Lernkarten

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Lernende 1 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 09.06.2021 / 17.06.2021
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Was unterscheidet die Didaktik von der Instruktionspsychologie?

  • Didaktik: lange Tradition, geisteswiss. Und beruht auf informellem Erfahrungswissen
    = KUNST allen alles zu lernen
    ->Lerninhalte
  • Instruktionspsychologie: jung, streng an empir. Forschung orientiert; Ziel ist es allen alles zu lernen

=> wie zwei fremde Schwestern, deren Verhältnis von Unverständnis geprägt ist (große Unterschiede in Theorien und Modellen)

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Welche Vorstellungen zu Lernenden und Lehrenden gab es in der Geschichte?

  • Behaviorismus: Lernen als Erwerb von Reaktionen
    Lernender als passiver Rezipient
  • Kognitivismus: Lernen als Wissenserwerb
    Lernender als aktiver Rezipient
  • Konstruktivismus: Lernen als Wissenskonstruktion
    Lernender als aktiver Konstrukteur
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Erläutern Sie Behaviorismus, Kognitive Psychologie und Konstruktivismus näher

  • Behaviorismus:
    • Psy. Vorgänge nicht wissenschaftlich zugänglich, da nicht objektiv erfassbar
    • Erforschen von Vh und Lernen als Erwerb neuer Vhweisen
    • Lehrender gibt klare pädagogische Anweisungen
    • Anwendung: Programmierter Unterricht
  • Kognitive Psychologie:
    • Mensch als Informationen verarbeitendes System
    • Lernende verarbeiten Informationen aktiv, was wiederum die weitere Informationsverarbeitung beeinflusst
    • Beitrag des Lernenden entscheidend
  • Konstruktivismus:
    • Lernende als Konstrukteure ihres Wissenserwerbs
    • Beitrag des Lernenden am Lernen wird betont
    • Anwendung: Selbstgesteuertes und selbstreguliertes Lernen
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Was umfasst die Rolle des Lehrenden nach konstruktivistischer Methode?

  • Lernender trägt Verantwortung für sein Lernen!
  • Lehre als Assistenz des Lernens -> assistiert und unterstützt
  • Optimale Unterstützung beim Lernen
  • Vor selbstständigem Lernen müssen Strategien und Techniken durch den Lehrer vermittelt werden ->möglichst frühzeitig
  • Vermittlung von Vorwissen entscheidend! (fachspezifisches Vorwissen fördert Lernen am stärksten, noch stärker als allg. Intelligenz!)
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Was versteht man unter deskriptiver, präskriptiver und normativer Forschung?

  • Deskriptiv:
    • Grundlagenforschung -> Beschreibung und Erklärung von Realität
    • Finden von Gesetzmäßigkeiten
  • Präskriptiv:
    • Anwendungswissenschaft -> gibt Anleitung wie bestimmte Aufgaben zu bewältigen sind
    • = Instruktionspsychologie
    • Zentral: Erzeugung von Handlungswissen
    • V.a. Forschung und Entwicklung
  • Normativ:
    • =normsetzende Disziplin
    • Übergeordnetes Ziel: Antwort auf die Frage, was im Unterricht gelernt werden soll
    • Basis nicht empirisch, sondern mithilfe von Religion, Weltanschauung, Politik…
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Gibt es einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Arten der Forschung (deskriptiv, präskriptiv, normativ)?

Ja, Deskriptive und normative Forschung sind Voraussetzungen für Präskriptive Forschung!

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Was versteht man unter dem Backwash-Effekt?

Stoff orientiert sich am späteren Test (nicht: Test orientiert sich an durchgenommenem Stoff)

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Was versteht man unter Instruktionspsychologie

  1. = Instructional design theory
    -> Theorie der Planung des Lehr-Lern-Prozesses und Fragen der Lehrzieldefinition (Curriculum), d.h. aus übergeordneten Zielvorgaben ableiten, welche Teilziele und Inhalte vermittelt werden sollen
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Nennen sie die Lehrfunktionen. Was ist der „Lehralgorithmus“?

  • Steuerung
  • Motivierung
  • Informierung
  • Informationsverarbeitung
  • Speicher und Abruf von Informationen
  • Transfer
    ->Funktionen sind hinreichend und notwendig

Lehralgorithmus ist ein Leitfaden, wie die Lehrfunktionen umgesetzt werden können (präskriptiv!). Es ist ein Steuerprogramm in 5 Schritten für kogn. Lernziele. Er ist adaptiv und rekursiv.

