Labordiagnostik QV Vorbereitung

Allgemeine Labordiagnostik

Allgemeine Labordiagnostik


L. R.
Diese Lernkarten helfen dabei, die deutsche Fachsprache im Bereich Labordiagnostik auf Berufsschulniveau zu meistern. Sie decken vor allem Fachbegriffe zu Stoffgruppen wie Enzyme, Elektrolyte und Metaboliten ab, aber auch praktische Themen wie Wasserqualitäten oder Blutprobenanalyse. Mit Beispielen zu Pufferlösungen oder Verdünnungsprinzipien wird sowohl Grundlagenwissen als auch Anwendungstraining geboten. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, durch Umkehren der Lernrichtung flexibel in beide Richtungen zu üben. Ideal für Auszubildende in medizinischen oder chemischen Berufen auf mittlerem Niveau.
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Langue
Allemand
Catégorie
Allemand
Niveau
Apprentissage
Créé / Mis à jour
16.05.2016 / 26.05.2026

Cartes-fiches

Einflussgrössen auf Blutwerte

Permanent: 

  • Geschlecht (erhöhte Creatininwerte bei Männern durch mehr Muskelmasse)
  • Ethnien (Amylase bei Asiaten höher, Afroamerikaner tiefere Leukozytenwerte
  • Erbfaktoren (genetisch bedingte Erkrankungen)

Langfristig:

  • Alter (Anstieg des Cholesterinspiegels und der BSR, Veränderungen des Hormonspiegels)
  • Schwangerschaft (CRP und BSR erhöht sowie der plasmatische Blutanteil)
  • Medikamente, Genuss- und Suchtmittel (Nikotin--> erhöhte Lc und Hämoglobin, Alkohol--> Leberenzyme und MCV erhöht)
  • Ernährung (Fasten/Null-Diät--> Ausscheidung von Ketonen im Urin, Vegetarier--> Vitamin- und Eisenmangel, Proteinreiche Ernährung--> Erhöhung des Harnstoffwechsels, Fette--> erhöhen Lipidstatus
  • Saison (Schwankungen den Schilddrüsenhormone, starkes Schwitzen kann Parameter verändern)
  • Geographische Höhe (Anstieg der Ec-Zahl, des Hämoglobins und Hämatokrits

Kurzfristig:

  • Tagesschwankung (Eisen sowie Cortisol unterliegen grossen zeitlichen Schwankungen)
  • Körperlage (erhöhte Konzentration in vertikaler Körperlage)
  • Körperliche Belastung (Glukose erhöht, Creatinkinase erhöhte, Creatinin erhöht, Hämoglobin und Hämatokrit erhöht, Proteine erhöht, Natrium und Kalzium erhöht)
  • Psychischer Stress (vermehrte Ausschüttung von Hormonen, erhöhte Lc- Zahl)
  • Nahrung (Lipidstatus postprandial erhöht)

Störfaktoren bei der Analyse von Blutproben

  • Antikoagulanzien
  • Kontamination (Puder aus Handschuhen --> Störung von Analysen, Staub--> Kalium erhöht, Viren
  • Infusionen (Durch Kontamination mit Infusionslösung können erhöhte Werte entstehen)
  • Medikamente (können Konzentration verändern oder Bestimmungen stören)
  • Hämolyse (falsche Resultate --> AST und Kalium massiv erhöht)
  • Lipämie (kann Bestimmung stören bei Turbidimetrie)
  • Ikterus (erhöhte Infektionsgefahr)
  • unsachgemässe Probenbehälter (Rückstände können Analysen stören)

Blutproben

Vollblut:

  • flüssige und feste Bestandteile
  • entnahme erfolgt venös und kapillär
  • enthält zelluläre und extrazelluläre Bestandteile

Plasma:

  • flüssiger Blutanteil (mit Antikoagulanzien)
  • Extrazellulärer Bestandteil nach Zentrifugation
  • Vorteile gegenüber Serum: Zeitgewinnung, höhere Probenasubeutung, gerinnungsbedingte Veränderungen können ausgeschlossen werden.

