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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 12.08.2020 / 22.08.2020
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Begriff Digitalisierung

Der Begriff Digitalisierung meint die Umwandlung von analogen Inhalten in digitale Formate. Die so generierten Daten können informationstechnisch verarbeitet werden – dieses Prinzip liegt sämtlichen Erscheinungsformen der digitalen Revolution im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, professionellen und privaten Bereich zugrunde.

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Stand der Digitalisierung

Mittels Digitalisierung werden Informationen digital gespeichert und für die elektronische Datenverarbeitung verfügbar gemacht. Schätzungen zufolge waren im Jahr 2007 bereits 94% der weltweiten technologischen Informati-onskapazität digital, etwa im Jahr 2002 wurde dabei der zivilisatorische Bruchpunkt vollzogen, mehr Information waren nunmehr digital als analog archiviert.

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Digitale Transformation

Digitale Transformation meint den gesellschaftlichen Wandel, der eine zentrale Folgewirkung der Digitalisierung bildet. Diese paradigmatische Transformation, die unterschiedliche Facetten kennt und an Bedeutung stetig gewinnt, muss strategisch gestaltet und initiiert werden.

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Digitalisierung vs Digitale Transormation

Die digitale Transformation repräsentiert für Unternehmen eine strategische Herausforderung, die sich nicht auf technologische Aspekte begrenzen lässt. Denn die digitale Transformation weist eine fundamentale öko-nomische Dimension auf und beweist eine tiefgreifende transformatori-sche Kraft, die Gesellschaften gegenwärtig nachhaltig verändert. Wer Technologie unter diesen Umständen nur als eine Frage von Bits und Bytes liest, wird ihrer Bedeutung schwer gerecht und verwechselt digitaler Trans-formation mit Digitalisierung.

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MINT und HASS

Dieser Ansatz erklärt auch, warum eine technologische Begriffsauffassung allein nicht ausreicht, um die Tiefenwirkung der digitalen Transformation zu verstehen. Selbstverständlich erwirkt Wissen, das in den klassischen MINT-Fächern erworben wird, eine solide Verständnisgrundlage, um die Grundla-gen denken zu können.

MINT
selbst steht als Akronym für Mathematik, Information, Naturwissenschaften, technische Wissenschaften.

Aber erst im Dialog, bei gemeinsamer Reflexion und in Kooperation mit Einsichten und Ansichten, die in sognannten HASS-Fächern vermittelt werden, lässt sich ef-fektiv und vorteilhaft an der digitalen Transformation wirken.

HASS
wäre ein Akronym, das auf Deutsch leicht unglücklich wirkt, aber auf die englischen Bezeichnungen Humanities, Art, Social Science verweist – also auf die Geisteswissenschaften, die Kunst, die Sozialwissenschaften, die auch volks- und betriebswirtschaftliche Fächer miteinschließt.

Erst in intensiver Absprache und Rücksprache zwischen Personen, die jeweils unterschiedliche Perspektiven in unternehmerische und gesellschaftliche Debatten einbringen, entsteht jenes Bewusstsein, das es voraussetzungsvoll braucht, um die digitale Transformation umfassend, erfolgreich, effektiv, innovativ und human zu gestalten. Exakt diesem Credo muss auch die wissenschaftliche Analyse und praktische Umsetzung der digitalen Transformation folgen. Es sind vielfältige Perspektive gefordert, um die Komplexität des Phänomens erst zu verstehen und dann verantwortungsvoll zu gestalten.

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Arbeitszeiten damals und heute

Nachdem die industrielle Revolution den Ärmelkanal überquerte, war im Jahr 1870 ein Arbeiter in einer belgischen Fabrik durchschnittlich 72,2 Stunden pro Woche beschäftigt.

Der Wert hat sich bis zum Jahr 2000 nahezu auf 37 Stunden halbiert.

Doch nicht nur die Dauer der normalen Arbeitswoche wurde sukzessive verkürzt. Auch der relative Anteil an Personen, die aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen, geht stetig zurück. Beispielsweise kann nur jeder zweite Einwohner Österreichs als Teil des nationalen Arbeitskräftepotenzials betrachtet werden. Die andere Hälfte ist entweder zu jung, im Ruhestand, in Ausbildung oder arbeitsunfähig. Nur 34 % der österreichischen Bevölkerung arbeiten in Vollzeit.

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Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt

Eine Untersuchung der Martin School der University of Oxford prognostiziert in diesem Zusammenhang, dass heute fast jedem zweiten Berufsbild das Risiko anhaftet, in Zukunft maschinell ersetzt zu werden. Die Autoren gründen ihren Ausblick auf einem betont zuversichtlichen Vertrauen hinsichtlich der technologischen Durchbrüche, die in naher Zeit erwartet werden dürfen.

Das McKinsey Global Institute hingegen beschränkt sich in seinen spezifi-schen Einschätzungen auf die direkten Auswirkungen durch Robotics. Die Marktforschungsagentur errechnet, dass allein bis zum Jahr 2030 weltweit
800 Millionen Jobs durch moderne und kostengünstige Roboter ersetzt werden.

Das World Economic Forum kalkuliert in Folge, dass womöglich zwei Drittel aller Kinder, die gerade die Grundschule besuchen, einst Berufen nachgehen werden, die heute noch gar nicht existieren.

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Veränderung der Berufe

Für möglicherweise die Hälfte aller Anstellungen wird vermutet, dass sich das Aufgabenprofil radikal verändert, da Technologie eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Die Aufgabenstellung für Bildungsinstitutionen, öffentliche Körperschaften und private Unternehmen erscheint enorm, wenn jeder zweite Beruf faktisch nach anderen Fähigkeiten als bisher verlangen würde.

Die Anzahl der Jobanzeigen für Berufe, die keine spezifische Ausbildung voraussetzen, fiel beispielsweise in den USA zwischen 2007 und 2015 um 55 %.  Die Annoncen, die Daten-Analysten suchen, stiegen über den vergleichbaren Zeitraum um 372 % und jene für Daten-Visualisierung gar um 2574 %.

Die Gesamtzahl der Beschäftigten allein in der US-Industrie hat sich von 1980 bis 2016 fast halbiert, während sich der faktische Produktionsoutput über den Zeitraum mehr als verdoppelt hat.