Bodenphysik


Nadine Noser
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in die Bodenkunde, mit Fokus auf die Eigenschaften und Prozesse des Bodens. Sie behandeln Themen wie die Bedeutung von Bodentemperatur, Wassergehalt, Saugspannung und die Auswirkungen von Bodenverdichtung auf Luft- und Wasserleitfähigkeit. Die Karteikarten eignen sich besonders für Schüler der Grundschule, die die Grundlagen der Bodenkunde verstehen möchten, da sie wichtige Konzepte wie die Stabilität des Bodens, die Textur und die Messung von Bodeneigenschaften erklären.
Karten
72
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
05.06.2013 / 12.01.2021

Lernkarten

Phasensystem des Bodens (3)

1.Die feste Phase – die Bodenmatrix

2.Die flüssige Phase – das Bodenwasser

3.Die Gasphase – die Bodenluft

Betrachungsebenen der drei Phasen

•Ebene 1: Anteile der Phasen

–Lagerungsdichte, Porosität, Wassergehalt, …

•Ebene 2: Verteilung der Phasen

–Porengrössenverteilung

–Korngrössenverteilung, Körnungsdreieck

•Ebene 3: Räumliche Anordnung der Phasen

–Wie hängen die Phasen zusammen?

–Struktur, Gefüge

Ebene 1: Phasenanteile

Anteilbestimmung von Festsubstanz, Bodenwasser und Bodenluft. ausgedrückt in Masse oder Volumen (dazu werden Messung von Wassergehalt, Stättigungsgrad, Luftgehalt, Ladungsdichte, Matrixanteil gemessen)

•Volumenanteile: leichter interpretierbar

•Massenanteile: einfacher messbar, besser reproduzierbar

•Die gemessene Grösse kann abhängig von der Grösse der Probe sein

Ebene 2: Grössenverteilung

Grösse der einzelnen Einheiten der verschiedenen Phasen werden gemessen. (mineralische Bodenbestandteile, Porenraum, Häufigkeitsverteilung)

 

Ebene3: Anordnung der Phasen

•Für Transportprozesse im Boden ist die räumliche Anordnung der Poren besonders wichtig.

•Stichworte dazu sind:

–Porenkontinuität (Zusammenhängen der Poren)

–Uniformität (Porendurchmesser konstant oder verändert?)

–Tortuosität (Transportweg gerade oder gebogen?)

•Bsp. Regenwurmgänge: für eine tiefere Bodenschicht sind Regenwurmgänge nur dann von Bedeutung, wenn sie kontinuierlich mit der Bodenoberfläche verbunden sind!

2. Die feste Phase - die Boden Matrix

unterteilt in: Feinerde (< 2mm) und Skelett (> 2mm)

Die Feinerde besteht aus den drei Korn-Fraktionen

➣ Sand (2 mm – 50 mm) ➣ Schluff (50 mm – 2 mm) ➣ Ton (<2 mm)

Die Korngrössenverteilung (mengenmässige Anteile der einzelnen Kornfraktionen) in der Feinerde macht die Bodenart oder Textur eines Bodens aus!

Trennmethode der verschiedenen Fraktionen: Sieben

Bodenskelett

 

•Grosse Variation möglich

•Skelettanteil wichtig für die physiologischen Gründigkeit eines Bodens: «pflanzennutzbarer Bereich»

•Genaue Bestimmung aufwändig, Meistens Schätzung

  • Anteil Bodenskelett gibt Hinweis auf Grad der Verwitterung

Fraktionen des Bodenskeletts

Schweiz : 6 Fraktionen des Bodenskeletts

Bestimmung durch Nass-Sieben im Labor

Die Textur(=Korngrössenverteilung) der Feinerde beeinflusst wichtige bodenphysikalische Parameter unmittelbar. Nämlich:

• Dichte
• Porosität
• Luftleitfähigkeit
• Wasserleitfähigkeit
• Temperatur
• Wasserspeichervermögen

Messmethode für Texturbestimmung

  • Fühlprobe auf dem Feld
  • Sedimentation (Suspension in Zylinder, Bodenpartikel sinken ab, Probeentnahme mit Pipette in definierter Tiefe in definierter Zeit, getrockneter Pipetteninhalt wird in Massanteile von Ton, Schluff und Sand umgerechnet)

Was beeinflusst die Lagerungsdicht eines Bodens

Die Textur.

Beeinflusst durch: Kornform, Korngrössenabstufung, Lagerung der Körner

Sandige Böden mit rundlichen Teilchen sind dichter als tonige mit sperrigen Tonplättchen.

Abgestufte Körnung führt eher zur verdichtung als einheitliche Körnung, weil kleinere Körner zwischen grössere rutschen.

