Lernkarten

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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 07.04.2021 / 22.06.2021
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Theory of mind

Das Verständnis dafür, was psychische Prozesse sind und wie diese das menschliche Handeln beeinflussen. Ein Beispiel dafür ist das Verständnis dafür, dass Überzeugungen von der Realität abweichen können.

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Temperament

Schon in der frühen Kindheit beobachtbare emotionale und aufmerksam-keitsbezogene Reaktion und Selbstregulation. Typische Temperaments-merkmale sind Aktivität, Regelmäßigkeit biologischer Rhythmen sowie Annäherung – Vermeidung bei neuen Reizen. Hat eine starke genetische Grundlage.

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Visuelle Klippe

Versuchsaufbau von E. Gibson und Walk (1960) eines simulierten Ab-grunds, um die Fähigkeit zur Tiefenwahrnehmung bei Säuglingen zu untersuchen

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Zone proximaler Entwicklung

Diese Zone umfasst die Spanne zwischen dem spontanen Können eines Kindes und dem Können, was es maximal unter Anleitung zeigen kann. Damit ist das kognitive Potenzial eines Kindes angesprochen.

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Was bedeutet nach Wygotsky, dass das Intermentale das Intramentale konstruiert?

Nach Wygotsky entsteht und verändert sich kindliches Denken durch die Interaktion zwischen dem Kind und einer anderen Person, und zwar dadurch, dass das Kind den Inhalt der Interaktion internalisiert. Der Austausch zwischen dem Kind und einer anderen Person (das Intermentale) wird zur Gedankenwelt inner-halb des Kindes (das Intramentale).

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Was besagt der Ansatz der mikrogenetischen Methode nach Wygotsky?

Dieser Ansatz besteht darin, das kindliche Denken nicht nur anhand einer Aufgabe zu untersuchen, sondern mit Hilfe von Aufgabenbatterien. Hierdurch soll in unterschiedlichen Aufgabenkontexten und z.B. an eng aufeinander folgenden Untersuchungszeitpunkten der genaue „Moment der Entwicklung“ aufgefangen werden. Wygotsky wollte den Prozess der Veränderung des kindlichen Denkens damit erfassbar machen

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Warum führt ein verbessertes Wissen zu einer verbesserten Gedächtnisleistung?

Man geht davon aus, dass das Wissen wie ein Netzwerk organisiert ist, bei dem miteinander verwandte Inhaltsbereiche enger beieinander angesiedelt sind als wenig verwandte Inhalte. Neue Stimuli aus einem Inhaltsbereich, zu dem ein reichhaltiges Netzwerk existiert, werden daher mit vielen anderen thematisch verwandten Inhalten vernetzt. Die Wahrscheinlichkeit, einen neuen, vernetzten Inhalt zu erinnern ist wegen der vielen Zugänge im Vergleich zu neuen Inhalten, die in ein wenig reichhaltiges Netzwerk oder in gar kein bestehendes Netzwerk eingeordnet werden können, größer.

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Ab wann können Kinder wissenschaftlich denken, was muss bei der Interpretation relevanter Ergeb-nisse beachtet werden?

Wissenschaftliches Denken ist ab dem Vorschulalter (ab 4 Jahren) möglich, wenn die Aufgabenstellungen an die kognitiven Voraussetzungen der Kinder im Hinblick auf ihre informationsverarbeitenden Prozesse wie Verarbeitungskapazität, Strategieeinsatz, aktiviertes Vorwissen und ihr Metagedächtnis angepasst sind. Zu beachten ist, dass bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen Vorwissen in das Urteil einfließt und dadurch entstehende Interferenzen das Schlussfolgern behindern können.

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Worin bestehen die Charakteristiken der Sprachpragmatik des Vorschulalters?

Vorschulkinder beachten das Alter des Gesprächspartners und vereinfachen z.B. ihre Sprache, wenn sie mit jüngeren Kindern sprechen. Sie setzen sprachliche Konventionen wie z.B. Höflichkeit ein und verwenden bestimmte pragmatische Sprachkategorien, wenn sie dazu aufgefordert werden. Sie haben aber Schwie-rigkeiten, sich auf den Wissenstand des Gegenübers einzustellen.

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Welche Argumente sprechen dafür, dass der Spracherwerb biologische Wurzeln hat?

