Lernkarten

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Lernende 6 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 09.08.2021 / 18.08.2021
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Entwicklung des Rechschreibekönnens nach Peter May

  • Logographemische Strategie Wortbilder werden als Ganzes oder an markanten Merkmalen erkannt, gemerkt wird sich die Form und die Anordnung der Buchstaben.
  • Alphabetische Strategie Sind in der Lage lauttreue Worte richtig zu schreiben: "wasmachsttu?"
  • Orthografische Strategie Kinder merken, dass "schreibe was du hörst" nicht immer stimmt , Kinder brauchen jetzt niemanden, der immer auf Fehler hinweist.
  • Morphematische Strategie Wörter werden auf Wortbildungselemente, die Bausteine befragt und analysiert
  • Wortübergreifende Strategie verlangt auf der Grundlage von grammatischem Wissen die Einübung in das Anwenden des Wissens, um dem einzelnen Wort und den ganzen Satz seine ortografische richtige Gestalt zu geben
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4 Zielbereich des Rechtschreibunterrichts nach Menzel

  • Rechtschreibkönnen
    Sichtwortschatz: Wörter ohne über die Schreibung nachzudenken aus dem Gedächtnis abzurufen. 
     
  • Rechttschreibermittlung
    Fähigkeit bei Unklarheiten und Unsicherheiten einer Schreibweise eines Wortes im Wörterbuch die korrekte Schreibweise ermitteln.
     
  • Rechtschreibdenken
    Transferprozesse und Regelableitungen aus bekannten Wörter führt zu Wissen über korrekte Schreibweise eines noch unbekannten Wortes:
    z.B. Herleitung aufgrund Stammprinzip
     
  • Rechtschreibmotivation
    Motivation
    Texte aufgrund der besseren Lesbarkeit möglichst fehlerfrei zu verfassen.
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4 Komponente des Rechtschreibeunterrichts inkl. Übungsaufgaben

Arbeit an den Sinnesleistungen

  • Auditive Wahrnehmung: "Klingt der Vokal kurz oder lang?"
  • Optische Wahrnehmung: Wörter blitzen, Sätze mit Stäbchen legen
  • Taktile Wahrnehmung: Einander auf den Rücken schreiben.
  • Artikulation: Leseschlau/Lesestark
  • Graphomotorik: Wasserpinsel, Graphomotorisches hören: Kind schreibt auf Tisch, anderes Kind Kopf auf Tisch und hört den Buchstaben.

Arbeit an den kognitiven Leistungen

  • Analogielernen:
    Wortstamm fahr -> fahrend, Gefährte, Erfahrung
    (durch Training, nicht durch hinhören)
     
  • Transferlernen: 
    wunderbar: Adjektiv -> -bar ist ein Suffix für Adjektive.
    Übertragung auf andere Suffixe und Wortarten (-keit, -ung)
     
  • Regellernen:
    Nach dem Punkt schreibe ich gross.
     
  • Wortstrukturierungstechniken:
    Wortbausteine (Morpheme) als Hilfe beim Schreiben Be-trieb-sam-keit.

Arbeit am (Rechtschreib-)Wortschatz
Lehrperson definiert welche Wörter für das Kind / die ganze Klasse wichtig sind:

  • Grundwortschatz:
    Wörter die Kinder schreiben können sollten:
    - Lebensnähe
    - Altersgemässheit
    - Häufiges Vorkommen im Alltag
     
  • Klassenwortschatz:
    Wörter die passend zum Thema benötigt werden
    - sammeln
    - alphabetisch ordnen (Klassenschreibkartei)
    - üben
     
  • Individueller/thematischer Wortschatz:
    - Fehlerwörter aus Schreibanlässen sammeln
    - Gewichtung vornehmen
    - ins Wörterheft aufnehmen
    - lernen

Arbeit am Problem (Arbeit am individuellen Fehler)

  1. Beurteilungsgrundlage schaffen
    (SuS erstellen Texte)
     
  2. Analyse dieser Texte durch LP
     
  3. LP setzt Fehlerschwerpunkt und setzt somit Fokus darauf, wo der SuS als nächstes sich verbessern soll.
     
  4. Gezieltes Übungsangebot für SuS erstellen.
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Mögliche Fehlerkategorien

  • Wortstamm (fahren -> Gefährte, Erfahrung, etc.)
     
