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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 23.07.2020 / 08.09.2020
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177. Welche Kosten/Nachteile erzeugt eine willentliche Unterdrückung des emotionalen Ausdrucks? Beschreiben Sie dazu die Studie von Gross (1998).

1.Was bringt Emotionsunderdrückung für Dinge mit sich?

a.Reduziert die Intensität des emotionalen Erlebens

b.Dämpft positives Erleben

c.Aber keine Wirkung auf negative Affekte (Faciel Feedback Hypothese) Angst bleibt weiter da

2.Es erhöht jedoch die kardiovaskuläre Aktivität

a.Chronische Angstunterdrückung kann Asthma und kardiovaskuläre Erkrankungen bringen

b.Ist also belastend

3.Beansprucht dazu kognitive Ressourcen, man ist erschöpft

4.Und mindert die Qualität von sozialen Interaktionen, man ist nicht mehr so responsive und interaktiv

5.Studie von Gross:

a.Ekelerregender Film

b.UV: Suppression vs Reappraisal vs keine Instruktion

c.AV: Emotionsrating, physiologische Maße

d.Ergebnis: Ekel wurde am meisten bei kontrollgruppe entdeckt, dann supression, dann reappraisal

e.Jedoch ist die Herzrate bei am Finger gemessen viel höher bei Supression möglicherweise anstrengend und deswegen physiologie stärker beeinflusst

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178. Ist geteiltes Leid, halbes Leid? Erläutern Sie dazu Aufbau und Ergebnisse der Studie von Zech & Rimé (2005).

1.In der Studie von Zech und Rime sind Menschen, die sich noch sehr gut an Ihr negativstes Lebensereignis erinnern und dieses sie noch bewegt

2.UV: Fokus während des Gesprächs auf Emotion vs Fakten vs alltägliche Dinge

3.AV: subjektiver Nutzen des Gesprächs und eingeschätzte Emotionale Erholung

4.Ergebnis: es gibt keine Verbesserung durch emotionale Aussprache

a.Emotionale Erholung ist gleich stark egal worüber geredet wurde

5.Ursache:

a.Placebo Effekt

b.Interaktion

c.Habituation

6.Ähnliche Befunde auch in anderen Studien

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178.1 Was bringt also wirklich Verbesserung?

1.Die Art der Gesprächsführung entscheidet über die Wirkung

2.Therapeutische Gespräche

a.Klärung der kognitiven Grundlagen und motivationalen Antriebe der Gefühle

b.Sensibilisierung für Unterschiede, alternative Sichtweisen

c.Empatisches Verstehen, Authentizität

d.Reappraisals

e.Psychologische Gesprächsführung muss gelernt sein!

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1. Erläutern Sie zentrale Fragen der Motivations-, Volitions- und Emotionspsychologie mit eigenen Beispielen.

- Die Motivationspsychologie beschäftigt sich mit der Frage, warum wir das tun, was wir tun? Es geht also um das Wollen einer Person und der Erklärung von ergebnisorientiertem, zielgerichtetem Verhalten (Handeln). Ein Beispiel wäre die Frage, warum man nach dem Abitur ein Studium beginnen will.

- Die Volitionspsychologie behandelt hingegen die Frage, wie wir das tun, was wir wollen? Hier geht es um das Können und die Methoden. Hier fragt man sich, wie man an einem herrlichen Sommertag dennoch seine Vorlesungsfolien zur Prüfungsvorbereitung pauken kann.

- Die Emotionspsychologie hingegen erforscht vier Fragen bzgl. Emotionen: Was sind Emotionen (Definition)? Wozu haben wir sie (Zweck)? Wie entstehen sie (Genese)? Wie können wir sie kontrollieren (Kontrolle)? Am Beispiel der Angst wird also gefragt, was Angst ist, warum wir sie haben, wie sie entsteht und wie man sie kontrollieren kann. Es werden aber auch die Reaktionen auf Angst, die Unterschiede zu anderen Emotionen und die Frage nach Nature vs. Nuture gestellt.

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2. Erklären Sie das Wechselwirkungsmodell der modernen Motivationspsychologie. Welches Ergebnis der klassischen Studie von Le Magnen (1967) stützt dieses Modell?

