Verdauungssystem

Anatomie, Physiologie und Patholgoie

Anatomie, Physiologie und Patholgoie


C. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Verdauungssystem auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Anatomie und Funktionen von Organen wie Leber, Magen, Dünn- und Dickdarm, sowie deren Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudierende und Fachpersonal, die ihr Wissen über Verdauungsprozesse, Krankheiten wie Hepatitis, Ulcus und Ikterus, sowie die Rolle von Enzymen und Blut im Verdauungssystem vertiefen möchten.
Karten
75
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.07.2014 / 05.02.2026

Lernkarten

Welche Organe gehören zum Verdauungssystem?

  • Mundhöhle (Cavitas oris)  
  • Speiseröhre (Oestophagus)     
  • Leber (Herpar)    
  • Magen (Ventriculus)    
  • Bauchspeicheldrüse (Pancreas)  
  • Gallenblase (Vesica fellea)        
  • Dünndarm (Intestinum tenue)    
  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)        
  • Krummdarm (Ileum)
  • Aufsteigender Dickdarm (Colon ascendens)   
  • querer Dickdarm (Colon transversum)
  • Absteigender Dickdarm (Colon descendens
  • Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  • Blinddarm (Caecum)  
  • Mastdarm (Rectum)

Wo beginnt und wo endet das Verdauungssystem?

Beginnt in der Mundhöhle (Cavitas Oris) und endet im After (Anus)

Welches sind die Hauptaufgaben des Verdauungssystems?

  • Mechanische und chemische Verdauung sowie Resorption von Nährstoffen
  • Transport in den Magen –Darm-Trakt
  • Entsorgung von festen Abfallstoffen

Welche Aufgaben hat die Zunge?

  • Ist die Fingerspitze des Verdauungsorgans: hat ein Geschmack- und Temperatur-Empfinden
  • Hilft bei Kau- und Schluckbewegung

Wie ist die Zunge gebaut?

  • Ist ein sehr kräftiger Muskel, welcher mit Schleimhaut überzogen ist.
  • Die Schleimhaut enthält nebst Geschmacksknospen und Spüldrüsen auch verschiedene Papillen (Pilz-, Blatt-, Faden- und Wallpapillen)

Welche Geschmacksempfindungen können wir wahrnehmen und wo liegen diese Areale?

Vier Geschmacksrichtungen: 

  • Süss, salzig, sauer und bitter

Wie viele Speicheldrüsen kennen Sie und wo liegen diese?

Es gibt drei Paare:

  • Unterzugenspeicheldrüse (Gladula sublingualis)
  • Unterkieferspeicheldrüse (Gladula submandubularis)
  • Ohrspeicheldrüse (Gladula parotidea)

Wie ist die Speichelflüssigkeit zusammengesetzt und welche Funktionen hat diese?

  • Wasser: verflüssigt Speisen
  • Schleimstoffe (Mucine): macht gleit- und schluckfähig
  • Enzyme; Amylase (KH) und Lipase (Fette): verdaut Stärke/ Kohlenhydrate (KH) und Fette
  • Bicarbonat (basisch): puffert Magensäure

Gibt es unterschiedliche Speicheldrüsentypen, falls ja welche?

  • Serös (dünnflüssig)
    • verdünnungs- und Verdauungspeichel
  • mukös (dickflüssig)
    • Gleitspeichel
  • gemischt

Wie ist die Lage des Kehlkopfdeckels während des Atmens und des Schluckens?

Siehe Bild

Wo verläuft die Speiseröhre (Oesophagus)?

  • Beginnt hinter dem Ringknorpel des Kehlkopfdeckel (Larynx). Verläuft hinter der Luftröhre (Trachea) nach unten/ abwärts und dann durch das Zwerchfell in den Bauchraum und dort in den Magen.
  • Natürliche Engstellen: Ringknorpelenge, Aortenbogenenge, Hiatusschlinge (Diaphragma-, Zwerchfellenge)

Was liegt vor, hinter und neben der Speiseröhre (Oesophagus)?

  • vor: Trachea                    
  • hinter: Wirbelsäule                    
  • neben: Lungen

Welche Organe bezeichnet man als ‚Oberbauchorgane‘?

