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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 01.10.2020 / 10.10.2020
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Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliches Schreiben kann grundsätzlich mehrere Ansätze verfolgen, wobei diese literarisch bzw. empirisch geprägt sein können. Ausgangspunkt ist also zunächst einmal das passende Thema zu finden, um im Anschluss ein dafür geeignetes Design zu ermitteln.

Wissenschaft = Objektivität!
Grundlegend ist, dass Wissenschaft und Forschung stets einen objektiven Maßstab an die Dinge anlegen. Es geht darum, bestehende Forschungsergebnisse objektiv zu bewerten bzw. neue Erkenntnisse objektiv zu erlangen. Letztlich müssen die Erkenntnisse dann auch sprachlich objektiv wiedergegeben werden. Objektivität ist daher beim wissenschaftlichen Arbeiten oberstes Gebot.

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Was ist Wissenschaft

Wissenschaft kann als eine besondere Form der Wissensbildung betrachtet werden. Dabei folgt die Wissenschaft stets strengen Standards und Normen.

Wissenschaft ist außerdem eine Institution, eine gesellschaftliche Veranstaltung zum Erhalt der wissenschaftlichen Form der Wissensbildung.

 

Aristoteles (384-322 v. Chr.)

geht davon aus, dass Menschen beobachten und verallgemeinern, was heute als Induktion bezeichnet wird.

Er kennt aber auch bereits den gegenteiligen Prozess der Deduktion im Zuge dessen allgemein wissenschaftlich anerkannte Grundsätze aufgestellt und davon Theorien abgeleitet werden.

Durch die Geschichte sind es große Wissenschaftler, die sich immer wieder Gedanken zur Wissenschaft machen.
 

Sir Francis Bacon

Stellte bereits im 16. Jahrhundert die Hypothese „Wissen ist Macht“ auf

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Die Idee der Wissenschaft

Die Wissenschaft versucht nicht nur Tatsachen festzustellen, sondern sucht auch nach Ursachen und Erklärungen von festgestellten Tatsachen.

Wissenschaft befasst sich daneben mit allgemeinen, aber auch mit einzelnen Tatsachen oder Strukturen.

  • Sie versucht Beziehungen zwischen Klassen von Tatsachen herzustellen und versucht so eine Tiefe zu generieren.
  • Wissenschaftlich etabliertes Wissen wird nicht anhand einzelner Aussagen präsentiert, sondern in Form mehrerer logisch zusammenhängender Aussagen zusammengefasst.
  • Außerdem soll die Pluralität von Gegenstandsbereichen soweit wie möglich reduziert und vereinfacht werden.
  • Sind diese Aspekte erfüllt, liegt – Detel zufolge – eine wissenschaftliche Theorie vor.
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Wissenschaftliche Theorie

Wissenschaftliche Theorien erfüllen folgende Bedingungen

  1. Die wahren Meinungen sowie ihre Begründungen beschäftigen sich nicht nur mit Tatsachen, sondern gehen auch auf die Ursachen dieser ein.
  2. Der Fokus liegt nicht nur auf einzelnen, speziellen Tatsachen, sondern auch auf allgemeinen Tatsachen.
  3. Sie werden in logisch geordneter Form präsentiert.
  4. Sie sind subjektiv und objektiv überprüfbar und damit kritisier- als auch angreifbar und können einer Verbesserung zugeführt werden. (vgl. Detel, S. 92)
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Formalwissenschaften vs Empirische Wissenschaften

Formalwissenschaften
untersuchen allgemeine logische oder mathematische Strukturen, die nicht wahrnehmbar sind, und versuchen ihre Behauptungen zu beweisen.“ (Detel, S. 92)

Empirische Wissenschaften
untersuchen die physische, geistige oder soziale Welt, deren singuläre Tatsachen meist wahrnehmbar sind, und können ihre Behauptungen allenfalls bestätigen oder widerlegen.“ (Detel, S. 92)

In diesem Zusammenhang sind die Begriffe ‚apriori‘ sowie ‚aposteriori‘ von Bedeutung.

apriori
geht davon aus, dass keinerlei Erfahrungswerte vorliegen

aposteriori
baut auf Erfahrungswerten auf.