- Motivation wird als Ergebnis einer Wechselwirkung (Interaktion) zwischen situativen und personellen Faktoren gesehen. Aus den hypothetischen Konstrukten von Motiv und Anreiz entsteht Motivation, die wiederum Verhalten initiiert   => Motivation ergibt sich also aus einem Wechselspiel zw äußeren (situativen) und inneren (personalen) Faktoren. Motive werden als in der Person liegende Strukturen aufgefasst, die durch thematisch passende Anreize, die eine Situation bietet, angeregt werden. Erst durch das Zusammenwirken der Person- und Situationsfaktoren entsteht ein Zustand der Motivation. Motivation besteht demnach in einer aktiven Ausrichtung auf motivspezifische situative Anreize. Ein solcher aktiver Motivationszustand steuert nun seinerseits die gesamte Funktionsweise des Organismus, indem Kognition, Emotion und Verhalten auf die jeweiligen Anreize ausgerichtet werden. Das bezieht sich auf bewusst steuerbare und auch auf außerhalb der Kontrolle liegende Prozesse. Motivation ist demnach ein gemeinsames Produkt von Person- und Situationsfaktoren. Nur durch eine Passung von Motiv und Anreiz entsteht eine aktive Motivation.

- Le Magnen untersuchte diesbezüglich den Effekt der Variation in der Nahrung auf die Kalorieneinnahme. Ratten wurde eine Standard-Labor-Nahrung in 4 Geschmacksrichtungen vorgesetzt. Zuerst wurden alle Geschmacksrichtungen gleich gemocht. Daraufhin wurde an mehreren Tagen für vier mal 20 min die Nahrungsaufnahme beobachtet. An einigen Tagen variierte man den Geschmack der Nahrung, an anderen wiederum nicht. Es zeigte sich, dass bei hoher Variation mehr Nahrung zu sich genommen wurde. Die Situation hat einen appetitiven Wert. Außerdem gibt es eine sensor-spezifische Sattheit, d.h. die Sattheit hängt vom Gedächtnis für sensorische Eigenschaften ab. Wenn Ratten eine höher Variation der Nahrung vorfinden, verändert sich ihr Verhalten: Sie nehmen mehr Nahrung auf, als wenn sie nur eine Geschmacksrichtung bekommen würden. Das Motiv ist zwischen den Tagen gleich (Hunger), der Anreiz verändert sich aber, was zu einer Veränderung des Verhaltens führt.

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3. Erläutern Sie grundlegende Probleme, mit denen sich die Motivationspsychologie beschäftigt.

- 1. Motivklassifikation: Inhaltliche Klassifikation angestrebter Handlungsziele; Aufstellung von Motivkatalogen: möglichst viel mit möglichst wenig erklären (Prinzip der Einfachheit -> 3 Motive: Leistung, Macht, Anschluss)

- 2. Motivgenese: Entstehung, Anfänge, Entwicklung und Änderung einzelner Motive: Anlage oder Lernen?

- 3. Motivmessung: Verfahren zur Erfassung individueller Unterschiede in der Ausprägung einzelner Motive: Prognose durch Fragebogen; projektive oder implizite Verfahren (z.B. Rorschach-Test); Reaktionszeittests; Neuropsychologische Exp

- 4. Motivanregung: Eingrenzung und Differenzierung der motivspezifischen Anregungsbedingungen der Situation: Anregungen identifizieren; die Möglichkeit für die Motivationsausübung bzw Einflussmöglichkeit (Kontext) muss bestehen!

- 5. Wechsel und Wiederaufnahme der Motivation: Abgrenzung von Abschnitten im Verhaltensstrom; Wechsel der Motivation; Wiederaufnahme oder Nachwirkung einer früheren Motivation: Wechselwirkung zw Motivationen (Appetit - Ereignis)

- 6. motivierte Zielgerichtetheit und Motivationskonflikt: Zielgerichtetheit als allgemeines Merkmal motivierten Verhaltens; Motivationskonfliktzwischen verschiedenen Handlungszielen: Konflikte zw Zielen (Lang- vs Kurzzeitnutzen)

- 7. Selbstregulatorische Zwischenprozesse der Motivation: analytische Rekonstruktion von „Motivation“ unter Zugrundelegung hypothetischer selbstregulatorische Zwischenprozesse in einzelnen Phasen des Verhaltensabschnitts: Wählen -> Planen -> Ausführung -> Evaluation = Phasen mit spezifischen Merkmalen

- 8. Motivationswirkungen: vielfältige Manifestationen von Motivation im beobachtbaren Verhalten und seiner Resultate: Handlungswahl oder Verhaltensform (Intensität, Persistenz, Dauer, Richtung, Anfang/Ende, Inhalt)

- => Motive und Motivationen können nur erschlossen, aber nicht beobachtet werden

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4. Was ist „Affective Computing“?

