Lernkarten

Karten 88 Karten
Lernende 6 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert 26.05.2020 / 02.07.2020
Lizenzierung Keine Angabe
Weblink
Einbinden
0 Exakte Antworten 88 Text Antworten 0 Multiple Choice Antworten
Fenster schliessen

Was versteht man unter Fernwirken?

Unter Fernwirktechnik versteht man die Fernüberwachung und -steuerung von räumlich getrennten, technischen Anlagen und Systemen mit Hilfe der Kommunikationstechnik. Die grundlegenden Aufgaben eines Gebäudeleitsystems, Sicherheitssystems oder sonstigen Überwachungssystems lassen sich in mehrere Teilbereiche untergliedern, wie das Erfassen und Alarmieren, das Schalten, Steuern und Regeln, sowie die Auswertung von vorhandenen Daten.

Fenster schliessen

Prinzip des Fernwirkens?

Lizenzierung: Keine Angabe

Es werden spezielle Datenübertragungsprotokolle genutzt, um die Prozessdaten sicher über Weitbereichsnetze geringer Bandbreite und Übertragungsqualität zu übertragen.

Die Fernwirktechnik gliedert sich in zwei Bereiche. Dies sind die Fernwirk-Unterstellengeräte (Unterstation) und die Fernwirkzentralen. Fernwirk-Unterstellen und -Zentralen sind über (WAN-)Verbindungen miteinander gekoppelt.

Fenster schliessen

Meldungen und Befehle?

 

Meldung

Eine Meldung ist eine Information von der Unterstation in Richtung Zentrale, kann digital oder analog sein und spontan oder zyklisch generiert werden.

 

Befehl

Ein Befehl ist eine Information von der Zentrale in Richtung Unterstation oder Gewerksverteiler und kann digitale Werte oder analoge Sollwertvorgaben enthalten und wird automatisch von den Verarbeitungs- und Programmmodulen oder manuell vom Operator/Bediener als Reaktion auf gewisse Meldungen getätigt

Fenster schliessen

Welche (Daten)Verkehrsarten werden bei Fernwirkanlagen angewendet? Vorteil, Nachteil?

End-Endverkehr

 

Beim End-Endverkehr gibt es eine 1:1 Beziehung zwischen den Anlagen.

Vorteil: Geschwindigkeit, da jeden Kommunikationsteilnehmer die volle Bandbreite einer Anlage zur Verfügung steht. Eine spontane Übertragung ist ebenfalls möglich.

Nachteil: Kosten. Je Kommunikationsteilnehmer muss im Datenknoten eine Sende/Empfangsschnittstelle eingebaut werden.

 

Aufrufbetrieb, Gemeinschaftsverkehr oder Master/Slave Betrieb

 

Beim Aufrufbetrieb fragt der Master/Datenknoten die angeschlossenen Unterstationen ab.

Vorteil: Kosten. Im Datenkonzentrator muss für alle Unterstationen nur eine Sende/Empfangseinheit installiert werden.

Nachteil: Geschwindigkeit und Reaktionszeit: Der Master fragt alle Anlagen zyklisch ab.

Fenster schliessen

Welche Übertragungstechniken gibt es?

WT:

Die Wechselstromtelegraphie wurde früher eingesetzt. Teilweise wird sie auch noch heute

verwendet, wenn keine entsprechenden Telekomkabel vorhanden sind.

Typ. Bandbreiten: 50Bd und 600Bd bei UW.

Vorteil: Störungsunempfindlich, funktioniert überall und auf alle Kabel.

Nachteil: Sehr langsam und spezielle Übertrager notwendig

 

PDH/SDH:

Die PDH Technik (E1 alias PCM30 oder „2MBit“), als auch die SDH Technik sind WAN

Techniken im Telekomnetzen.

PDH: n x 64kBit (ISDN) bis max. 2 MBit (E1), 8MBit (E2), 34MBit (E3)

SDH: 51MBit (STM-0), 155Mbit (STM-1), 655MBit (STM-4)

Vorteil: Schnell, pseudo deterministische Systeme möglich, hohe Verfügbarkeit

Nachteil: Betrieb u. Störungsbehebung nur durch wenigen (IKT) Spezialisten möglich, teuer

Einsatz: Für zyklische Messwertübertragung

 

Netzwerk (TCP/IP):

Durch die flächendeckende Verbreitung von Netzwerktechniken, vor allem innerhalb der ÖBB, ist heute der Einsatz von „Netzwerk“ zur Übertragung Standard.

Vorteile: „Netzwerk“ ist eine „einfache“ aber erprobte Technik, bietet billige Chipsätze und Hardware. Die Technologie ist (fast) jeden Mitarbeiter bekannt (privat xDSL). Ebenfalls ist die Störungseingrenzung mit relativ einfachen Mitteln („Ping“) möglich.

Durch die „niedrigen“ Kosten von Netzwerk, ist ein flächendeckender Einsatz zur Anbindung von FWA wirtschaftlicher als mit PDH/SDH.

Nachteile: Durch den Einsatz einer offenen „Bürotechnik“ in einer gemeinsamen Umgebung ist das Netzwerk per se als unsicher zu betrachten. Daher müssen für den Einsatz in Hochspannungsschaltanlagen und Netzen entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Z.B. Verschlüsselung durch VPN auf den Endgeräten.

Einsatz: Bei nicht deterministischen Anwendungen.

Fenster schliessen

Welche Kontakte sind Ihnen bekannt?

Digitale Meldungen

Meldungen werden in der Regel durch ein elektrisches Signal gebildet, das nur die beiden alternativen Zustände Ein oder Aus annehmen kann.

 

Meldungen werden von der Gewerksanlage potenzialfrei mittel Relaiskontakt erzeugt und „breit“ übergeben. Die benötigte Spannung wird vom Fernwirksystem zur Verfügung gestellt (+24V DC).

Die Meldung wird als „geschaltener +“ an die Fernwirkanlage übergeben.

 

Ausführung

Bei einfachen Situationen und Anlagenzuständen sind Einzelmeldungen (EM) anzuwenden.

 

Einzelmeldungen (einpolige Meldungen)

Zur Übertragung genügt ein Datenbit mit den Zuständen 1 und 0.

 

Ruhestrom- und Arbeitsstromkontakte

Abhängig davon, ob der Meldekontakt im Ruhezustand geschlossen oder offen ist, spricht man von einer Ruhestrom- oder Arbeitsstrommeldung.

 

Bei Ausfall der Meldespannung kann eine Arbeitsstrommeldung nicht mehr ansprechen. Im Gegensatz dazu spricht eine Ruhestrommeldung auch bei Ausfall der Meldespannung an, obwohl das überwachte Objekt nicht gestört sein muss.

 

Typische Anwendungen für Ruhestrommeldungen:

  • Notruffunktion
  • Not-Aus
Fenster schliessen

Fernwirkanlagen:

Anwendungen im Bereich SAE / Telematik / Informationsanlagen?

Reisendeninformation (Lautsprecheranlagen, …)

Roll/Fahrtreppen

Personenaufzüge

Tunnel (Funk)

Fms-Leitstand

Videoanlagen

Raumüberwachung

Tunnelsicherheit S7 (Feuerwehrfunk, … )

Fenster schliessen

Was versteht man unter Instandhaltung?

Die Instandhaltung (engl. maintenance, repair and overhaul oder kurz MRO) von technischen Systemen, Bauelementen, Geräten und Betriebsmitteln soll sicherstellen, dass der funktionsfähige Zustand erhalten bleibt oder bei Ausfall wiederhergestellt wird.

IST-Zustand = SOLL-Zustand