Es gibt Hinweise auf eine angeborene Bereitschaft zum Spracherwerb wie den schnellen und geordneten Spracherwerb, der nicht allein aufgrund von Lernen und kommunikativen Einflüssen zu erklären ist. Kinder äußern sich zudem teilweise auf eine Art, welche sie sicherlich noch nie von Erwachsenen gehört haben. Außerdem findet sich von Geburt an ein extremes Bedürfnis, selbst bei gehörlosen Kindern, sprachähnliche Laute zu äußern. Des Weiteren ist das Entwickeln von Sprache nur Menschen und keinen anderen Lebe-wesen vorbehalten. Es existieren zwei für die Produktion und Verstehen von Sprache spezifische Hirnareale. Bereits das Gehirn sehr junger Kinder reagiert differenziert auf Sprache (Mismatch Negativity MMN). Es gibt eine angeborene Universalgrammatik und einen angeborenen Spracherwerbsmechanismus.

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Anhand welcher vier Stufen kann man die Herausbildung eines Interesses beschreiben?

Am Anfang steht ein durch Anreize aus der Umwelt getriggertes situationales Interesse. Dieses kann über eine gewisse Zeit und über ähnliche Situationen hinweg aufrechterhalten werden (aufrechterhaltenes situ-ationales Interesse), sich dann zu einer Beschäftigung mit dem Interessengegenstand vorrangig aus eige-nem Antrieb entwickeln (entstehendes individuelles Interesse) bis hinzu einem voll entwickelten individuellen Interesse, das aus eigenem Antrieb verfolg wird und auch bei Misserfolgen und anderen Frustrationen beibehalten wird.

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Welche Verhaltensweisen der Eltern und Lehrer fördern die Entwicklung einer hohen Leistungsmo-tivation?

Wärme und Wertschätzung, dem Alter der Kinder angemessene Forderungen zu stellen und die Unterstützung von Autonomie sind wichtige Bedingungen für die Förderung der Leistungsmotivation. Beim Lehrer-verhalten ist auch wichtig, dass Leistungsrückmeldungen die Veränderungen der individuellen Leistung betonen (individuelle Bezugsnormorientierung) und nicht, wie gut der Einzelne im Vergleich zu den Mit-schülern abgeschnitten hat

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Domänenspezifische Theorien

Mit dem Begriff der Domänenspezifischen Entwicklungspsychologie ist die Erkenntnis impliziert, dass kognitive Entwicklung nicht über alle Wissensdimensionen gleichzeitig stattfindet, sondern abhängig ist vom Wissen über diesen Saschverhalt

  • Denkentwicklung innerhalb einzelner Domänen: In der kognitivistischen Entwicklungspsychologie geht man von vier Grunddomänen aus: Intuitive Physik, Intuitutive Psychologie, intuitive Biologie und die Welt der Zahlen.
  • evolutionär erworbenes Kernwissen und Lernmechanismen
    • Bsp. angeborenes Kernwissen: visuelle Struktur von Gesichtern
    • Bsp. angeborener Lernmechanismus: Fähigkeit, Sprache zu erlernen
  • Annahme der Wissensorganisation (intuitive Theorien)
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Intuitive Physik

- physikalisches Wissen, Intuitionen über physikalische Phänomene
-> Objektpermanenz, Studien zu Objektbewegungen


- nach Spelke (1994) bestimmen drei angeborene fundamentale Prinzipien physikalisches Denken:
1. Kohäsion: Objekte bewegen sich als zusammenhängende, begrenzte Einheiten
2. Kontinuität: Objekte sind feste Körper, kontinuierlich existierend
-> Objektverständnis des Säuglings -> Kontinuitätsprinzig, 4 Monate alte Babys
3. Kontakt: ein Objekt beeinflusst Bewegung eines anderen nur über Kontakt

  • Wissen über Objekte (vgl. Wahrnehmungssitzung)
  • Wissen über bewegungen, Kräfte und Statik (Stabilität)
  • rudimentäres Zahlenverständnis
  • "Gerade-nach-unten"-Regel (Schwerkraftfehler)
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Intuitive Psychologie

Theory of Mind (ToM), mentale Alltagspsychologie
- Erklärung menschlichen Verhaltens über die Zuschreibung von Wünschen, Absichten und Überzeugungen
- Vorhersage von Handlungen
- ab ca. 4 Jahren entwickelt, aber schon im 1. Lj Hinweise aud psychologisches Handlungsverständnis

Premack und Woodruff (1878)
"Ein Individuum hat eine Theorie des Geistes, wenn es sich und anderen mentale Zustände zuschreibt. Ein System von Schlussfolgerungen dieser Art wird zu Recht als Theorie angesehen, da solche Zustände nicht direkt beobachtbar sind und das System verwendet werden kann, um Vorhersagen über das Verhalten anderer zu treffen. "

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WIe kommt nach der Theorie von Piaget Denken in Gang?

