FFH-Lernheft 2/4


E. H.
Diese Karteikarten behandeln fortgeschrittene Themen der Unternehmenssteuerung und des Controllings auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Budgetierungsansätze wie Beyond Budgeting, Advanced Budgeting und Zero-Base Budgeting, sowie auf die Ermittlung des Cash-Flows und die Planung von Umsätzen. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Studierende und Praktiker im Finanzbereich, die ihre Kenntnisse in der Unternehmenssteuerung vertiefen möchten.
Cartes-fiches
35
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Finances
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
07.07.2013 / 24.03.2014

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Nennen und erklären Sie die Teilgebiete des betrieblichen Planungssystems.

  • Leitbildplanung: unternehmerische Grundsatzentscheidungen, Unternehmenswerte 
  • Strategische Planung: langfristige Strategien für Geschäftsfelder, Marktsegmente; Erfolgspotenziale entwickeln
  • Operative Planung: Überführung langfristiger Ziele ind Kurz- und Mittelfristpläne

⇒ Zusammenführung/Abstimmung der drei Teilkomplexe 

⇒ Erfolgs- und Liquiditätsplanung

Was legt die Leitbildplanung fest?

Unternehmensleitbild: unternehmerische Grundsatzentscheidungen und Unternehmenswerte, Verhältnis zu Stakeholdern, Umwelt, Technologie

möglichst präzise

Was legt die strategische Planung fest?

langfristige Strategien für einzelne Geschäftsfelder, Marktsegmente, Technologiefelder und deren Erfolgspotenziale

Was erfolgt in der operativen Planung?

eine Überführung der langfristigen Ziele in Kurz- und Mittelfristpläne - Erstellung der Liquiditäts- und Erfolgsplanung durch Abstimmung von Leitbild-, strategischer, operativer Planung

Was verstehen Sie unter dem Begriff Budgetierung?

  • Formalzielplanung (Ergebnis-/Finanzzielplanung)
  • Budgetierungsprozess (Aufstellen, Verabschieden, Kontrolle, Abweichungsanalyse)

Definieren Sie die Begriffe Liquidität und Erfolg.

Liquidität: Fähigkeit des Unternehmens, jederzeit betrags- und termingerecht seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen

Erfolg: Überschuss der Erträge über die Aufwendungen

Welche Aufgabenbereiche der Unternehmensführung kennen Sie? Welches sind die zentralen Steuerungsgrößen und Orientierungsgrundlagen?

strategische Führung - operative Führung

Orientierungsgrundlagen: 

  • Substitutionszeitkurve
  • neue technische Lösungen
  • Erfahrungskurve
  • Bilanz

Steuerungsgrößen:

  • neue Erfolgspotenziale
  • bestehende Erfolgspotenziale
  • Erfolg
  • Liquidität

Nennen Sie die Funktionen der Planung/Budgetierung!

  • Fahrplan (Zielvereinbarung zwischen Führung und Bereichsverantwortlichen)
  • Kommunikation: zeigt Auswirkungen geplanter Maßnahmen, Informationsinstrument
  • Koordination: Instrument zur vollständigen und lückenlosen Abstimmung von Zielen und Maßnahmen
  • Partizipation: Verantwortliche der einzelnen Bereiche bringen sich ein
  • Handlungsanreiz
  • Überprüfbarkeit

Welche Grundsätze der Budgetierung kennen Sie?

  • Vollständigkeit (Going Concern Ansatz)
  • Folgerichtigkeit (plausibel, nachvollziehbar)
  • Dokumentation (Nachprüfbarkeit)

Wer sind die Träger der Budgetierung?

2. und 3. Führungsebene

Welche Formen der Budgetierung kennen Sie?

Top-Down

Bottom-Up

Top-down-bottom-up (Gegenstromverfahren)

Wie lange dauert ein Budgetierungsprozess in der Regel und wann beginnt er?

ca. 1 - 3 Monate, beginnt nach Sommerpause (wenn Wirtschaftsjahr = Kalenderjahrt)

Was verstehen Sie unter rollierender Planung?

