ErzW. Empirische Erziehungswissenschaften (klassische Strömungen)

Erziehungswissenschaft: Klassische Strömungen - Empirische Erziehungswissenschaften

Erziehungswissenschaft: Klassische Strömungen - Empirische Erziehungswissenschaften


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Flashcards 15
Language Deutsch
Category Educational Science
Level Other
Created / Updated 14.05.2018 / 28.01.2021
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Historisch

Erste Überlegungen finden sich bereits in der Aufklärung. Der eigentliche Beginn der empirisch orientierten Pädagogik liegt um die Wende vom 19. Zum 20 Jahrhundert

Vertreter (4)

  • Ernst Meumann (1862 – 1915) à Reformpädagoge
  • Peter Petersen (1884 – 1952) àReformpädagogen
  • Heinrich Roth (1906 – 1983)
  • Wolfgang Brezinka (1928 -) à Einer der wichtigsten Vertreter der emp. Erziehungsw. Erst als Geisteswissenschaften an Bedeutung verloren hat, kam die empirische ErziehungsW. Zur Sprache. Vorher wurde sie von Geisteswissenschaften übertönt.

Hauptthesen

Basis der Erziehungswissenschaft sind pädagogische Tatsachen. Diese entstehen durch Beobachtung und Experiment. Von Einzelbeobachtung wird auf generelles Gesetz geschlossen à Induktion

Klassischer Empirismus

Der klassische Empirismus geht voraussetzungslos von der Welt der Tatsachen aus

Positivismus

Der Positivismus ist eine Art des Empirismus, die nicht als positive Fakten zulässt und jedes spekulative Zu-Ende-Denken ablehnt

Neopositivismus

Der Neopositivismus verbindet den Empirismus / Positivismus mit dem Rationalismus. Der Aufbau aller Erkenntnis geschieht nach logischen gesetzen und basiert auf der Erfahrung mit dem Ziel der Verifikation (Bestätigung). Grundlage dafür sind Experiment und Beobachtung.

Kritischer Rationalismus

Laut kritischem Rationalismus lassen sich generell Sätze nicht endgültig verifizieren, wohl aber sind sie falsifizierbar. Ziel ist es Sinnzusammenhänge zu erklären, d.h. ein Ereignis aus mind. Einem allgemeinen Gesetz und Randbedingung zu deduzieren.

Grundannahmen von Wolfgang Brezinka (5)

  • Gegenstand: Erziehung
  • Wissenschaftliche Theorien der Erziehung = Erziehungswissenschaft. à empirisch-analytische Disziplin, erfahrungswissenschaftliche Theorien über Erziehung aufbauen
  • Philosophische Theorien der Erziehung = Philosophie der Erziehung à Werturteile und normative Bedingungen bezüglich Erziehungsziele und Mittel aufstellen
  • Praktische Theorien der Erziehung = Praktische Pädagogik à Wissen über Erziehungskonstellationen, Anregungen oder Vorschriften für erzieherisches Handeln und die Gestaltung von Erziehungsinstitutionen formulieren. Wertorientiertung und Motivation zu sittlich wertvollem Handeln bieten
  • Theorie der Erziehungstheorie = Metatheorie

Wolfgang Brezinkas Botschaften

Wissenschaft wertet nicht. Die Erziehungswissenschaft beobachtet und erklärt, sie rät nicht, und schon gar nicht erzieht sie. Sie sagt, was ist und warum etwas so ist, wie es ist. Vorbild für die Erziehungswissenschaft sind exakte Wissenschaften.Trennung zwischen Fakten (Erziehungswissenschaft), Werten (Philosophie der Erziehung) und Praktiken (praktische Pädagogik).

Kritik an Wolfgang Brezinkas Botschaften (3)

  • Geht das überhaupt? Kann man das trennen? à Wir haben Normen, wie Menschen sein sollen à Ist Trennung durchhaltbar?
  • Ist es überhaupt möglich, nnicht zu werten? à kritisch Hinterfragen und Verbesserungsvorsschläge sind dann nicht mehr möglich
  • Wird Fragestellung durch diese Trennung nicht fast verhindert? à schränkt Forschungsgeboet für Erziehungswissenschaft stark ein

Unterschiedliche Konzepte (5)

  • Experimentelle Pädagogik à geht auf Meumann zurück; vor allem erfahrungswissenschaftliche Methoden; arbeiten viel mit Experimenten und Beobachtungen
  • Destriktive Pädagogik à mit Fischer verbunden; reine theoriefreie Erziehungswissenschaft; wertfrei
  • Pädagogische Tatsachenforschung à geht auf Petersen zurück; sehr praxisorientiert, erziehungsphilosophische Fragen und praktische Arbeit verbinden à auf praktische Fragen eine Antwort finden
  • Kritisch-rationale Erziehungswissenschaft à Brezinka
  • Erziehungswissenschaft als Integrationswissenschaft à geht auf Roth zurück; versucht, empirisch erarbeitete Erkenntnisse für die Praxis zu finden à Verbesserung der Erziehungspraxis

Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Konzepte

Gemeinsam ist bei allen Konzepten der Versuch, empirisch-analytische Denkweisen zum zentralen Bestandteil der Erziehungswissenschaft zu machen

Würdigung (9)

  • Empirische Methoden
  • Eigene anerkannte Disziplin
  • Legitimation für die Wissenschaft
  • Neutrale Perspektive Wertneutral
  • Andere Wissensbasis ohne Handlungsbezug kann auf Wissen anders ausgebaut werden, als mit Praxisbezug
  • Erfahrungsgesicherte Erkenntnisse
  • Berücksichtigung der Differenz zwischen verschiedenen Wissensformen (Grundlagen-, Forschungs-, und Praxiswissen)
  • Verfeinerung und Erweiterung des quantitativen und qualitativen methodischen Instrumentariums
  • Ausweitung empirischer Forschung auf weite Arbeitsbereiche der Erziehungswissenschaft

Kritik (12)

  • Voreingenommenheit
  • Wollen wissenschaftliche Gesetze hervorbringen à Praxis und Wissenschaft stimmen nicht per se überein à Praxis muss sich den Bezug zur Wissenschaft selbst holen à Ist das sinnvoll, bei einer Wissenschaft, die so starken Bezug zur Praxis hat, genau das zu trennen? (Es geht nicht darum, ob das Wissen durch die Wissenschaft nicht benutzt wird, sondern dass die Wissenschaftler damit oder darauf keinen „Einfluss“ mehr haben, es ist nicht ihr Bier.)
  • Vernachlässigung der Werte und Normen à Soziale und gesellschaftliche Fragen versucht man, auszublenden
  • Theorien haben zu wenig Bedeutung es gibt keine vernünftige Theoriebildung mehr
  • Gesellschaftszusammenhänge werden nicht betrachtet
  • Desinteresse an der Nutzung der Forschungsergebnisse
  • Hermeneutische Forschungsmethoden werden ignoriert
  • Objektivität
  • Verantwortung
  • Praxisbezug
  • Instrumentalisierbar
  • Messbarkeit

Bezüge zur Sozialen Arbeit

  • Viele ähnliche Prozesse in der empirischen Forschung
  • Es bringt nach wie vor das Risiko von der Entfernung der Praxis
  • Legitimation Disziplin/Sozialpolitik
  • Nutzung empirischer Forschungserfahrungen
  • Soziale Phänomene beschreiben und erklären
  • Wissenschaftliche Methode