Werkstoffkunde

Werkstoffe im Automobilbau Grundlagen Oberflächentechnik Werkstoffe Leichtbau Fügetechnik

Werkstoffe im Automobilbau Grundlagen Oberflächentechnik Werkstoffe Leichtbau Fügetechnik


Julius König
Diese Lernkarten behandeln die Werkstoffkunde auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Eigenschaften und Verarbeitung von Materialien wie Stahl, Aluminium und Magnesium. Sie decken Themen wie Umformbarkeit, Festigkeit, Korrosionsschutz und verschiedene Schweißverfahren ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Ingenieure, die sich mit der Auswahl und Verarbeitung von Werkstoffen für technische Anwendungen befassen.
Flashcards
64
Students
2
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
01.04.2014 / 01.06.2019

Flashcards

Was sind die Anforderungen an einen PKW aus Kundensicht?

Verbrauch, CO2, Fahrverhalten, Sicherheit, Design, Lack, Ausstattung, Langlebigkeit (Korrosion, Verschleiß), Kosten (Kauf, Wartung, Betrieb)

Was sind die Anforderungen an einen PKW aus der Sicht der Hersteller?

Gewichtsreduktion, CO2-Einsparung, Steifigkeit und Energieaufnahme beim Crash, Konzept und Design, Fertigungssicherheit (Umformen, Fügen), Kosten (Beschaffung, Fertigung, Recycling)

Nennen Sie die bauteilspezifischen Bauteilanforderungen und je ein Beispiel.

Beulfestigkeit, Beulsteifigkeit, Lackglanz- Außenteile

Festigkeit, Umformbarkeit- Fahrgastzelle, B-Säule 

Energieaufnahmevermögen- Längsträger, Crash

Was sind die typischen Fügeverfahren im Karosseriebau?

Widerstandspunktschweißen

Laserschweißen

Kleben

Stanznieten

MAG

Clinchen

Beschreiben Sie die Kosten für folgende Karosseriebauarten:

  • Stahl
  • Alu
  • Carbon

  • Stahl: 2.500€
  • Alu: 7.500€
  • Carbon: 15.000€

Was geschieht beim Kaltwalzvorgang?

  1. Erhöhung der Versetzungsdichte
  • Linienförmige Störungen
  • Korngrenzen
  • Ausscheidungen
  1. Gefügedeformationen
  • Versprödung
  • geringe Umformbarkeit

Nennen Sie Maßnahmen gegen die Folgen der Kaltverfestigung und die Folgen.

  • Folgen: Verringerung der Bruchdehnung
  • Maßnahmen: Rekristallisation und Entfestigung durch Glühen
  • Bildung neuer, versetzungsärmerer Kristallkörner
  • Steuergrößen: Temperatur und Dauer

Welche drei Stahlbezeichnungen gibt es? Nennen Sie je ein Beispiel und beschreiben Sie jede kurz.

  1. Kurznamen

H X 340 LA D - höherfester Stahl zum kaltumformen inkl. Eloverzinkung

H- Verwendungszweck

X- Walzzustand (wahlweise kalt- oder warmgewalzt)

340- mind. Streckgrenze (mechanische Eigenschaft)

LA- Gefügeverhalten (Mikrolegiert)

D- Oberflächenzustand (Schmelztauchüberzug)

  1. chemische Zusamensetzung

C35- 0,35% Kohlenstoff

28Mn6- 0,28% Kohlenstoff, 1,5% Mangan

22MnB5- 0,22% C, 4% Mn, 0,005% B

Cr, Mn, Ni, Si - 4

Al, Cu, Mo, Nb, Ti, V - 10

C, N, P, S - 100

B - 1000

  1. Werkstoffnummernsystem

Registrierung der Werkstoffe, EDV-Tauglich

1.0933

1 - Werkstoffhauptgruppennummer (Stahl)

09 - Stahlgruppennummer

33 - Zählnummer

Wie groß ist ein krz und ein kfz Gitter?

krz - 0,286 nm

kfz - 0,364 nm

kfz > krz (27,27%)

Nennen Sie die festigkeitssteigernden Gitterfehler.

  • 0-dim; Punkt;       Leerstelle, Fremdatom
  • 1-dim; Linie;         Versetzung
  • 2-dim; Fläche;      Korngrenzen, Stapelfehler
  • 3-dim; Volumen;   Einschluss, Ausscheidung, intermetallische Phasen

Nennen Sie Legierungsarten und Beispiele dafür.

homogene Legierungsbildung: Einlagerungs- und Substitutionsmischkristall

heterogene Legierungsbildung: Ausscheidung, Verbindungsbildung, Entmischung

Wie groß darf der Unterschied der Atome maximal sein, um Atome in das Eisengitter einbauen zu können?

max. delta r - 15%

In Abhängigkeit von der Temperatur tritt für Fe-C Legierungen zwischen 150°C und 350°C ein besonderer Effekt auf. (Zugversuch)

  1. wie heißt dieser Effekt?
  2. welche Partner sind daran beteiligt?
  3. warum tritt dieser Effekt nur bei dieser Temperatur auf?
  4. welche weitere Regelgröße spielt hier eine Rolle?

