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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 20.06.2021 / 20.06.2021
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Wenn Schule bereits einen pos. Effekt auf kogn. Kompetenz hat, wozu braucht man dann Denktrainings?

Was ist die Unterschied zwischen Training und Coaching?

1. Teilnahme verspricht Entwicklungsverbesserungen oder beschleunigungen (Nisbett, 2009) als

  • Angebot für Kinder mit kognitiven Entwicklungsproblemen (Kompensation) → Schereneffekt vorbeugen
  • Förderung („Enrichment“) für besonders befähigte und interessierte Kinder

2. Wirksamkeit belegt, aber Wirkfaktoren umstritten (Beachte: Wirksamkeit i.e.S. versus Wirksamkeit i.w.S.)

  • Evidenz zeigt, dass eher die spezifischen Trainingsmaterialien wirksam sind, nicht die reine Teilnahme (z.B. Auftreten der Trainerin, ...) - letzteres ist aber nicht grundsätzlich unerwünscht.
  • Wirksamkeit i.w.S . zielt dabei auf:
    • transferierbaren Kompetenzgewinn statt bloßem Coaching in einem Aufgabentyp (Stabil über die Zeit und generalisiert, also Transfer auf anderer Kompetenzbereiche.)
    • positive Veränderungen im Persönlichkeitsbereich (Interessen, Motivation, Schulängstlichkeit, Lernhaltung, Sozialverhalten)

3. Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Training.

  • Coaching = improvement of performance
  • Training = improvement of the underlying competence (Effekte halten länger, Generalsierung)
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Wie kann man induktives Denken definieren?

Definition induktives Denken:
= Fähigkeit zum Erkennen von Gleichheit, von Verschiedenheit oder von Gleichheit und Verschiedenheit einzelner Merkmale oder Relationen, zwischen Merkmalen in den Inhaltsgebieten verbal, bildhaft, geometrisch figural, numerisch und sonstigem Material

  • Fähigkeit aus vielen kleinen Beobachten auf Gemeinsamkeiten und Gesetzmäßigkeiten schließen zu können.

  • etwa 80% des Denkens ist induktiv

  • Bsp. der Schwäne: Ich sehe nur weiße Schwäne -> also sind alle Schwäne weiß. Sehe ich einen schwarzen Vogel (der vielleicht auch ein Schwan ist) ist er folglich kein Schwan.  = Keine sichere Schlussfolgerung.

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Beschreibe das Denktraining nach Klauer et al.:

1. Ziele?

2. Wie?

3. Zwei Lösungsstrategien?

4. Was?

1. Ziel: Induktives Denken bei KiJu durch Training verbessern

  • kognitiv: induktives Denken als grundlegende Struktur erlernen und üben zum Internalisieren
  • meta-kognitiv: Identifikation von Anforderungen, Planung des eigenen Vorgehens, Selbssteuerung und -überwachung, Selbstkontrolle der eigenen Lösung

2. Wie?: Gleichheiten/Verschiedenheiten in den Gebieten verbal, bildhaft, geometrisch-figural, numerisch finden. Über verschiedene Aufgaben Einsatz von:

  • Gelenktes Entdeckenlassen
  • Verbalisieren
  • Selbstreflexion (Über das eigene Denken nachdenken.)
  • (Man soll quasi denken durch denken lernen. - Learning by doing mit geringfügigen Hilfestellungen.)

3. Zwei versch. Lösungsstrategien:

  • analytische Strategie: Vergleichsprozedur (Objekte werden von Attribut zu Attribut systematisch überprüft, um Gemeinsamkeiten oder Unterschiede herauszufinden)
  • heuristische Strategie: Start mit globalerer Betrachtung und Hypothese wird gebildet, diese wird dann getestet (Zeit zur Lsg. Abh. Von Qualität der Hypo)

4. Was?

  • 10 Sitzungen, 120 Aufgaben mit versch. Aufgabenklassen, versch. Versionen (nach Alter, Schwierigkeit, Einzel- und Gruppen)
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Wie ist die Evidenzlage zu Klauers Denktraing?

Bisherige Ergebnisse:

  • im Mittel beträgt die Effektivität d =0.60 (mittlerer Effekt)
  • Effekte für schulisches Lernen wahrscheinlich größer als in Intelligenztests ( dSL = 0.68)
  • Effekte besonders groß bei kognitiv schwachen Kindern (Sonderschüler d =0.85)
  • auch langfristig treten Effekte auf ( d =0.72) etwa ein halbes Jahr später (eher mittelfristig)

Klauers Resultate durch Studien von Sonntag (2004) und Marx (2006) bestätigt:

  • positive Effekte; auch auf Schulleistungen, Sprachentwicklung und Konzentration (Generalisierung)
  • Ursachen (laut Sonntag und Marx):
    • Bearbeitung mathematischer Aufgaben und Konzentrationstests verlangt induktives Denken
    • Generalisierung auf sprachliche Kompetenzen und Konzentrationsfähigkeit (Marx, 2005, 2006)

- In eigenen Studien etwas geringere Effekte d =0.42; (Rindermann & Baumeister, 2013).

- Klauer hatte in seinen eigenen Studien im Schnitt positivere Ergebnisse als Studien anderer Autoren. - Woran das lag kann man nicht genau sagen. Kann verschiedene Gruppen haben (z,B, Einzel-Intervention effektiver als Gruppe.)