Serum:

  • flüssiger Blutanteil nach der Gerinnung
  • Extrazellulärer Bestandteil nach der Gerinnung
  • Vor Zentrifugation muss Gerinnung abgewartet werden ( ca. 30 Min.)
  • Überstand muss innerhalb einer Stunde abpipettiert werden, asonsten können verschiedene Parameter falsch erhöht sein (Kalium, AST, LDH, Magnesium)
  • Vorteile gegenüber Plasma: keine Kontamination mit Ionen, keine Störung durch Fibrinogen

Hämolytisches Probematerial ( Definition und Ursachen)

Definition:

Auflösung der Ec und somit verbundener Austritt des Hämoglobins in die Blutflüssigkeit.

Präanalytische Ursachen:

  • unkorrekte Stauung
  • zu starke Aspiration
  • zu dünnen Kanüle
  • Temperaturschwankungen
  • Gerinnung nicht abgewartet
  • falsche Zentrifugation
  • zu lange gelagert
  • zu spätes trennen

Pathologische Ursachen:

  • intravasale Hämolyse

Ikterisches Probematerial (Definition und Ursachen)

Definition:

Erhöhte Bilirubinkonzentration im Blut

Ursachen:

  • Leberschädigung
  • Hepatitis
  • erhöhter Hämoglobinabbau

Lipämisches Porbematerial (Definition und Ursachen)

Definition:

Trübung durch grosse Lipidpartikel im Blut (Triglyzeride)

Präanalytische Ursachen:

  • postprandiale Blutentnahmen

Pathologische Ursachen:

  • Störung im Lipidstoffwechsel

Qualitativ

Parameter vorhanden oder nicht

semiquantitativ

Ungefähre Mengenangabe des Parameters ( oft in Kreuzen)

Quantitativ

genaue Menge pro Volumeneinheit (Konzentration) des Parameters

Mögliche Fehlerquellen in der Präanalytik, Analytik und Postanalytik

Präanalytik:

  • Verwechslung des Patientenmaterials
  • BE postprandial anstelle nüchtern

Analytik:

  • falsches Probematerial
  • Pipettierfehler
  • verfallene Reagenzien
  • Testablauf nicht korrekt
  • Gerätefehler
  • Ablesefehler
  • Berechnungsfehler

Postanalytik:

  • falsche Interpretation
  • falsche Übertragung
  • Verwechslung des Befundes
  • Ablage des Resultates ohne Arzt zu informieren

Definition "Referenzbereich"

Der Referenzbereich widerspiegelt die Werte der gesunden Weltbevölkerung (95%)

 

 

Stoffgruppen

Unter Stoffgruppen oder Stoffklassen versteht man in der Chemie alle Stoffe, die durch eine gemeinsame Eigenschaft zusammengefasst werden können.

  • Elektrolyte
  • Lipide
  • Enzyme
  • Kohlenhydrate
  • Metaboliten
  • Proteine

Elektrolyte

  • geladene Teilchen (Ionen)
  • besitze die Fähigkeit Strom zu leiten
  • spielen eine Rolle im Reizleitungssystem sowie der Muskelkontraktion (Muskel und Nerven)
  • Spurenelemente sind eine Untergruppe der Elektrolyte

Lipide

Einteilung in Lipide und Lipoproteine.

Lipide:

  • wasserunlösliche (hydrophobe) Stoffe
  • lösen sich nur in organischen Lösungsmittel
  • wichtigste Gruppen: Triglyzeride und Cholesterin

Lipoproteine:

  • Transportvehikel welche die wasserunlöslichen Lipide transportieren
  • besitzen hydrophile Hülle und hydrophoben Kern
  • werden unterteilt aufgrund Ihrer Dichte in HDL, LDL, VLDL und Chylomikronen

 

  • VLDL: transportiert Triglyzeride von der Leber zu den Körperzellen
  • LDL: transportiert Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen, nicht aufgenommenes überschüssiges LDL wird von den Makrophagen phagozytiert und an den Gefässwänden abgelagert -> Arteriosklerose!
  • HDL: transportiert überschüssiges Cholesterin aus Körperzellen in die Leber-->wird in Gallensäure umgewandelt und ausgeschieden, Schutzfaktor gegen Arteriosklerose.
  • Chylomikronen (grösste Partikel): transportieren aus dem Darm aufgenommene Fette, enthalten vor allem Trihglyzeride, verursachen lipämische Seren/Plasmen nach dem Essen

Enzyme

Werden aufgeteilt in Enzyme und Isoenzyme.

