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Lernende 2 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 11.07.2020 / 21.07.2020
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0 Exakte Antworten 127 Text Antworten 22 Multiple Choice Antworten
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Was sind die verschiedenen Auslegungen zur Beantwortung der Leibniz Gap/des Leib-Seele Problems?

  1. Parallelismus
    1. Vertreter: Leibniz
    2. die beiden Sphären existieren nebeneinander, aber interagieren nicht
    3. kausale Geschlossenheit ist gewährleistet
    4. Problem: wie sind die Sphären aufeinander abgestimmt=
  2. Materialismus
    1. Behaviorismus, Carnap
    2. es gibt nur die materielle Welt, alles Mentale lässt sich auf Physisches reduzieren
  3. Idealismus
    1. Kant, Berkeley
    2. alles Materielle lässt sich auf Mentales reduzieren
    3. esse est percipi
  4. Epiphänomenismus
    1. Physisches wirkt auf Psychisches (Außenwelt auf Bewusstsein) als Einbahnstraße
  5. Identitätstheorie
    1. Spinoza
    2. ein Gedanke ist ein Gehirnzustand
  6. Eigenschaftsdualismus
    1. es gibt nur eine Seinsphäre, die beide Eigenschaften hat, die Mentalen und die Physischen
  7. Zwei-Sprachen Konstruktion
    1. zwei inkommunsurable Sprachen, die voneinander getrennt betrachtet werden müssen und nicht über dieselbe Welt sprechen 
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Was sind "Mentale Zustände"?

Empfindungen/Stimmungen: haben Qualia

präpositionale Einstellungen: Modus und Inhalt; Intentionalität

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Was sind die "Ich" Interpretationen von Descartes, Kant und Hume und was ergibt sich daraus?

Descartes: real existierendes "Ich" - res cogitans

Kant: transzedentales Ich, begleitet alle Vorstellungen, hält alles Empfindungen zusammen; Ausschluss von Modi 

Hume: Verneinung des "Ichs", da es keine Perzeption dessen gibt, ohne eine weiter Perzeption

Perspektivität: indexikalische Ausdrücke wie "hier" oder "jetzt"; ergeben nur mit Bezug auf ein räumliches/zeitliches "Ich" Sinn
Meinigkeit: es macht einen Unterschied, wer die Qualia erlebt -> zentral für meine Empfindungen ist, dass sie von "mir" empfunden werden (Kant) > macht Identität aus
Reflexivität: Selbstbezug, Selbst bewusst sein

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Naiver Realismus (Descartes)

Die Außenwelt ist so, wie wir sie wahrnehmen - unabhängig vom Betrachter
Problem: Physik - Farben sind nicht Eigenschaften der Dinge selbst, sondern entstehen durch die Verarbeitung im Bewusstsein
> Locke unterteilt in primary und secondary qualities
primary: echte Eigenschaften der Außenwelt (Festigkeit, Ausdehnung, Gestalt, Bewegung, Ruhe, Anzahl)
secondary: Eigenschaften, die in Geist entstehen (Farbe, Geruch, Geschmack, Töne)
impliziert kausalistische Abbildtheorie (Gegenstände in Außenwelt verursachen Ideen im Geist) 
Kritik durch Locke selbst: somit würde es nie eine Welt unabhängig vom Subjekt gebenm da nur "Ideen" gegeben seien

Fechner: Lockes' reale Außenwelt gleicht einer Nachtasicht 
Berkeley: Substanzen mit rein primären Qualitäten sind nicht vorstellbar und somit sinnlos

Psychologen:
Wundt: "seelische Erlebnisse in uns sind uns gegeben, was sie sind"
Skinner
Neisser: warum müssen psychologische Prozesse studiert werden - weil es sie gibt
>> Psychologische Gegenstände sind direkt anschaulich/real

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Radikaler Idealismus (Berkeley)

Die Außenwelt existiert nur im Geist, alle Eigenschaften sind im Geist lokalisiert, da man nichts "denken" kann, ohne jegliche sinnliche Qualität
> keine Außenwelt, keine Unterscheidung zwischen primary und secondary qualities
Kritik: ist Objekt dann verschwunden, wenn weggeschaut wird > kann man nur sagen, wenn es "verschwinden" geben würde
Aber: phänomenale Außenwelt: es gibt trotzdem z.B. Bäume (Status hat sich verändert), und eine Welt, die unabhängig von uns ist, da z.B. ein Baum nicht gebeamt werden kann 
Kritik 2: wer hat Gegenstände vor den Menschen wahrgenommen? -> Gottes Geist

Psychologen: 
Erlebtes ist nicht immer unbezweifelbar evident (z.B. optische Täuschungen)
> Ebbinghaus: psycholgisch Relevantes wird oft nicht erlebt, sondern erschlossen, konstruiert
> Boring: psychological phenomina not be found in experience, but inferred from it
> MaxCorquodale und Meehls: hypothetische Konstrukte, die durch Beziehung zu anderen theoretischen Begriffen definiert werden

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Konstruktivismus

aktive Rolle des Subjekts in der Konstruktion der Wirklichkeit
Teil des radikalen Idealismus'

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Sozialer Konstruktivismus

Persönlichkeit ist keine Eigenschaft, die eine Person besitzt
> eine in sozialen Interaktionen sprachlich ausgehandelte Zuschreibung und Konstruktion menschlicher Eigenschaften
> Sprachgebrauchsanalyse/Analyse kultureller Praktiken statt Analyse von menschlichen Eigenschaften
Persönlichkeit ist zwischen Menschen lokalisiert (nicht essentiell in Menschen)
Big 5 als Darbietung der Sprachpraxis

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Schopenhauer

beeinflusst durch Kant und Platon
Kernmerkmal eines Subjekts ist der Wille > psychologischer Wandel von Kognition zu Motivation/Volition
Ziel der Erkenntnis ist die richtige Weltsicht, hinter scheinbarer Welt steckt der "Wille"
Idealistische Grundannahme: Welt wird durch Person konstituiert durch Erkenntniswerkzeuge (Anlehnung an Kant mit der "Brille des Subjekts")

Anlehnung an Descartes: Methode der Selbstreflexion (Cogito ergo sum wird abgelehnt)
> Wille als fundamentales Prinzip der gesamten Welt

Mensch sei Wille und körperlicher Leib gegeben (zwei Seinsphären - Parallelismus)
die Welt = Vorstellung gewordener Wille, Wille partikularisiert sich in Raum und Zeit (Principium individuationis)

Moralphilosophie = buddhistisch - es gibt nur einen Willen, jeder Mensch ist ein gleich großer Teil des Willens und somit Verneinung des individuellen Lebenswillen als ethische Richtlinie

Intellekt = Skalve des Willens 
> für nachträgliche Rechtfertigung
> Verhalten primär von Willen bestimmt, der nur beschränkt zugänglich ist >> Gründe des Handelns oft unklar
> keine Rationalistät des Menschen (Gegensatz zu Aristoteles), da unbewusste Triebe und Regeln