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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 20.04.2021 / 17.07.2021
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Welche unterschiedlichen Theoriefamilien gibt es nach Golinkoff & Hirsh-Pasek (1990)?

Inside-Out Theorien

Inside-In Theorien

Outside-In Theorien

Outside-Out Theorien

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Theoriefamilien nach Golinkoff & Hirsh-Pasek : "Inside-Out" Theorien

  • Fokus auf angeborenes Sprachwissen und/oder sprachspezifische Lernmechanismen
  • Linguistisch orientierte Spracherwerbstheorien:
    • Universalgrammatik und/oder sprachbezogenes Verarbeitungssystem mit autonomem Modul des Gehirns
  • Umweltsprache & Lernfähigkeiten geringe Bedeutung und werden nur als Auslösung verstanden
  • Sprachentwicklungspsycholog:innen:
    • empirisch basierte Annahme angeborener sprachspezifischer Bedingungen als spezifischer Kompetenzbereich 
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Theoriefamilien nach Golinkoff & Hirsh-Pasek : "Outside-In" Theorien

  • Keine/nur minimal angeborene Komponente
  • Fokus auf generelle Lernmechanismen
  • Sprachlernen erfolgt wie andere Lernprozesse 
  • Kognitive Theorien: Spracherwerb als Ergebnis der kognitiven Entwicklung
  • Sozial-interaktive Theorien: Spracherwerb über sozialkommunikative Muster
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Kind: „Mama mir Eis taufen“ Mutter: „Ja, die Mama kann dir ein Eis kaufen“ Kind: „Ich wollen Schotlade haben“ Mutter: „Ja, du willst Schokolade haben, dann kaufe ich dir eine Kugel Schokolade“ Wie nennt man die Sprechweise, die die Mutter in diesem Beispiel intuitiv anwendet?

  • Lehrende Sprache (Motherese)
    • Modellsprache; modellierende Sprachstrategien
    • Sprachenregung durch offene Fragen
  • Funtkion für Spracherwerb:
    • Sprachanregend und -Ich-rend
    • Fokus: Grammatikerwerb
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Beschreibe Pauens (2002) Experiment mit den Möbelstücken und den Tieren. Was wollte sie damit zeigen?

  • Pauen (2002)
    • Ziel:
      • Zeigen, dass die Kategorisierung nicht nur von perzeptuellen Merkmalen abhängt, sondern auf konzeptuellen Einsichten beruhen
    • Methode:
      • Object examination task
    • Kategorien:
      • Tiere und Möbel (Möbel sehen den Tieren sehr ähnlich, weiße Punkte für die Augen, Form angepasst, gleiches Material, gleiche Farbe)
        • → künstlich erzeugte Stimuli
      • Mehr Ähnlichkeit zwischen einzelnen Tieren und Möbeln als innerhalb der Kategorie Tiere
      • Realistische Spielzeuge
    • Ergebnis:
      • Kinder kategorisieren sowohl bei den künstlichen, als auch bei den realistischen Spielzeugen → Kategorisierung ist wissensbasiert
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Was ist emotionale Intelligenz und wofür kann sie genutzt werden? Nenne ein bekanntes Experiment in diesem Zusammenhang.

  • = eine Reihe von Fähigkeiten, die zur Kompetenz im sozialen und emotionalen Bereich beitragen
    • Prädiktor dafür, wie „gut“ Menschen in ihrem Leben zurechtkommen, besonders im sozialen Bereich
    • Teilweise stärkerer Prädiktor als IQ
    • Positive Korrelation zwischen emotionale Intelligenz und Lebenserfolg
  • Marshmallow Experiment (Mischel et al.)
    • Belohnungsaufschub gemessen durch Versprechen, dass Kinder zwiete Süßigkeit bekommen, wenn sie mit dem Essen des ersten warten, bis VL zurückkommt
    • Länge der Zeit als Prädiktor für soziale & kognitive Kompetenz, Anforderungsbewältigung im höheren Alter
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Wie kann die Abnahme von negativen Emotionen ab einem Alter von circa zwei Jahren erklärt werden?

Durch sprachliche Kommunikation & Regulation

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Mira ist zwei Jahre alt. Beim Spielen wirft sie die Lieblingsvase ihres Vaters um. Sie sammelt die Scherben auf und versteckt diese. Welche Emotion könnte Mira empfinden?