  • Wortstrukturen (Morpheme)
    -
    Abweichung von Regeln.
    befinded -> 3. Person Sing. immer mit Endung "et"
    - Fehler bei Wortzusammensetzungen:
    (Rinkette -> Ring + Kette)
    - kurzer Vokal = Doppelkonsonante
    (Knall und nicht Knal)
    - Worttrennung nach Silben:
    (Haus-Ein-Gang und nicht Haus-Eing-Ang)
     
  • Verwendungskontext / Homonymie
    Schreibe ungleich bedeutendes ungleich:
    Seite (Buch - Saite (Gitarre)
     
  • Regeln-Grammatik
    - "beim Lernen" und nicht "beim lernen".
    - "ich weiss ,dass du" und nicht "..., das du"
    - Gross-/Kleinschreibung
     
  • Lexikonwissen
    Noch unbekanntes Wort und somit nicht korrekte Schreibweise:
    - z.B. Schifkröte - Schildkröte
     
  • Flüchtigkeitsfehler
    Wort wird im Text mehrmals oder üblicherweise korrekt geschrieben und nur vereinzelt falsch.
    z.B. "unt" anstatt "und"
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Verschieden Wörter-Arten und wie man diese korrigiert und üben lässt.

Nachsprechwörter
"Schreibe, wie du sprichst"

  • lautgetreu ausgesprochen
  • Wissen, wie man es schreiben könnte

Regelwörter
"Überlege zuerst und schreibe dann"

  • Es ist dann ein Regelwort, wenn das Kind die Regel kennt. Ansonsten ist es noch ein Lernwort.
  • Start mit einfachen Regeln:
    - Satzanfang gross
    - Punkt nach dem Satz
    - Innerhalb vom Wort keine Grossbuchstaben
    - Doppelkonsonatenregel
    - Sp-/St-Regel
    - etc. ...

Lernwörter
"Lerne sie auswendig oder schlage nach"

  • Einzelfälle
  • Fremdwörter
  • Werden anders geschrieben als gesprochen - es gibt keine Regel dazu.
  • Alle Wörter mit Dehnungs-H
  • ai/ei (Mai, Hai, Laib)
  • Wörter mit Lauf (f) aber mit "v" geschrieben:
    Vater, viel, voll, vier
  • Wenn es sich eigentlich um ein Regelwort handelt, die SuS aber die Regel dazu noch nicht kennen.

Konsequenzen für das Korrigieren und Üben:

  • Selbstkorrektur in Rechtschreibefächer ermöglichen
  • Gewichtung bei der Regel festlegen - Je nach Häufigkeit der Fehler und Lernstand
  • Markierte Lernwörter in Kartei
  • Merke: Auf der Unterstufe NUR die ausgewählte Regel und die Lernwörter anstreichen. Ab der 4. Klasse mit Bleistift ALLES korrogieren:
    Regel-/Lernwörter mit zwei verschiedenen Farben markieren.

Diese Lernorierntierte Korrektur ermöglicht dadurch auch formative Beurteilungen. (Fortschritt in der Rechtschreibung kann besser beurteilt werden).

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Kritikpunkte an traditionellen Diktaten

  • Texte beschränken sich nicht auf lauttreue Schreibungen, obwohl ein Diktat nur übers Gehör wahrgenommen wird.
  • Gefahr, dass SuS zu Fehler in allen möglichen Bereichen verleitet werden.
  • Misserfolgsorientiert
  • Differenzierung kaum möglich: zwanghaft lehrerzentriert
  • Prüfen nicht nur Rechtschreibung sondern auch Hörverständnis, Konzentration, Arbeitsgeschwindigkeit, usw.
  • Sagen nichts über Lernstand aus
  • Kinder mit Migrationsmöglichkeit haben kaum Übungsmöglichkeit zu Hause, da Eltern kaum bis nicht Texte auf Deutsch diktieren können.
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Zwei-Komponenten Modelll der Rechtschreibung nach Gerheit Scheerer-Neumann und Einsätze im Unterricht

Zwei Speicher, welche stetig voneinander abhängig sind:

  • Regelspeicher: allgemeine Regelungen
  • Wortspezifischer Speicher: Merkmale bezogen auf Einzelwörter

Kennen von Regeln führt zu Wortspezifischem Wissen und je mehr Lernwörter man kennt, umso eher kann daraus ein Regelwort werden:
z.B. Kennenlernen von Wortstämmen oder Fremdwortarten.

