Wirtschaftsprüfung

5. Semester, HWR Berlin Wahlpflichtfach, Modul ST-401-11

5. Semester, HWR Berlin Wahlpflichtfach, Modul ST-401-11


M. K.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Wirtschaftsprüfung, mit Fokus auf Prüfungsstrategien, Risikobewertung und Prüfungsziele. Sie decken Themen wie die Entwicklung und Durchführung von Prüfungsstrategien, die Bedeutung des Geschäftsumfelds des Mandanten, sowie die verschiedenen Prüfungshandlungen und -ziele ab. Die Karteikarten sind ideal für Einsteiger, die die Grundlagen der Wirtschaftsprüfung verstehen und die relevanten Prüfungsrisiken sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen nach dem HGB kennenlernen möchten.
Cartes-fiches
21
Utilisateurs
4
Langue
Allemand
Catégorie
Finances
Créé / Mis à jour
25.10.2013 / 15.12.2022

Cartes-fiches

Welche Ausschlussgründe gibt es?

allgemein:

  • keine wirksame Bescheinigung über Teilnahme an Qualitätskontrolle (§ 57a WPO)
  • ohne Ausnahmegenehmigung (§ 319 (1) S. 3 HGB)
  • Gründe nach § 319 (2) HGB:
    • Eigeninteresse
    • Selbstprüfung
    • Interessenvertretung
    • pers. Vertrautheit

speziell:

  • Erweiterung des Umfangs der Gründe Eigeninteresse, Selbstprüfung, pers. Vertrautheit bei UN von öffentlichem Interesse (i.S.d. § 319a HGB)

Was sind allgemeine Pflichten des WPs?

  • Unabhängigkeit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Verschwiegenheit
  • Eigenverantwortlichkeit
  • Unparteilichkeit
  • berufswürdiges Verhalten
  • Fortbildung

Welche Rechte hat der WP ggü. dem Mandanten?

§ 320 HGB:

  • Vorlagepflicht
    (rechtzeitige Einreichung aller notw. Unterlagen durch Mandant)
  • Auskunftsrecht
    (Auskunft über Vorgänge/Umstände die von Bedeutung sein könnten)
  • Aufklärungspflicht
    (auf Verlangen schriftliche Bestätigung der Vollständigkeit)

Was sind mögliche Folgen bei Nichtbeachtung der Rechte?

  • Berichterstattung
    • mdl. ggü. Aufsichtsorgan
    • schriftl. im Prüfungsbericht
  • Einschränkung im Bestätigungsvermerk oder Versagung

Was sind die jewiligen vertretungsberechtigten Organe der Gesellschaften?

AG:

  • Aufsichtsrat (§ 111 (2) S. 3 AktG)

GmbH:

  • Geschäftsführung (§ 35 GmbHG)
    • wenn nicht nach Gesetz od. Gesellschaftsvertrag ein AR/Beirat zuständig
    • bei mitbestimmten GmbHs immer AR

KG + oHG:

  • vertretungsberechtigter pers. haftender Gesellschafter, soweit nichts anderes bestimmt

Was ist der Zweck von Auftragsbestätigungsschreiben?

  • Dokumentation getroffener Vereinbarungen
  • Darstellung oder Dokumentation der Willenserklärung zum Vertragsabschluss (Antrag oder Annahme)

Was ist der Inhalt von Auftragsbestätigungsschreiben?

  1. Zielsetzung
  2. Verantwortlichkeit der gesetzl Vertreter für den JA unter Einbeziehung der Buchführung u. Lageberichts (für die Rechnungslegung)
  3. Art u. Umfang von Abschlussprüfung, Berichterstattung u. Bestätigung
  4. Hinweis auf das unvermeidbare Risiko
  5. Erfordernis auf unbeschränkten Zugang zu Aufzeichnungen/Informationen
  6. Hinweis auf Auskunftspflichten § 320 HGB
  7. Vorlage zusätzlicher Infos, die von Gesellschaft zsm. mit JA veröffentlicht werden
  8. Honorarabrechnung/ Auslagenersatz
  9. Vereinbarung über Haftungsbeschränkungen
  10. Verpflichtung zur Abgabe einer Vollständigkeitserklärung
  11. ggf. Erweiterungen des Prüfungsauftrags

Wie kann der Auftrag beendet werden?

