Hydrologie

Vorlesung der physischen Geographie zusammen gefasst.

Vorlesung der physischen Geographie zusammen gefasst.


C. T.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Hydrologie auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie den Wasserkreislauf, die Eigenschaften von Wasser, die hydrologische Wasserbilanz und den globalen Wasserkreislauf. Die Karteikarten erklären Begriffe wie Einzugsgebiet, Verdunstung, Wasserhaushalt und virtuelles Wasser. Sie eignen sich für Studierende der Geographie, die sich mit den physikalischen und thermodynamischen Eigenschaften von Wasser sowie den Prozessen des Wasserkreislaufs vertraut machen möchten.
Flashcards
15
Students
4
Language
German
Category
Geography
Level
University
Created / Updated
23.01.2015 / 05.01.2019

Flashcards

Wasserknappheit

Wassermangel

Wasserknappheit:

Verfügbare Wassermenge pro Kopf und Jahr < 1700 m³

Wassermangel:

Verfügbare Wassermenge pro Kopf und Jahr < 1000 m³

Was ist "water footprint" bzw. "Wasser- Fußabdruck"?

  • Gesamtmenge an Süßwasser, welches für die Produktion von Nahrungsmitteln, Gütern und Dienstleistungen für Individuen, Firmen oder Nationen benötigt wird.

Was ist virtuelles Wasser?

  • Wasser welches zur Erzeugung (alle Arbeitsschritte und Transport) eines Produkts aufgewendet wird

Blaues Wasser und grünes Wasser
 

Blaues Wasser:

  • ist das sichtbare flüssige Wasser, welches auf der Erdoberfläche und im Boden bzw. Grundwasser fließt

Grünes Wasser:

  • ist der nicht sichtbare Transport von Wasserdampf zur Atmosphäre (produktiv oder unproduktiv)

Globaler Wasserkreislauf Abbildung und Text

Globaler Wasserkreislauf: Reservoire (in 1.000 km³), Flüsse (in 1.000 km³ Jahr^-1, kursiv) und typische Verweildauer t. (WBGU, 1997)

  • globale Wasserkreislauf bezieht sich auf die Wasserzirkulation folgender Wasserspeicher:
    • Ozeane 
    • Atmosphäre
    • Landoberfläche (Wasser in Seen, Flüssen, Inlandeis und Gletscher, Bodenwasser, Vegetation)
  • von Ozean und Landfläche gelangt das Wasser durch Verdunstung in die Atmosphäre
  • durch die atmosphärische Zirkulation kann es hier über weite Strecken horizontal transportiert werden
  • hierbei durchläuft es durch Kondensation und Gefrieren den Prozess der Wolkenbildung, um dann als Niederschlag wieder die Landoberfläche und Ozeane zu erreichen
  • nach Speicherung in der Vegetation (oder Einsickerung), fließt es auf der Landoberfläche ober- oder unterirdisch in Gerinne ab und wird in Ozeane zurück transportiert
  • --> der Kreislauf schließt sich

Globale Wasserbilanz (als Abb.)

Komponenten des Wasserkreislaufs mit Prozessen, Flüssen und Speichern. Die Zahlen geben den Transport in 100km³ pro Jahr an. Blaue/schwarze Zahlen stellen beobachtete Werte dar, rote Zahlen stammen aus einer Modellberechnung am MPI für Meteorologie, Hamburg.

Wasserbilanz ist die quantitative Beschreibung des Wasserkreislaufs. Sie ist
raum- und zeitbezogen.

Eigenschaften von Wasser H2O (Aufbau der Atome).

  • Atome sind nicht linear, sondern in einem Winkel von 104,5° angebracht
  • --> darin liegt die Erklärung für das Leben auf der Erde
  • Wasserstoffbrückenbindung bewirkt, dass Wassermoleküle zu Ketten und größeren Gruppen verbunden sind
  • --> Daher ist auch warmes Wasser eine Flüssigkeit, Siedepunkt ist verhältnismäßig hoch

Wichtige Eigenschaften der Aggregatzustände von Wasser.