Einsatz im Unterricht
 

Aufschreiben (von Kopf auf Papier)

  1. Ich spreche mir das Wort deutlich vor
    Ich spreche es noch einmal in Silben (Son-ne)
     
  2. Ich überlege:
    - Ist es ein Namenswort
    - Ein Wort für Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge?
    - Hat es ein Begleiter?
     
  3. Ich schreibe das Wort auf und spreche leise dazu.
    Worauf muss ich achten?
     
  4. Ich lese das Wort und überprüfe es

Abschreiben (von Papier auf Papier)

  1. Ich spreche mir das Wort deutlich vor und schwinge dabei die Silben. (Son-ne)
     
  2. Ich merke mir, worauf ich achten muss:
    - Bruder grossBruder
    - Katze mit tz - Katze
    - heisst mit ss - heisst
    - klein mit k - klein
     
  3. Ich lese das Wort noch einmal
    Ich decke das Wort ab.
    Ich schreibe das Wort und spreche dabei leise die Silben.
     
  4. Ich vergleiche.
    Ein Wort mit einem Fehler streiche ich durch und schreiben es noch einmal richtig auf.
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Verschiedene Diktatformen mit Vor- und Nachteilen (Aufschreiben)

Aufschreiben lernen

  • Bilddiktat (Mal-Anleitung):
    + unabhängig von Diktierendem üben
    - Gefahr von abmalen, auswendig lernen

     
  • Eigendiktat (SuS wählen eigene Wortschatz)
    Eigenes Thema wählen:
    1.) Wörter auswählen und aufschreiben
    2.) genaues lesen und mit Partner zusammen Wörter korrigieren
    3.) Bei Unsicherheiten im Wörterbuch nachschlagen und korrigieren/abschreiben.
    + Eigenstädniges Lernen
     
  • Zwei-Stufen-Diktate (Vorlesen & Aufschreiben)
    1.) Text aussuchen
    2.) Mitschüler liest vor und Kind schreibt auf
    3.) Schreibweisen gezielt untersuchen und bei Unsicherheiten im Wörterbuch nachschlagen.
    + Eigenständigkeit hoch
    - Gefahr von ungenauen Arbeit, Abschreiben
    - bei schlechter Aussprache schwierig

     
  • Partnerdiktate (Partner unterstützt)
    Machen nur Sinn, wenn zuerst rechhtschreibliche Schwierigkeiten besprochen werden.
    + Starke helfen schwachen
    + gemeinsames Erarbeiten der korrekten Schreibweise
    - Bei Fremdsprachigen Kindern sehr herausfordernd-
    - Gefahr des "Lösungs-Verratens" hoch
  • Klopfdiktat/Stoppdiktat Leser steht hinter dem Schreiber, wenn der Schreibende einen Fehler schreibt, klopft der Leser auf die Schulter oder sagt "Stopp".
    + Partnerarbeit unabhängig von Leistungsniveau der beiden
    - Es muss sofort stopp gesagt werden, damit Fehler nachvollzogen werden kann.

     
  • Tonbanddiktat SuS nehmen sich selber auf und  schreiben den Text vom Tonband aus ab.
    + Es kann beliebig oft zurückgespult werden
    + Sich selber aufnehmen
    - bei schlechter Aussprache schwierig
    - benötig ruhiger Ort (Gruppenraum, Gang)
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Verschieden Diktatformen Vor- und Nachteile (Abschreiben)

Abschreiben

  • Würfeldiktat Brettspiel mit Würfel
    1.) Felder mit Wörter (z.B. Verben)
    2.) Würfelzahl gibt Kojugationsform an
    + Spielerisches Lernen
     
  • Lauf-/Wanderdiktat SuS Wörter im Schulzimmer verteilt aufgehängt.
    + Schreibung selbsständig überprüfbar
    + räumlich-zeitliche Distanz unterstützt Merkfähigkeit
    - Lange Texte oder Sätze sind nicht geeignet.

