Wirtschaftsprüfung
5. Semester, HWR Berlin Wahlpflichtfach, Modul ST-401-11
5. Semester, HWR Berlin Wahlpflichtfach, Modul ST-401-11
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Lernkarten
Welche Ausschlussgründe gibt es?
allgemein:
- keine wirksame Bescheinigung über Teilnahme an Qualitätskontrolle (§ 57a WPO)
- ohne Ausnahmegenehmigung (§ 319 (1) S. 3 HGB)
- Gründe nach § 319 (2) HGB:
- Eigeninteresse
- Selbstprüfung
- Interessenvertretung
- pers. Vertrautheit
speziell:
- Erweiterung des Umfangs der Gründe Eigeninteresse, Selbstprüfung, pers. Vertrautheit bei UN von öffentlichem Interesse (i.S.d. § 319a HGB)
Was sind allgemeine Pflichten des WPs?
- Unabhängigkeit
- Gewissenhaftigkeit
- Verschwiegenheit
- Eigenverantwortlichkeit
- Unparteilichkeit
- berufswürdiges Verhalten
- Fortbildung
Welche Rechte hat der WP ggü. dem Mandanten?
§ 320 HGB:
- Vorlagepflicht
(rechtzeitige Einreichung aller notw. Unterlagen durch Mandant) - Auskunftsrecht
(Auskunft über Vorgänge/Umstände die von Bedeutung sein könnten) - Aufklärungspflicht
(auf Verlangen schriftliche Bestätigung der Vollständigkeit)
Was sind mögliche Folgen bei Nichtbeachtung der Rechte?
- Berichterstattung
- mdl. ggü. Aufsichtsorgan
- schriftl. im Prüfungsbericht
- Einschränkung im Bestätigungsvermerk oder Versagung
Was sind die jewiligen vertretungsberechtigten Organe der Gesellschaften?
AG:
- Aufsichtsrat (§ 111 (2) S. 3 AktG)
GmbH:
- Geschäftsführung (§ 35 GmbHG)
- wenn nicht nach Gesetz od. Gesellschaftsvertrag ein AR/Beirat zuständig
- bei mitbestimmten GmbHs immer AR
KG + oHG:
- vertretungsberechtigter pers. haftender Gesellschafter, soweit nichts anderes bestimmt
Was ist der Zweck von Auftragsbestätigungsschreiben?
- Dokumentation getroffener Vereinbarungen
- Darstellung oder Dokumentation der Willenserklärung zum Vertragsabschluss (Antrag oder Annahme)
Was ist der Inhalt von Auftragsbestätigungsschreiben?
- Zielsetzung
- Verantwortlichkeit der gesetzl Vertreter für den JA unter Einbeziehung der Buchführung u. Lageberichts (für die Rechnungslegung)
- Art u. Umfang von Abschlussprüfung, Berichterstattung u. Bestätigung
- Hinweis auf das unvermeidbare Risiko
- Erfordernis auf unbeschränkten Zugang zu Aufzeichnungen/Informationen
- Hinweis auf Auskunftspflichten § 320 HGB
- Vorlage zusätzlicher Infos, die von Gesellschaft zsm. mit JA veröffentlicht werden
- Honorarabrechnung/ Auslagenersatz
- Vereinbarung über Haftungsbeschränkungen
- Verpflichtung zur Abgabe einer Vollständigkeitserklärung
- ggf. Erweiterungen des Prüfungsauftrags
Wie kann der Auftrag beendet werden?
- Erteilung Prüfungsurteil (Vertragserfüllung)
- Widerruf
(wenn nach § 318 HGB ein anderer Prüfer vom Gericht bestellt wird) - Kündigung (Mandant hat kein Kündigungsrecht!)
- nur aus wichtigem Grund § 318(6) HGB
- schriftliche Begründung
- § 321 HGB Berichterstattung über bisherigen Auftragsverlauf
- Unterrichtung des Auftraggebers u. WP-Kammer
Welche Prüfungsziele gibt es für Aussagen über Kontensalden am Periodenende (Bilanz)
- Vorhandensein
- VG, Schulden u. EK
- Zurechnung
- Vollständigkeit
- VG, Schulden u. EK-Positionen, die zu erfassen sind, wurden auch erfasst
- Bewertung und Zuordnung
- VG, Schulden u. EK sind im JA mit zutreffenden Beträgen enthalten u. damit verbundene Anpassungen der Bewertung od. Zuordnung wurden vorgenommen
Welche Prüfungsziele zu Aussagen innerhalb des Prüfungszeitraums (GuV) gibt es?
