Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftstheoretische Grundlagen

Wissenschaftstheoretische Grundlagen


S. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über wissenschaftliche Methoden und Theorien, die für universitäre Studien relevant sind. Sie decken Themen wie empirische Forschung, Hypothesenbildung, verschiedene Forschungslogiken (Induktion, Deduktion, Abduktion) und wissenschaftliche Erkenntnistheorien ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende, die sich mit wissenschaftlichem Arbeiten und der Systematik der Wissenschaft auseinandersetzen möchten, um fundierte Forschung und kritisches Denken zu fördern.
Cartes-fiches
27
Utilisateurs
3
Langue
Allemand
Catégorie
Histoire naturelle
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
30.01.2014 / 21.10.2023

Cartes-fiches

Pseudowissenschaft

(gr. Täuschung, Lüge)

Lehre, die den Anspruch auf alleinige Wahrheit erhebt, aber anerkannten wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen widerspricht

  • nicht intersubjektiv beurteilbar
  • lassen sich empirisch nicht überprüfen
  • lassen sich nicht falsifizieren

Parawissenschaft

(gr. für neben)

Auffassungen, Praktiken, Theorien oder Forschungsprogramme, die sich mit Phänomenen befassen, deren Existenz aus wissenschaftlicher Sicht nicht bewiesen ist.

  • bewegen sich in der Grauzone zw. Wissenschaft und Pseudowissenschaft
  • oft nicht überprüfbar da Versuche nicht reproduzierbar sind
  • erscheinen nicht plausiebel, weil sie in keinem Zusammenhang zur Tatsache stehen

Systeme der Wissenschaft: 

Formalwissenschaften

Logik, Mathematik

Abstrakte, logische Zusammenhänge und Methoden die für andere Disziplinen relevant sind

Systeme der Wissenschaft:

Realwissenschaften

Erfahrungswissenschaften

Erfahrbare Sachverhalte, Erklärung der Wirklichkeit

Systeme der Wissenschaft:

Naturwissenschaften

Physik, Geologie, Chemie, Biologie

Unbelebte Materie, belebte Natur

Systeme der Wissenschaft:

Kulturwissenschaft

Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, Philosophie, Theologie

Schöpfung des menschlichen Geistes

System der Wissenschaft:

Sozialwissenschaft

Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft

Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen, gesellschaftliche Beziehungen werden analysiert

Kommunikation in Forschungsgemeinschaften (3)

  • intern= Vorträge
  • extern=Vermittlung von wissenschaft an die Öffentlichkeit
  • intergenerativ=Lehre, Ausbildung

Wissenschaftstheorie

 

  • Entstehung wissenschaftlicher Theorien und Begründungen
  • Methodologie (welche wissenschaftliche Methode ist am besten geeignet?)
  • Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Teilgebiet der Philosophie
  • Erkenntnistheorie ein Teilgebiet der Wissenschaftstheorie

Wie entstehen wissenschaftliche Theoreien? Wie entwickelt sich Wissenschaft? Wie entstehen wissenschaftliche Fortschritte?

 

Erkenntnisstheoretische Positionen (4)

  1. Konstruktivismus
  2. Realismus
  3. Rationalismus
  4. Empirismus

Konstruktivismus

  • die Realität wird subjektiv wahrgenommen
  • das Gehirn konstruiert unser Wissen über die Realität

-> Entstehung einer individuellen Wahrheit und eines subjektiven Wissen über die Wahrheit

(radikal, sozial, methodisch)

Realismus

(Gegenposition zurm Konstruktivismus)

  • es gibt eine unabhängige Realität, die durch Wahrnehmung bzw. Denken vollständig, zumindest aber in wesentlichen Teilen erkannt werden kann.
  • Annahme, dass wissenschaftliche Theorien in der Praxis (Realität) das widerspiegelt, was in der Theorie vorausgesagt wurde.

Rationalismus( "Ich denke also bin ich")

(lat. Vernunft)

  • Form und Inhalt aller Erkenntnisse beruhen auf Verstand, Vernunft und Denken
  • Wissen und Theorie sind die Voraussetzung für die Erfahrung bzw. Beobachtung der Wirklichkeit
  • Erkenntnissgewinn durch: logisches Hinterfragen, Verknüpfen, Schlussfolgerungen
  • kritischer Rationalismus: (ob und an welcher Stelle ist die Theorie fehlerhaft -> Methode der Falsifikation
  • geht von einer begrenzten Erkenntnissfähigkeit und damit Fehlbarkeit des Menschen aus
  • keine endgültige Gewissheit, dass dem Menschen seine Erfahrung tatsächlich mit der Wirklichkeit übereinstimmt

Empirisumus ("Nichts ist im Verstand was vorher in den Sinnen war")

  • Erkenntnisse resultieren unmittelbar aus der Sinneswahrnehmung
  • Sinnliche Erfahrung= Quelle aller Erkenntnisse, d.h. Wissen und Theorien werden aus der Erfahrung in die Beobachtung der Wirklichkeit abgeleitet
  • Erkenntisse beruhen auf: Sinneserfahrung, Beobachtung, Experimenten
  • Elementar für die Wissenschaft -> jede empirische Forschung basiert darauf