 - Affective Computing ist eine relativ neue wissenschaftliche Teildisziplin bzw. ein Verfahren, das eine Symbiose aus Informatik, Psychologie und Kognitionswissenschaft darstellt. Computer sollen in eine Richtung weiterentwickelt werden, in der sie die Gemütslage ihrer Benutzer erkennen und auf diese eingehen bzw. auf sie reagieren können. Sensoren und Messsysteme erfassen die mit Gefühlsäußerungen verbundenen körperlichen Signale; z.B. mittels Tonsequenzen. Damit soll die Mensch-Maschine-Kommunikation verbessert werden. Ferner befähigt man Computer, Berechnungen durchzuführen, die sich auf Emotionen beziehen, wodurch technische Systeme die Möglichkeit erhalten, wie lebende Wesen reagieren zu können. Anwendung findet sich bei Lernprogrammen und Überwachungssystemen (Terror) oder in der Unterhaltung (Film, Spiel). Ein Beispiel ist Projekt „affectiva“, das sich mit der visuelle Emotionsbestimmung auseinandersetzt.

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5. Was ist der Gegenstand der Motivationspsychologie?

- Motivationspsychologie befasst sich mit der Erklärung von ergebnisorientiertem, zielgerichtetem Verhalten und Handeln und will deren zugrunde liegende Gründe und Motivationen erfassen.

- Verhalten beinhaltet verschiedene Aspekte, die untersucht werden können: Dazu gehören die Richtung (Wahl einer Handlung), Intensität (Grad der Anstrengung, der in das Erreichen des Ziels investiert) und zeitliche Aspekte, wie Beginn und Ende (Latenz) und Dauer (Persistenz) einer Handlung. In der Forschung werden die einzelnen Attribute des Verhaltens zunächst getrennt voneinander betrachtet, weil deren Wichtigkeit unabhängig voneinander variiert.

- Motivationale Erklärungen beziehen sich generell auf Handlungen, also auf solche Beschreibungen eines Verhaltens, die diesem Sinn und Bedeutung verleihen und die den Absichten der handelnden Person entsprechen.

- Außerdem spielen das Erreichen motivspezifischen Zuständen und genau jene Prozesse, die zielgerichtetes Verhalten auslösen und aufrechterhalten, eine wichtige Rolle. So wird Motivation teils als eine milde Form der Besessenheit bezeichnet.

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6. Motive sind theoretische Konstrukte zur Erklärung von intraindividueller Stabilität und interindividueller Variabilität. Erläutern Sie diese Aussage.

- In der wissenschaftl. Motivationspsychologie wird versucht, die Ursachen und Effekte motivationalen Handelns zu erklären.Motive werden als theoretische Konstrukte betrachtet, mit denen Verhalten erklärt werden kann. Dabei gibt es eine gewisse intraindividuelle Stabilität, d.h. ein Individuum zeigt in mehreren Situationen ein stabiles Verhalten. Zudem zeigt sich eine interindividuelle Variabilität, also dass Individuen in einer gleichen Situation unterschiedliches Verhalten zeigen. Mit dem Wissen über ein Motiv einer Person kann eine Erklärung für ein Verhalten in einer Situation geliefert werden. Das liegt daran, dass Motive affektbezogen sind, sie stellen Vorlieben bzw. Empfänglichkeiten für bestimmte Klassen von thematisch ähnlichen Anreizen dar. Diesen affektiven Präferenzen entsprechen analoge Wahrnehmungs- und Bewertungsdispositionen.

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7. Welche Unterschiede bestehen zwischen wissenschaftlichen und alltagspsychologischen Erklärungen von zielgerichtetem Verhalten?