     
  • Dosendiktat Sätze in Dose. Zuerst text ordnen danach abschreiben
    + Schreibung selbsständig überprüfbar
    + eigenes Tempo
    - Es wird viel Zeit benötigt
    - Was machen bei Unterbrechnung?

     
  • Fensterdiktat Text mit einer Zeile Lücke nach jeder Zeile mit Text. Schablone mit Fenster wird darüber gelegt:
    1.) Zeile wird gelesen
    2.) Schablone mit Fenster verschoben
    3.) Text wird auf leerer Zeile wiedergegeben
    + Schreibung selbsständig überprüfbar
    + eigenes Tempo
    + Am platz machbar
    + Differenzierung ist möglich
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Lernpsychologische Problem der Ähnlichkeitshemmung

Ähnliches wird verwechselt, wenn es gleichzeitig gelernt wird: Je grösser die Ähnlichkeit, desto stärker die Interferenzen.

z.B. "dass"- / "das"-Regel nach Komma

Also erst wenn eine Regel sicher gekonnt wird, ist eine gegenüberstellung sinnvoll

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Kompetenzen zu Rechtschreibung im Lehrplan21

  • handschrift leserlich und geläufig sowie mit Tastatur geläufig schreiben. Genügende Schreibflüssigkeit, um Kapazität für höhere Schreibprozesse zu haben. Flüssiges formulieren und schreiben
     
  • Texte im Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik überarbeiten können
     
  • orthografisches Regelwissen in Übungen anwenden.
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Prinzipien des Rechtschreibunterrichts

Stammprinzip Schreibe gleiches möglichst gleich:

  • Wort mit ä-Lauft immer mit "e", ausser es gibt verwandtes Wort mit "a" (Geld, Fälscher)
     
  • Wort mit eu-Lauft immer mit "eu", ausser es gibt verwandtes Wort mit "au" (Leute, Häute)
     
  • Doppelkonsonante wegen Stamm:
    schafft wegen schaffen
     
  • Wortfamilien mit mehreren Stämmen:
    kommen -> er kommt
    kamen -> er kam
     
  • Schreibe nie "ieh", ausser bei folgenden 12 Wörter: befiehlt, empfiehlt, gedieh, geschieht, lieh , sieht, stiehlt, verzieh, fliehen, ziehen, Vieh, wiehern
     
  • Zusammengesetzte Wörter werden nach Stämmen getrennt: Wohn-Ort
     

Lautprinzip Schreibe, wie du sprichst

  • Eigentlich sind die Laute auf die schriftliche Sprache bezogen
     
  • Einige wenige expilzite Rechtschreiberegeln:
    Geldfälscher (zwei gleiche Laute, aber mit "e" und "ä" geschrieben)
     

Das grammatische Prinzip Beachte beim Schreiben die grammatische Struktur der Sprache

  • Gliederung der Schrift in Sätze.
    Getrennt voneinnder durch:
    - Wörter durch Wortzwischenräumen
    - Sätze durch Satzzeichen
    - Teile von Sätze durch Komma
    - Zusammengesetzte Wörter durch Bindestriche
     
  • Gehören auch Nomengrossschreibungen, etc.
     

Ästethisches Prinzip Vermeide verwirrende Schriftbilder
 

Pragmatisches Prinzip Hebe kommunikativ bedeutungsvolles hervor.
 

Homonymieprinzip Schreibe gleich lautendes, aber ungleich bedeutendes ungleich
(Buch: Seite, Gitarre: Saite)

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Verschiedene Herangehensweisen bei der Bestimmung von Wortarten (evt. nicht prüfungsrelevant)

Wortartenbestimmung:

1.) Inhaltliche Bestimmung 

  • Alle Dinge und Namen schreibt man gross

2.) Lexikalische Bestimmung

  • Wörter deren Grossschreibung man auswendig gelernt hat.

3.) Morphologische Bestimmung

  • z.B. Endungen -ung, -heit, etc. = Nomen

4.) Syntaktische Bestimmung

  • Wörter denen ein Begleiter vorangeht
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4 Schritte für Textverständnis (evt. nicht prüfungsrelevant)

Ab 2. Klasse Fokus auf Schritt 1 & 2
Ab 4. Klasse alle Schritte ohne explizites benennen.