Nach Piaget kommt Denken in Gang, indem aus sensumotorischen Erfahrungen und Handlungen geistige Prozesse werden.  Kreisreaktionen (unermüdliches Wiederholen einfacher Handlungen) vermitteln „Wenn-Dann-Zusammenhänge“, die letztlich Grundbaustein schlussfolgernden Denkens sind. Diese ständige Auseinadnersetzung mit der Umwelt ermöglicht es immer adäquatere Denkschema auszubilden. Solche Schemata sind geistige Systeme, wie ein Muster von Gedanken oder Handlungen, die als eine überdauernde Wissensbasis angesehen werden können und mit deren Hilfe Kinder ihre Umwelt interpretieren.

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Wie geschieht die Weiterentwicklung von Schemata?

Die Weiterentwicklung von Schemata geschieht nach Piaget durch zwei angeborene kognitive Prozesse, durch Organisation und Adaption.

Organisation= Kinder fügen verschiedene schon existierende Schemata zu größeren, sogenannten kognitiven Strukturen zusammen (Gegenstand greifen/ aus Tasse trinken)

Mit Adaption meint Piaget, dass Kinder ein intrinsisches Bedürfnis haben sich an ihre Umwelt anzupassen, dass sie mit ihr in einem kognitiven Gleichgewicht, einem Äquilibrium stehen.

Das Äquilibrium entsteht durch die Passung zwischen den eigenen Schemata und der Vorkommnisse in der Umwelt. Eine solche Anpassung können durch die Prozesse der Assimilation und Akkomodation, welche den Äquilibriumsprozess bilden, erreicht werden.

Assimilation= Prozess indem Kinder versuchen ihre umwelt anhand schon vorhandener Schemata zu interpretieren (Hund/Löwe)

Akkomodation= Schemata an neue Umweltgegebenheiten anpassen (Löwe anders als Hund daher neuer Name)

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Wie wird das Äquilibrium, das kognitive Gleichgewicht erreicht?

Das Äquilibrium besteht aus einer Passung zwischen den eigenen Schemata und den Vorkommnissen der Umwelt. Eine solche Anpassung kann durch die Prozesse der Assimilation und Akkomodation erreicht werden. Im regelfall arbeiten Assimilation und Akkomodation zusammen und bilden den Äquilibirumsprozess.

Assimilation= Prozess mit dem Kinder probieren, die Umwelt im Sinne ihrer vorhandenen Schemata zu interpretieren. (Hund/Löwe 4 Beine etc.)

Akkomodation= Schemata an neue Umweltgegebenheiten  anpassen. (Kind bemerkt Unterschiede zwischen Hund und Löwe und erfindet neuen Namen für das Tier)

 

 

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Nenne die vier unterschiedlichen Stadien der Entwicklung nach Piaget, die Kinder durchlaufen.

Jedes Stadium unterscheidet sich dadurch in welcher Weise Kinder Schemata organisieren und anpassen.

Sensumotorisches Stadium (0-2 Jahre)

Präoperationales Stadium (2-7Jahre)

Konkret-operationales Stadium (7-12 Jahre)

Formal-operationales Stadium (ab 12 Jahren)

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Was bedeutet der Äquilibriumsprozess?

Die Zusammenarbeit zwischen Assimilation und Akkomodation ist der Äquilibriumsprozess.

Assimilation stellt den Prozess dar, mit dem Kinder probieren, die Umwelt im Sinne ihrer vorhandenen Schemata zu interpretieren.

Akkomodation dagegen bedeutet, Schemata an neue Umweltgegebenheitenanzupassen.

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Warum kann die Resistenz kindlicher Irrtümer als ein Beleg dafür gewer-tet werden, dass das kindliche Wissen theorieähnlich organisiert ist?

Neues Wissen kann von den Kindern nur aufgenommen werden, wenn die neuen Inhalte in die bestehende Organisation integriert werden können. Da Kinder dazu in bestimmten Situationen nicht in der Lage sind, halten sie an Irrtümern fest.