Forschungsrichtungen- und methoden

Erkenntnislogik

  • Teilgebiet der Erkenntnistheorie
  • Voraussetzung und logische Regeln zur Überprüfung von Thesen, Hypothesen, Theorien
  • "Was folgt woraus?"
  • Geltungsfragen (Begründung und Nachprüfbarkeit der Fragen)
  • 3 verschiedene Wege mit  Beobachtungen, Gesetzmäßigkeit und Erklärungen Schlussfolgerungen zu ziehen: Induktion, Deduktion, Abduktion 

Induktion, Deduktion, Abduktion UNTERSCHEIDEN SICH DURCH:

  • den  Ausgangspunkt  der Schlussfolgerung (Einzelbeobachtung od. allg. Gesetze)
  • das Ergebnis ( Gesetz, Prognose einer einzelnen Beobachtung oder Erklärung)

Induktion

(lat. für herbeiführen)

  • Ansatz beruht auf Empirisumus -> erst wird die Realität wahrgenommen und anschließend wird aus der Beobachtung eine Theorie entwickelt
  • PROBLEM: der beobachtete Sachverhalt ist vielleicht eine Ausnahme, die nicht verallgemeinert werden kann
  • können immer nur für wahrscheinlich erklärt werden
  • je größer die Menge der beobachteten Einzelfälle, desto wahrscheinicher ist es, dass eine Gesetzmäßigkeit Gültigkeit hat

Deduktion 

(lat. für herabführen)

  • Ansatz beruht auf Rationalismus: erst wird die Theorie entwickelt, dann wird sie durch Behauptung der Realität überprüft
  • Wissenschaftler gelangen dadurch  von Gesetzen und Theorien (allg. Aussagen) zu Einzelaussagen bzw. Vorhersagen (Prognosen)
  • Ableitung von empirisch überprüfbaren Hypothesen bzw. erwarteten Phänomenen aus Theorien

Abduktion

(lat. für wegführen)

 

  • Wissenschaftler gelangen von Beobachtungen und allg. Aussagen (Gesetze, Theorien) zu Erklärungen
  • Erklärende Hypothesen können aufgestellt werden

Verifizierung

  • "Bewahrheitung durch Überpüfung"
  • Gültigkeit von Hypothesen und Theorien beweisen

Falsifizierung

  • Aussage, These, Hypothese oder eine Theorie zu falsifizieren, bedeutet sie zu widerlegen
  • Nachweis wird erbracht, einen Sachverhalt für ungültig zu erklären

Empirie (gr. für Erfahrung)

  • erfahrungswissenschaftl. Forschung, die sich direkt oder indirekt auf beobachtende Sachverhalte bezieht
  • Methoden wie Beobachtungen, Befragungen oder Experimente lassen Sachverhalte und Objekte erklären
  • empirische Studien: theoretische und praktische Studien in der Praxis wissenschaftl. zu testen und zu überprüfen

Quantitatve Forschung 

  • Entspricht einer überprüfenden Forschungslogik
  • Dienen der Prüfung von Hypothesen und Theorien
  • Zählbare Häufigkeiten, Unterschiede und Zusammenhänge, Anwendung statistischer Verfahren der Datenanalyse
  • Methoden sind i.d.R. strukturiert und vollstandardisiert (gleiche Voraussetzungen für jeden Befragten)
  • schriftl. oder telefonische Umfragen

Qualitative Forschung

  • Folgen einer entdeckenden Forschungslogik (orientiert an geistes- und sozialwissenschaftl. Forschungsverständnis)
  • Richten sich auf das Erkennen, Beschreiben und Verstehen von Zusammenhängen
  • Dienen zur Entwicklung von Hypothesen und Theorien
  • Typische Methoden: Inhaltsanalyse, Durchführung von Experteninterviews, Moderation an Gruppendiskussionen

Empirische Methoden

  • Sachverhalte systematisch und zielgerecht mit den Sinnen erfassen
  • Befragung ist das Standartinstrument
  • Anwendungsfelder: Meinungsforschung (z.B. politische Einstellung, Wahlverhalten, ...) Marktforschung (Bekanntheit und Image von Prdukten)
  • Einordnung in zwei grundlegende Kategorien: Primärforschung und Sekundärforschung

Primärforschung (field research)

  • Beschaffung, Zusammenstellung und Auswertung von Datenmaterial das vorher nicht vorhanden war.
  • Typische Methoden für Feldstudien: Beobachtung (Eigen-oder Fremdbeobachtung, offene oder versteckte Beob. teilnehmende oder nicht teilnehmende Beob.) und Befragung (schriftl., persönlich (face to face), telefonisch, online)
  • Besondere Form: Experiment -> wird unter kontrollierten und festgelegten Umweltbedingungen vollzogen und ist damit wiederholbar

Sekundärforschung (desk research)

  • Analyse von bereits erhobenen oder vorhandenen Informationen
  • Typische Methode: Inhaltsanalyse (Kommunikationsinhalte wie Bilder, Texte (Schwerpunkt), Filme)

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