Werkstoffkunde
Werkstoffe im Automobilbau Grundlagen Oberflächentechnik Werkstoffe Leichtbau Fügetechnik
Werkstoffe im Automobilbau Grundlagen Oberflächentechnik Werkstoffe Leichtbau Fügetechnik
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Flashcards
Was sind die Anforderungen an einen PKW aus Kundensicht?
Verbrauch, CO2, Fahrverhalten, Sicherheit, Design, Lack, Ausstattung, Langlebigkeit (Korrosion, Verschleiß), Kosten (Kauf, Wartung, Betrieb)
Was sind die Anforderungen an einen PKW aus der Sicht der Hersteller?
Gewichtsreduktion, CO2-Einsparung, Steifigkeit und Energieaufnahme beim Crash, Konzept und Design, Fertigungssicherheit (Umformen, Fügen), Kosten (Beschaffung, Fertigung, Recycling)
Nennen Sie die bauteilspezifischen Bauteilanforderungen und je ein Beispiel.
Beulfestigkeit, Beulsteifigkeit, Lackglanz- Außenteile
Festigkeit, Umformbarkeit- Fahrgastzelle, B-Säule
Energieaufnahmevermögen- Längsträger, Crash
Was sind die typischen Fügeverfahren im Karosseriebau?
Widerstandspunktschweißen
Laserschweißen
Kleben
Stanznieten
MAG
Clinchen
Beschreiben Sie die Kosten für folgende Karosseriebauarten:
- Stahl
- Alu
- Carbon
- Stahl: 2.500€
- Alu: 7.500€
- Carbon: 15.000€
Was geschieht beim Kaltwalzvorgang?
- Erhöhung der Versetzungsdichte
- Linienförmige Störungen
- Korngrenzen
- Ausscheidungen
- Gefügedeformationen
- Versprödung
- geringe Umformbarkeit
Nennen Sie Maßnahmen gegen die Folgen der Kaltverfestigung und die Folgen.
- Folgen: Verringerung der Bruchdehnung
- Maßnahmen: Rekristallisation und Entfestigung durch Glühen
- Bildung neuer, versetzungsärmerer Kristallkörner
- Steuergrößen: Temperatur und Dauer
Welche drei Stahlbezeichnungen gibt es? Nennen Sie je ein Beispiel und beschreiben Sie jede kurz.
- Kurznamen
H X 340 LA D - höherfester Stahl zum kaltumformen inkl. Eloverzinkung
H- Verwendungszweck
X- Walzzustand (wahlweise kalt- oder warmgewalzt)
340- mind. Streckgrenze (mechanische Eigenschaft)
LA- Gefügeverhalten (Mikrolegiert)
D- Oberflächenzustand (Schmelztauchüberzug)
- chemische Zusamensetzung
C35- 0,35% Kohlenstoff
28Mn6- 0,28% Kohlenstoff, 1,5% Mangan
22MnB5- 0,22% C, 4% Mn, 0,005% B
Cr, Mn, Ni, Si - 4
Al, Cu, Mo, Nb, Ti, V - 10
C, N, P, S - 100
B - 1000
- Werkstoffnummernsystem
Registrierung der Werkstoffe, EDV-Tauglich
1.0933
1 - Werkstoffhauptgruppennummer (Stahl)
09 - Stahlgruppennummer
33 - Zählnummer
Wie groß ist ein krz und ein kfz Gitter?
krz - 0,286 nm
kfz - 0,364 nm
kfz > krz (27,27%)
Nennen Sie die festigkeitssteigernden Gitterfehler.
- 0-dim; Punkt; Leerstelle, Fremdatom
- 1-dim; Linie; Versetzung
- 2-dim; Fläche; Korngrenzen, Stapelfehler
- 3-dim; Volumen; Einschluss, Ausscheidung, intermetallische Phasen
Nennen Sie Legierungsarten und Beispiele dafür.
homogene Legierungsbildung: Einlagerungs- und Substitutionsmischkristall
heterogene Legierungsbildung: Ausscheidung, Verbindungsbildung, Entmischung
Wie groß darf der Unterschied der Atome maximal sein, um Atome in das Eisengitter einbauen zu können?
max. delta r - 15%
In Abhängigkeit von der Temperatur tritt für Fe-C Legierungen zwischen 150°C und 350°C ein besonderer Effekt auf. (Zugversuch)
- wie heißt dieser Effekt?
- welche Partner sind daran beteiligt?
- warum tritt dieser Effekt nur bei dieser Temperatur auf?
- welche weitere Regelgröße spielt hier eine Rolle?
- Portevin-Le-Châtelier- Effekt
- gelöste C-Atome und Versetzungen
- die C-Atome bewegen sich genauso schnell wie die Versetzungen. Sie haken ineinander und lösen sich wieder.
- die Umformgeschwindigkeit
Nennen Sie die Dichten von:
- Stahl
- Alu
- Magnesium
- Kunststoff
- Stahl 7,85 g/cm³
- Alu 2,70 g/cm³
- Magnesium 1,74 g/cm³
- Kunststoff 1,35 g/cm³
Nennen Sie typische Mikrolegierungselemente von Eisen.
- Ti
- V
- Nb
- Cr
- Mo
- W
Wie groß darf der Atomdurchmesser eines interstitiell gelösten Atoms bei einem
- krz
- kfz
Kristall sein?
- krz - TL 0,036 nm
- kfz - OL 0,053 nm
mit rL/r
Mit welcher Formel kann der Schweißstrombereich bestimmt werden?
4√t
Beschreiben Sie das Wirkprinzip der Phosphatierung.