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Für was eignet sich das Denktraining nach Klauer?

  1. Denktraining erweist sich als effektiv, insbesondere bei schwächeren Schülern
  2. Einsatz als Förderprogramm für in der kognitiven Entwicklung verzögerte Kinder
  3. Als Frühförderung vor der Einschulung im Alter von 5 Jahren
  4. Ebenso bei Migranten und in Sonderschulen
  5. Überlegenswert wäre genereller Einsatz im Schulunterricht
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Was waren die 5 Hypothesen und Ergebnisse in Klauers & Phys Metaanalyse?

Metaanalyse:

  • 74 Studien, ca. 3.600 Kinder, Pretest-Posttest (Kovarianzanalyse: Pretest = Kovariat, Traing = UV, Posttest = AV)

Hypo 1 (effectiveness hypo): Training induktiven Denkens führt zu positivem Transfer auf Leistung, wo fluide Intelligenz benötigt wird

  • Check: verbessert Leistung in IQ-Tests (d=0.52)

Hypo 2 (placebo Hypo): Verbesserung nur aufgrund bloßer Teilnahme an Training, unabh. Vom Inhalt

  • Widerlegt:    keine Unterschiede zwischen KG und Egs mit anderen Trainings

Hypo 3 (durability Hypo): Effekt des Trainings hält über Wochen an

  • Check: Effekt ist stabil, steigt linear mit der Zeit

Hypo 4 (Transfer Hypo): positver Transfer auf akademisches Lernen

  • Check: d=0.69 (Effekt sig. Größer als der auf leistung in IQ-Test)

Hypo 5 (coaching hypo): Effekte beruhen auf coaching oder teaching to the test

  1. Widerlegt:     Kriterien für Kompetenzzuwachs: Stabilität der Effekte, Transfer auf akademisches Lernen

 

Weitere Ergebnisse:

  • Training mit kleinen Gruppen (3-5) Kinder am effektivsten
  • schwächere Schüler profitieren am stärksten
  • geringere Effekte bei Kindern mit höheren kognitiven Fähigkeiten
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Was mach die Studie in Venezuela aus? Was wurde trainiert und was sind die Ergebnisse?

Studie Venezuela (Herrnstein et al. 1986)

  • untersuchte ärmerer Familien
  • Geht noch weiter als Klauer - soll Hilfe zu vernünftiger Lebensführung und Vernunft sein
  • Anspruch des Projekts sehr hoch → Schulung rational-argumentativen Denkens (in soz. Zusammenhängen)

Was wurde trainiert?:

  1. Grundlagen schlussfolgerndes Denken (Breiter gefasst in theoret. Konzeption als induktives und deduktives Denken)
  2. Sprachverstehen (Breiter als PISA. Sprache verstehen, Dialoge verstehen.)
  3. sprachl. Schlussfolgerungen (Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Sokrates ist sterblich.)
  4. Problemlösen (Intelligenztests sind eher statisch (3+4 bleibt immer 7). Problemlösen ist komplexer und mit Eigendynamik, entwickeln sich also eigenständig weiter (z.B. als Bürgermeister eine Stadt regieren. Oder Anno).)
  5. Entscheidungsfindung (Richtige Prioritäten setzen, Ziele und Mittel bewerten und in Beziehung setzen etc.)
  6. kreatives Denken (neue Ideen entwickeln - für z.B. zum Problemlösen.)

Ergebnisse:

  • Effekte in trainierten Kompetenzen (und in trainingsnahen Tests) moderat (d=0.6, IQ=8.97)
  • in allgemeinen Intelligenztests aber geringer (d=0.3, im CFT d=0.11)
  • in mündlichen Prüfungen moderat (d=0.5)
  • Langzeitwirkung unbekannt (Keine Evidenz leider.. wurde nicht untersucht.)
  • Für einen Trainingseffekt sprechen:
    • Dass Zugewinne bei Schülern mit deren Anwesenheit im Training korrelieren ( r =.18) (Je häufiger Schüler im Training waren, desto besser Ergebnisse.)
    • Berichte über mehr Engagement beim Lernen, höhere Qualität der Interaktionen mit Eltern, mehr Wissbegierde und größere Bereitschaft, selbst Dinge zu durchdenken
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Beschreiben die Studie im Sudan (Irwing et al., 2008).

  • Rechentraining
  • Anspruch weniger breit als bei Klauer und in Venezuela.
  • Stichprobe: 3185 Schulkinder im Alter zwischen 7 und 11 Jahren
  • Trainingsdauer: 34 Wochen, zwei Stunden pro Woche

Frage: Welche Effekte lassen sich durch Abacus Training im Bereich Kopfrechnen auf Intelligenz, gemessen mit figuralen Matrizentests (SPM), feststellen?

Ergebnis:

  • Vergleich zwischen Experimental und Kontrollgruppe
  • Auch da positiver Effekt. - Generalisierung.
  • Zuwachs von 7 IQ Punkten bei Experimentalgruppe
  • Entspricht nach britischen Normen einem IQ Anstieg von 82 auf 89 (Entspricht also Durchschnitt. (Z.B. Durchschnitt in Hauptschule.)
  • Effektstärke: d = 0.47 (Robuster Befund über mehrere Länder hinweg.)