Enzyme:

  • Proteine welche biochemische Reaktionen katalysieren
  • Körper benötigt eine grosse Anzahl von enzymen
  • Enzyme enden mit dem Wortteil "-ase"
  • Enzyme brauche vielfach Koenzyme um Ihre Funktion auszuführen (meist Vitamine)
  • Je nach Wirkungsort unterscheidet man in 3 Gruppen: 
    • Plasmaenzyme
    • Sekretenzyme
    • Zellenzyme
  • Messung erfolgt über die Aktivität:
    • Einheit U/l
    • Edukt-Abnahme oder Produkt-Zunahme pro Zeit
    • reaktionsgeschwindigkeit ist abhängig von:
      • Temperatur
      • pH-Wert
      • Substratkonzentration
      • Hemmstoffen (Inhibitoren)
      • Aktivatoren
  • Messgeräte immer auf 37 Grad Celsius stelle, bei Zimmertemperatur (25 Grad) fallen Werte ungefähr 50% niedriger aus

Isoenzyme:

  • katalysieren die gleiche reaktion in unterschiedliche Geweben
  • reagieren unterschiedlich auf:
    • Teperatur
    • Inhibitoren
    • Aktivatoren
  • Creatinkinase wird in der Isoenzyme aufgeteilt:
    • CK-MM (Skelettmuskulatur)
    • CK-MB (Herzmuskulatur)
    • CK-BB (Gehirngewebe)

Kohlenhydrate

  • wichtige Energieträger
  • Bausteine für Synthese von Gykolipiden und Glykoproteinen
  • Ec beziehen ganze Energie aus den Kohlenhydraten
  • Glykogen ist die Speicherform der Kohlenhydrate in der Leber
  • werden für Synthese von Triglyzeriden verwendet

Metaboliten

  • Substanzen die als Zwischenstufen oder Abbauprodukte von Stoffwechselvorgängen im Organismus entstehen
  • Mit Bestimmung von Metaboliten überprüft man die Ausscheidungsfähigkeit der Niere und Darm
  • Abfallprodukte

Proteine

  • bestehen aus Aminosäurenketten
  • transportieren Metaboliten
  • ermöglichen den Stoffaustausch
  • bewirken biochmeische reaktionen (Enzyme)

Prinzip der Verdünnung

Anzahl Volumenanteile Probenmaterial + Anzahl Volumenanteile der Verdünnungslösung ergeben zusammen das Endvolungen und somit das total der Volumenteile

Bsp: 1:4  --> 1Teil Patientenprobe + 3 Teile VErdünnungslösung = 4 Teile Endvolumen

Das erhaltene Material muss immer mit dem Verdünnungsfaktor wieder auf das unverdünnte Material hochgerechnet werden!

Verschiedene Wasserqualitäten

  • Leitungswasser (hart und weich)
  • entionisiertes Wasser / Aqua demineralisata
  • destilliertes Wasser / Aqua (bi-)destillata
  • Aqua ad injectabila
  • Pufferlösung

Leitungswasser

Inhaltsstoffe:

  • enthält gelöste Salze

Einsatzgebiet:

  • Vorspülen
  • Waschen

entionisiertes Wasser /Aqua demineralisata

Herstellung:

  • Leitungswasser welchem die Salze mittels Ionenaustauscher entzogen wurden

Inhaltsstoffe:

  • organische Verbindungen
  • Bakterien

Einsatzgebiete:

  • Spülen von Glaswaren

sterilisiertes Wasser / Aqua bi- destillata

Herstellung:

  • Leitungswasser welchem Salze/feste Stoffe durch Destillation entzogen wurde.

Inhaltsstoffe:

  • keine festen Stoffe
  • kann Spuren von Schwermetallen aufweisen

Einsatzgebiet:

  • Lösungsmittel für:
    • Reagenzien
    • Kontrollproben

 

Aqua ad injectabila

Herstellung:

  • hoch gereinigt durch Sterilisation und Mikrofiltration

Inhaltsstoffe:

  • rein

Einsatzgebiet:

  • Lösungsmittel für:
    • Medikamente
    • lyophilisierte Kontrollproben

 

Pufferlösung

Herstellung:

  • Wasser mit konstantem pH- Wert

Inhaltsstoffe:

  • H+ Ionen
  • tiefer pH- Wert --> viele H+ Ionen
  • hoher pH Wert -->wenige H+ Ionen

Étudier