- In der Alltagspsychologie geht es um das Verstehen und Beschreiben von Gründen und Überzeugungen einer Einzelperson. Dieser Einzelperson wird oftmals ein Adjektiv zugewiesen; z.B. Person XY ist „verspielt“, „ehrgeizig“, „sozial“, „frustriert“, etc., oft getönt mit einem mangelnden Erklärungswert und dem Problem der Zirkularität, also dass Erklärungen nicht unabhängig vom Verhalten erfolgen. In der Alltgaspsychologie wird oft von Verhalten auf Motive geschlossen und die Motive zur Erklärung von Verhalten eingesetzt (Zirkularitätsproblem), wohingegen die Wissenschaft durch das Experiment Motiv und Verhalten unabhängig voneinander untersucht.

- In der Wissenschaftlichen Forschung steht das Erklären von Ursache und Effekt im Vordergrund. Dabei werden Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge beschrieben, wobei die Ursache (kausale Beziehung) nur durch das wissenschaftliche Experiment feststellbar ist. Im Gegensatz zu alltäglichen Einzelfallanalysen zeichnet sich die wissenschaftliche Erklärung durch einen höheren Grad an Allgemeinheit und Systematik aus. Ferner werden situative Anregungsbedingungen spezifiziert und Motive und das zu erklärendem Verhalten unabhängig erfasst.

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8. Erläutern Sie die Heider-Simmel Illusion. Welche alltagspsychologischen Prozesse werden hier aktiv?

- Heider und Simmel zeigten 1944 Studierenden einen Film, in dem sich drei geometrische Figuren bewegen. Die Studierenden sollten danach beschreiben, was sie gesehen hatten. Viele der Studierenden erzählten eine Liebesgeschichte zwischen dem kleinen Dreieck und dem Kreis, wobei das große Dreieck als Besitz ergreifend und das kleine Dreieck als beschützend beschrieben wurden. Die erzählten Geschichten gingen weit über das physikalisch Abgebildete hinaus. Die Versuchspersonen erkannten im eigentlich bedeutungslosen Treiben eine Handlung. Die Beschreibung war auf verschiedenen Ebenen (Wahrnehmung, Funktion, Sozial), wobei meist auf höhere Ebenen beschrieben wurde. So werden z.B. auch Cartoon-Figuren personifiziert, also humanoid interpretiert. Eine solche Attribution zeigt, dass jedem Handeln ein Motiv und jedem Handelnden eine Emotion unterstellt wird. Das ist in der Alltagspsychologie Gang und Gebe. Wie man im Experiment sieht, wird aber nicht nur den Menschen motivationales und emotionales Erleben zugeschrieben, sondern auch bedeutungslosen Zeichnungen.

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9. Was unterscheidet Motive von Trieben?

- Ein Motiv (motive) ist zeitlich stabile Wahrnehmungs- und Bewertungsdisposition, also schon fast ein Persönlichkeismerkmal. Es kann ferner als Inhaltsklasse von Handlungszielen (z.B. Macht, Anschluss, Leistung) aufgefasst werden.  Entscheidend ist jedoch, dass erst die Anregung durch passende situative Hinweise (Anreize) ein solches Motiv wirksam machen kann. Im Klassifikationsschema werden sie als internale Aspekte der Motivation von den externalen Ereignissen aus der Umwelt abgegrenzt. Sie können in Bedürfnisse (physiologisch/psychologisch/sozial), Kognitionen und Emotionen untergliedert werden.

- Der Trieb (drive) hingegen ist eine aktivierende Anspannung (aversiver Zustand), dessen Reduktion als befriedigend und lustvoll erlebt wird. Ein Trieb ist wiederholbar aber nur punktuell zu einem gewissen Zeitpunkt wirksam.

- Ein Motiv ist also eine Disposition, ein Trieb eine handlungsinitiierende Druck-Variable.

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10. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Bedürfnissen und Anreizen?

- Das Bedürfnis (need) wird teilweise synonym zu Motiv verwendet und definiert Mangelzustände und Wachstumsorientierungen einer Person. Es gibt physiologische, psychologische und soziale Bedürfnisse. Im Klassifikationsschema stellen sie einen der Unterpunkte zu internalen Motiven dar.

- Der Anreiz (incentive) gibt den „Wert“ eines Objekts oder einer Situation für eine Person wieder. Es ist eine affektive Reaktion auf bedürfnisrelevante Reize und kann in (intrinsische) Tätigkeits- und (extrinsische) Ergebnisanreize unterteilt werden. Geld ist z.B. ein extrinsischer Anreiz, wohingegen das Machen einer Sache um die Sache willen intrinsisch motiviert ist. Anreize fallen unter die externalen Komponenten der Motivation.