1.) Begegnen

  • Text überfliegen und zurechtfinden

2.) Bearbeiten

  • Das eigentliche Lesen beginnt

3.) Verarbeiten

  • Text wird zusammengefasst und Leseverständnis ist gefordert

4.) Überprüfen

  • Qualität der eigenen Verarbeiten überprüfen
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Plurizentrisch

Standardvarietäten der Sprache Deutsch:

  • Österreichische Deutsch
  • Hochdeutsch
  • Schweizer Hochdeutsch
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Helvetismus

Sprachliche Besdonderheit im Schweizer Hochdeutsch:

  • Velo anstatt Fahrrad
  • Baumnuss anstatt Walnuss
  • parkieren anstatt parken

Einflüsse aus verschiedenen Sprachen.

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Standarddeutsch vs. Hochdeutsch

Standard:

Umgangssprachlich in der Schweiz sowie in Deutschland und Österreich

Hochdeutsch:

Korrektes Deutsch nach Duden. Eher hochgestochen, nicht sehr verbreitet im Alltag.

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Untersuchungsbefunde zu Dialekt und Standardsprache

Hochdeutschkomplex:
Geringe Selbstvertrauen in eigene Hochdeutschkompetenzen führt zu Komplex im Umgang mit der eigene Standardsprache (Schweizer Hochdeutsch).

Schweizer Hochdeutsch:
Als eigene Varietät annehmen.

Bei Korrekturen zu beachten:

  • Mundartwörter = kein korrektes Hochdeutsch
  • Helvetismen (z.B. Velo) = korrektes Hochdeutsch
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Argumente für frühen und konsequenten Hochdeutschunterricht im Unterricht

  • Beste Sprachförderung: Hochdeutsch soll als etwas selbstverständliches wahrgenommen werden.
  • Hochdeutsch ist dadurch nicht als "muss ich lernen" sondern Kommunikationsmittel
  • Vorteil für fremd- und zweisprachige Kinder
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Sprache und Identität

Faktoren für Sprachverhalten:

  • geografisch
  • sozial (Arbeitsprache, Medizinersprache)
  • Geschlecht
  • Bildungsniveau
  • Interessen
  • Alter

Communities of Practice:
gleiches Umfeld = ähnliches Sprachgebrauch

Varietäten unterliegen:
Sprachgebrauch so internalisiert, dass man diesen nicht oder kaum ablegen kann (z.B. SG-Dialekt)

Varietäten beherrschen:
Verschiedene varietäten beherrschen. z.B. Bundesrat je nach Gesprächssituation Hochdeutsch oder Schweizer Deutsch.

Kinder- und Jugendsprache:
Jugensprache um "cool" zu sein.

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Wichtigkeit des "Hörens"

Prozessmerkmale des Zuhörens:

  1. Der permanente offene Kanal
    - Das Hören kanalisieren.
    - Filtern welches Geräusch ist relevant
     
  2. Das akustische Signal
    - Wahrnehmung von Lautstrom nicht einzelnen Wörter. 
     
  3. Die Vergänglichkeit der Klänge
    - Gehörtes ist vergänglich und nicht identisch wiederholbar
     
  4. Clustern
    - Kurzzeitgedächtnis kann nur 7 Informationseinheiten behalten. Deshalb ist die  Hörverarbeitung in Mustern unumgänglich.
     
  5. Fehler und Unschärfetoleranz
    - Muss nicht alles gehört werden. Fähigkeit aus Bruchstücken Sinn des Gesprochenen herzuleiten.
     