Formalwissenschaften sind Ausdruck apriorischen Wissens. Hier werden analytische Sätze formuliert oder Formeln aufgestellt.

Empirische Wissenschaften gelten jedoch als Basis für aposteriorisches Wissen, weil hier die Abbildung von tatsächlichen Erfahrungswerten durch synthetische Sätze erfolgt.

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Methoden der Wissenschaft

In diesem Zusammenhang sind die Begriffe der Induktion sowie der Deduktion relevant.

Die deduktive Methode
besteht darin, aus allgemeinen Aussagen einzelne Beobachtungen abzuleiten.

Beispiel: Alle Akademiker sind klug.
Diese Aussage ist zunächst sicher nicht objektiv wahr. Die erste Prämisse wäre in diesem Fall, dass Akademiker eine Hochschule besucht haben, die zweite, dass sie dafür ein gewisses Maß an Intelligenz aufweisen müssen und die Schlussfolgerung daher, dass sie klug sind.
Anhand dieser Beispiele ist klar erkennbar, dass deduktive Argumente immer eine Art ‚Schlussfolgerung‘ darstellen, also bereits ein Ergebnis präsentieren.

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Dagegen besteht die induktive Methode darin, von einzelnen Beobachtungen bzw. deren Wiederholung zu allgemeinen Aussagen zu gelangen.

Es wird von einer Einzelaussage auf eine allgemeine Aussage geschlossen.
Beispiel: Es ist Winter und ich sitze draußen und stelle fest, dass es kalt ist.Dabei handelt es sich um eine Einzelaussage. Diese lässt sich jedoch von vielen weiteren Einzelaussagen bestätigen. Daraus schließen wir das allgemein gültige Argument „im Winter ist es kalt“.

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Deduktive Methode

Die deduktive Methode wurde vor allem von René Descartes verfolgt.
Er verlangt dabei, dass wir durch Nachdenken zu den ersten allgemeinen Prinzipien vorstoßen müssen, die nicht weiter begründet werden und davon deduktiv weitere allgemeine Aussagen ableiten.

Das Problem dabei liegt allerdings darin, dass zur „allgemeinen Wahrheit“ – also zu einem allgemein gültigen Argument, das auch Axiom genannt wird – vorgedrungen werden muss.

Doch wie gelangt man dort hin?
In der Mathematik lassen sich zwar Axiome aufstellen wie etwa: v (Geschwindigkeit) = s (Weg) : t (Zeit). Daraus lässt sich wiederum ableiten, dass v x t = s ergibt. Allerdings kann diese Methode wohl nur in Formalwissenschaften zur Anwendung kommen und stößt daher an ihre natürlichen Grenzen.

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Induktive Methode

Für den induktiven Ansatz steht der Philosoph Francis Bacon (16. Jhdt). Ausgehend von einer Beobachtung können wir durch Verallgemeinerung zu Gesetzen gelangen – so sein Credo. Außerdem gibt er einen Fahrplan zur Verallgemeinerung von Hypothesen vor.

Wenn konkurrierende Hypothesen aufgestellt werden, soll mit einem ent-scheidenden Experiment – dem experimentum crucis – nachgewiesen werden, dass eine davon falsch und somit die andere richtig ist.

Aber auch der induktive Ansatz steht vor Herausforderungen. Durch Induktion lässt sich nicht begründen, weshalb von einzelnen Beobachtungen auf allgemeine Aussagen geschlossen werden soll. David Hume bezeichnet dies das ‚Induk-tionsproblem‘. Weder Induktion, noch Deduktion sind also vollkommen.