Budgetierungszeitraum bleibt gleich (12 Mo), nach Abschluss einer Planungsperiode (Monat/Quartal) wird der Zeitraum neu angeführt

Beschreiben Sie den Ablauf des Budgetierungsprozesses und seine Phasen!

  • Vorbereitung (Informationen sammeln)
  • Zielvereinbarung (quantitative Ziele für das Budgetjahr)
  • Budgeterstellung (Grundsätze der flexiblen Grenzplankostenrechnung)
  • Verabschiedung
  • Umsetzung

Worauf baut die Budgetierung auf?

  1. strategischer Plan
  2. aktuelle Erwartungsrechnung lfd. Wirtschaftsj
  3. operative Einzelpläne der Bereiche
  4. Ist-Kosten und Leistungsrechnung
  5. Finanzbuchhaltung

Was ist der Output des Budgetierungsprozesses?

  1. Plan-GuV
  2. Plan-Cash-Flow Statement
  3. Planbilanz

Welche sind die klassischen Problemfelder zwischen Controlling und Rechnungswesen?

  • Datenaktualität
  • Detaillierungsgrad
  • Wertansätze
  • Maßgeblichkeitsprinzip/Orientierung am Steuerrecht

Was sind die Merkmale der GuV nach Gesamtkostenverfahren?

  • Periodenerlöse / Periodenkosten
  • Gesamtleistung d. Gj / gesamte Aufwendungen 
  • Bestandsveränderungen gesondert gezeigt
  • Kostenartenorientierung (Material, Personal, Abschreibungen, Sonstige)

Was sind die Merkmale der GuV nach Umsatzkostenverfahren?

  • Umsatzerlöse / zur Erzielung anfallende Kosten
  • Bestandsveränderungen nicht gesondert
  • Kostenstellenorientierung (Herstellung, Verwaltung, Vertrieb, Sonstige) > BAB

Welche der beiden GuV-Varianten ist aus Controllingsicht zu bevorzugen? Begründung

Umsatzkostenverfahren, weil:

  • keine Bestandsaufnahme Halb- und Fertigerzeugnisse erforderlich
  • Gliederung Erlöse/Kosten nach Produktgruppen
  • hohe Genauigkeit der Kosten- und Leistungs-erfassung durch Kostenstellenrechnung
  • größere Aussagekraft
  • Ausbaumöglichkeit zu stufenweiser DB-Rg.

Welche Bedeutung hat die Rechnungslegung nach IFRS und was sind die Vorteile für ein integriertes Controlling?

IFRS baut auf Management-Approach auf (Controlling-Informationen auch externen Investoren zur Verfügung stellen)

Treiber in Richtung Integration von internem und externem Rechnungswesen

einheitliche Informationsinhalte für Management und Markt

Was ist eine Umsatzprognose? Was eine Absatzprognose?

Umsatzprognose: Wie viele Einheiten können unter bestimmten Bedingungen bei welchem Preis verkauft werden?

Absatzprognose: Vorhersage der Absatzmenge in Abhängigkeit eines bestimmten Preises 

Was ist der Unterschied zwischen Umsatzplanung und Umsatzprognose?

Umsatzprognose: Wie viele Einheiten können unter bestimmten Bedingungen bei welchem Preis verkauft werden?

Umsatzplanung: Wie viele Einheiten wollen wir zu welchem Preis verkaufen?

Welche Besonderheiten sind bei der Leistungsplanung in Produktions-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen zu beachten?

Produktionsbetrieb: zentrale Elemente sind Produkte/Produktgruppen, Nachfrage, Absatz, Preis

Dienstleistungsbetrieb: Produktionsfaktoren Zeit und Personal

Handelsbetriebe: Preis-Mengen-Gerüst; alternativ Ermittlung des Mindestumsatzes zur Fixkostendeckung

Was ist der Zweck der Cash-Flow-Rechnung?

zeigt die geplante Veränderung der liquiden Mittel als indirekte, vom Ergebnis laut GuV ausgehende Form der Finanzierung

Transformation der Aufwands- und Ertragsrechnung in Einzahlungs- und Auszahlungsrechnung

Welche Methoden der Cash-Flow-Ermittlung kennen Sie?

