Lernkarten

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Lernende 6 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 09.08.2021 / 18.08.2021
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Entwicklung des Rechschreibekönnens nach Peter May

  • Logographemische Strategie Wortbilder werden als Ganzes oder an markanten Merkmalen erkannt, gemerkt wird sich die Form und die Anordnung der Buchstaben.
  • Alphabetische Strategie Sind in der Lage lauttreue Worte richtig zu schreiben: "wasmachsttu?"
  • Orthografische Strategie Kinder merken, dass "schreibe was du hörst" nicht immer stimmt , Kinder brauchen jetzt niemanden, der immer auf Fehler hinweist.
  • Morphematische Strategie Wörter werden auf Wortbildungselemente, die Bausteine befragt und analysiert
  • Wortübergreifende Strategie verlangt auf der Grundlage von grammatischem Wissen die Einübung in das Anwenden des Wissens, um dem einzelnen Wort und den ganzen Satz seine ortografische richtige Gestalt zu geben
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4 Zielbereich des Rechtschreibunterrichts nach Menzel

  • Rechtschreibkönnen
    Sichtwortschatz: Wörter ohne über die Schreibung nachzudenken aus dem Gedächtnis abzurufen. 
     
  • Rechttschreibermittlung
    Fähigkeit bei Unklarheiten und Unsicherheiten einer Schreibweise eines Wortes im Wörterbuch die korrekte Schreibweise ermitteln.
     
  • Rechtschreibdenken
    Transferprozesse und Regelableitungen aus bekannten Wörter führt zu Wissen über korrekte Schreibweise eines noch unbekannten Wortes:
    z.B. Herleitung aufgrund Stammprinzip
     
  • Rechtschreibmotivation
    Motivation
    Texte aufgrund der besseren Lesbarkeit möglichst fehlerfrei zu verfassen.
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4 Komponente des Rechtschreibeunterrichts inkl. Übungsaufgaben

Arbeit an den Sinnesleistungen

  • Auditive Wahrnehmung: "Klingt der Vokal kurz oder lang?"
  • Optische Wahrnehmung: Wörter blitzen, Sätze mit Stäbchen legen
  • Taktile Wahrnehmung: Einander auf den Rücken schreiben.
  • Artikulation: Leseschlau/Lesestark
  • Graphomotorik: Wasserpinsel, Graphomotorisches hören: Kind schreibt auf Tisch, anderes Kind Kopf auf Tisch und hört den Buchstaben.

Arbeit an den kognitiven Leistungen

  • Analogielernen:
    Wortstamm fahr -> fahrend, Gefährte, Erfahrung
    (durch Training, nicht durch hinhören)
     
  • Transferlernen: 
    wunderbar: Adjektiv -> -bar ist ein Suffix für Adjektive.
    Übertragung auf andere Suffixe und Wortarten (-keit, -ung)
     
  • Regellernen:
    Nach dem Punkt schreibe ich gross.
     
  • Wortstrukturierungstechniken:
    Wortbausteine (Morpheme) als Hilfe beim Schreiben Be-trieb-sam-keit.

Arbeit am (Rechtschreib-)Wortschatz
Lehrperson definiert welche Wörter für das Kind / die ganze Klasse wichtig sind:

  • Grundwortschatz:
    Wörter die Kinder schreiben können sollten:
    - Lebensnähe
    - Altersgemässheit
    - Häufiges Vorkommen im Alltag
     
  • Klassenwortschatz:
    Wörter die passend zum Thema benötigt werden
    - sammeln
    - alphabetisch ordnen (Klassenschreibkartei)
    - üben
     
  • Individueller/thematischer Wortschatz:
    - Fehlerwörter aus Schreibanlässen sammeln
    - Gewichtung vornehmen
    - ins Wörterheft aufnehmen
    - lernen

Arbeit am Problem (Arbeit am individuellen Fehler)

  1. Beurteilungsgrundlage schaffen
    (SuS erstellen Texte)
     
  2. Analyse dieser Texte durch LP
     
  3. LP setzt Fehlerschwerpunkt und setzt somit Fokus darauf, wo der SuS als nächstes sich verbessern soll.
     
  4. Gezieltes Übungsangebot für SuS erstellen.
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Mögliche Fehlerkategorien

  • Wortstamm (fahren -> Gefährte, Erfahrung, etc.)
     