  • Leber (Herpar)
  • Magen (Ventriculus)
  • Milz (Lien, kein Verdauungsorgan)
  • Bauchspeicheldrüse (Pancreas)                                            
  • Gallenblase (Vesica fellea)

Wie sieht ein Querschnitt durch den Oberbauch aus?

siehe Bild

Wie heissen die verschiedenen Anteile des Magens?

  • Cardia (Mageneingang)
  • Corpus (Magenkörper)
  • Pylorus (Ringmuskel des Pförtners)
  • Magenwand
  • Längsfalten der Magenschleimhaut

Wie ist die Magenschleimhaut aufgebaut?

Besteht aus Schleimhautepithel (einreihiges Zylinderepithel)

  • Schleimbildende Nebenzellen 
    • Magenschleim und Bicarbonat (Schutz vor Salzsäure)
  • Säurebildende Belegzellen
    • Salzsäure und Glykoprotein
  • Pepsinogen bildende Hauptzellen
    • Salzsäure + Pepsinogen = Pepsin/ spalten Eiweisse

Was sind die Unterschiede zwischen Dünn- und Dickdarm?

Dünndarm:

  • Die Schleimhaut besteht aus Ringfalten (Kerckring-Falten). Auf diesen befinden sich Zotten und Krypten. Dadurch wird die Oberfläche vergrössert.

Dickdarm:

  • In der Schleimhaut des Dickdarms findet man keine Zotten mehr, sondern besonders tiefe Einstülpungen (Dickdarmkrypten). Zudem hat es im Colon sehr viele Bakterien (z.B. Colibakterien)

Aus welchen Teilen besteht der Dünndarm?

Der Dünndarm (Intestinum tenue) besteht aus drei Teilen:

  • Zwölffingerdarm (Duodenum
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)

Aus welchen Teilen besteht der Dickdarm?

Teile des Dickdarms (Intestinum crassum) sind:

  • Der Grimmdarm (Colon):
    • Aufsteigender Dickdarm (Colon ascendens)
    • Querer Dickdarm (Colon transversum)
    • Absteigender Dickdarm (Colon descendens)
    • S-förmiger Dickdarm (Colon sigmoideum)
  • Ileozäkalklappe / Bauhin-Klappe (Valva ileocaecalis)
  • Blinddarm (Caecum)
  • Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  • Mastdarm (Rectum)

Welche Funktionen hat der Dünndarm?

  • Hauptort der Verdauung
  • Resorption von Nahrungsbestandteilen und Verdauungssäften
  • Transportieren des Nahrungsbreis
  • Immunabwehr (im Ileum) 

Welche Funktionen hat der Dickdarm?

  • Rückresorption von Wasser und Elektrolyten                                   
  • Eindicken des Darminhalts
  • Speicherung des halbfesten Stuhls im Mastdarm
  • Langsames Transportieren des Darminhalts

Zeichnen Sie die Lage von Dünn- und Dickdarm im Bauch?

siehe Bild

Wie ist die Darmwand gebaut?

Besteht aus Mesenterium, Blutgefässe, Nerven, Serosa, Längs- und Ringmuskelschicht, Schleimhaut (Mukosa),  Schleimhautmsukulatur , Schleimhauteptihel sowie Drüsen in der Schleimhaut

Wie ist die Darmschleimhaut aufgebaut?

  • Enorme Oberflächenvergrösserung der Schleimhaut durch hohe, ringförmig verlaufende Falten (Kerckring-Falten), auf diesen Falten befinden sich die Zotten (Ausstülpungen) und Krypten (etwas kürzere Einstülpungen). Zusätzlich tragen die Schleimhautzellen (Enterozyten, Saumzellen) zur Oberflächenvergrösserung bei.
  • Im Zentrum der 4 Mio. Zotten findet sich jeweils ein Lymphgefäss (Transport der Darmlymphe).

Was bedeuten Sekretion und Resorption?

  • Resorption = Aufnahme von Nahrungsstoffen in den Organismus (Darm-> Blut)
  • Sekretion = Abgabe von Flüssigkeit aus dem Körper (Schleim, Schweiss, Verdauungssäfte, Tränenflüssigkeit, Hormone)
  • Exkretion = Ausscheiden von Stoffwechselprodukten aus dem Körper (z.B. Harn)

Was bedeutet Diffusion?

ist die rein zufällige Durchmischung von Schwebestoffen, die zum Konzentrationsausgleich der beiden beteiligten Stoffe führt, sofern alle Voraussetzungen hierfür erfüllt sind.