  1. Portevin-Le-Châtelier- Effekt
  2. gelöste C-Atome und Versetzungen
  3. die C-Atome bewegen sich genauso schnell wie die Versetzungen. Sie haken ineinander und lösen sich wieder.
  4. die Umformgeschwindigkeit

Zeichnen Sie das Temperatur- Diagramm für ein Einstoffsystem am Beispiel von Eisen.

> 1.536°C Schmelze

1.536°C Erstarrungstemp. delta ferrit, krz 

1.392°C gamma ferrit, kfz

906°C beta ferrit, paramagn. krz

769°C alpha-ferrit. Curietemp. ferromagn. krz

 

Was ist die "Belt-Strip-Anlage"?

Gießpfanne

Zuführsystem

Gießband mit Primärkühlung (Caster)

Sekundärkühlung

In-line-Walzen

Tertiärkühlung

Coiler

Nennen Sie die Dichten von:

  1. Stahl
  2. Alu
  3. Magnesium
  4. Kunststoff

  1. Stahl 7,85 g/cm³
  2. Alu 2,70 g/cm³
  3. Magnesium 1,74 g/cm³
  4. Kunststoff 1,35 g/cm³

Kennzeichnen Sie:

  1. Sekundärdentritenabstand
  2. Wärmeabfuhr
  3. Wachstumsrichtung
  4. Orden Sie dies einem Gießverfahren zu.

Lösung siehe Bild

Nennen Sie typische Mikrolegierungselemente von Eisen.

  • Ti
  • V
  • Nb
  • Cr
  • Mo
  • W

Wie groß darf der Atomdurchmesser eines interstitiell gelösten Atoms bei einem

  1. krz
  2. kfz

Kristall sein?

  1. krz - TL 0,036 nm
  2. kfz - OL 0,053 nm

mit rL/r

Zeichnen Sie das Prinzip der Verfestigung durch Versetzungen. (Härten)

Behinderung von Versetzungsbewegungen und Entstehung von Versetzungen.

 

Mit welcher Formel kann der Schweißstrombereich bestimmt werden?

4√t

Beschreiben Sie das Wirkprinzip der Phosphatierung.

  1. Phosphorsäure
  2. Oberfläche wird gebeizt, dabei wird Säure verbraucht, der pH-Wert steigt
  3. gleichmäßige Zinkphosphatschicht fällt an der Oberfläche ab
  4. Kristalle bilden sich an der Oberfläche ab

Welchen Zweck und welches Wirkprinzip hat die Aktivierung bei der Phosphatierung?

Titanphosphate legen sich auf der Oberfläche ab.

Diese bilden Startpunkte für ein gleichmäßiges Kristallwachstum.

Welche Glühverfahren sind für die Rekristallisation geeignet? Beschreiben Sie diese kurz.

Rekristallisation muss ohne Gefügeumwandlung stattfinden.

  1. Haubenglühen
  • max. 720°C
  • langsamer Anstieg
  • langsame Abkühlrate
  1. Durchlaufglühen
  • zwischen 700- 850°C
  • schneller Tempanstieg
  • kurze Haltedauer
  • allg. kürzer

Was geschieht bei der Rekristallisation?

Die in den Versetzungen gespeicherte Energie wird zur treibenden Kraft für die Bildung neuer, versetzungsarmer Kristallkörner. Ihre Größe nimmt in Abhängigkeit von Glühtemperatur und Glühdauer zu. Die Rekristallisation ist die Funktion von:

  • Versetzungsdichte (kaltwalzgrad)
  • Temperatur
  • Dauer der Wärmebehandlung

Welche Forderungen werden an die Oberflächenstruktur hinsichtlich Umformbarkeit und Lackaussehen gestellt?

  • hohe Mittenrauhwerte in Verbindung mit hohen Spitzenzahlen - Umformbarkeit
  • extrem hohe Spitzenzahlen - Lackglanz

Welche Zink-Beschichtungsprozesse gibt es. Erklären Sie diese kurz.

  1. kontinuierliche Schmelztauchbeschichtung
  • Regulierung der Zinkschicht mittels Luft-Stickstoffdüsen
  • warmes Band wird durch Zinkbad geführt
  • nur beidseitige Beschichtung
  1. kontinuierliche elektrolytische Beschichtung
  • einseitiges zu- bzw. abschalten der Elektroden
  • ein- oder beidseitige Zinkabscheidung
  • vorheriges Haubenglühen notwendig

Wie dick ist die 

  1. Feuerverzinkung
  2. Elo-Verzinkung

Zeichnen Sie die typischen Stoffdiagramme beider Beschichtungsarten.