  • Wortstrukturen (Morpheme)
    -
    Abweichung von Regeln.
    befinded -> 3. Person Sing. immer mit Endung "et"
    - Fehler bei Wortzusammensetzungen:
    (Rinkette -> Ring + Kette)
    - kurzer Vokal = Doppelkonsonante
    (Knall und nicht Knal)
    - Worttrennung nach Silben:
    (Haus-Ein-Gang und nicht Haus-Eing-Ang)
     
  • Verwendungskontext / Homonymie
    Schreibe ungleich bedeutendes ungleich:
    Seite (Buch - Saite (Gitarre)
     
  • Regeln-Grammatik
    - "beim Lernen" und nicht "beim lernen".
    - "ich weiss ,dass du" und nicht "..., das du"
    - Gross-/Kleinschreibung
     
  • Lexikonwissen
    Noch unbekanntes Wort und somit nicht korrekte Schreibweise:
    - z.B. Schifkröte - Schildkröte
     
  • Flüchtigkeitsfehler
    Wort wird im Text mehrmals oder üblicherweise korrekt geschrieben und nur vereinzelt falsch.
    z.B. "unt" anstatt "und"
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Verschieden Wörter-Arten und wie man diese korrigiert und üben lässt.

Nachsprechwörter
"Schreibe, wie du sprichst"

  • lautgetreu ausgesprochen
  • Wissen, wie man es schreiben könnte

Regelwörter
"Überlege zuerst und schreibe dann"

  • Es ist dann ein Regelwort, wenn das Kind die Regel kennt. Ansonsten ist es noch ein Lernwort.
  • Start mit einfachen Regeln:
    - Satzanfang gross
    - Punkt nach dem Satz
    - Innerhalb vom Wort keine Grossbuchstaben
    - Doppelkonsonatenregel
    - Sp-/St-Regel
    - etc. ...

Lernwörter
"Lerne sie auswendig oder schlage nach"

  • Einzelfälle
  • Fremdwörter
  • Werden anders geschrieben als gesprochen - es gibt keine Regel dazu.
  • Alle Wörter mit Dehnungs-H
  • ai/ei (Mai, Hai, Laib)
  • Wörter mit Lauf (f) aber mit "v" geschrieben:
    Vater, viel, voll, vier
  • Wenn es sich eigentlich um ein Regelwort handelt, die SuS aber die Regel dazu noch nicht kennen.

Konsequenzen für das Korrigieren und Üben:

  • Selbstkorrektur in Rechtschreibefächer ermöglichen
  • Gewichtung bei der Regel festlegen - Je nach Häufigkeit der Fehler und Lernstand
  • Markierte Lernwörter in Kartei
  • Merke: Auf der Unterstufe NUR die ausgewählte Regel und die Lernwörter anstreichen. Ab der 4. Klasse mit Bleistift ALLES korrogieren:
    Regel-/Lernwörter mit zwei verschiedenen Farben markieren.

Diese Lernorierntierte Korrektur ermöglicht dadurch auch formative Beurteilungen. (Fortschritt in der Rechtschreibung kann besser beurteilt werden).

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Kritikpunkte an traditionellen Diktaten

  • Texte beschränken sich nicht auf lauttreue Schreibungen, obwohl ein Diktat nur übers Gehör wahrgenommen wird.
  • Gefahr, dass SuS zu Fehler in allen möglichen Bereichen verleitet werden.
  • Misserfolgsorientiert
  • Differenzierung kaum möglich: zwanghaft lehrerzentriert
  • Prüfen nicht nur Rechtschreibung sondern auch Hörverständnis, Konzentration, Arbeitsgeschwindigkeit, usw.
  • Sagen nichts über Lernstand aus
  • Kinder mit Migrationsmöglichkeit haben kaum Übungsmöglichkeit zu Hause, da Eltern kaum bis nicht Texte auf Deutsch diktieren können.
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Zwei-Komponenten Modelll der Rechtschreibung nach Gerheit Scheerer-Neumann und Einsätze im Unterricht