- Phosphorsäure
- Oberfläche wird gebeizt, dabei wird Säure verbraucht, der pH-Wert steigt
- gleichmäßige Zinkphosphatschicht fällt an der Oberfläche ab
- Kristalle bilden sich an der Oberfläche ab
Welchen Zweck und welches Wirkprinzip hat die Aktivierung bei der Phosphatierung?
Titanphosphate legen sich auf der Oberfläche ab.
Diese bilden Startpunkte für ein gleichmäßiges Kristallwachstum.
Was geschieht bei der Rekristallisation?
Die in den Versetzungen gespeicherte Energie wird zur treibenden Kraft für die Bildung neuer, versetzungsarmer Kristallkörner. Ihre Größe nimmt in Abhängigkeit von Glühtemperatur und Glühdauer zu. Die Rekristallisation ist die Funktion von:
- Versetzungsdichte (kaltwalzgrad)
- Temperatur
- Dauer der Wärmebehandlung
Welche Forderungen werden an die Oberflächenstruktur hinsichtlich Umformbarkeit und Lackaussehen gestellt?
- hohe Mittenrauhwerte in Verbindung mit hohen Spitzenzahlen - Umformbarkeit
- extrem hohe Spitzenzahlen - Lackglanz
Welche Zink-Beschichtungsprozesse gibt es. Erklären Sie diese kurz.
- kontinuierliche Schmelztauchbeschichtung
- Regulierung der Zinkschicht mittels Luft-Stickstoffdüsen
- warmes Band wird durch Zinkbad geführt
- nur beidseitige Beschichtung
- kontinuierliche elektrolytische Beschichtung
- einseitiges zu- bzw. abschalten der Elektroden
- ein- oder beidseitige Zinkabscheidung
- vorheriges Haubenglühen notwendig
Nennen Sie die 3 Grundprinzipien der Korrosionsbeschichtung.
- konstruktiver Korrosionsschutz
- Belüftung von Hohlräumen
- optimimierte Fügetechnik der Blechteile
- Vermeiden enger Spalte und Hohlräume
- Karosserielackierung
- Phosphatierung
- KTL
- Decklack
- sekundärer Korrosionsschutz
- Oberflächenveredeltes Stahlblech
- metallische Überzüge
- werkseitige Nachbehandlung
- organische Bandbeschichtung
Beschreiben Sie den Lackaufbau inkl. Schichtdicken und Funktionen bei einem PKW.
- Stahl 0,7 - 0,8 mm
- Zink 5-10 μm; kathodischer Schutz
- Phosphatierung 1 - 2 μm Korrosionsschutz
- KTL 18 - 20 μm Korrosionsschutz
- Füller 30- 40 μm Glättung der Oberfläche
- Basislack 10 -20 μm Farbgebung
- Klarlack 40 - 50 μm UV Schutz und Glanz
Welche Werkstoffkriterien sind wichtig für:
- die Umformbarkeit
- die Beanspruchung
?
- Umformbarkeit: Bruchdehnung A
- Beanspruchung: Beulsteifigkeit, Zug-, Druck- und Scherfestigkeit, Biegefestigkeit
Beschreiben Sie die Wirkweise von Bake-Hardening Stählen.
gute Umformbarkeit
größere Streckgrenze am Bauteil
- Ausgangszustand: gelöste C-Atome, einige Versetzungen
- nach dem Tiefziehen: Erhöhung der Versetzungsdichte
- nach Einbrennlackieren: Diffusion gelöster C-Atome in dilatierte Bereiche von Versetzungen und Blockade dieser + Ausscheidungsvorgänge
Wie entstehen Fließfiguren?
- interstitiell gelöste C- und N- Atome verankern Versetzungen- Blockade der plastischen Verformung
- Spannungsüberhöhung- vereinzelte Versetzungen reißen sich los
- Prozess findet nicht gleichzeitig statt (örtlich diskret)
- ausreichende Versetzungsdichte im gesamten Volumen- gleichmäßiges Fließen des Werkstoffes
- wechselnde Bereiche mit unterschiedlichen Umformgraden
- Fließfiguren sind die Folge
Wie können Fließfiguren vermieden werden?
- Ausscheidung von Carbiden und Nitriden (Bindung von C-und N-Atomen an Mikrolegierungselementen (Titan, Niob)
- plastische Umformung vor Tiefziehen. Erhöhung der Versetzungsdichte durch Dressieren.
- MP-Stahl mit hoher Versetzungsdichte. Gitterverspannung aufgrund Martensit
Welche zwei Blecheigenschaften sind beim Dressieren einzustellen?
Reibungseigenschaften (tribologisch)Umformbarkeit: hoher Mittenrauhwert, hohe Spitzenzahlen, hohe Schmiertaschenanzahl
Lackglanz: extrem hohe Spitzenzahl
Nennen Sie die Anforderungen an Mehrphasenstähle am Beispiel eines Längsträgers.
- Festigkeit
- Energieabsorptionsvermögen
- Schweißbarkeit
- Umformbarkeit
- Korrosionsbeständigkeit
sie sind nicht hochwertig lackierbar
Wie groß ist das Streckgrenzenverhältnis Rp/Rm in % bei:
- weichen Umformstahl
- einer Aluminiumlegierung
- und einer Magnesiumlegierung
?
- weicher Umformstahl: 35 ... 70 %
- Al- Leg.: 45 ... 55 %
- Mg-Leg.: 55 ... 70 %
Wie sind höherfeste Stähle zum kaltumformen gekennzeichnet?
gemäß ihrer Dehngrenze Rp0,2
Wie sind Mehrphasenstähle zum kaltumformen gekennzeichnet?
gemäß ihrer Festigkeitsuntergrenze Rm