Scham

Wut

Schuld

Freude

Trauer

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Nenne mögliche Risikofaktoren für Depression im Jugendalter und erkläre das Geschlechterverhältnis.

  • Geschlecht
    • Depression bei Mädchen häufiger
  • Genetik/ biolog. Korrelate
  • Niedriger Sozioökonomischer Status
  • Fehlen von Regulationskompetenzen / soziale Schwierigkeiten (Aggression, Delinquenz ...)
  • Ethnische Unterschiede
  • Familiäre Einflüsse
    • Erziehungsprobleme, schwache Bindungen, wenig Unterstürtzung,...
  • Chronischer Stress/ chronische Konflikte
  • Fehlangepasste Überzeugungssysteme
  • Negative Erfahrungen mit Gleichaltrigen
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Was ist emotionale Selbstregulation und durch welche Veränderungsmuster wird diese gekennzeichnet? 

  • Selbstregulation:
    • meint die Tatsache, dass Menschen in der Lage sind, eigenes Verhalten im Hinblick auf selbst gesetzte Ziele zu steuern
  • Emotionsregulierung: 
    • Innere Gefühlszustände
    • Emotionsbezogene Kognitionen
    • Emotionsbezogene physiologische Prozesse
    • Emotionsbezogenes Verhalten
  • Drei altersabhägige Veränderungsmuster:

1. Von Regulierung durch andere zu Selbstregulierung

  • Anfangs: Beeruhigen & ablenken durch andere Person
  • ab 6 M.: erste Anzeichen emotionaler Selbstregulierung durch Aufmerksamkeitsabwendung, Ablenkung, sich selbst zu beruhigen
  • Verhandeln mit Eltern; Bewusstwerden der veränderten elterlichen Anforderungen
  • →Verhaltensstrategien

2. Gebrauch kognitiver Strategien zur Steuerung negativer Emotionen

  • insb. Problemlösen
  • Ziele/Bedeutungen überdenken → Anpassung an Situation

3. Auswahl geeigneter Regulierungsstrategien

  • Eignung einer Strategie wird an Bedürfnissen/ Zielen & Art des Problems beurteilt
  • Alternative Zielerreichung
  • Verbesserte Planungs- und Problemlösefähigkeit
  • Unterscheidung von Stressoren
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Welche Gruppenzuordnung des Temperaments konnte durch die Langzeitstudie von Thomas und Chess durchgeführt werden? Und welche Überarbeitung nehmen Rothbart und Bates vor?

Thoma & Chess: Temperamentsgruppierungen

  • Einfach (easy)
    • Stellen sich leicht auf neue Situationen ein (Alltagsroutinen)
    • Vergnügter Stimmung & leicht zu beruhigen
    • 40%
  • Schwierig (difficult)
    • Stellen sich langsam auf neue Erfahrungen ein
    • Häufig negative & intensive Reaktion
    • Unregelmäßige Alltagsroutinen & Körperfunktionen
    • 10%
  • Langsam auftauend (slow to watm up)
    • Zunächst schwierig, werden mit der Zeit einfacher (bei wiederholtem Kontakt mit Neuem)
    • 15%

Überarbeitung - Rothbart & Bates: Sechs Dimensionen zu Erfassung des Temperamentes

  1. Angstvolles Unbehagen/Hemmung
  2. Reizbares Unbehagen
  3. Aufmerksamkeitsspanne & Ausdauer
  4. Aktivitätsniveau
  5. Positiver Affekt / Annäherung
  6. Rhythmus
  7. ( Verträglichkeit / Anpassungsbereitschaft)
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Die Sozialisation emotionaler Reaktionen durch die Eltern kann sich zwischen Kulturen unterscheiden. Warum wird manchmal zum Beispiel Wut und Aggression gefördert? 

  • der Emotionsausdruck variiert stark zwischen verschiedenen Kulturen
  • genetische Komponente: Menschen versch. ethnischer Gruppen zeigen unterschiedliche Temeramentneigung
  • euroamerikanische Kinder: emotionale Expressivität wird stärker angeregt, Selbstbehauptung
  • japanische Kinder: wechselseitige Abhängigkeit, Unterordnung in Gruppe, Harmonie
  • China: negativer Emotionsausdruck wird unterbunden, Scham als wirkmächtige Emotion zur Selbstreflektion & Selbstperfektion
  • kulturelle Unterschiede in der elterlichen Sozialisation in Bezug auf Emotionen und deren Ausmaß
  • Normen, Werte & Lebensumstände in einer kulturellen oder subkulturellen Gruppe prägen die unterschiedlichen Emotionsausdrücke
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Beschreibe die verschiedenen Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Freud.