  6. Mentale Modelle
    - permanente Konstruktion von Bedeutungsmodellen.
    - Sehr individuell -  nicht objektiv
     

4 Schritte für ein gelungenes Zuhören:

  1. Zuhören wollen und Aufmerksamkeit ausrichten
     
  2. Informationen auswählen
    (Aufmerksamkeitsspanne)
     
  3. Informationen organisieren
    (Im Arbeitsgedächtnis)
     
  4. Informationen speichern 
    (Langzeitgedächntnis)
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linguistische Sprechakttheorie

Sprechakttheorie

  • Äusserungsakt
    - Sprechwerkzeuge bewegen
     
  • propositionaler Akt
    - Sich auf Dinge beziehen
     
  • illokutiver Akt
    - Absicht der Aussage
     
  • perlokutiver Akt
    - erwünschte Wirkung der Aussage

4 Konversationsmaximen

  • Maxime der Quantität (Menge der Information)
  • Maxime der Qualität (Wahrheit der Info)
  • Maxime der Relation (passende Info)
  • Maxime der Modalität (verständliche Info)

Weitere Maximen: ästethische, soziale, Höflichkeit

Face-Work

  • positive face
    Fassade = Bedürfnis "gut dazustehen"
     
  • negative face
    Fassade fällt = man zeigt sein wahres Ich
    (Selbstbestimmung und Freiheit) 

Face Threatening Acts (FTA)
= Handlung das Gesicht zu verlieren. (Eigenes oder Fremdes)

Sequenzialität

Sequenzen in einem Gespräch:

  • Frage / Gruss / Angebot / usw
  • Antwort / Gegengruss / Annahme / usw

Turn-Taking

Wer kommt wann zu Wort (Sprecherwechsel):

  • syntaktische Bestimmung: Am Satzende
  • inhaltliche Bestimmung: Am Ende der Argumentationskette

Kinder müssen ein Gespür dafür entwicklen, wann die Übergabestelle des Sprechers in einem Gespräch stattfinden kann.

Kommunikative Praktiken

Muster, wie Gespräch in bestimmten Rahmen verlaufen

(Beispiele: Bewerbungsgespräch, Kondolieren, Heiratsantrag)

  • Binnenstrukturelle Ebene
    Tonfall, Sprache, Gestik/Mimik am Gegenüber angepasst
     
  • Situative Realisierungsebene
    ... der Situation angepasst
     
  • Aussenstrukturelle Ebene
    ... dem kulturellen und ethischen Umfeld angepasst
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Morpheme

kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache:

  • frei semantisch Baum, grün, komm
  • gebunden semantisch werf-, Brom-, bess-
  • frei grammatisch zu, an, sein
  • gebunden grammatisch ge-, -st, -ung

Gebunden: kommen nicht alleine vor und sind mit mindestens einem anderen Morphem verbunden

Arten von Morphemen:

  • Vormorpheme (be-, vor-, nach-, für)
  • Stammmorpheme (bau, schreib, fahr)
  • Nachmorpheme (-ung, -en, -in, -eit)

Wortfamilie: bestehen aus Wörter mit dem gleichen Stammmorphem (fahr = Fahrer, Fahrzeug, fuhr, fahrbar)

Wortarten

  • Nomen
  • Verben
  • Adjektive
  • Pronomen
  • Partikel
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Satzproben

Ersatzprobe
Definieren eines Falls und "das"/"dass" Unterscheidung

  • Anwendung 1: zur Bestimmung des Falles
    (Peter ist zornig -> Der Baum ist zornig)
     
  • Anwendung 2: "Das" ersetzten durch jenes oder welches zur Probe ob es ein "dass" oder "das" ist

Ablese- oder Listenprobe (*evt. nicht relevant)
Definieren eines Falles und definieren eines Pronomen

  • Anwendung 1: anhand einer Tabelle den Fall bestimmen
     
  • Anwendung 2: Definieren der Pronomen anhand der Pronomenliste

Einsetzprobe
Adjektiv oder Adverb

  • Anwendung: Bestimmung Wortart Adjektiv oder Adverb. Ist das Wort komparierbar. 
    billig - > Der billige Baum = möglich, also Adjektiv
    - gratis -> Der gratise Baum = unmöglich, also Adverb

Flexionsprobe
Unterscheidung Verb und Adjektiv und Bestimmung Subjekt.

  • Anwendung 1: Unterscheidung Verb und Adjektiv:
    - Wortart konjugieren: Passt?, dann Verb
    - Wortart komparieren: Passt?, dann Adjektiv
     
  • Anwendung 2: Finden des Subjekt:
    Subjekt verändert das Verb beim ändern von Plural in Singular und umgekehrt.
    z.B. Die Kranke stört das Licht:
    - Die Kranken stört das Licht
    - Die Kranke stören die Lichter
    (die Lichter = Subjekt)

Erweiterungsprobe
Herausfinden ob es ein Verb oder ein nominalisiertes Verb ist.

