnorm anhaltend gehobener, expansiver oder reizbarer Stimmung

B. Während der Periode der Stimmungsveränderung und der gesteigerten Engergie oder Aktivität bestehen mind. 3 (bei nur reizbarer Stimmung mind. 4 der folgenden Symptome

  • Übersteigertes Selbstwertgefühl oder Größenideen
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Vermehrte Gesprächigkeit
  • Ideenflucht oder subjektives Gefühl des Gedankenrasens
  • Erhöhte Ablenkbarkeit
  • Gesteigerte Betriebsamkeit oder psychomotorische Unruhe
  • Übermäßige Beschäftigung mit angenehmen Aktivitäten, die mit hoher
  • Wahrscheinlichkeit unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen (z.B. ungezügeltes Einkaufen, sexuelle Eskapaden)

C. Deutliche Beeinträchtigung oder Hospitalisierung zur Abwendung von
Fremd oder Selbstgefährdung

D. Symptome gehen nicht auf die direkte Wirkung einer Substanz oder eines
medizinischen Krankheitsfaktors zurück

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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach DSM-5 Kriterien: Bipolare Störung II

A. Aktuell (oder in der Anamnese) eine oder mehrere MDE und aktuell (oder in der Anamnese) mind. 1 Hypomane Episode

B. Keine Manische Episode oder Gemischte Episode in der Anamnese

C. Die affektiven Symptome aus A und B können nicht durch eine Schizoaffektive Störung besser erklärt werden und überlagern nicht eine Schizophrenie, Schizophreniforme Störung, Wahnhafte Störung oder Nicht Näher Bezeichnete Psychotische Störung

D. Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen

Merke: Von der Bipolar I Störung unterscheidet sich die Bipolar II Störung dadurch, dass bei der Bipolar I Störung mindestens eine Manische oder Gemischte Episode vorhanden war. Wenn bei einer zuvor diagnostizierten Bipolar II Störung im späteren Verlauf eine Manische oder Gemischte Episode auftritt, wird die Diagnose in Bipolar I Störung umgewandelt.

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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach DSM-5 Kriterien: Bipolare Störung II: Hypomanische Episode.

A. Eine umschriebene Zeitspanne von mind. 4 Tagen mit anhaltend gehobener, expansiver oder reizbarer Stimmung , die sich deutlich von der normalen, nicht depressiven Stimmungslage unterscheidet. Während der Phase der Stimmungsveränderung bestehen dauerhaft mind. 3 der folgenden Symptome in deutlicher Ausprägung (bei nur reizbarer Verstimmung mind. 4) :

  • erhöhtes Selbstwertgefühl oder Größenideen , verringertes Schlafbedürfnis , vermehrte Gesprächigkeit oder Rededrang , Ideenflucht oder subjektives Gefühl des Gedankenrasens , vermehrte Ablenkbarkeit (Aufmerksamkeit wird zu leicht auf irrelevante Außenreize gelenkt), gesteigerte Betriebsamkeit (im sozialen, beruflichen, schulischen oder sexuellen oder psychomotorische Unruhe , übermäßige Beschäftigung mit vermeintlich angenehmen Aktivitäten , die mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Konsequenzen nach sich ziehen (wie unkontrollierte Einkaufstouren, sexuelle Eskapaden oder törichte geschäftliche Investitionen).

B. Die Episode geht mit einer eindeutigen und für den Betroffenen uncharakteristischen Veränderung im Verhalten und in der Leistung im Vergleich zu symptomfreien Zeiten einher.

C. Stimmungsveränderungen und Funktionsbeeinträchtigungen sind für andere beobachtbar

D. Die Episode ist nicht schwer genug , um deutliche soziale oder berufliche Funktionsbeeinträchtigungen zu verursachen oder eine Hospitalisierung erforderlich werden zu lassen, und es bestehen keine psychotischen Symptome.

E. Die Symptome gehen nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück.

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Beschreibe die kodierbare Diagnose nach DSM-5 Kriterien: Kriterien Zyklothyme Störung. (A-F)

A. Für die Dauer von mind. 2 Jahren (bei Kindern u. Heranwachsenden: 1 Jahr) bestehen zahlreiche Perioden mit hypomanen Symptomen + zahlreiche Perioden mit depressiven Symptomen , die nicht die Kriterien einer MDE erfüllen.

