Hydrologie
Vorlesung der physischen Geographie zusammen gefasst.
Vorlesung der physischen Geographie zusammen gefasst.
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Lernkarten
Wasserknappheit
Wassermangel
Wasserknappheit:
Verfügbare Wassermenge pro Kopf und Jahr < 1700 m³
Wassermangel:
Verfügbare Wassermenge pro Kopf und Jahr < 1000 m³
Was ist "water footprint" bzw. "Wasser- Fußabdruck"?
- Gesamtmenge an Süßwasser, welches für die Produktion von Nahrungsmitteln, Gütern und Dienstleistungen für Individuen, Firmen oder Nationen benötigt wird.
Was ist virtuelles Wasser?
- Wasser welches zur Erzeugung (alle Arbeitsschritte und Transport) eines Produkts aufgewendet wird
Blaues Wasser und grünes Wasser
Blaues Wasser:
- ist das sichtbare flüssige Wasser, welches auf der Erdoberfläche und im Boden bzw. Grundwasser fließt
Grünes Wasser:
- ist der nicht sichtbare Transport von Wasserdampf zur Atmosphäre (produktiv oder unproduktiv)
Globaler Wasserkreislauf Abbildung und Text
Globaler Wasserkreislauf: Reservoire (in 1.000 km³), Flüsse (in 1.000 km³ Jahr^-1, kursiv) und typische Verweildauer t. (WBGU, 1997)
- globale Wasserkreislauf bezieht sich auf die Wasserzirkulation folgender Wasserspeicher:
- Ozeane
- Atmosphäre
- Landoberfläche (Wasser in Seen, Flüssen, Inlandeis und Gletscher, Bodenwasser, Vegetation)
- von Ozean und Landfläche gelangt das Wasser durch Verdunstung in die Atmosphäre
- durch die atmosphärische Zirkulation kann es hier über weite Strecken horizontal transportiert werden
- hierbei durchläuft es durch Kondensation und Gefrieren den Prozess der Wolkenbildung, um dann als Niederschlag wieder die Landoberfläche und Ozeane zu erreichen
- nach Speicherung in der Vegetation (oder Einsickerung), fließt es auf der Landoberfläche ober- oder unterirdisch in Gerinne ab und wird in Ozeane zurück transportiert
- --> der Kreislauf schließt sich
Globale Wasserbilanz (als Abb.)
Komponenten des Wasserkreislaufs mit Prozessen, Flüssen und Speichern. Die Zahlen geben den Transport in 100km³ pro Jahr an. Blaue/schwarze Zahlen stellen beobachtete Werte dar, rote Zahlen stammen aus einer Modellberechnung am MPI für Meteorologie, Hamburg.
Wasserbilanz ist die quantitative Beschreibung des Wasserkreislaufs. Sie ist
raum- und zeitbezogen.
Eigenschaften von Wasser H2O (Aufbau der Atome).
- Atome sind nicht linear, sondern in einem Winkel von 104,5° angebracht
- --> darin liegt die Erklärung für das Leben auf der Erde
- Wasserstoffbrückenbindung bewirkt, dass Wassermoleküle zu Ketten und größeren Gruppen verbunden sind
- --> Daher ist auch warmes Wasser eine Flüssigkeit, Siedepunkt ist verhältnismäßig hoch
Wichtige Eigenschaften der Aggregatzustände von Wasser.
Festkörper:
- Geringe Beweglichkeit der Atome oder Moleküle
- Amorpher oder kristalliner Aufbau
- Volumenbeständig und inkompressibel
- Homogen, inhomogen, isotrope oder anisotrope Eigenschaften
Flüssigkeiten:
- Volumenbeständig, aber keine Formbeständigkeit
- Freie Oberfläche
- Inkompressibel
Gase:
- Überwiegen der thermischen Bewegungen
- Dichte ca. 1.0 *10^-3 der Dichte der festen Körper
- Kompressibel
- Keine Volumens- und Formbeständigkeit
Eigenschaften von Wasser:
- Thermodynamische Eigenschaften
- Elektrische Eigenschaften
- Optische Eigenschaften
- Physikalische Eigenschaften
1. Thermodynamische Eigenschaften:
- hohe spezifische Wärme
- geringe Wärmeleitfähigkeit
2. Elektrische Eigenschaften
- elektrische Leitfähigkeit gering
- Dielektrizitätskonstante (Durchlässigkeit für elektrische Felder) extrem hoch
- Dipol
3. Optische Eigenschaften
- Reflexion hängt vom Einfallswinkel ab
4. Physikalische Eigenschaften
- größte Dichte bei ca. 4°C
- hoher Siedepunkt (ohne Wasserstoffbrückenbindung bei -60°C)
- Relativ hoher Schmelzpunkt (ohne Wasserstoffbrückenbindung bei -90°C)
- Vorkommen in den drei Phasen abhängig von Druck und Temperatur
- hohe Oberflächenspannung
- sehr geringe Kompressibilität
Änderung der Aggregatzustände
- fest --> flüssig: schmelzen
- flüssig --> gasförmig: verdampfen
- gasförmig --> Plasma: ionisieren
- fest --> gasförmig: sublimieren
- Plasma --> gasförmig: rekombinieren
- gasförmig --> flüssig: kondensieren
- flüssig --> fest: erstarren
Wasserhaushalt & Wasserbilanz
Definition
Wasserbilanz:
- quantitative Beschreibungen des Wasserkreislaufs führt zur Wasserbilanz, die raum- und zeitbezogen ist
Wasserhaushalt:
- Zusammenwirken der Wasserhaushaltsgrößen:
- Niederschlag P
- Verdunstung (Evapotranspiration) ET,
- Abfluss R und
- Änderung der Speicherung delta S (Schnee, Eis, Oberflächenwasser, Bodenwasser, Grundwasser)
- in einem Gebiet.
Hydrologische Wasserbilanz (Wasserhaushaltsgleichung)
- Beziehung zwischen den Wasserhaushaltsgrößen
- grundlegende physikalische Gesetze für die Verteilung auf der Erde:
- Erhaltung der Masse
- Erhaltung der Energie oder des Impulses
- Formel: \(P = ET+R+\Delta S [mm\ a^{-1}]\)
- Niederschlag P, Evapotranspiration ET, Abfluss R, Änderung der Speicher S
Wärmehaushalts(bilanz)gleichung (Gegenstück zu Wasserhaushaltsgleichung)
\(Rn - B =H+I\ ET [W\ m^{-2} oder\ kJm^{-2} s^{-1}\)
- Rn: Nettoeinstrahlung
- B: Bodenwärmestrom
- H: Strom der fühlbaren Wärme
- I ET: Strom latenter Wärme
Wichtig: Beide Gleichungen enthalten den Term ET (Verdunstung). Für Verdunstung wird Wasser und Energie benötigt. Energie- und Wasserhaushalt sind somit gekoppelte Systeme!
Einzugsgebiet
- zusammenhängendes Gebiet welches alle Niederschläge und die daraus enstehenden Abflüsse in einem Gewässersystem vereint
- mit gemeinsamen Abfluss für Oberflächenabfluss --> Vorfluter
- Umrahmung des Einzugsgebietes: Wasserscheide (Abgrenzung)
- Geteilt in: O = Oberfläche, BO = Obere Bodenzone, BU = untere Bodenzone, G = Grundwasser
- stellt ein dynamisches System dar:
- P =Niederschlag, E = Evaporation (Verdunstung), R = Abfluss, T = Transpiration, S = Speicher, c = kapillarer Aufstieg, I = Interzeption, s = Versickerung, i = Infiltration