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Sprache Deutsch
Stufe Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert 09.12.2020 / 12.12.2020
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Sozialstaat

Wohlfahrtsstaat, der durch seine Wirtschafts- und Sozialpolitik für das materielle Wohl und die soziale Sicherheit seiner Bürger sorgt. Erste Ansätze des Sozialstaates in Deutschland gehen auf die Sozialgesetzgebung der 1880er-Jahre im Kaiserreich zurück. In der Schweiz ist die Sozialstaatsverpflichtung Bestandteil der Verfassung.

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Kulturkampf

Nach der Gründung des Deutschen Reiches (1870/71) kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Staat und katholischer Kirche um die gegenseitigen Machtansprüche und die Abgrenzung kirchlicher und staatlicher Sphären. Dabei beanspruchte die katholische Kirche den alleinigen Führungsanspruch in moralischen und ethischen Dingen und lehnte neue philosophische Richtungen wie zum Beispiel Naturalismus oder Rationalismus ab und stellte sich auch gegen Sozialismus, Kommunismus oder Liberalismus. Im übertragenen Sinne wird der Begriff Kulturkampf auch für die Auseinandersetzung der amerikanischen, christlichen Fundamentalisten mit dem Liberalismus der 1968-Generation verwendet.

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Liberalismus

Politische Bewegung des Bürgertums seit dem 18. Jh., die für die freie Entfaltung des Menschen, vor allem für die Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums gegenüber kollektiven Ansprüchen von Staat und Kirche eintritt. Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte, Volkssouveränität und Gewaltenteilung gehörten von Anfang an zu den politischen Grundforderungen genauso wie auf wirtschaftlichem Gebiet der freie Wettbewerb der Unternehmer (Wirtschaftsliberalismus). Nach der Durchsetzung vieler liberaler Vorstellungen in den Verfassungskämpfen des 19. Jh. in den westeuropäischen Ländern nahm der Einfluss des politischen Liberalismus ab. Eine Blüte erlebte der Wirtschaftsliberalismus in den USA Ende des 19. Jahrhunderts.

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Nationalismus

Wissenschaftlich der Begriff für das einer grossen Gruppe von Menschen gemeinsame Bewusstsein, einer gemeinsamen Nation anzugehören (Nationalgefühl), vermittelt z. B. durch gemeinsame Sprache, Geschichte oder Verfassung sowie viele innere Bindungen und Kontakte (wirtschaftlich, politisch-öffentlich, kulturell). Nationen haben oder wollen eine gemeinsame staatliche Organisation. Es gibt sie in dieser Form erst seit dem 18. Jh. im öffentlichen Sprachgebrauch, besonders nach 1945 wird Nationalismus meistens negativ als übersteigerte Form des Nationalgefühls und Überbewertung der eigenen Nation oder als aggressive nationale Interessenpolitik verstanden (frz. Chauvinismus; engl. Jingoismus). Dann wird Nationalismus zu einer Ideologie, die den Wert der eigenen Nation verabsolutiert und andere Völker abwertet.

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Nationalitäten

Unterschiedliche Volksgruppen, die in einem Staat zusammenleben. Seit Ende des 19. Jh. häuften sich in Staaten mit ethnischen Minderheiten bzw. uneinheitlichen Nationalitäten in Mittel- und Osteuropa Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen, weil die staatstragende Gruppe die Minderheiten benachteiligte oder einzelne Nationalitäten Autonomie verlangten; die Neugründung von Staaten nach dem Ersten Weltkrieg hat diese Probleme nur teilweise lösen können. Besondere Nationalitätenprobleme ergeben sich heute nach dem Zerfall des Ostblocks in den ehemaligen Unionsrepubliken der UdSSR und im ehemaligen Jugoslawien. Auch in der Dritten Welt kommt es häufig zu Nationalitätskonflikten, weil die alten Stammes- und Kulturgrenzen oft nicht den von den Kolonialmächten gezogenen Landesgrenzen entsprechen.

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Nationalität

Bezeichnet im völkerrechtlichen Sinn die Unparteilichkeit eines Staates in bewaffneten zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen. Das Neutralitätsrecht verpflichtet den neutralen Staat, seine Souveränität zu verteidigen und keine Kriegspartei zu begünstigen (beispielsweise durch wirtschaftliche Hilfe). Dafür müssen die Krieg führenden Staaten seine Neutralität respektieren und freien Handelsverkehr garantieren. Das Neutralitätsrecht verpflichtet nur die staatlichen Akteure und sieht keine Gesinnungsneutralität vor.

Unter integraler Neutralität versteht man die vollständige Ausrichtung der Politik des neutralen Staates an das Neutralitätsrecht, die differentielle Neutralität sieht die Möglichkeit einer Teilnahme an Wirtschaftssanktionen vor (vgl. die Schweiz als Mitglied des Völkerbundes von 1920-1938).

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Dreibund

Bezeichnung für ein 1882 abgeschlossenes und bis 1914 mehrfach erneuertes geheimes Verteidigungsbündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien, das sich vor allem gegen Frankreich, indirekt aber auch gegen Russland richtete. Der Dreibund endete mit der Neutralitätserklärung Italiens 1914 und dessen Eintritt in die Kriegsallianz gegen das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn 1915.

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Heilige Allianz

Vereinbarung, die 1815 zwischen Preussen, Österreich und Russland getroffen wurde mit dem Ziel, in Europa auf der Grundlage der christlichen Religion die Ordnung von 1815 aufrechtzuerhalten. In den folgenden Jahren traten fast alle europäischen Mächte dem Bündnis bei. Das „Bündnis der Throne", wie die Allianz auch genannt wurde, richtete sich auch gegen das Vordringen nationaler und liberaler Bewegungen. Es wurde damit zum Inbegriff der Restauration und intervenierte etwa auch in der Schweiz, wenn zum Beispiel zu viele liberal gesinnte Flüchtlinge auf Schweizer Boden Schutz fanden. Die Heilige Allianz zerbrach in den Auseinandersetzungen der europäischen Mächte um den griechischen Freiheitskampf.