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Steuerungs- und Motivierungsfunktion: Was gilt zu beachten, wie können diese Lehrfunktionen erreicht werden?

 

  1. Steuerung geht vom Algorithmus aus; Motivation wird unterteilt durch intrinsisch und extrinsisch. Eine einmalige Motivierung reicht nicht aus!
    Zunächst übernimmt Lehrer die Steuerung, diese soll aber zunehmend durch die Schüler selbst erfolgen.
    zu erreichen durch:
    • Kognitive Konflikte
    • Konstruktive Konflikte (unter Schülern -> fördern Durchhaltevermögen und tiefe Verarbeitung)
    • Neugier (entgegen psy. Sättigung -> Wechsel von Tätigkeiten
    • Interessante Tätigkeiten -> Anpassung an Lebensalter
    • teilw. Auch Feedback und Belohnungen
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Was sind die Bestandteile des Motivierungsmodells ARCS?

  • A: Attention strategies
  • R: Relevance strategies -> Bezug zu Bedürfnissen, Interessen, Motiven der Schüler
  • C: Confidence strategies = Erfolgszuversicht
  • S: Satisfaction strategies -> Belohnungsstrategien 
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Informationsfunktion: Welche 2 Strategien sind relevant?

Eröffnungs- und Informierungsstrategien

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Welche Eröffnungsstrategien können zur Informierung genutzt werden?

  • Advanced organizer: v.a. Schüler mit wenig Vorwissen profitieren
  • Zielangaben: soll motivieren und Aufmerksamkeit auf Thema lenken
    ->besonders wirksam, wenn spezifisch und herausfordernd; aber keine generell motivierende Wirkung (lenkt Aufmerksamkeit zwar zu Thema hin, aber nicht von anderen weg)
    ->Zwischenüberschriften helfen relevantes von irrelevantem zu trennen 
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Wie wird die Informierungsstrategie umgesetzt?

  1. Wiederholung von Vorkenntnissen sinnvoll
    • Lernen in der Gruppe: Gruppe übernimmt Verantwortung
    • Tutorielles Lernen und Lehren: leichte, aber pos. Effekte
    • Reziprokes Lernen = Sonderfall des tutoriellen Lernens
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Wie sollten Informationen gestaltet sein, um möglichst gut von ihnen zu lernen?

  • Cognitive Load Theory beachten -> AG möglichst wenig belasten
  • Portionierung des Stoffes
  • Oberbegriffe -> Schematabildung
  • Übersichten / Advanced Organizer
  • Übersichten
  • Bilder
    ->Split Attention Hypothese: Bilder visuell und Texte auditiv gleichzeitig darbieten => doppelte Kodierung
    Erst Text mit Erläuterungen, dann Bild
  • Sprachliche Informationen
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Informationsverarbeitungsfunktion: Was versteht man unter elaborativen und reduktiven Prozessen? Wie kann man sie einleiten?

  • Elaborativ: Ausdifferenzierung und Erweiterung von Informationen für umfassenderes Verständnis
    • Vergleichsstrategie
    • Sachverhalte verdeutlichen
    • Gruppendiskussionen
    • Fragen stellen durch die Schüler (W-Fragen)
    • Vor und v.a. nachgestellte Fragen
  • Reduktiv: Zusammenfassung der Information ->verdeutlicht Zusammenhänge und Beziehungen, nicht optimal um daraus zu lernen
    • Mindmaps
    • Unterstreichen
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Was sind die zentralen Leistungen des Gedächtnissystems?

  • Codieren -> entscheidet oft über Verständnis
  • Speichern
  • Abrufen
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Speicherfunktion: Nennen Sie Beispiele für mögliche Einprägungsstrategien

  • Strategie des Vergleichens
  • Analogien und Metaphern
  • Induktives Denken
  • Passende Beispiele Finden
  • Übung und Wiederholung
  • Overlearning: etwas weiter üben, obwohl man es schon kann (erhöht Abrufbarkeit)
  • Mastery Learning: Verlängerung der Lernzeit genügt, um Lernen sicherzustellen (Tats. Lernzeit / erforderliche Lernzeit)
    ->schwächere profitieren stärker
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Abruffunktion: Wie lässt sich die Abrufbarkeit erhöhen?

