Wissenschaftliches Arbeiten
Wissenschaftstheoretische Grundlagen
Wissenschaftstheoretische Grundlagen
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Lernkarten
Pseudowissenschaft
(gr. Täuschung, Lüge)
Lehre, die den Anspruch auf alleinige Wahrheit erhebt, aber anerkannten wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen widerspricht
- nicht intersubjektiv beurteilbar
- lassen sich empirisch nicht überprüfen
- lassen sich nicht falsifizieren
Parawissenschaft
(gr. für neben)
Auffassungen, Praktiken, Theorien oder Forschungsprogramme, die sich mit Phänomenen befassen, deren Existenz aus wissenschaftlicher Sicht nicht bewiesen ist.
- bewegen sich in der Grauzone zw. Wissenschaft und Pseudowissenschaft
- oft nicht überprüfbar da Versuche nicht reproduzierbar sind
- erscheinen nicht plausiebel, weil sie in keinem Zusammenhang zur Tatsache stehen
Systeme der Wissenschaft:
Formalwissenschaften
Logik, Mathematik
Abstrakte, logische Zusammenhänge und Methoden die für andere Disziplinen relevant sind
Systeme der Wissenschaft:
Realwissenschaften
Erfahrungswissenschaften
Erfahrbare Sachverhalte, Erklärung der Wirklichkeit
Systeme der Wissenschaft:
Naturwissenschaften
Physik, Geologie, Chemie, Biologie
Unbelebte Materie, belebte Natur
Systeme der Wissenschaft:
Kulturwissenschaft
Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, Philosophie, Theologie
Schöpfung des menschlichen Geistes
System der Wissenschaft:
Sozialwissenschaft
Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft
Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen, gesellschaftliche Beziehungen werden analysiert
Kommunikation in Forschungsgemeinschaften (3)
- intern= Vorträge
- extern=Vermittlung von wissenschaft an die Öffentlichkeit
- intergenerativ=Lehre, Ausbildung
Wissenschaftstheorie
- Entstehung wissenschaftlicher Theorien und Begründungen
- Methodologie (welche wissenschaftliche Methode ist am besten geeignet?)
- Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse
- Teilgebiet der Philosophie
- Erkenntnistheorie ein Teilgebiet der Wissenschaftstheorie
Wie entstehen wissenschaftliche Theoreien? Wie entwickelt sich Wissenschaft? Wie entstehen wissenschaftliche Fortschritte?
Erkenntnisstheoretische Positionen (4)
- Konstruktivismus
- Realismus
- Rationalismus
- Empirismus
Konstruktivismus
- die Realität wird subjektiv wahrgenommen
- das Gehirn konstruiert unser Wissen über die Realität
-> Entstehung einer individuellen Wahrheit und eines subjektiven Wissen über die Wahrheit
(radikal, sozial, methodisch)
Realismus
(Gegenposition zurm Konstruktivismus)
- es gibt eine unabhängige Realität, die durch Wahrnehmung bzw. Denken vollständig, zumindest aber in wesentlichen Teilen erkannt werden kann.
- Annahme, dass wissenschaftliche Theorien in der Praxis (Realität) das widerspiegelt, was in der Theorie vorausgesagt wurde.
Rationalismus( "Ich denke also bin ich")
(lat. Vernunft)
- Form und Inhalt aller Erkenntnisse beruhen auf Verstand, Vernunft und Denken
- Wissen und Theorie sind die Voraussetzung für die Erfahrung bzw. Beobachtung der Wirklichkeit
- Erkenntnissgewinn durch: logisches Hinterfragen, Verknüpfen, Schlussfolgerungen
- kritischer Rationalismus: (ob und an welcher Stelle ist die Theorie fehlerhaft -> Methode der Falsifikation
- geht von einer begrenzten Erkenntnissfähigkeit und damit Fehlbarkeit des Menschen aus
- keine endgültige Gewissheit, dass dem Menschen seine Erfahrung tatsächlich mit der Wirklichkeit übereinstimmt
Empirisumus ("Nichts ist im Verstand was vorher in den Sinnen war")
- Erkenntnisse resultieren unmittelbar aus der Sinneswahrnehmung
- Sinnliche Erfahrung= Quelle aller Erkenntnisse, d.h. Wissen und Theorien werden aus der Erfahrung in die Beobachtung der Wirklichkeit abgeleitet
- Erkenntisse beruhen auf: Sinneserfahrung, Beobachtung, Experimenten
- Elementar für die Wissenschaft -> jede empirische Forschung basiert darauf
Forschungsrichtungen- und methoden
Erkenntnislogik
- Teilgebiet der Erkenntnistheorie
- Voraussetzung und logische Regeln zur Überprüfung von Thesen, Hypothesen, Theorien
- "Was folgt woraus?"
