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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 12.07.2020 / 19.07.2020
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Gegenstand der klinischen Psychologie

Beschreibung, Erforschung und Behandlung von abweichendem Verhalten und psychischen Störungen
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Begriff der Norm

Statistische: alles was häufig vorkommt ist normal, alles was selten vorkommt ist abnormal

subjektive: subjektive Betroffenheit => wie stark leidet ein Patient? (Problem: nicht jeder Patient leidet unter seiner Erkankung)

soziale: Verletzung sozialer Normen, Verhalten das sozial nicht akzeptiert ist ist abnormal (Problem: ist von der Gesellschaft abhängig)

funktionale: wenn eine Behinderung (zB. der Arbeitsfähigkeit) durch die Erkrankung vorliegt (Problem: wenn ein Patient zB. unter Flugangst leidet, und dann einfach nicht fliegt, liegt auch hier keine funktionelle Beeinträchtigung vor)

ideale: wenn der Patient nicht gesund ist (Problem: niemand ist zu 100% gesund)

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Epidemiologie (Stand des Wissens)

  • Etwa ein Drittel aller Personen in westlichen Kulturen entwickelt einmal im Leben eine psychische Störung
  • Häufigste Störungen: Störungen durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen > Angststörungen > depressive (affektive) Störungen
  • ~15% aller Patienten in medizinischen Einrichtungen zeigen zusätzlich Anzeichen einer psychischen Störung
  • psychische Störungen häufiger bei jüngeren Personen (<45 Jahren)
  • Geschlechtsunterschiede: Frauen haben mehr Angst- und depressive Störungen, Männer Störungen durch psychotrope Substanzen/ antsoziale Störungen, gleiche Häufigkeit bei Schizophrenie
  • Kulturelle Besonderheiten: Verkommen psychischer Störungen in den meisten Ländern vergleichbar, Schizophrenie hat offenbar in geringer entwickelten Ländern eine besser Prognose
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Ätiologische Forschung

  • Prädisponierende un daufrechterhaltende Faktoren sind meistens nicht identisch
  • Zusammenhang zw. Ursachen und Entstehungsbedingungen meistens nicht eindeutig
  • Aus erfolgreichen Therapien kann nicht unbedingt auf die Ursache geschlossen werden
  • daher meist Suche nach Bedingungen statt Ursachen
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Life Event-Forschung

Wichtiges Paradigma seit Arbeiten von George Brown seit Anfang der 60er Jahre in Großbritannien

LES=Life-Event-Schedule (Interviewverfahren)

=> an einem Zeitstrahl werden nach Befragung retrosepktiv ver. Lebensereignisse aufgetragen

 

Problem der Life-Event-Forschung:

  1. retrospektive Methode (Erinnerungseffekte, nachträgliche Gewichtung)
  2. Befunde wenig spezifisch für bestimmte Störungen
  3. Kausalität oft unklar (life event => Störung oder Störung=>life event?)
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German National Health Interview and Examination Survey (GHS)

wichtige empidemiologische Studie

Prävalenz mind. einer psychichen Störung: lifetime: 43%, 12-Monate: 31%, 4-Wochen: 20%

  • am häufigsten Angst-, depressive und somatoforme Störungen
  • die meisten Störungen beginnen früh im Leben
  • Komorbiditätsraten: 44-95%

Risikofaktoren für erhöhte Prävalenzraten und Komorbidität:

  • weibliches Geschlecht (außer bei Substanzstörungen)
  • unverheiratet
  • niedrige soziale Klasse
  • niedriger somatischer Gesundheitsstaus
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Somaogentische vs. psychogenetische Positionen

= psychische Erkankungen haben körperliche Ursachen

  • Wilhelm Griesinger (1817-1868): Eine psychische Erkrankung liegt nur dann vor, wenn eine physiologische Ursache nachweisbar ist
  • Emil Kraepelin (1856-1926): Einführund des Syndormbegriffs, nosologische Klassifikation (nach der Natur) anhnd von Symptomen, Genese, Verlauf, Prognose, 2 Hauptgruppen: Dementia praecox (heute Schizophrenie) und manisch-depressive Psychose
  • 1905: Endeckung des Syphilis-Erregers: Erregung und Behandlungsmöglichkeiten der progressiven Paralyse => AHA-Erlebnis: psychische Probleme können körperliche Ursachen haben

Psychogenetische Positionen:

Ursachen psychischer Probleme sind primär intrapsychischer und nicht biologischer Natur

  • Franz A. Mesmer (1734-1815): Psychische Störungen gehen auf ein Ungleichgewicht von magnetischem Fluidum im Körper zurück; Behandlung u.a. mit magnetistischen Ritualen
  • Jean M. Charcot (1825-1893): Hypnose bei der Behandlung der Hysterie
  • Joseph Breuer (1842-1925): Kathartische Methdode bei der Behandlung der Hysterie mittels hypnotischer Verfahren
  • Sigmund Freud (1856-1939): Begründer der Psychoanalyse, Störungen als Folge unbewusster Prozesse (schwierige Erlebnisse sollen in der Sitzung nacherzählt werden