  • Fragen stellen / Wissensfragen
  • Strukturierungshilfen: Kategorisierung ->Fähigkeit steigt mit dem Alter an
  • Mnemotechniken: Schlüsselwort- und Loci-Methode
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Wie wurde Transfer in der Lernpsychologie in der Geschichte angesehen?

  1. Formale Bildung (bis Anfang 20. Jhd. Gültig)
    Annahme, dass Geist durch Beschäftigung mit speziellen Inhalten (zB Latein) sich so ausbildet, dass auch das Erlernen neuer Inhalte leichter ist
  2. Theorie der identischen Elemente (Thorndike)
    Transfer nur insofern, dass früher gelerntes identisch in neuem Stoff auftaucht
  3. Träges Wissen
    Übertragung eines gelernten Prinzips geschieht nicht automatisch! ->Wissen, das zwar vorhanden ist, aber nicht eingesetzt wird, ist „träges Wissen“
  4. Situiertes Lernen
    Annahme, dass Lernen grundsätzlich an Situation gebunden ist und kein Transfer möglich ist
     
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Erklären Sie, was die Structure-Mapping-Theory aussagt.

= Theorie der strukturellen Zuordnung

  • Quellbereich, aus dem Analogie stammt
  • Zielbereich, in den sie übertragen werden soll
  • Oberflächenstruktur des Problems: Merkmale des Problems
  • Tiefenstruktur des Problems: Beziehung zwischen Elementen des Problems
  • Oberflächen- und Tiefenstruktur eines Problems wird übertragen

Probleme mit gleicher Tiefenstruktur = homorphe Probleme
Wenn Komponenten eines Problems eins-zu-eins in beide Richtungen einem anderen Problem zugesprochen werden sollen spricht man von einem isomorphen Problem

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Wodurch zeichnet sich Multimodalität aus, wodurch Interaktivität

  • Multimodalität:
    • Lernumgebungen nutzen versch. Modi, um Wissen zu vermitteln
    • Mixed modality representations: Kombination aus verbalen und nonverbalen Rrepräsentationen (vermeidet Überschreitungen der limitierten Kap. Der sensor. Kanäle)
  • Interaktivität:
    • Responsives Verhalten bezügl. des Verhaltens des Lernenden -> was präsentiert wird hängt von Verhalten des Lernenden ab
    • Reaktionen auf Handlungen des Lernenden und multidirektionale Kommunikation = two-way-action
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Beschreiben Sie die 5 Arten der Interaktivität

  • Dialoguing: Lerner stellt Fragen und erhält Antworten und Feedback
  • Controlling: Lerner beeinflusst Schnelligkeit und Reihenfolge der Präsentation
  • Manipulating: Lernender setzt Parameter der Simulation
  • Searching: Lerner findet weitere Informationen zum Thema und kann daraus Relevantes auswählen
  • Navigating: Lerner kann zu unterschiedlichen Feldern des Lerninhalts springen

=> Dialoguing, Controlling und Manipulating zentral!

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Was ist der Unterschied zwischen Informationserwerb und Wissenskonstruktion?

  • Informationserwerb
    • Neue Informationen werden in Gedächtnis aufgenommen
    • Lehrer präsentiert Informationen
  • Wissenskonstruktion
    • Lernen beinhaltet Aufbau einer mentalen Konstruktion
    • Lerner selektiert, organisiert und integriert Informationen und soll aktiv den Sinn des Materials erfassen
    • Feedback und Leitung durch den Lehrer
    • Erlaubt untersch. Geschwindigkeiten der Lernenden

=> Wissenskonstruktion sollte angestrebt werden
Interaktivität fördert tiefe Verarbeitung und stößt behaviorale Aktivitäten an (kogn. Prozessierung)

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Beschreiben Sie die zentralen Aussagen des CATLM = Cognitive-Affective Theory of Learning with media nach Moreno

  • Unterschiedliche Kanäle um versch. Informationsmodalitäten zu prozessieren
  • Kapazität des WM limitiert: nur ein kleiner Teil der Informationen kann gleichzeitig verarbeitet werden
  • Sinnvolles Lernen dann, wenn bewusst kognitive Anstrengung betrieben wird: Selektieren, Organisieren, Integrieren
  • LZG = Episodisches & Semantisches Wissen
  • Motivationale Faktoren mediieren Lernen, indem sie kognitives Engagement erhöhen / erniedrigen
  • Metakognitive Faktoren mediieren Lernen
  • Unterschiede im Vorwissen / Fähigkeit der Lernen beeinflusst, wie viel gelernt wird

    Herausforderung: Kognitive Überlastung vermeiden!
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Welche Arten der kognitiven Belastung können unterschieden werden?