  1. Feuerverzinkung 7 - 20 μm
  2. Elo-Verzinkung 2,5 - 7,5 μm

Nennen Sie die 3 Grundprinzipien der Korrosionsbeschichtung.

  1. konstruktiver Korrosionsschutz
  • Belüftung von Hohlräumen
  • optimimierte Fügetechnik der Blechteile
  • Vermeiden enger Spalte und Hohlräume
  1. Karosserielackierung
  • Phosphatierung
  • KTL
  • Decklack
  • sekundärer Korrosionsschutz
  1. Oberflächenveredeltes Stahlblech
  • metallische Überzüge
  • werkseitige Nachbehandlung
  • organische Bandbeschichtung

Beschreiben Sie den Lackaufbau inkl. Schichtdicken und Funktionen bei einem PKW.

  • Stahl 0,7 - 0,8 mm
  • Zink 5-10 μm; kathodischer Schutz
  • Phosphatierung 1 - 2 μm Korrosionsschutz
  • KTL 18 - 20 μm Korrosionsschutz
  • Füller 30- 40 μm Glättung der Oberfläche
  • Basislack 10 -20 μm Farbgebung
  • Klarlack 40 - 50 μm UV Schutz und Glanz

Welche Werkstoffkriterien sind wichtig für:

  1. die Umformbarkeit
  2. die Beanspruchung

?

  1. Umformbarkeit: Bruchdehnung A
  2. Beanspruchung: Beulsteifigkeit, Zug-, Druck- und Scherfestigkeit, Biegefestigkeit

Beschreiben Sie die Wirkweise von Bake-Hardening Stählen.

gute Umformbarkeit

größere Streckgrenze am Bauteil

  1. Ausgangszustand: gelöste C-Atome, einige Versetzungen
  2. nach dem Tiefziehen: Erhöhung der Versetzungsdichte
  3. nach Einbrennlackieren: Diffusion gelöster C-Atome in dilatierte Bereiche von Versetzungen und Blockade dieser + Ausscheidungsvorgänge

Wie entstehen Fließfiguren?

  1. interstitiell gelöste C- und N- Atome verankern Versetzungen- Blockade der plastischen Verformung
  2. Spannungsüberhöhung- vereinzelte Versetzungen reißen sich los
  3. Prozess findet nicht gleichzeitig statt (örtlich diskret)
  4. ausreichende Versetzungsdichte im gesamten Volumen- gleichmäßiges Fließen des Werkstoffes
  5. wechselnde Bereiche mit unterschiedlichen Umformgraden

- Fließfiguren sind die Folge

Wie können Fließfiguren vermieden werden?

  1. Ausscheidung von Carbiden und Nitriden (Bindung von C-und N-Atomen an Mikrolegierungselementen (Titan, Niob)
  2. plastische Umformung vor Tiefziehen. Erhöhung der Versetzungsdichte durch Dressieren.
  3. MP-Stahl mit hoher Versetzungsdichte. Gitterverspannung aufgrund Martensit

Zeichnen Sie die Spannungs-Dehnungs-Diagramme die Entstehung von Fließfiguren und wie diese vermieden werden können.

siehe Bild

Welche zwei Blecheigenschaften sind beim Dressieren einzustellen?

Reibungseigenschaften (tribologisch)Umformbarkeit: hoher Mittenrauhwert, hohe Spitzenzahlen, hohe Schmiertaschenanzahl

Lackglanz: extrem hohe Spitzenzahl

Nennen Sie die Anforderungen an Mehrphasenstähle am Beispiel eines Längsträgers.

  • Festigkeit
  • Energieabsorptionsvermögen
  • Schweißbarkeit
  • Umformbarkeit
  • Korrosionsbeständigkeit

sie sind nicht hochwertig lackierbar

Wie groß ist das Streckgrenzenverhältnis Rp/Rm in % bei:

  1. weichen Umformstahl
  2. einer Aluminiumlegierung
  3. und einer Magnesiumlegierung

?

 

  1. weicher Umformstahl: 35 ... 70 %
  2. Al- Leg.: 45 ... 55 %
  3. Mg-Leg.: 55 ... 70 %

Wie sind höherfeste Stähle zum kaltumformen gekennzeichnet?

gemäß ihrer Dehngrenze Rp0,2

Wie sind Mehrphasenstähle zum kaltumformen gekennzeichnet?

gemäß ihrer Festigkeitsuntergrenze Rm

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