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Was sind die Merkmale der Entwicklungsstufen und welchen Einschränkungen
unterliegen diese?

Annahme: Notwendigkeit der Stufenfolge und End- oder Reifestadium

Grundannahmen:

  • Veränderungsreihe mit mehreren Schritten
  • Richtung auf End- oder Reifezustand
  • Höherwertiger als der Ausgangszustand
  • Unumkehrbare Schritte (irreversibel)
  • Qualitative, strukturelle Transformationen
  • Frühere Stufe als Voraussetzung der Nachfolgenden
  • Veränderungen korrelieren mit Lebensalter
  • Universell (natürlich und nicht kulturgebunden)

Begrenzungen des Stufenmodells:

  • viele Veränderungen sind nicht als Stufenfolge beschreibbar
  • Entwicklung zu einem höheren Niveau/Reifezustand ist zu einschränkend
  • Vorstellung eines universellen Reifezustandes als Ende und Ziel von Entwicklung ist zu einschränkend
  • alle Veränderungen lassen sich sowohl mit quantitativen als auch qualitativen Dimensionen beschreiben
  • Beschränkung auf universelle Veränderungen ist problematisch
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Wie ist der weite Entwicklungsbegriff definiert?

Phasen- und Stufenmodelle: empirisch nicht zutreffend

  • größeres Spektrum an Veränderungsprozessen
  • neben Entwicklungsgewinnen werden auch Entwicklungsverluste berücksichtigt
  • Bezugnahme auf die gesamte Lebensspanne
  • von allgemeiner Entwicklung zu vielen differenziellen Entwicklungen
  • von „normaler“ Entwicklung zu Konstellationen/Dispositionen als Voraussetzung für Veränderung
  • Verknüpfung mit anderen Disziplinen
  • Individuum hat Einfluss auf seine Entwicklung

 

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Grenze die „Exogenistischen Modelle“ von den „Endogenistischen Modellen“ ab.

Exogenistische Modelle: Behaviorismus

  • Entwicklung entsteht unter Kontrolle externer Einflussfaktoren
  • Allein externe Faktoren wirken aktiv

Endogenistische Modelle:

  • Entfaltung eines angelegten Plan des Werdens
  • Entwicklungsprogramm in sensiblen Perioden offen für spezifische äußere Einflüsse
  • Entwicklung bestimmt selbst, wann Einfluss von Außen wirksam ist
  • weder Subjekt noch Umwelt wirken aktiv, die Entwicklung verläft passiv von innen heraus
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Erkläre „Aktionale Modelle“ und „Transaktionale Modelle“. Nenne ein eigenes Beispiel für eine günstige und eine ungünstige systemische Wechselwirkung im Transaktionalen Modell.

Aktionale Modelle:

  • Mensch als Mitgestalter seiner eigenen Entwicklung (erkennendes & reflektierendes Wesen)
  • Piagets Konstruktivismus
  • Reifungsvorgänge nicht mechanisch, sondern über Selbstbild vermittelt

Transaktionale Modelle:

  • Entwicklungssubjekt & Entwicklungskontexte haben gestaltenden Einfluss auf die Entwicklung
  • Annahme systemischer Zusammenhänge

Beispiel für eine günstige systemische Wechselwirkung:

  • reziproke Freundlichkeit
    • Eine Person ist freundlich zu einer anderen und die Freundlichkeit wird erwiedert

Beispiel für eine ungünstige systemische Wechselwirkung:

  • "Teufelskreis"
    • z.B. Stereotype Threat: eine Person versucht zu vermeiden, mit bestimmten vorurteilen betrachtet zu werden. Durch die Vermeidungsanstrengung wird sie aber gerade mit diesen Vorurteilen betrachtet.

 

 

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 Wer führt den Begriff des Passungsproblem ein und was bedeutet dieses? 

Brandtstädter (1985):

  • Entwicklungsprobleme = Passungsprobleme
  • Entwicklungsproblem = bestimmte Entwicklungsstandards/“Entwicklungsaufgaben“ einer Lebensperiode werden nicht erbracht
  • Diskrepanz/fehlende Passung zwischen:
    • Zielen des Individuums
    • Potenzial
    • Anforderungen des Umfelds
    • Angeboten in der Umwelt
  • => Entwicklungsprobleme (unzureichende Leistungen, Selbstwertprobleme usw.)
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Finde pro Anlage-Umwelt-Kovariation ein Beispiel.

  • Passive Genotyp-Umwelt-Passung:
    • Gestaltung der Umwelt der Kinder mit Angeboten, denen sich das Kind nicht ganz entziehen kann
      • → passt sich an, auch wenn es nicht den eigenen Talenten und Dispositionen entspricht
    • Z.B.: Zirkuskinder: Wachsen in einer Zirkusfamilie auf und entwickeln sich selbst zu Artisten

 

  • Reaktive Genotyp-Umwelt-Passung:
    • Umwelt (Eltern) erkennt Wünsche, Interessen und Präferenzen und geht darauf ein (Umwelt reagiert auf Veranlagung)
    • z.B.: Kind ist besonders sportlich begabt, Eltern fördern es indem sie es an sportlichen Angeboten teilhaben lassen

 

  • Aktive Genotyp-Umwelt-Passung:
    • Kind sucht aktiv Angebote, die seinen Interessen entsprechen
    • z.B.: Kind malt gerne, wählt selbstständig einen Zeichenkurs in der Schule
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Was sind sensible Perioden und wie werden diese erforscht?

= Entwicklungsabschnitte, in denen spezifische Erfahrungen maximale positive oder negative Wirkungen haben, also Perioden erhöhter Plastizität unter dem Einfluss spezifischer Bedingungsfaktoren

  • Nachweis ist forschungsethisch problematisch
    • deshalb Forschung oft an Einzelfällen (siehe Mädchen Genie) oder Tieren
  • Bsp.: Spät Erblindete zeigen eher Verhalten von Sehenden, als von Personen, die blind geboren wurden
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Was für Gewinne können aus kritischen Lebensereignissen entstehen?

kritische Lebensereignisse:

  • unvorhersehbar, nur in Ausnahmefällen größere Teile einer Population betreffend
  • retrospektiv als Wendepunkt im Leben bezeichnet
  • Probleme, Verluste, soziale Konflikte und/oder belastende Emotionen sind zu konfrontieren
  • Mögliche Gewinne bei Meisterung des kritischen Lebensereignisses:
    • Aufbau neuer Kompetenzen
    • Sinnfindung
    • Selbstwirksamkeit
    • Stolz
    • Zuversicht/Selbstvertrauen
    • geänderte Prioritäten
    • neue Sozialbeziehungen