  • Orale Phase (1. Lebensjahr)
    • Orale Aktivitäten = pimäre Quelle der Befriedigung
    • Mutter als Prototyp späterer Liebesbeziehungen
    • Mutter = Quelle der Sicherheit → Furcht vor Liebesverlust
  • Anale Phase (2.-3. Lebensjahr)
    • Körperausscheidungen = primäre Quelle der Befriedigung
    • Konflikt: Anforderungen der Eltern → Sauberkeit
  • Phallische Phase (3. - 6. Lebensjahr)
    • Genitalien & Lustgefühle aus Masturbation = primäre Quelle der Befriedigung (?!)
    • Identifikation mit gleichgeschlechtlichem Elternteil → Geschlechterunterschiede
    • Mädchen: Penisneid
    • Erleben sexueller Wünsche
    • Konflikt:
      • Ödipus-Komplex (Jungen) = sexuelles Verlangen nach Mutter + furrcht vor Vater
      • Elektra-Komplex (Mädchen) = romatische Gefühle für Vater + Mutter als Rivalin
  • Latenzphase (6. - 12. Lebensjahr)
    • Sexuelle Energie kanalisiert zu sozial akzeptablen Handlungen
    • Zeit äußerlicher Ruhe
  • Genitale Phase (Beginn: sexuelle Reifung)
    • Angehörige des anderen Geschlechts
    • Hauptziel: Geschlechtsverkehr

Nicht erfüllen der Anforderungen dieser Pahsen kann zu lebenslangen Defiziten Führen.

  • z.B: Unzureichende Bedürfnisbefriedigung in oraler Phase → orale Ersatzhandlungen wie Nägelkauen, Rauchen etc.
  • Oder: strikte Sauberkeitserziehung in analer Phase → zwanghaft ordentlich vs. sehr unordentlich 
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Verdeutliche die Persönlichkeitsstruktur nach Freud an einem selbstgewählten Beispiel.

Drei-Instanzen Modell der Persönlichkeitsstruktur:

  • Es
    • angeborene biologische Triebe
    • früheste & primitivste Struktur
    • unbewusst
    • Quelle der psychischen Energie
  • Ich
    • Ausbildung gegen Ende des 1. Lebensjahres
    • zweite Persönlichkeitsstruktur
    • Realitätsprinzip
    • Versöhnung der uneingeschränkten Forderungen des Es und den externen Einschränkungen der Realität
  • Über-Ich
    • Ausbildung während der phallischen Phase
    • dritte Persönlichkeitsstruktur
    • Gewissen

Beispiel:

  • Hunger mitten in der Nacht, kein Essen zu hause
  • Es: 
    • Biologischer Trieb: Hunger, Wunsch nach direkter Befriedigung
  • Über-Ich:
    • Moralische Überzeugung: Einbrechen und Stehlen ist schlecht
  • Realität:
    • Es ist nach 20 Uhr in Bayern, alle Geschäfte haben zu
  • Ich: Vermittlerposition
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Erkläre die Entwicklungsstufen nach Erikson.

  • Urvertrauen vs. Missvertrauen (1 Lebensjahr)
    • Entwicklung eines Gefühls des Vertrauens
    • Ansonsten: Schwierigekiten mit zukünftigen engen Beziehungen
  • Autonomis vs. Scham & Zweifel (1 -3,5 J)
    • Aufbau des Gefühls derAutonomie durch ERweiterung der kindlichen Kompetenzen
  • Initiative vs. Schuldgefühl (4 - 6 j)
    • Balance zwischen Initiative & Schuld erreichen
    • Prägend: Identifikation mit Eltern, Zielsetzung, Entwicklung des Gewissens, Internalisierung der elterlichen Regeln & Normen und das Erleben von Schuld
  • Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6- Pubertät)
    • Entscheiden für Ich-Entwicklung
    • Kognitive & soziale Fähigkeiten
    • Erfolgserfahrungen → Kompetenzgefühl
    • Misserfolge → Unzulänglichkeit/ Minderwertigkeit
  • Identität vs. Rollenkonfusion (Pubertät - Erwachsen)
    • Grundgefühl der Identität schaffen
    • Entscheidungen treffen, Rolle in Gesellschaft finden
  • Intimität vs. Isolierung (20 - 40 Jahre)
    •  Enge & intime Beziehungen und Freundschaften
    • Wichtigstes Ereignis: Liebesbeziehungen
  • Generativität vs. Selbstabsorption (40 - 65 J.)
    • Gnereativität = Interesse an Erzeugung & Erziehung der nächsten Generation
    • Wichtigstes Ereignis: Elternschaft
  • Integrität vs. Verzweiflung (65 j. - älter)
    • Lebensverlauf akzeptieren und eigenes Leben als beduetsam betrachten
    • Akzeptanz der begrenztehit des menschlichen Lebens