Wozu dient eine semipermeable Membran?

Zur Filtration:

  • die Membran hat eine bestimmte Porengrösse, wodurch nur bestimmte Moleküle durch die Membran hindurch können.

Bei der Osmose:

  • die Membran ist nur für bestimmte Stoffe durchlässig (Wasserdiffusion)

Wie sehen die Leber und die Gallenblase aus?

siehe Bild

Von wo bis wo verlaufen die Gallenwege?

Von der Leber (Produktion)-> Ductus hepaticus -> Ductus cysticus -> zu der Gallenblase (Speicherung) -> Ductus cysticus -> Ductus choledochus -> bis zum Dünndarm (Abgabe) 

Wo wird die Gallenflüssigkeit gebildet und wo fliesst sie hin?

Wird in der Leber gebildet und fliesst dann zur Speicherung in die Gallenblase und wird für die Fettverdauung in den Dünndarm ausgeschüttet.

Welche Funktionen hat die Galle?

  • Dient der Fettverdauung und -resorption
  • Ist eine Mischung aus Gallensalzen, Bilirubin, Cholesterin, Lecithin u.a.

Beschreiben und/ oder zeichnen Sie die Blutversorgung der Leber?

  • Erhält sauerstoffreiches Blut über die A. hepatica propria
  • Erhält sauersoffarmes Blut des Pfortadersystems über die V. portae
  • Sauerstoffarme Blut fliesst über die Vv. Hepaticae ab und mündet dann in die V. cava inferior ab

Wie sieht die Blutversorgung des Darmes aus?

siehe Bild

Was bedeutet Pfortader oder Pfortadersystem?

  • Sammelstelle für venöses Blut der unpaaren Bauchorgane (Magen, Dick- und Dünndarm, Bauchspeicheldrüse sowie Milz)
  • Das sauerstoffarme Blut des Pfortadersystem ist nach dem Essen reich an Nährstoffen und Abbauprodukten.
  • In den Kapillaren der Leber mischt sich das nährstoffreiche Blut aus der Pfortader mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Leberarterie und steht so dem Stoffwechsel der Leberzellen zur Verfügung.

Zeichnen Sie die Bauchspeicheldrüse und die benachbarten Organe

siehe Bild

Welche Drüsen enthält das Pankreas?

  • Endokine Drüsen -> ins Blut
  • Exokrine Drüsen -> in den Darm

Beschreiben Sie die Drüsenfunktionen des Pankreas

In den Darm (exokrin):

  • Verdauungsenzyme spalten Eiweisse, Fette und Stärke auf
  • Bicarbonat neutralisiert den sauren Mageninhalt (Darm verträgt diesen sonst nicht)

Ins Blut (endokrin):

  • Glukagon aus A-Zellen, erhöhen den Blutzucker
  • Insulin aus B-Zellen, senken den Blutzucker
  • Somatostatin aus D-Zellen, hemmen Glukagon und Insulin

Was versteht man unter Steuerung des Verdauungssystems?

  • Neuroendorkines Steuerungssystem (N. Vagus und Magenhormone)
  • N. vagus (neuro): Nahrung riechen, sehen, schmecken und sich vorstellen
  • Magenhormone (endokrin): Gastrin (wirkt auf den Magen und Salzsäure), Sekretin (wirkt auf Magen, Leber, Pankreas), CKK (wirkt auf Gallenblase), Motilin (beschleunigt die Darmtätigkeit)

Skizzieren sie die wichtigsten Elemente der Verdauungssteuerung

  • Gastrin -> wirkt auf den Magen und die Salzsäure
  • Sekretin -> wirkt auf den Magen, die Leber und das Pankreas
  • CKK (Cholecystokinin) -> wirkt auf die Gallenblase und das Pankreas
  • Motilin -> beschleunigt die Darmtätigkeit

Welche Nahrungsbausteine kennen Sie?

  • Eiweisse (EW)
  • Kohlenhydrate (KH)
  • Fette
  • O2
  • H2O

Lernen