  • Anwendung: (Adrian hasst/muss Warten)
    - Adrian hasst das Warten (möglich)
    - Adrian muss das Warten (unmöglich)

Weglassprobe
Kern des Satzes definieren

Verschiebe-/Umformungsprobe
Bestimmung von Subjekt und Nebensätzen.

  • Anwendung 1: 
    Die Lärche ist ein Nadelbaum
    Ein Nadelbaum sein die Lärche
    -> "Die Lärche" = Subjekt
     
  • Anwendung 2:
    Es würde mich freuen, wenn du mitkämest
    Dein Mitkommen würde mich freuen.
    -> ",wenn du mitkämest" = Nebensatz

 

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Grammatikunterricht 

Alter Ansatz

  • Wortarten
  • Satzglieder, Satzarten
  • Redewendungen
  • Etymologie

Moderner Ansatz:

  • Geltungsbereich von Normen
  • Kommunikation
  • Sprache und Denken, Wahrnehmung der Wirklichkeit
  • Sprachvergleiche (historisch, regional, sozial)
  • Sprachkritik

-> Nicht Wissen erlernen, sondern sich dessen bewusst werden, was man schon kann.
-> Spielerisches, entdeckendes Lernen/Erforschen von Sprache.

Ziele des modernen Ansatzs:

  • Analytischer Ansatz von Sprache
  • Systematik von Sprache 
  • Rüstzeug für Kommunikation
  • Kommunikationsanalyse
  • Durch Unterricht zu korrekterem Sprachgebrauch

Methoden des Grammatikunterrichts:

  • deduktiv Regel anwenden (trocken)
  • induktiv Regel herausfinden (forschend)
  • systematisch Zusammenhänge der Sprache erkennen. (trocken)
  • situativ Geht auf Sprachgebrauch im Unterricht ein -> Sprache in Anwendung untersuchen
  • integrativ Grammatisches Phänomen in einem Text eingebettet
  • formal Benennunterricht: Wortarten bestimmen (trocken)
  • funktional Funktion einer Aussage relevant
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Sprachbetrachtung:

Grammatik
Regeln einer Sprache

  • Was ist ein Satz?
  • Warum gibt es verschiedene Mehrzahlformen?
  • Wo steht das Verb in verschiedenen Sprachen?

Pragmatik
Verständigung durch Sprache: Wirkung von Sprachgebrauch.

  • Wer spricht mit wem?
  • Woran erkenne ich eine erfundene Geschichte?

Semantik
Lehre der Bedeutung von sprachlicher Zeichen:
- Wortschatz inkl. Bedeutung
- Wortherkunft
- Sprachvergleich
- Sprachliche Relativität (Wahrnehmungsveränderung durch Muttersprache: z.B "Orange" Farbe oder Frucht?

  • bedeuten alle Wörter dasselbe?
  • Wann ist ein Text fertig?
  • Welche Wörter tönen in verschiedenen Sprachen ähnlich?

Language Awareness
Fähigkeit Sprache zu reflektieren über: Struktur, Form, Funktion und Gebrauch.

-> Nachdenken über Sprache

Kenntnisse der Grammatikbegriffe

  • Ende Zyklus 1:
    - Erste Erfahrungen mit Nomen, Verb und Adjektiv
     
  • Ende Zyklus 2:
    - Nomen, Verben, Adjektive bestimmen
    - Präsens, Präteritum, Perfekt, Infinitiv und Personalform bestimmen.
    - Wörter in Morpheme zerlegen
     

 

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Weshalb "Präsens, etc." anstatt "Gegenwart, etc."

Verwirrung durch den Namen Gegenwart:

Präsens in der Vergangenheit:
"Im Jahr 1933 ergreift Hitler die Macht"

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Lexem

Lexem = Wort

Eintrag im Wörterbuch

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Lexikon

Lexikon = Wortschatz

Liste aller Lexeme

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Mentales Lexikon

Mentales Lexikon = eigener Wortschatz

Ein Teil des Gesamtwortschatzes eines Lexikons, welcher angeeignet wurde