- Demzufolge sind Bedürfnisse und Anreize zwei Aspekte, die bei der Motivationsentstehung zusammenspielen und sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf der Verhaltensebenen beeinflussen.

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11. Was ist ein Ziel?

- Ein Ziel (goal) als ein kognitives Konstrukt beschreibt das Anstreben einer positiv bewerteten Umweltveränderung (Endzustand) durch einen Verhaltensakt (Mittel). Ziele werden hierarchisch in Ober- und Unterziele organisiert. Als Beispiel dient das Phänomen Hunger: Die Sättigung ist das Oberziel; Einkaufen, Kochen, Essen sind Unterziele. Ziele sind kognitive Komponenten von Motiven, sind also internal. Sie werden zudem als Zugvariablen betrachtet, d.h. dass Personen von Zielen angezogen werden. Fast all unser Handeln steht in direkter Verbindung mit Zielen. Es gibt kaum Aktivitäten und Handlungen, für die wir keine Ziele angeben können. Ein großer Teil des Verhaltens einer Person wird also direkt durch ihre aktuellen Ziele und Absichten bestimmt. Ziele nehmen Einfluss auf die Wahrnehmung und das Denken, aber auch auf affektiv-motivationale Reaktionen und Bewertungen sowie auf die Funktionsweise des Organismus.

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12. Mit welchen konzeptuellen Problemen hat die Motivationspsychologie zu kämpfen?

- Es gibt mehrere Probleme in der motivationspsychologischen Forschung. Zum einen herrscht eine terminologische Verwirrung in Form eine unklare Abgrenzung der Begriffe Motiv, Trieb, Bedürfnis, Emotion etc.

-Ferner besteht das Problem der Motivklassifikation. Vor allem die Frage nach der Anzahl von Motiven ist nicht zu klären.

- Ein weiterer Punkt ist die Frage nach dem richtigen Abstraktionsgrad. Welche Hierarchiestufe wird betrachtet: Die Ebene von Handlungen, Aktionen oder Bewegungen?

- Letztenendes überschattet die Gefahr der Zirkularität die Forschung. Das Problem liegt darin, dass Motive aus dem Verhalten erschlossen werden, während diese Motive jenes Verhalten wiederum erklären sollen. Ein solcher Schluss ist jedoch trivial und empirisch gehaltsleer, also ungültig.

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13. Erläutern Sie zwei allgemeine Prinzipien der Verhaltensregulation.

1.Hedonismus

a.Maximierung von Lust und vermeiden von Unlust

b.Beste Affektbilanz durch Selbstregulation erreichen

2.Homöostase

a.Streben nach Gleichgewicht, also nicht Maximierung von Lust

b.Minimierung der Diskrepanz zwischen Ist-Soll Wert

c.Durch Regelkreis, bsp. Hunger stillen

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14. Erläutern Sie den Unterschied zwischen motivationspsychologischen Druck- und Zugvariablen.

1.Druck

a.Angetrieben, angeschoben

b.Durch Trieb und Instinkte angeschoben

c.Instinkt und Triebtheorie + psychodynamische Theorien

2.Zug

a.Angezogen

b.Durch Belohnung, Anreize, Ziele

c.Erwartungs x Wert + Attributionstheorien

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15. Was sind direkte und indirekte Messverfahren der Motivationspsychologie und was messen sie? Warum ist die Unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Motivanteilen für eine Verhaltensvorhersage wichtig?

1.Direkte Messverfahren:

a.Selbstbericht, Interview, Fragebögen

b.Messen: explizite Motivanteile

c.Durch verbalisierbare Vorlieben und Handlungspräferenzen

2.Indirekte Messverfahren:

a.Rorschach-Test + Thematischer Apperzeptionstest

b.Messen: implizite Motivanteile

c.Durch: Situation mit Interpretationsspielraum Bewerten lassen

3.Wichtige unterscheidung zwischen expliziten und impliziten Motivanteilen:

a.Manches nicht verbalisierbar

b.Manches läuft spontan ab, Suche nach der Motivation in retrospektive Verfälschung

c.Lügen im Fragebogen

d.Motivation läuft oft unbewusst ab

e.Fragebogen skalen haben individuell unterschiedliche bedeutungen

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16. Beschreiben Sie den Thematischen Auffassungstest und nennen Sie methodische Mängel des TAT. Mit welchem Verfahren/Modifikationen können diese Mängel beseitigt werden?