Zwei Speicher, welche stetig voneinander abhängig sind:

  • Regelspeicher: allgemeine Regelungen
  • Wortspezifischer Speicher: Merkmale bezogen auf Einzelwörter

Kennen von Regeln führt zu Wortspezifischem Wissen und je mehr Lernwörter man kennt, umso eher kann daraus ein Regelwort werden:
z.B. Kennenlernen von Wortstämmen oder Fremdwortarten.

Einsatz im Unterricht
 

Aufschreiben (von Kopf auf Papier)

  1. Ich spreche mir das Wort deutlich vor
    Ich spreche es noch einmal in Silben (Son-ne)
     
  2. Ich überlege:
    - Ist es ein Namenswort
    - Ein Wort für Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge?
    - Hat es ein Begleiter?
     
  3. Ich schreibe das Wort auf und spreche leise dazu.
    Worauf muss ich achten?
     
  4. Ich lese das Wort und überprüfe es

Abschreiben (von Papier auf Papier)

  1. Ich spreche mir das Wort deutlich vor und schwinge dabei die Silben. (Son-ne)
     
  2. Ich merke mir, worauf ich achten muss:
    - Bruder grossBruder
    - Katze mit tz - Katze
    - heisst mit ss - heisst
    - klein mit k - klein
     
  3. Ich lese das Wort noch einmal
    Ich decke das Wort ab.
    Ich schreibe das Wort und spreche dabei leise die Silben.
     
  4. Ich vergleiche.
    Ein Wort mit einem Fehler streiche ich durch und schreiben es noch einmal richtig auf.
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Verschiedene Diktatformen mit Vor- und Nachteilen (Aufschreiben)

Aufschreiben lernen

  • Bilddiktat (Mal-Anleitung):
    + unabhängig von Diktierendem üben
    - Gefahr von abmalen, auswendig lernen

     
  • Eigendiktat (SuS wählen eigene Wortschatz)
    Eigenes Thema wählen:
    1.) Wörter auswählen und aufschreiben
    2.) genaues lesen und mit Partner zusammen Wörter korrigieren
    3.) Bei Unsicherheiten im Wörterbuch nachschlagen und korrigieren/abschreiben.
    + Eigenstädniges Lernen
     
  • Zwei-Stufen-Diktate (Vorlesen & Aufschreiben)
    1.) Text aussuchen
    2.) Mitschüler liest vor und Kind schreibt auf
    3.) Schreibweisen gezielt untersuchen und bei Unsicherheiten im Wörterbuch nachschlagen.
    + Eigenständigkeit hoch
    - Gefahr von ungenauen Arbeit, Abschreiben
    - bei schlechter Aussprache schwierig

     
  • Partnerdiktate (Partner unterstützt)
    Machen nur Sinn, wenn zuerst rechhtschreibliche Schwierigkeiten besprochen werden.
    + Starke helfen schwachen
    + gemeinsames Erarbeiten der korrekten Schreibweise
    - Bei Fremdsprachigen Kindern sehr herausfordernd-
    - Gefahr des "Lösungs-Verratens" hoch
  • Klopfdiktat/Stoppdiktat Leser steht hinter dem Schreiber, wenn der Schreibende einen Fehler schreibt, klopft der Leser auf die Schulter oder sagt "Stopp".
    + Partnerarbeit unabhängig von Leistungsniveau der beiden
    - Es muss sofort stopp gesagt werden, damit Fehler nachvollzogen werden kann.

     
  • Tonbanddiktat SuS nehmen sich selber auf und  schreiben den Text vom Tonband aus ab.
    + Es kann beliebig oft zurückgespult werden
    + Sich selber aufnehmen
    - bei schlechter Aussprache schwierig
    - benötig ruhiger Ort (Gruppenraum, Gang)