Festkörper:

  • Geringe Beweglichkeit der Atome oder Moleküle
  • Amorpher oder kristalliner Aufbau
  • Volumenbeständig und inkompressibel
  • Homogen, inhomogen, isotrope oder anisotrope Eigenschaften

Flüssigkeiten:

  • Volumenbeständig, aber keine Formbeständigkeit
  • Freie Oberfläche
  • Inkompressibel

Gase:

  • Überwiegen der thermischen Bewegungen
  • Dichte ca. 1.0 *10^-3 der Dichte der festen Körper
  • Kompressibel
  • Keine Volumens- und Formbeständigkeit

Eigenschaften von Wasser:

  1. Thermodynamische Eigenschaften
  2. Elektrische Eigenschaften
  3. Optische Eigenschaften
  4. Physikalische Eigenschaften

1. Thermodynamische Eigenschaften:

  • hohe spezifische Wärme
  • geringe Wärmeleitfähigkeit

2. Elektrische Eigenschaften

  • elektrische Leitfähigkeit gering
  • Dielektrizitätskonstante (Durchlässigkeit für elektrische Felder) extrem hoch
  • Dipol

3. Optische Eigenschaften

  • Reflexion hängt vom Einfallswinkel ab

4. Physikalische Eigenschaften

  • größte Dichte bei ca. 4°C
  • hoher Siedepunkt (ohne Wasserstoffbrückenbindung bei -60°C)
  • Relativ hoher Schmelzpunkt (ohne Wasserstoffbrückenbindung bei -90°C)
  • Vorkommen in den drei Phasen abhängig von Druck und Temperatur
  • hohe Oberflächenspannung
  • sehr geringe Kompressibilität

Änderung der Aggregatzustände

  • fest --> flüssig: schmelzen
  • flüssig --> gasförmig: verdampfen
  • gasförmig --> Plasma: ionisieren
  • fest --> gasförmig: sublimieren
  • Plasma --> gasförmig: rekombinieren
  • gasförmig --> flüssig: kondensieren
  • flüssig --> fest: erstarren

Wasser - Tripelpunkt

Tripelpunkt (Dreiphasenpunkt):

  • Zustand in dem drei Aggregatzustände eines Stoffes im thermodynamischen Gleichgewicht sind
  • im Phasendiagramm: Schnittpunkt der beiden Phasengrenzlinien Sättigungsdampfdruck und Schmelzkurve

 

Wasserhaushalt & Wasserbilanz

Definition

Wasserbilanz:

  • quantitative Beschreibungen des Wasserkreislaufs führt zur Wasserbilanz, die raum- und zeitbezogen ist

Wasserhaushalt:

  • Zusammenwirken der Wasserhaushaltsgrößen:
    • Niederschlag P
    • Verdunstung (Evapotranspiration) ET,
    • Abfluss R und
    • Änderung der Speicherung delta S (Schnee, Eis, Oberflächenwasser, Bodenwasser, Grundwasser)
  • in einem Gebiet.

Hydrologische Wasserbilanz (Wasserhaushaltsgleichung)

  • Beziehung zwischen den Wasserhaushaltsgrößen
  • grundlegende physikalische Gesetze für die Verteilung auf der Erde:
    • Erhaltung der Masse
    • Erhaltung der Energie oder des Impulses
  • Formel: \(P = ET+R+\Delta S [mm\ a^{-1}]\)
  • Niederschlag P, Evapotranspiration ET, Abfluss R, Änderung der Speicher S

Wärmehaushalts(bilanz)gleichung (Gegenstück zu Wasserhaushaltsgleichung)

\(Rn - B =H+I\ ET [W\ m^{-2} oder\ kJm^{-2} s^{-1}\)

  • Rn: Nettoeinstrahlung
  • B:   Bodenwärmestrom
  • H:  Strom der fühlbaren Wärme
  • I ET: Strom latenter Wärme

Wichtig: Beide Gleichungen enthalten den Term ET (Verdunstung). Für Verdunstung wird Wasser und Energie benötigt. Energie- und Wasserhaushalt sind somit gekoppelte Systeme!

Einzugsgebiet

  • zusammenhängendes Gebiet welches alle Niederschläge und die daraus enstehenden Abflüsse in einem Gewässersystem vereint
  • mit gemeinsamen Abfluss für Oberflächenabfluss --> Vorfluter
  • Umrahmung des Einzugsgebietes: Wasserscheide (Abgrenzung)
  • Geteilt in: O = Oberfläche, BO = Obere Bodenzone, BU = untere Bodenzone, G = Grundwasser
  • stellt ein dynamisches System dar:
  • P =Niederschlag, E = Evaporation (Verdunstung), R = Abfluss, T = Transpiration, S = Speicher, c = kapillarer Aufstieg, I = Interzeption, s = Versickerung, i = Infiltration

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