Lernkarten

Karten 78 Karten
Lernende 5 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 20.04.2021 / 17.07.2021
Lizenzierung Keine Angabe
Weblink
Einbinden
0 Exakte Antworten 69 Text Antworten 9 Multiple Choice Antworten
Fenster schliessen

Erkläre die zentralen Konzepte der Evolutionstheorie.

  • Adaption:
    • = selektive Erhaltung solcher Varianten einer Art, deren Fitness höher ist als die anderer Varianten
    • Selektive Erhaltung: Variante einer Art tritt in der nächsten Reproduktions-Generation häufiger auf
    • fitnessverbesserndes Merkmal muss erblich sein, damit Adaption stattfindet
  • Erblichkeit:
    • = hinreichende und differenzielle Ähnlichkeit von Vorfahren und Nachkommen
    • Gene = informationstragende Einheiten, REgulation des Aufbaus von Proteinen 
    • Balance zw. Zuverlässigkeit und Variationsmöglichkeit
      • Auftreten fitnesserhöhender Merkmale + Entstehung neuer Varianten
      • Entstehen neuer Varianten unerlässlich für Evolution → Veränderung der Art
  • Fitness:
    • = Umweltpassung: bestimmte Variante einer Art passt sich besser an die für sie relevante Umwelt (Nische) an, welche relativ zu anderen Varianten oder Arten höhere Reproduktionsfähigkeit zeigt
    • Nische = Relevante Umwelt einer Art
    • Konkurrenz = Wetteifern zwischen Arten um dieselben Ressourcen in der gleichen Nische → Spezialisierung der beiden Arten und somit Nischenverschiebung 
  • Ressourcenknappheit:
    • Voraussetzung für Selektion
    • Begrenzte Überlebensressourcen: Selektion zw. verschiedenen Varianten einer Art
    • Selektionsdruck nimmt abhängig der Bedingungen und Restriktionen zu/ab
  • Variation:
    • Selektionsdruck führt bei Unterschieden zw. Individuen zu systematischen Reproduktionsdifferenzen 
    • Nicht-erbliche Merkmale können Selektion, aber nicht Adaption bedeuten!
    • Fehler in der Reproduktion; Umwelt nicht dauerhaft stabil
  • Selektion:
    • = bei knappen Ressourcen werden einige Varianten einer Art sich mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich reproduzieren
    • nicht zielgerichtet → relative Passung der Varianten einer Art zu den relevanten Umweltbedingungen → natürliche S.
    • Künstliche S. und Sexuelle S.
Fenster schliessen

Erkläre den Begriff der Fitness und die zeige die Probleme auf, die damit verbunden sind. 

  • = Umweltpassung: bestimmte Variante einer Art passt sich besser an die für sie relevante Umwelt (Nische) an, welche relativ zu anderen Varianten oder Arten höhere Reproduktionsfähigkeit zeigt
  • Voraussetzung für Reproduktion oftmals das hinreichend lange Überleben eines Individuums; ABER Fitness ≠ individuelle Überlebensfähigkeit
  • Nische = Relevante Umwelt einer Art
  • Konkurrenz = Wetteifern zwischen Arten um dieselben Ressourcen in der gleichen Nische
    • → Spezialisierung der beiden Arten (Adaption) und somit Nischenverschiebung
    • → Zwischenartliche Selektion (Selektionsdruck durch andere Art), aber nicht zwischenartliche Evolution
Fenster schliessen

Wann tritt Gewalt gegen Kinder besonders häufig auf?

bei den eigenen Kindern

bei kleinen Kindern, die viel Schreien

bei Teenagern

bei nicht blutsverwandten Familienmitgliedern

Fenster schliessen

Wie unterscheidet sich die Phylogenese von der Ontogenese und welche Beispiele gibt es für die jeweilige Entwicklung?

Phylogenese: Entwicklung von Arten über Generationen hinweg

Ontogenese: Entwicklung der Individuen einer Art im Laufe der individuellen Lebensspanne

  • Beispiele:
    • Phylogenese: Der Mensch musst erst lernen aufrecht zu laufen, bevor er im Laufen Werkzeuge/Waffen benutzen konnte
    • Ontogenese: Ein Kind muss erst Laufen lernen, bevor es im Laufen Spielzeuge, etc. benutzen kann
Fenster schliessen

Welche Vorteile erklären die lange und risikoreiche Kindheit beim Menschen?

  • Lange Entwicklung ist vorteilhaft für individuelle Adaption
  • Entwicklung und Lernen notwendig bevor erfolgreiche Reproduktion möglich ist
  • Risiko der frühreifen Geburt durch die individuelle Umweltpassung ausgeglichen
  • Anpassung in komplexen Sozialverbänden wichtig für besseres Verständnis der Artgenossen
  • Kindliches Spielen wichtig für Fähigkeitserwerb und Entwicklung sozialer und kognitiver Kompetenzen
  • Ontogenetische Adaption: temporäre Funktionalität von Verhaltensweisen, die altersspezifisch auftreten
  • Adaptive Wert der „Unreife“: durch die für Kinder typische Selbstüberschätzung ihrer Fähigkeiten sind sie risiko- und lernbereiter → ermöglicht Plastizität und Variation
Fenster schliessen

Was ist der Großmutter-Effekt und wie lässt dieser sich vom Nestor-Effekt abgrenzen?  

  • Großmutter-Effekt:
    • Beitrag zum Überleben der übernächsten Generation
    • Hilfe bei der Geburt und Pflege von Kleinkindern
    • Wissensweitergabe (z.B. Rezepte und Umgang mit Krankheiten)
    • Unterstützung
  • Nestor-Effekt:
    • Ältere Mitglieder haben nützliche oder nötige Erfahrungen, gewinnt an Wichtigkeit bei seltenen, aber überlebenswichtigen Erfahrungen (z.B. Katastrophen)
    • Individelles Gedächtnis ist der Wissensspeicher der Gemeinschaft
    • Befund passend: Erinnerung an die Kindheit verblasst im hohen Alter langsamer als die Fähgkeit zur aktuellen Informationssicherung
    • Kognitive Pragmatik (=Nutzung verdichteter Erfahrungen eines Lebens) nimmt über die Lebensspanne zu
Fenster schliessen

Inwiefern kann erklärt werden, dass Menschen mehr als 30% ihrer Gene mit Tomaten teilen, diesen aber trotzdem unähnlich sind?

  • Alle Merkmale eines Individuums entstehen durch vielseitige Wechselwirkungen zwischen Genen und Umweltbedingungen und zwischen verschiedenen Genen selbst
  • Physikalisch identische Gene können in verschiedenen Regulationssystemen und –hierarchien verschiedene Funktionen übernehmen
  • Regulative Gene = Gene, die in Regulationshierarchien die Wirkung anderer Gene steuern
  • Evo-Devo: Evolution wirkt nicht über unmittelbare Veränderung eines Merkmals, sondern der ontogenetischen Entwicklung von Merkmalen indem regulative Gene die Entwicklung verändern
  • Individuelle Entwicklung kann für evolutionäre Entwicklung eine direkte Rolle spielen
    • → Evolution und Entwicklung stehen in einer Wechselwirkungsrelation
Fenster schliessen

Nenne und erkläre die einzelnen Phasen der anfänglichen Entwicklung von Bindung nach Bowlby.

  1. Vorphase der Bindung
  2. Entstehende Bindung
  3. Ausgeprägte Bindung
  4. Reziproke Beziehungen