  1. Erteilung Prüfungsurteil (Vertragserfüllung)
  2. Widerruf
    (wenn nach § 318 HGB ein anderer Prüfer vom Gericht bestellt wird)
  3. Kündigung (Mandant hat kein Kündigungsrecht!)
    • nur aus wichtigem Grund § 318(6) HGB
    • schriftliche Begründung
    • § 321 HGB Berichterstattung über bisherigen Auftragsverlauf
    • Unterrichtung des Auftraggebers u. WP-Kammer

Welche Prüfungsziele gibt es für Aussagen über Kontensalden am Periodenende (Bilanz)

  • Vorhandensein
    • VG, Schulden u. EK
  • Zurechnung
  • Vollständigkeit
    • VG, Schulden u. EK-Positionen, die zu erfassen sind, wurden auch erfasst
  • Bewertung und Zuordnung
    • VG, Schulden u. EK sind im JA mit zutreffenden Beträgen enthalten u. damit verbundene Anpassungen der Bewertung od. Zuordnung wurden vorgenommen

Welche Prüfungsziele zu Aussagen innerhalb des Prüfungszeitraums (GuV) gibt es?

  • Eintritt
    • erfasste Geschäftsvorfälle/Ereignisse haben stattgefunden u. sind dem UN zuzurechnen
  • Vollständigkeit
    • GV/Ereignisse, die zu erfassen sind, wurden auch erfasst
  • Genauigkeit
  • Periodenabgrenzung
  • Kontenzuordnung

Welche Prüfungsziele zu Aussagen über Abschlussinformationen (Anhang u. Lagebericht) gibt es?

  • Eintritt u. Zurechnung
    • Dargestellte Ereignisse/GV u. andere Sachverhalte haben stattgefunden u. sind UN zuzurechnen
  • Vollständigkeit
    • alle Angaben, die in Rechnungslegung enthalten sein müssen, sind enthalten
  • Ausweis u. Verständlichkeit
  • Genauigkeit u. Bewertung

welche Prüfungshandlungen gibt es?

  • Prüfung äußerer Ordnungsmäßigkeit
  • Abstimmungsp.
  • Rechnerische P.
  • Belegp.
  • Plausibilitätsp.
  • Systemp.

Wie bedingen sich die unterschiedlichen Risiken gegenseitig?

Prüfungsrisiko (AR)
→ Entdeckungsrisiko (DR)
→ Fehlerrisiko
      → Inhärentes R, (IR)
      → Kontroll R. (CR)

Was ist das Inhärente Risiko?

Anfälligkeit eines Prüffeldes für das Auftreten von Fehlern (ohne Berücksichtigung des IKS)

hohes IR → bedeutend mit vielen Fehlern
geringes IR → ...mit wenigen F.

Was ist das Kontrollrisiko?

R., dass Fehler nicht durch das IKS verhindert oder aufgedeckt und korrigiert werden

CR ist niemals 0

hohes CR → wenige Fehler werden identifiziert
geringes CR → viele ...

Was ist das Entdeckungsrisiko?

R., dass Prüfer Fehler übersieht.
steht im wechselseitigen Verhältnis zum Fehlerrisiko

hohes DR → wenig Fehler werden aufgedeckt
geringes DR → viele ....

aus dem DR wird der PH-Umfang abgeleitet

Was ist das Prüfungsrisiko (AR)?

AR = IR x CR x DR

Wie läuft die Prüfungsstrategie ab?

  1. Einschätzung der Prüffelder u. den jeweiligen Prüfungszielen nach Maßgabe und Wesentlichkeit
  2. Festlegung der Prüfungsstrategie anhand der vorläufigen Einschätzung zur Ausgestaltung des IKS zu Beginn der Prüfung
  3. Dokumentation der Strategie (Matrix)

Wieso muss man das Geschäftsumfeld des Mandanten verstehen?

  • Risikobeurteilung u. -identifikation
  • wirksame u. sachgerechte Prüfungsplanung u. -durchführung
  • Würdigung von Prüfungsnachweisen
  • verbesserte DL

Welche Relevanten Aspekte sollte man hinterfragen?

  1. gesamtwirtschaftlicher Rahmen
  2. Branchenentwicklung mit Einfluss auf UN
  3. UN-spezifische Merkmale:
    • Eigentümerstruktur, Führung/Überwachung des UN
    • Geschäftsaktivitäten (Produkte, Märkte, Zulieferer)
    • Finanzielle Leistungskraft (Analyse von für die Verm.-, Finanz u. Ertragslage bedeutenden Einflussfaktoren)
    • Externe Faktoren
    • Rechtlicher Rahmen

Wie entwickelt sich die Prüfungsstrategie?

  1. Sachlich
    • Erstellung eines Prüfungsprogramms mit Art u. Umfang u. Zeitpunkt der PH
    • Inhaltliche Planung
    • Abstimmung mit Mandanten zu dessen Prüfungsbereitschaft
  2. zeitlich
    • wann u. wo sind welche Arbeiten zu erledigen?
    • Vorprüfung, Inventuren, Hauptprüfung, Berichte etc.
    • Vorgabe ausreichender Bearbeitungszeiten
  3. personell
    • wer muss zu den jeweiligen Zeiten zur Verfügung stehen?
    • Teamstruktur
    • Expertenwissen vorhanden?
    • sind Experten einzubeziehen?

Étudier