1.TAT:

a.Geschichte wird präsentiert in Bild oder Text interprätieren

b.Qualitative Antwortanalyse

2.Methodische Mängel:

a.Geringe Auswertngsobjektivität Versuchsleiter beeinflusst das vielleicht

b.Geringe Reabilität Ein Retest fällt vllt anders aus

3.Weiterentwicklung des TAT: Multi-Motiv-Gitter (MMG)

a.Semi projektives Verfahren

b.Es werden 14 Lebenssituationen gezeigt

c.Antwortkategorien stehen für mehrere Motive + Fülleritems

d.Bringt hohe Retest Reabilität Maschinell ausgewertet und mit Auswertungsschablonen entwickelt

e.Die beantwortete Frage: Wie scored die Person auf einzelne Motivcluster

f.Keine Verfälschung durch soziale Erwünschtheit

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17. Erläutern Sie zwei Haupt-Ansatzpunkte für motivationale Interventionen.

1.Anpassung der Anreiz- an die Motivstruktur (Aufgabe an Person anpassen)

a.Leistungssport im Team oder im einzelnen: Anschlussmotiv Teamsport

2.Anpassung der Motivstruktur an die Anreizstruktur (Person an Aufgabe anpassen)

a.Manager gesucht

b.Anforderungsanalyse, Veränderung von Motivkomponenten

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18. Erläutern Sie motivational-emotionale Funktionen der im Schaubild dargestellten Hirnstrukturen.  

1.Prefrontal Cerebral Cortex

a.Intentionsbildung, Zielplanung, Selbststeuerung

2.Medial Forebrain Bundle

a.Verstärkung/Belohnung

3.Hypothalamus

a.Hunger, Thurst, Sex

4.Amygdala

a.Bedrohung, Furcht, Salienz

5.Reticular Formation

a.Erregung/Wachheit

6.Hippocampus

a.Gedächtnis, Lernen Motivation/Operante Verstärkung

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19. Ordnen Sie folgenden (neuro)hormonellen Systemen motivationale Funktionen zu: Serotonin, Noradrenalin, Kortisol, Oxytocin.

1.Neurohormonelle System und deren Systeme:

a.Serotonin:

i.Vermeidende Motivation (aversive)

b.Noradrenalin:

i.Aktivation und Wachheit

c.Oxytocin

i.Wichtig für Bindung + Stress Coping

ii.Kann auch negative Einstellung zu Leuten verstärken

d.Endorphin:

i.Glücksgefühl + Schmerzunempfindlichkeit

e. Neurohormonelle Systeme = Neurotransmitter

2.Endokrine Systeme = Hormone

a.Adrenalin + Kortisl

i.Stress – Fight or Flight

b.Androgene + Östrogene

i.Sexualhormone

c.Grehlin

i.Hunger/Sättigung

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20. Welche dopaminergen Systeme gibt es im menschlichen Gehirn? Welches ist das (neurohormonelle) „Belohnungssystem“?

1.Tubero-infundiabulär

a.Im Nucleus arcuatus Hypophyse

b.Steuerung von endokrine Funktionen Prolactin Brustwachstum, Milchdrüse

2.Nigro-Striatal

a.In Substantia Nigra Neostriatum

b.Bewerungssteuerung

3.Mesolimbisches System

a.VTA Nukleus accumbens präfrontaler Kortex

b.Belohnungssystem, Aufsuchende Motivation

4.Das Belohnungssystem ist also das Mesolimbische System

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21. Beschreiben Sie die Studie von Milner und Olds (1954). Warum sind die Ergebnisse dieser Studie für Triebtheorien ein Problem?

1.Die Studie von Milner und Olds zeigt, dass bei Hebeldruck, die das Mesolimbische System der Ratte stimuliert wird durch elektrische Stimulation

2.Ergebnis: Die Ratte hat mehr als 6000 Mal / h den Hebel gedrückt und Wasser + Nahrung vernachlässigt

3.Diese Studie ist für die Triebtheorie ein Problem weil: sie besagt, dass man unter einer Spannung steht. Und die Reduktion dieser Spannung ist das gute Gefühl. Sobald die Spannung reduziert wurde, sollte kein Handeln mehr stattfinden. Das folgt auch der Kartasis Theorie. Jedoch drückt die Ratte hier ununterbrochen.