 

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Was sind die Merkmale der Entwicklungsstufen und welchen Einschränkungen
unterliegen diese?

Annahme: Notwendigkeit der Stufenfolge und End- oder Reifestadium

Grundannahmen:

  • Veränderungsreihe mit mehreren Schritten
  • Richtung auf End- oder Reifezustand
  • Höherwertiger als der Ausgangszustand
  • Unumkehrbare Schritte (irreversibel)
  • Qualitative, strukturelle Transformationen
  • Frühere Stufe als Voraussetzung der Nachfolgenden
  • Veränderungen korrelieren mit Lebensalter
  • Universell (natürlich und nicht kulturgebunden)

Begrenzungen des Stufenmodells:

  • viele Veränderungen sind nicht als Stufenfolge beschreibbar
  • Entwicklung zu einem höheren Niveau/Reifezustand ist zu einschränkend
  • Vorstellung eines universellen Reifezustandes als Ende und Ziel von Entwicklung ist zu einschränkend
  • alle Veränderungen lassen sich sowohl mit quantitativen als auch qualitativen Dimensionen beschreiben
  • Beschränkung auf universelle Veränderungen ist problematisch
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Wie ist der weite Entwicklungsbegriff definiert?

Phasen- und Stufenmodelle: empirisch nicht zutreffend

  • größeres Spektrum an Veränderungsprozessen
  • neben Entwicklungsgewinnen werden auch Entwicklungsverluste berücksichtigt
  • Bezugnahme auf die gesamte Lebensspanne
  • von allgemeiner Entwicklung zu vielen differenziellen Entwicklungen
  • von „normaler“ Entwicklung zu Konstellationen/Dispositionen als Voraussetzung für Veränderung
  • Verknüpfung mit anderen Disziplinen
  • Individuum hat Einfluss auf seine Entwicklung

 

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Grenze die „Exogenistischen Modelle“ von den „Endogenistischen Modellen“ ab.

Exogenistische Modelle: Behaviorismus

  • Entwicklung entsteht unter Kontrolle externer Einflussfaktoren
  • Allein externe Faktoren wirken aktiv

Endogenistische Modelle:

  • Entfaltung eines angelegten Plan des Werdens
  • Entwicklungsprogramm in sensiblen Perioden offen für spezifische äußere Einflüsse
  • Entwicklung bestimmt selbst, wann Einfluss von Außen wirksam ist
  • weder Subjekt noch Umwelt wirken aktiv, die Entwicklung verläft passiv von innen heraus
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Erkläre „Aktionale Modelle“ und „Transaktionale Modelle“. Nenne ein eigenes Beispiel für eine günstige und eine ungünstige systemische Wechselwirkung im Transaktionalen Modell.

Aktionale Modelle:

  • Mensch als Mitgestalter seiner eigenen Entwicklung (erkennendes & reflektierendes Wesen)
  • Piagets Konstruktivismus
  • Reifungsvorgänge nicht mechanisch, sondern über Selbstbild vermittelt

Transaktionale Modelle:

  • Entwicklungssubjekt & Entwicklungskontexte haben gestaltenden Einfluss auf die Entwicklung
  • Annahme systemischer Zusammenhänge

Beispiel für eine günstige systemische Wechselwirkung:

  • reziproke Freundlichkeit
    • Eine Person ist freundlich zu einer anderen und die Freundlichkeit wird erwiedert

Beispiel für eine ungünstige systemische Wechselwirkung:

  • "Teufelskreis"
    • z.B. Stereotype Threat: eine Person versucht zu vermeiden, mit bestimmten vorurteilen betrachtet zu werden. Durch die Vermeidungsanstrengung wird sie aber gerade mit diesen Vorurteilen betrachtet.