- Geltungsfragen (Begründung und Nachprüfbarkeit der Fragen)
- 3 verschiedene Wege mit Beobachtungen, Gesetzmäßigkeit und Erklärungen Schlussfolgerungen zu ziehen: Induktion, Deduktion, Abduktion
Induktion, Deduktion, Abduktion UNTERSCHEIDEN SICH DURCH:
- den Ausgangspunkt der Schlussfolgerung (Einzelbeobachtung od. allg. Gesetze)
- das Ergebnis ( Gesetz, Prognose einer einzelnen Beobachtung oder Erklärung)
Induktion
(lat. für herbeiführen)
- Ansatz beruht auf Empirisumus -> erst wird die Realität wahrgenommen und anschließend wird aus der Beobachtung eine Theorie entwickelt
- PROBLEM: der beobachtete Sachverhalt ist vielleicht eine Ausnahme, die nicht verallgemeinert werden kann
- können immer nur für wahrscheinlich erklärt werden
- je größer die Menge der beobachteten Einzelfälle, desto wahrscheinicher ist es, dass eine Gesetzmäßigkeit Gültigkeit hat
Deduktion
(lat. für herabführen)
- Ansatz beruht auf Rationalismus: erst wird die Theorie entwickelt, dann wird sie durch Behauptung der Realität überprüft
- Wissenschaftler gelangen dadurch von Gesetzen und Theorien (allg. Aussagen) zu Einzelaussagen bzw. Vorhersagen (Prognosen)
- Ableitung von empirisch überprüfbaren Hypothesen bzw. erwarteten Phänomenen aus Theorien
Verifizierung
- "Bewahrheitung durch Überpüfung"
- Gültigkeit von Hypothesen und Theorien beweisen
Falsifizierung
- Aussage, These, Hypothese oder eine Theorie zu falsifizieren, bedeutet sie zu widerlegen
- Nachweis wird erbracht, einen Sachverhalt für ungültig zu erklären
Empirie (gr. für Erfahrung)
- erfahrungswissenschaftl. Forschung, die sich direkt oder indirekt auf beobachtende Sachverhalte bezieht
- Methoden wie Beobachtungen, Befragungen oder Experimente lassen Sachverhalte und Objekte erklären
- empirische Studien: theoretische und praktische Studien in der Praxis wissenschaftl. zu testen und zu überprüfen
Quantitatve Forschung
- Entspricht einer überprüfenden Forschungslogik
- Dienen der Prüfung von Hypothesen und Theorien
- Zählbare Häufigkeiten, Unterschiede und Zusammenhänge, Anwendung statistischer Verfahren der Datenanalyse
- Methoden sind i.d.R. strukturiert und vollstandardisiert (gleiche Voraussetzungen für jeden Befragten)
- schriftl. oder telefonische Umfragen
Qualitative Forschung
- Folgen einer entdeckenden Forschungslogik (orientiert an geistes- und sozialwissenschaftl. Forschungsverständnis)
- Richten sich auf das Erkennen, Beschreiben und Verstehen von Zusammenhängen
- Dienen zur Entwicklung von Hypothesen und Theorien
- Typische Methoden: Inhaltsanalyse, Durchführung von Experteninterviews, Moderation an Gruppendiskussionen
Empirische Methoden
- Sachverhalte systematisch und zielgerecht mit den Sinnen erfassen
- Befragung ist das Standartinstrument
- Anwendungsfelder: Meinungsforschung (z.B. politische Einstellung, Wahlverhalten, ...) Marktforschung (Bekanntheit und Image von Prdukten)
- Einordnung in zwei grundlegende Kategorien: Primärforschung und Sekundärforschung
Primärforschung (field research)
- Beschaffung, Zusammenstellung und Auswertung von Datenmaterial das vorher nicht vorhanden war.
- Typische Methoden für Feldstudien: Beobachtung (Eigen-oder Fremdbeobachtung, offene oder versteckte Beob. teilnehmende oder nicht teilnehmende Beob.) und Befragung (schriftl., persönlich (face to face), telefonisch, online)
- Besondere Form: Experiment -> wird unter kontrollierten und festgelegten Umweltbedingungen vollzogen und ist damit wiederholbar
Sekundärforschung (desk research)
- Analyse von bereits erhobenen oder vorhandenen Informationen
- Typische Methode: Inhaltsanalyse (Kommunikationsinhalte wie Bilder, Texte (Schwerpunkt), Filme)