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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 05.08.2021 / 07.08.2021
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Beschreibe den Verlauf und Prognose der Major Depression.

  • Lifetime :
    • bei unipolaren Störungen verlaufen insgesamt 70 80% rezidivierend,
    • d.h. 20 30% nur einmalige Episode ;
    • bei weiterem Drittel rekurrierende Episoden (im Mittel 4 6 );
    • bei restlichem Drittel chronischer Verlauf (auch bei Therapie)
  • durchschnittliche Episodendauer: ca. 4 Monate behandelt und 6 8 Monate unbehandelt, d.h. Spontanremission auch ohne professionelle Behandlung
  • Schweregrad: bei 90% der behandelten Patienten mittel bis schwergradige depressive Episode
  • Depressionen mit deutlich erhöhtem Mortalitätsrisiko verbunden;
    • ca. 15% der von einer schweren Major Depression Betroffenen versterben letztlich durch Suizid;
    • Suizidrate 30 mal höher als in der Durchschnittsbevölkerung (bei 30% der behandelten Ptn . Suizid versuche, bei 4,4% vollendete Suizide; 15% Suizidrate bei schweren chronischen Formen)
  • Depressive Störungen nahezu immer mit progredienten Einschränkungen der sozialen und beruflichen Rollenaufgaben verbunden sowie mit gravierenden Belastungen für das unmittelbare familiäre und Beziehungsnetzwerk
  • Die unipolare Depression ist die wichtigsten Ursachen von beeinträchtigten Lebensjahren weltweit (WHO): rund 12 Jahre
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Beschreibe die Rückfälle und den rezidivierenden Verlauf von MD.

  • Rezidiven:
    • In 85% der Fälle , kommt es innerhalb 15 Jahren zu Rezidiven ;
    • 25 - 30% der Ptn . schon nach 18 Monaten erstes Rezidiv;
    • deutsche Studie: nach 5 Jahren 42% der unipolar depressiven Patienten rückfallfrei; (Meyer & Hautzinger ,
  • Rückfallrisiko in Jahresintervallen :
    • nach 1. Jahr: 30 40%, nach 2. Jahr: 40 50% Rückfallwahrscheinlichkeit
  • bei neuerlichen Episoden steigt Episodendauer und Chronizitäts risiko deutlich:
    • Wahrscheinlichkeit erneuter Episoden nach 1. MDE: 50 60%,
    • nach 2. MDE: 70%,
    • nach 3. MDE: 90%
  • aber große interindividuelle Unterschiede in Intervalllänge (jahrelange Beschwerdefreiheit vs. häufig wiederkehrende Episoden); „rapid cycling bei 4+ (saisonale) Episoden im Jahr
  • Aktuelle Evidenzlage: „ Weder medikamentöse noch psychothera peutische Kurzzeittherapien (KVT, IPT) erzielen bei der Mehrheit der Patienten eine ausreichende und anhaltende Symptom remission bzw. Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit. Funktionsfähigkeit.“ (Meta Analyse Fonagy & Roth, 2004)
    • Weil man chronische Krankheiten nun mal per Definition nicht heilen kann. Trotzdem kann die PT sehr helfen. Folgende Episoden können besser gemanaged werden, können weniger schwer und lang sein etc.
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Nenne 5 Bedingungsfaktoren für ungünstigen Verlauf einer MD bzgl. Episodendauer u. Rezidivneigung.

Bedingungsfaktoren für ungünstigen Verlauf einer MD bzgl. Episodendauer u. Rezidivneigung :

  1. frühes Erstauftretensalter,
  2. größerer Schweregrad depressiver Episoden,
  3. vorausgehende dysthyme Störung (Double Depression),
  4. familiär bedingte Prädisposition zu depressiven Störungen,
  5. komorbide Angststörungen, Substanzstörungen, MKF
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Nenne 4 Manifestationsebenen der Angst.