 

 

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 Wer führt den Begriff des Passungsproblem ein und was bedeutet dieses? 

Brandtstädter (1985):

  • Entwicklungsprobleme = Passungsprobleme
  • Entwicklungsproblem = bestimmte Entwicklungsstandards/“Entwicklungsaufgaben“ einer Lebensperiode werden nicht erbracht
  • Diskrepanz/fehlende Passung zwischen:
    • Zielen des Individuums
    • Potenzial
    • Anforderungen des Umfelds
    • Angeboten in der Umwelt
  • => Entwicklungsprobleme (unzureichende Leistungen, Selbstwertprobleme usw.)
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Finde pro Anlage-Umwelt-Kovariation ein Beispiel.

  • Passive Genotyp-Umwelt-Passung:
    • Gestaltung der Umwelt der Kinder mit Angeboten, denen sich das Kind nicht ganz entziehen kann
      • → passt sich an, auch wenn es nicht den eigenen Talenten und Dispositionen entspricht
    • Z.B.: Zirkuskinder: Wachsen in einer Zirkusfamilie auf und entwickeln sich selbst zu Artisten

 

  • Reaktive Genotyp-Umwelt-Passung:
    • Umwelt (Eltern) erkennt Wünsche, Interessen und Präferenzen und geht darauf ein (Umwelt reagiert auf Veranlagung)
    • z.B.: Kind ist besonders sportlich begabt, Eltern fördern es indem sie es an sportlichen Angeboten teilhaben lassen

 

  • Aktive Genotyp-Umwelt-Passung:
    • Kind sucht aktiv Angebote, die seinen Interessen entsprechen
    • z.B.: Kind malt gerne, wählt selbstständig einen Zeichenkurs in der Schule
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Was sind sensible Perioden und wie werden diese erforscht?

= Entwicklungsabschnitte, in denen spezifische Erfahrungen maximale positive oder negative Wirkungen haben, also Perioden erhöhter Plastizität unter dem Einfluss spezifischer Bedingungsfaktoren

  • Nachweis ist forschungsethisch problematisch
    • deshalb Forschung oft an Einzelfällen (siehe Mädchen Genie) oder Tieren
  • Bsp.: Spät Erblindete zeigen eher Verhalten von Sehenden, als von Personen, die blind geboren wurden
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Was für Gewinne können aus kritischen Lebensereignissen entstehen?

kritische Lebensereignisse:

  • unvorhersehbar, nur in Ausnahmefällen größere Teile einer Population betreffend
  • retrospektiv als Wendepunkt im Leben bezeichnet
  • Probleme, Verluste, soziale Konflikte und/oder belastende Emotionen sind zu konfrontieren
  • Mögliche Gewinne bei Meisterung des kritischen Lebensereignisses:
    • Aufbau neuer Kompetenzen
    • Sinnfindung
    • Selbstwirksamkeit
    • Stolz
    • Zuversicht/Selbstvertrauen
    • geänderte Prioritäten
    • neue Sozialbeziehungen
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Wie lassen sich Beobachtungen in experimentellen und nicht experimentellen Kontexten unterscheiden? Und welche Beobachtungsverfahren gibt es im (nicht?) experimentellen Kontext?

  • Experimentelle Kontexte
    • Systematischer Einsatz von Stimuli, um Reaktionsketten beobachten & kausale Rückschlüsse treffen zu können
  • Nicht experimentelle Kontexte
    • Verhaltensbeobachtungen ohne systematische Stimulimanipulation
    • Ereignisstichproben
      • (nur systematische Beobachtungen, wenn bestimmte Ereignisse auftreten)
    • Zeitstichproben
      • (nach definierten Zeitintervallen werden Verhaltenssequenzen von bestimmter Zeitdauer analysiert)
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Welches Paradigma eignet sich um Kategorisierungsleistungen bei Kindern nachzuweisen? Erkläre ein Experiment dazu.