  • Cash-Flow-Statement
  • Praktiker-Cash-Flow

Beschreiben Sie die Vorgehensweise bei der Ermittlung des Cash-Flows nach der indirekten Methode!

Planergebnis

+ Abschreibungen

+Dotierung / - Auflösung langfristige Rücklagen

+/- sonstige unbare Aufwändungen/Erträge

= Cash Flow aus Ergebnis

+/- Abnahme / Zunahme Umlaufvermögen

+/- Zunahme / Abnahme Fremdkapital

= Cash Flow aus lfd. Geschäftstätigkeit

-/+ Investitionen/Desinvestitionen Anlagen

= Cash Flow aus Investitionstätigkeit

+/- Erhöhung/Rückzahlung Eigenkapital

+/- Aufnahme/Rückzahlung von Krediten/Darlehen

= Cash Flow aus Finanzierungsbereich

Zahlungsmittelüberschuss/-bedarf = Netto-Cash-Flow

Verwendung Überschuss/Deckung Bedarf

Was wird allgemein unter dem Praktiker-Cash-Flow verstanden und wie errechnet er sich?

näherungsweise Ermittlung der Zahlujngskraft

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

+Abschreibung

+Dotierung -Auflösung langfr. Rückstellungen

= Praktiker CF

Was sagt die Planbilanz aus?

zeigt die geplanten Veränderuingen in der Vermögens- und Kapitalstruktur

Welche alternativen Budgetierungsansätze kennen Sie?

  • Zero-Base-Budgeting
  • Better Budgeting
  • Advanced Budgeting
  • Beyond Budgeting

Erklären Sie den Ansatz des Zero-Base Budgeting.

Budget wird nicht auf Basis von aktuellen Budget-/Ist-Daten erstellt sondern von Grund auf neu geplant

Was sind die Kritikpunkte an der herkömmlichen Budgetierung?

  • hoher Ressourcenaufwand
  • zu detailliert
  • innenorientierte Ziele
  • monetärer Fokus
  • Fortschreibung bisheriger Werte
  • fehlende Anbindung an strategischen Plan
  • unrealistische Prämissen
  • Behinderung des Prozessdenkens

Was wird unter Better Budgeting verstanden?

unternehmensspezifische Anpassungen und Verbesserungen

  • Entfeinerung Budgetierungsprozess (ABC)
  • Marktorientierung
  • weniger Ressourcenaufwand
  • Konzentration auf erfolgskritische Prozesse
  • Übergang zu Meilensteinplanung
  • Integration Benchmarking

Erklären Sie den Ansatz des Advanced Budgeting.

weiter als Better Budgeting, 8 Eckpunkte:

  1. relative statt fixe Ziele
  2. Konzentration auf Performancegrößen
  3. Berücksichtigung aller Leistungsebenen
  4. Output- und Prozessorientierung (statt Input)
  5. Benchmarking statt Kostenbetrachtung
  6. rollierende Budgetierung
  7. integrierte Planung, mit Budget abgestimmt
  8. Budgets nur für wesentliche Positionen

Erklären Sie den Ansatz des Beyond Budgeting.

angepasste flexible Steuerungs- und Regelungsinstrumente

12 Führungsprinzipien:

  1. Kundenorientierung
  2. überschaubares Netzwerk verantwortl. Teams
  3. Team-Selbstorganisation
  4. Unternehmenskultur der Verantwortlichkeit
  5. Transparenz
  6. Vorgaben für Werte/Ziele/Grenzen
  7. relative Ziele/kontinuierliche Verbesserung
  8. rollierende Strategieentwicklung
  9. Frühaufklärung
  10. Mittelzuweisung entsprechend der Ziele
  11. Selbstkontrolle durch Informationsversorgung
  12. Entgelt- und Anreizsysteme

Étudier