Lernkarten

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Lernende 6 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Andere
Erstellt / Aktualisiert 03.08.2021 / 13.08.2021
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Ermessenspielräume bei der Gesamtbeurteilung

Lehrpersonen haben grundsätzlich einen Ermessensspielraum bei der Beurteilung von Leistung. Dieser Spielraum kann aber auch überschritten werden:

Ermessensmissbrauch:

SuS stört den Unterricht oft, kommt zu spät, etc. und erhält dadurch eine schlechtere Bewertung der Fachleistung.

Ermessensunterschreitung:

LP nutzt den Spielraum kaum bis nicht (z.B. Zeugnisnote nur aufgrund von Leistungsnachweisen)

Ermessensüberschreitung:

LP nutzt Spielraum aus, obwohl rechtlich nicht vorgesehen (z.B. Vermerk "besucht" anstatt Note im Zeugnis)

 

Ermessensmissbrauch und -Unterschreitung sind nur juristisch heikel sondern auch aus berufsethischen Gründen fragwürdig.
Leistung darf nicht nur aus benoteten Lernkontrollen erfasst werden.

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Baukasten (planen-unterrichten-beurteilen)

Ausgangspunkte:

  • Lehrplan
  • Lehrmittel
  • Lernmaterialien
  • Beurteilungs- und Kriterienraster

Planen:

Vom Ende her denken: Bei der Planung sich bereits überlegen, welche Leistungsziele wie und zu welchem Zeitpunkt überprüft werden sollen:

  • Ziele bestimmen
    (Steigerung von Anforderungsgrad (erinnern/wiedergeben < anwenden/verstehen < entwicklen/beurteilen)
  • Leistungsnachweis bestimmen und Leistungserwartung klären
    (standartisierter schriftlicher Test, mündlich, Handlung, Produkt)
  • Lehraktivitäten und Lernarrangements entwerfen.
    (Aufgabenset nicht nur auf mininmale Lernziele abgezielt, sondern soll den SuS auch ermöglichen anspruchsvolle Ziele zu bearbeiten)

Unterrichten:

  • Unterricht auf das Lernen der Schüler/-innen ausrichten (differenzieren)
    (Unterricht auf Lernbedarf der SuS ausgerichtet. Allenfalls muss mit Einzelgruppen noch intensiver geübt werden)

Beurteilen:

  • Lernen unterstützen (formative Beurteilung)
    (Durch SuS in Selbstkontrolle oder durch LP durch Beobachtung, fortlaufende Korrektur, Kurztest, etc.)
  • Bilanzieren (summative Beurteilung)
    (ist das minimale Leistungsziel erreicht, so müssen die SuS die Note 4 oder ein "erreicht" erhalten.)

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Formen von Differenzierung

  • Äussere Differenzierung: (Alter, Sek/Real, Schulform)
  • Innere Differenzierung: (Lerngruppen innerhalb von Klassen)
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Ebenen der innneren Differenzierung

  • Ziele anpassen:
    Niveaudifferenzierung (E-Niveau, G-Niveau, etc.)
     
  • Inhalte anpassen:
    Je nach Lernvoraussetzungen werden andere Themen bearbeitet
     
  • Lehr- und Lernmethoden anpassen:
    Einzel- oder Gruppenarbeit, voneinander Lernen oder selber Lernen, Tutor, etc.
     
  • Repräsentationsformen anpassen:
    Je nach Lernvoraussetzung: enaktiv, ikonisch, symbolisch
     
  • Lernzeit anpassen:
    Alle SuS arbeiten am gleichen Lernstoff aber in eigenem Lerntempo.
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Formen der Individualisierung

  • Reinform der Individualisierung:
    Individualisierung wird durch die Lehrperson vorgenommen: LP muss im Extremfall für alle SuS ein Lernangebot bereitstellen.
     
  • Anschlussmöglichkeiten für möglichst alle SuS:
    SuS suchen Lernarrangements selber aus und LP fungiert mehr als Coach (Wochenplan, Lernwerkstatt, etc.)
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Merkmale von Differenzierung

Merkmale:

  • Nicht auf Individuum bezogen sondern auf merkmalsbezogene Gruppierung.
  • Weniger aufwendig als Individualisierung.
  • Unterscheidung in äussere und innere Differenzierung
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Adaptivität (Anpassung)

Merkmale:

  • Anpassung des Lernangebots an die individuellen Voraussetzungen der Lernenden.
  • Ist nicht an bestimmte Unterrichtsform gebunden, sondern an konkretes Lehrerhandeln.
    (beschreibt also die Anpassungsfähigkeit der Lehrperson beim Differenzieren und Individualisierung)
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Forschungsbefunde zum offenen Unterricht

  • Keines Falls per se wirksam

Einstellungen und Überzeugungen der Lehrpersonen:
Umfrage 2006: 90% der LP glauben nicht daran, dass offener Unterricht machbar ist. 
Fakt: Die Qualität des Unterrichts ist beim offenen Unterricht viel mehr abhängig von der LP als beim Frontalunterricht.

Fachliche Leistung:
Forschungsbefunde zeigen auf, dass lehrerzentrierter Unterricht gegenüber dem offenem Unterricht zu mehr Fachleistung führt.

Überfachliche und nicht-kognitive Ziele:
Hinsichtlich der Wirkung von geöffnetem Unterricht auf überfachliche und nicht-kognitive Ziele ist sich die Forschung uneins.

Nutzung durch leistungsstärkere/-schwächere Lernende:
Vorallem Leistungsschwächere sind mit der Selbstorganisation beim offenen Unterricht oft überfordert, was die Leistungsstreue in Klassen noch mehr verstärkt. Auch bei den Leistungsstarken ist der Leistungszuwachs nur geringfügig erkennbar.