- Eintritt
- erfasste Geschäftsvorfälle/Ereignisse haben stattgefunden u. sind dem UN zuzurechnen
- Vollständigkeit
- GV/Ereignisse, die zu erfassen sind, wurden auch erfasst
- Genauigkeit
- Periodenabgrenzung
- Kontenzuordnung
Welche Prüfungsziele zu Aussagen über Abschlussinformationen (Anhang u. Lagebericht) gibt es?
- Eintritt u. Zurechnung
- Dargestellte Ereignisse/GV u. andere Sachverhalte haben stattgefunden u. sind UN zuzurechnen
- Vollständigkeit
- alle Angaben, die in Rechnungslegung enthalten sein müssen, sind enthalten
- Ausweis u. Verständlichkeit
- Genauigkeit u. Bewertung
welche Prüfungshandlungen gibt es?
- Prüfung äußerer Ordnungsmäßigkeit
- Abstimmungsp.
- Rechnerische P.
- Belegp.
- Plausibilitätsp.
- Systemp.
Wie bedingen sich die unterschiedlichen Risiken gegenseitig?
Prüfungsrisiko (AR)
→ Entdeckungsrisiko (DR)
→ Fehlerrisiko
→ Inhärentes R, (IR)
→ Kontroll R. (CR)
Was ist das Inhärente Risiko?
Anfälligkeit eines Prüffeldes für das Auftreten von Fehlern (ohne Berücksichtigung des IKS)
hohes IR → bedeutend mit vielen Fehlern
geringes IR → ...mit wenigen F.
Was ist das Kontrollrisiko?
R., dass Fehler nicht durch das IKS verhindert oder aufgedeckt und korrigiert werden
CR ist niemals 0
hohes CR → wenige Fehler werden identifiziert
geringes CR → viele ...
Was ist das Entdeckungsrisiko?
R., dass Prüfer Fehler übersieht.
steht im wechselseitigen Verhältnis zum Fehlerrisiko
hohes DR → wenig Fehler werden aufgedeckt
geringes DR → viele ....
aus dem DR wird der PH-Umfang abgeleitet
Was ist das Prüfungsrisiko (AR)?
AR = IR x CR x DR
Wie läuft die Prüfungsstrategie ab?
- Einschätzung der Prüffelder u. den jeweiligen Prüfungszielen nach Maßgabe und Wesentlichkeit
- Festlegung der Prüfungsstrategie anhand der vorläufigen Einschätzung zur Ausgestaltung des IKS zu Beginn der Prüfung
- Dokumentation der Strategie (Matrix)
Wieso muss man das Geschäftsumfeld des Mandanten verstehen?
- Risikobeurteilung u. -identifikation
- wirksame u. sachgerechte Prüfungsplanung u. -durchführung
- Würdigung von Prüfungsnachweisen
- verbesserte DL
Welche Relevanten Aspekte sollte man hinterfragen?
- gesamtwirtschaftlicher Rahmen
- Branchenentwicklung mit Einfluss auf UN
- UN-spezifische Merkmale:
- Eigentümerstruktur, Führung/Überwachung des UN
- Geschäftsaktivitäten (Produkte, Märkte, Zulieferer)
- Finanzielle Leistungskraft (Analyse von für die Verm.-, Finanz u. Ertragslage bedeutenden Einflussfaktoren)
- Externe Faktoren
- Rechtlicher Rahmen
Wie entwickelt sich die Prüfungsstrategie?
- Sachlich
- Erstellung eines Prüfungsprogramms mit Art u. Umfang u. Zeitpunkt der PH
- Inhaltliche Planung
- Abstimmung mit Mandanten zu dessen Prüfungsbereitschaft
- zeitlich
- wann u. wo sind welche Arbeiten zu erledigen?
- Vorprüfung, Inventuren, Hauptprüfung, Berichte etc.
- Vorgabe ausreichender Bearbeitungszeiten
- personell
- wer muss zu den jeweiligen Zeiten zur Verfügung stehen?
- Teamstruktur
- Expertenwissen vorhanden?
- sind Experten einzubeziehen?