B. Während dieser 2 Jahres Periode (1 Jahr bei Kindern und Heranwachsenden) bestanden die hypomanen und depressiven Episoden für mindestens die Hälfte der Zeit und es bestand nicht länger als zwei Monate Symptomfreiheit gemäß Kriterium A.

C. Die Kriterien einer Major Depression, einer manischen oder einer hypomanen Episode wurden nie erfüllt.
Beachte: Wenn nach den ersten zwei Jahren einer Zyklothymen Störung (1 Jahr bei Kindern und Heranwachsenden) Manische oder Gemischte Episoden die Störung überlagern, kann zusätzlich eine Bipolar I Störung diagnostiziert werden. Bei überlagernden Episoden einer Major Depression nach dem ersten Zweijahreszeitraum kann zusätzlich eine Bipolar II Störung diagnostiziert werden.

D. Die Symptome aus A können nicht besser durch eine Schizoaffektive Störung erklärt werden und überlagern nicht eine Schizophrenie, Schizophreniforme Störung, Wahnhafte Störung oder Nicht Näher Bezeichnete Psychotische Störung

E. Die Symptome gehen nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz oder eines medizinischen Krankheitsfaktors zurück.

F. Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen

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Diagnostische Regeln: Wie diagnostiziert man Depressionen?

Nenne in bekanntes Screening-Tool.

  • Die Diagnose affektiver Störungen beginnt immer mit der Beurteilung des Vorliegens affektiver Episoden:
    • Episode einer Major Depression,
    • Hypomane Episode,
    • Manische Episode oder
    • Gemischte Episode
  • Affektive Episoden stellen aber selbst keine kodierbaren Störungen dar: Erst ihre typische Kombination mit weiteren Merkmalen des Verlaufs + differentialdiagnostische Abgrenzungen erlaubt die Diagnosestellung
  • depressive Störung wird nur dann diagnostiziert , wenn
    • a) im bisherigen Lebensverlauf entweder depressive Episoden (Episode einer Major Depression) oder jahrelang persistierende dysthyme, depressionsähnliche Symptome (Dysthmye Störung) aufgetreten sind und
    • b) nicht die Kriterien für eine Hypomane, Manische oder Gemischte Episode erfüllt wurden, bzw.
    • c) nicht andere Störungen für das Beschwerdenbild verantwortlich gemacht werden können (z.B. depressive Beschwerden bei einer Schizophrenie oder körperliche Erkrankungen, die ein depressives Störungsbild verursachen und aufrechterhalten können)
  • Diagnosestellung einer depressiven Störung erfordert die zuverlässige und valide Erfassung der entsprechenden Symptome inklusive ihrer zeitlichen Auftretensmuster und Intensität
  • hierfür sind dimensionale Depressionsskalen ( BDI, HAM D) allein kein geeignetes Mittel , da sie lediglich den aktuellen Schweregrad des depressiven Syndroms abbilden
  • für eine fachgerechte Diagnose in der Regel strukturierte oder standardisierte diagnostische Interviews zwingend erforderlich , da
    • Z.B. für die Diagnose einer „Major Depression, Rezidivierend“ ein Zeitraum von mindestens zwei Monaten zwischen zwei Episoden einer Major Depression sichergestellt werden muss oder
    • in den ersten zwei Jahren einer dysthymen Symptomatik keine Episode einer Major Depression und kein zweimonatiges symptomfreies Intervall aufgetreten sein darf , um die Diagnose einer Dysthymen Störung stellen zu können
  • Beck’s Depressions Inventar (BDIII): Weltweit eines der am besten validierten und genutzten Inventare zur Erfassung der Symptome und Symptom-Ausprägung (Schweregrad, Häufigkeit, ...).
    Merke: Solche Instrumente erfassen Symptome (=Screening-Instrument). Geben lediglich Hinweise. Reichen für Diagnosestellung nicht aus.