  1. gefühlsmäßig
    • Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Furcht, Resignation
  2. verhaltensbezogen
    • Flüchten, Hilfe suchen, Vermeiden, Medikamente nehmen
  3. gedanklich/ interpretierend
    • „Ich bekomme einen Herzinfarkt“
    • „Ich falle in Ohnmacht“
    • „Ich mache vor anderen eine Szene“
    • „Ich verliere die Kontrolle“
  4. körperlich/ physiologisch
    • Herzrasen,
    • Schwitzen,
    • Atemnot,
    • Zittern, etc.
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Welche Angststörungen gibt es nach ICD-10 (F40 - F48)?

F40 - F48 Neurotische, Belastungs und somatoforme Störungen

  • F40. Phobische Störungen
  • F41. Andere Angststörungen
  • F42. Zwangsstörung
  • F43. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen
  • F44. Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)
  • F45. Somatoforme Störungen
  • F48. Andere neurotische Störungen
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Beschreibe die Spezifische Charakteristika der unterschiedlichen Angststörungen:

  1. Spezifische Phobien
  2. Soziale Phobiern
  3. Generalisierte Angststörungen
  4. Agoraphobien
  5. Panikstörung
  1. spezifische Phobien:
    • Auftreten der Ängste beschränkt auf bestimmte Objekte und Situationen wie Tiere, Dunkelheit, Höhen usw.; Ausmaß der Einschränkung ist abhängig von der Vermeidbarkeit der phobischen Objekte/Situationen
  2. Soziale Phobie:
    • irrationale Angst vor negativer Bewertung durch andere, unangemessen starke Ängste in öffentlichen (sozialen od. Leistungs-) Situationen (z.B. Sprechen vor anderen, Essen in Gesellschaft, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen); kann sich auf klar abgegrenzte Situationen (z.B. Treffen mit dem anderen Geschlecht) beschränken oder generalisieren (fast alle soziale Situationen betroffen)
  3. Generalisierte Angststörung (GAS):
    • übertriebene, unrealistische, andauernde Sorgen, Ängste und Befürchtungen in Bezug auf vielfältige Aspekte des Lebens (“frei flottierend”); bspw. permanentes Befürchten von Unglücksfällen/Krankheiten für die eigene Person od. das engere soziale Umfeld
  4. Agoraphobie:
    • Angst vor Situationen, in denen der Mensch sich hilflos, überfordert oder eingeengt fühlt und eine Flucht in eine sichere Umgebung nur schwer möglich erscheint (Angst davor, das Haus zu verlassen u. sich in eine Menschenmenge zu begeben, z.B. Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkäufe in Supermärkten, Besuch von Veranstaltungen)
  5. Panikstörung:
    • plötzliche, unerwartete Angstanfälle oder –attacken, für die es auf den ersten Blick keinen eindeutigen Auslöser gibt; sekundäres Auftreten von Furcht zu sterben, Furcht vor Kontrollverlust oder davor, wahnsinnig zu werden (= kognitive Reaktion auf Panikattacken); ständige Furcht vor einer neuen Panikattacke (“Angst vor der Angst”)
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Nenne die Diagnostischen Kriterien der GAS nach ICD-10 (F41.1). (3)

F41.1 Generalisierte Angststörung

  1. Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend".
  2. Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild.
  3. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben
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Nenne Diagnostische Kriterien der GAS nach DSM 5 (300.02). (A-F)

  • A Übermäßige Ängste/Sorgen (furchtsame Erwartung) bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten (z.B. Arbeit, Schule); 6 Monate an der Mehrzahl der Tage
  • B Sorgen schwer zu kontrollieren
  • C Symptome der Angst (mindestens 3
    • (1) Ruhelosigkeit oder „ständig auf dem Sprung sein“
    • (2) Leichte Ermüdbarkeit
    • (3) Konzentrationsschwierigkeiten oder Leere im Kopf
    • (4) Reizbarkeit
    • (5) Muskelspannung
    • (6) Schlafstörungen
  • D Schweregrad: Leiden oder Beeinträchtigungen
  • E Keine organischen Ursachen
  • F Nicht besser durch eine andere psychische Störung erklärbar