Das Präferenzparadigma

  • Grundidee: Präsentation von 2+ Stimuli und aus Reaktion des Kindes wird auf dessen Präferenz getroffen
  • häufig visuelle & auditive Reize; Reaktionsspektrum nicht auf visuelle Aufmerksamkeitszuwendung beschränkt
  • Studie von DeCasper & Fifer (1980)
    • Untersuchung zu Sprachverständniskompetenzen von Säuglingen durch Saugreaktion 
    • Stimme der Mutter mit fremder Stimme verglichen
    • Ergebnis:
      • Säuglinge regulierten ihre Saugfrequenz, sodass sie die Stimme ihrer Mutter hören konnten
    • Präferenzverfahren lässt sich für unterschiedliche Sinnesmodalitäten, aber auch für verschiedene Reaktionsmodalitäten nutzen
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Welche Maßnahmen können getroffen werden, um Interviewsituationen für Kinder zu erleichtern?

Anpassungen für Interviews im Kindesalter

  • Instruktions- und Frageformulierungen in einfacher Wortwahl & Satzkonstruktion halten
  • Erleichterung der emotionalen Anpassung an Untersuchungssituation
    • (Bsp.: vorgeschaltete Aufwärmphase, Einsatz von Ersatzbindungsobjekten)
  • Verringerung des wahrgenommenen sozialen Gefälles
    • (Bsp.: Einsatz von Sichtbarrieren/Telefonen/computergestützte Befragungen)
  • Förderung des Kommunikationsverhalten des Kindes
    • (= Maßnahmen, die es Kindern erleichtern Denkinhalte auszudrücken, bspw. Gestalterisch, handlungsmäßig usw.)
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Was sind Vor- und Nachteile von Querschnittsdesigns?

Querschnittsdesigns:

  • Pro:
    • Ökonomie - Unmittelbar verfügbar - Geringere Kosten / Personalaufwand 
    • Bereitschaft zur Untersuchungsteilnahme - Nur ein Messzeitpunkt
  • Kontra:
    • Konfundierung von Alter und Kohorte 
      • Vps sind unterschiedlichen kulturellen, sozialen & politischen Bedingungen ausgesetzt 
    • Konstruierte Entwicklungsverläufe
      • Nur Entwicklungszustände gemessen
    • Statistische Ineffizienz
      • Keine Messwiederholungen 
      • Vorhersage ist unpräziser
      • Mehr VPs benötigt
    • Selektive Stichproben
      • Bedingte Vergleichbarkeit der Vps
    • Fragwürdige Generalisierbarkeit
      • Abhängig vom aktuellen kulturellen, sozialen & politischen Kontext (wie sämtliche empirische Forschung)
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Was sind Vor- und Nachteile von Längsschnittdesigns?

  • Pro:
    • Messung von Entwicklungsverläufen
    • Feststellung der Stabilität von Entwicklungsmerkmalen
      • Ausmaß der intraindividuellen Stabilität
    • Statistische Effizienz
      • Fehlervarianz reduziert
      • Weniger VPs benötigt
    • Vergleichbarkeit der Altersgruppen
      • Vergleich ist aufgrund der Messwiederholungen einfacher
  • Kontra
    • Konfundierung von Alter & Testzeitpunkt
      • unklar, ob Unterschiede altersbedingt oder durch veränderte kulturelle, soziale & politische Bedingungen zustande kommen
    • Testungseffekte
      • Umso größer, je mehr Messwiederholungen & je geringer die Abstände
      • Übungseffekte / Gewöhnungseffekte / Sättigungseffekte
    • Alterung des Messinstrumentes
      • Veraltetes Testmaterial ersetzen oder beibehalten?
    • Hoher Aufwand für
      • Versuchspersonen / Versuchsleiter / Versuchsauswerter / Wissenschaftler / Geldgeber
    • Selektive Stichproben
      • Selektive Ausgangsstichprobe
      • Systematische Drop-outs (Abbrecher)
    • Fragwürdige Generalisierbarkeit
      • Abhängig vom kulturellen, sozialen & politischen Kontext
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Wie lassen sich Zeitreihen von Längsschnittsdesigns abgrenzen? 

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Welche drei Sequenzmodelle postulierte Baltes und mit welchen von Schaies Modellen sind diese vergleichbar?

  • Längsschnittsequenz bei Baltes = Kohortensequenzmethode bei Schaie
  • Querschnittsequenz bei Baltes = Testzeitsequenzmethode bei Schaie
  • Zeitwandelsequenz bei Baltes = Quersequenzmethode bei Schaie