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Worin bestehen die mentalistischen Interpretationen von jüngeren Kin-dern?

Darunter verstehen Kinder zunächst, dass andere Menschen in ihren Handlungen Absichten verfolgen und möglicherweise Wünsche umsetzen. Erst später verstehen sie, dass Menschen sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, weil sie eine bestimmte Überzeugung über einen Sachverhalt haben.

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Mit welchen Methoden wird die Wiedererkennung und Reproduktion vor-gegebener Stimuli untersucht?

Im Säuglingsalter kann die Wiedererkennung mit der Habituationsmethode, der Antizipation eines assozi-ierten Stimulus und mit der Mobile-Aufgabe nach Rovee-Collier (1990) untersucht werden. Vorläufer des Reproduzierens können im Säuglingsalter durch das Paradigma der verzögerten Imitation untersucht werden.

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Wie entwickelt sich die Verarbeitungsspanne?

Die Verarbeitungsspanne hat einen typischen Entwicklungsverlauf. Während 2-jährige Kinder durchschnitt-lich 2 Items reproduzieren, kommt es bei 3-jährigen zu drei und bei 4-jährigen zu 4 richtigen Antworten bis schließlich 6 bis 7 Items im Alter von 12 Jahren korrekt wieder gegeben werden können

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Was ist mit deklarativem und prozeduralem Metagedächtnis gemeint?

Deklaratives Metagedächtnis ist das Wissen über Gedächtnisvorgänge z.B. über die Begrenztheit des Gedächtnisses. Prozedurales Metagedächtnis bezeichnet die Fähigkeit, Gedächtnisvorgänge, zumeist die eigenen, zu regulieren.

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Wie ist die Entwicklung analogen Schlussfolgerns beschaffen?

Zunächst können Kinder Probleme aufgrund perzeptueller Analogien z.B. in Farbe und Form lösen. Mit zunehmendem Alter gelingt es ihnen (auch aufgrund der Zunahme des Wissens über verschiedene Prob-lemstellungen und spezifische Relationen) immer besser, auch relationale Analogien herzustellen.

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Was bedeutet es, wenn Säuglinge Phoneme kategorial wahrnehmen?

Es bedeutet, dass bereits Säuglinge Phoneme nicht entlang eines physikalischen Kontinuums, sondern anhand von Kategorien wahrnehmen. Phoneme, die sich in gleichem Ausmaß physikalisch unterscheiden, können deshalb als gleich wahrgenommen werden, weil sie in dieselbe wahrgenommene Kategorie fallen oder aber als verschieden wahrgenommen werden, weil sie zu unterschiedlichen Wahrnehmungskategorien gehören.

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Ab wann können Säuglinge ihren eigenen Namen erkennen und welche Funktion ist damit verbunden?

Säuglinge können im Alter von 4,5 Monaten ihren Namen von anderen Namen unterscheiden, und zwar auch von solchen mit vergleichbarer Lautstruktur. Zudem scheinen wichtige Wörter wie der eigene Name oder der der Bezugsperson als eine Art Anker im Wortfluss zu dienen, durch den auch ein neues benach-bartes Wort extrahiert und später besser wiedererkannt werden kann.

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Was besagen die constraints des Worterwerbs?

Die meisten Kinder (ca. 70%) treffen ihre Schlussfolgerungen über die Benennung eines Objekts unter Zuhilfenahme bestimmter Vorannahmen, sogenannter constraints z.B. der Vorannahme, dass sich die Benennung eines Objekts immer auf das ganze Objekt bezieht (Ganzheitsconstraint). Die Beachtung sol-cher constraints soll sicherstellen, dass die Kinder eine Vielzahl falscher Schlussfolgerungen zur Benennung gar nicht erst ziehen.

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Wie sind die Zwei-Wort-Äußerungen der Kinder aufgebaut?

Diese Wortkombinationen werden von den Kindern in einem telegraphischen Stil geäußert. Hierbei werden die Wörter aber nicht in eine zufällige Reihenfolge gebracht, sondern in Reihenfolgen wie Akteur – Handlung (Mutter kommt), Handlung – Objekt (waschen Hände), Objekt – Ort (Auto da), Besitzer – Besitz (Mama Schuhe), Objekt – Attribut (Ofen – heiß), Negation – Handlung (nicht malen) oder Wiederauftreten (mehr haben). Ein Wort fungiert meist als sogenannter Angelpunkt (pivot), um den sich ein anderes Wort gruppiert.