  • Extraneous Processing
    durch schlechtes Design der Lernaufgabe
  • Representational holding
    Unterform des e.P. ->Bereithalten einer mentalen Repräsentation im WM
  • Essential Processing
    = Selektion von Informationen
  • Generative Processing
    = Organisieren der neuen Information und Sinn geben -> Einbau in kohärente Struktur und Integration von Vorwissen

=> Essential und generative Processing notwendig für ein sinnvolles Lernergebnis
=> bei geringer Motivation wird generative Processing oft vernachlässigt

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Welche Gestaltungsprinzipien gibt es? Warum funktionieren sie?

  • Guided activity: begleitender und helfender pädagogischer Agent
    -> erhöht essential und generative Processing
  • Reflection: Lerner werden angehalten über ihre korrekten Antworten im Prozess des Sinnbildens nachzudenken
    -> führt zu generative und essential processing
  • Feedback: erklärendes Feedback besser als korrektives Feedback
    -> verringert extraneous processing
  • Pacing: Geschwindigkeit der Präsentation kann kontrolliert werden
    -> Reduziert representational holding
  • Pretraining: fokussiertes Vortraining, in dem relevantes Vorwissen vermittelt und aktiviert wird
    ->hilft, das generative processing zu leiten 
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Welche Arten von Interesse können unterschieden werden und wie wirken sie sich auf das Lernen aus?

  • Individuelles Interesse = indiv. Prädisposition, auf best. Stimuli zu reagieren
  • Situationales Interesse = ausgelöst durch best. Aspekte der Umwelt
  • Themeninteresse = durch best. Thema ausgelöst, beinhaltet individuelle und situationale Faktoren

Auswirkungen auf Lernen:

  • Individuelle und situationale Interessensfaktoren beeinflussen den psycholog. Zustand
  • Überschrift als wichtige Quelle für Themeninteresse
  • Themeninteresse beeinflusst die Reihenfolge in der Texte gelesen werden
  • Vorwissen hängt mit individuellem Interesse zusammen (Stärke des Effekts variiert aber)
  • Mediatoren: Affekt & Persistenz
  • Stärkstes Modell:
    Themeninteresse -> affektive Reaktion -> Persistenz -> Lernen

=>Lernmotivation = dynamischer Satz von Prozessen, der anfänglich ausgelöstes Interesse mit Lernergebnissen verbindet

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Grenzen die die grundlegenden Begriffe Emotion, Affekt und Stimmung voneinander ab.

  • Emotion: situationsspezifische Bewertungsfunktion
    • An spezifisch auslösende Reize gebunden, kurz anhaltend
    • Emotion schemas (Lewis): Dynamische Interaktion von Emotion und Kognition; Prozesse, die im dynamischen Zusammenspiel von Emotion, Bewertung und höheren kogn. Prozessen involviert sind
  • Affekt: übergeordneter Begriff
    • Umfasst alle nicht als neutral wahrgenommenen Zustände oder Stimuli
    • Attribuierter Affekt (Russel): Wenn Kernaffekt mit best. Objekten kombiniert wird
      ->lenkt Aufmerksamkeit und Verhalten auf das Objekt
  • Stimmung: unspezifische, meist lang anhaltende Zustände oder Reize
    • Ursprung oft nicht bekannt, nicht in Verbindung mit einem Objekt; höhere Wahrscheinlichkeit der Generalisierung
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Warum sind Emotionen fürs Lernen relevant?

  • Emotionen sind allgegenwärtig
  • Emotionen sind eng mit Kognitionen verbunden
  • Verbindung von Emotion und Kognition erzeugt starke motivationale Einflüsse
    ->Einfluss von Emotionen auf grundlegende kogn. Mechanismen