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22. Diskutieren Sie kritisch die Deep-Brain Stimulation Studie von Schlaepfer und Kollegen (2008)

1.Pro:

a.Ergebnisse haben gezeigt, dass nicht Freude, aber Wünsche/Pläne/Ziele für die Zukunft aufgestellt wurden. Das ist für die Motivationsforschung sehr interessant

b.In Depressionen geht es häufig darum Antriebslos zu sein. Das könnte also helfen.

2.Kontra:

a.Es gibt viele Freiheitsgrade vor allem beim Ort der Stimulation

b.Es gab auch gemischte Resultate

c.Und es waren nur Fallstudien

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23. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Dopamin und Sucht?

1.Dopamin markiert den Anreiz von Objekten. Man lernt das Belohnungslernen

2.In der Studie von Berridge

a.Optogenetische Stimulation des VTA durch den Laser

b.Laser + Zucker ergab hohes drücken der Taste

c.Dopamin beeinflusst also das Verhalten und vor allem die Häufigkeit in der das Verhalten getätigt wird. Es wird immer wieder aufgesucht.

d.Ein weiteres Beispiel ist Kokain. Kokain dockt an die Rücktransporter von Dopamin an. Deswegen bleibt Dopamin im synaptischen Spalt und dockt weiterhin an der Postsynampse an.

e.Drogenkonsum verstärkt also die Dopaminkonzentration und man bekommt das High-Gefühl

f.Die Abstinenz von Drogen reduziert die Dopaminkonzentration Craving, da das Gehirn sich an de Dopaminmenge gewöhnt hat braucht man mehr.

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24. Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Dopamin, Wanting und Liking.

1.Wanting und Liking gehen oft Hand in Hand, man kann es jedoch dissoziativ untersuchen.

2.Menschen können etwas wollen ohne es wirklich zu mögen.

3.Wie Süchtige sich öfter gar nicht gut fühlen mit dem Drogenkonsum es aber trotzdem zu stark wollen. Das liegt an dem Suchtpotential bei der zu hohen Konzentration von Dopamin.

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25. Was behauptet die Challenge-Hypothese? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Testosteron und Aggression? Erläutern Sie dazu die Studie von Eisenegger und Kollegen (2010).

1.Die Hypothese besagt, dass in sozialen Wettbewerbssituationen das Testosteron steigt

2.Zum Beispiel bei Status + Partnersuche + Hierarchiekämpfe

3.Testosteron und Agression wird vor allem bei Ratten physisch beobachtet wenn T zugegeben wird.

4.Bei Menschen hängt die Aggression sehr vom kontextabhängigen Dominanzverhalten ab.

5.Es wird in der Studie von Eisenegger 2010 beim Ultimatum Game gezeigt, dass mehr prosoziales Verhalten nach T gabe gezeigt wird. Einer macht ein Angebot. Die Angebote wurden fairer sichern sozialen Status, weil bei unfairen Angeboten es abgelehnt wird und niemand etwas bekommt

6.Es gibt durch T zwei Veränderungen:

a.Tonisch-strukturell: permanent

i.Gehirnentwicklung, Pubertät dominanter + selbstständiger

b.Phasisch-temporär

i.Akute veränderung

ii.Wettbewerb, Risikosuche + Machtstreben

iii.Aggression wäre ein Weg Dominanz zu erreichen

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26. Was ist eine Instinkthandlung und wodurch wird sie ausgelöst?

1.Instinkthandlung ist die angeborene Bewegungsformel

a.Nicht erlernt

b.Biologisch gereift

c.angeboren

2.Auslösung findet durch Schlüsselreize statt

a.stimulus – Reaktionstheorie

b.perzeptuell autonome Ausführung

c.regluative, stereotype Bewegungskette

3.Schlüsselreiz angeborener Auslösemechanismus (AAM) Instinkthandlung

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27. Was ist „Humanethologie“ und welchen Ansatz verfolgt dieser Wissenschaftszweig?

1.Auf Menschen bezogene Forschung

2.Schlüsselreiz angeborener Auslösemechanismus (AAM) Instinkthandlung