Messmethoden für die Textur

  • Sieben

  • Fühlmethode

  • Pipettenmethode

  • Optische Methoden

Lagerungsdichte

•Auch scheinbare Dichte genannt (pa: apparent density) = Dichte des Bodens (inkl. Porenraum) = Masse Festsubstanz / Volumen (g/cm3)

•Messung: Probeentnahme mit Zylinder, trocknen, wägen, berechnen

•Berechnung: Trockengewicht / Probenvolumen (Mm / Vtot = pa)

•Eng gekoppelt mit dem Porenvolumen

•Wichtig für Wasser- und Lufthaushalt des Bodens

•Abhängig von Körnung, organischer Substanz, Gefüge, Bearbeitung (Bodenverdichtung!)

 

effektive Lagerungsdichte (tonkorrigiert)

•Berücksichtigt den Tongehalt des Bodens

•Effektive Lagerungsdichte = Lagerungsdichte pa [g/cm3] + 0.009*Tongehalt [%]

•Grund: Ton hat aufgrund seiner sperrigen Plättchen ein grösseres Porenvolumen als Schluff oder Sand

•Bei gegebener LD ist sandiger Boden besser durchwurzelbar. optimaler Dichtebereich für Pflanzen höher als bei Tonboden effektive Lagerungsdichte besseres Mass für Verdichtung!

 

reelle Dichte

  • Die reelle Dichte (spezifische Masse) ist die Dichte der Bodenfestsubstanz ohne den Porenraum
  • Sie wird häufig mit 2.65 g/cm3 angegeben
  • Für genaue Untersuchungen muss die reelle Dichte im Labor bestimmt werden
  • Ein Beispiel für die Anwendung der reellen Dichte Porosität E = 1 – (pa/pr)

 

Mm / Vm = pr

ca 2.65 kg / lt

Masse des Bodens bezogen auf das Volumen der Festsubstanz ohne Porenraum

 

Bodengefüge

räumliche Anordnung der unregelmässig geformten festen Bodenbestandteilen, die sich im Verlauf der Pedogenese einstellt Grosser Einfluss auf Porensystem Drei Gruppen von Gefügen werden unterscheiden:

Primärgefüge:

  • Einzelkorngefüge (nicht miteinander verklebt, ungünstig)
  • Kohärentgefüge (einfache Verkittung der Einzelkörner, ungünstig)

Aggregatgefüge / Sekundärgefüge (verbundene Primärpartikel, ideal) :

  • Krümelgefüge
  • Säulengefüge
  • Plattengefüge

 

Primärgefüge / Elementargefüge

Bodenpartikel nicht zu Aggregaten zusammengeschlossen, sondern gleichmässig im Boden verteilt --> Primärporen

Sekundärgefüge / Aggregatgefüge

•Einflüsse auf Primärgefüge - Biologische Aktivität - Austrocknung / Wiederbefeuchtung - Frost- / Tauzyklen

• Bildung von Gruppen primärer Bodenpartikel, die untereinander stärker verbunden sind als mit angrenzenden Partikeln: Aggregate

•durch grössere Poren voneinander abgegrenzte Struktureinheiten -->Sekundärporen

Fehler in der Bearbeitung des Bodengefüges. Konsequenz?

  • Gefügedegradation
  • Verschlechterung der Bodenqualität
  • Erhöhung Erosionsrisiko
  • Erholung des Bodens nur sehr langsam

 

Bodengefüge: empfindlich

 

Volumetrischer Wassergehalt

Volumen des Bodenwassers / Gesamtvolumen

gravimetrischer Wassergehalt

Masse des Bodenwassers / Masse der Matrix (=Trockensubstanz)

Direkte Messung des Wassergehalts

Genug Wiederholungen (z.B. 5), «Punktmessung»

Problem: Die Probe ist nach der Messung zerstört keine Messung direkt im Feld möglich

Wassergehalte können stark variieren  (deshalb immer mehrere Messungen machen)

 

Kohäsion

zwischenmolekulare Kräfte zwischen zwei Teilchen

Adhäsion

zwischenmolekulare Kräfte benachbarter Phasen

(Oberflächenspannung)

Oberflächenspannung

Beispiel Wassertropfen

  •  Kohäsion un Adhäsion
  •  Innerhalb der Flüssigkeit heben sich die Kräfte auf
  • Moleküle an Oberfläche erfahren nach innen gerichtete Kraft
  • Oberfläche ist gespannt und nur mit Krafteinwirkung vergrösserbar

wenn feste Oberfläche dazu kommt: hydrophile (anschmeigen) oder lipophyle (wegballen) Reaktion des Wassers

Bodeninnere ist meist gut benetzbar, Wasser schmiegt sich an, es entsteht Wasserfilm

 

 

Kapillarität

  • In einer gut benetzbaren Kapillare schmiegt sich das Wasser aufgrund der Adhäsionskräfte an die Kapillarwand
  • Es steigt so lange auf, bis die durch die Oberflächenspannung verursachte nach oben gerichtete Kraft durch die Gewichtskraft der Flüssigkeit kompensiert wird
  • In der Kapillare formt das Wasser  einen nach unten gewölbten Meniskus (Grenze Luft, Wasser)

 

--> Je feiner die Körnung, desto höher die kapillare Stighöhe des Wassers. Somit hält sich das Wasser in den feinen Poren auf, Luft in den groben.

Wasserbindung im Boden.

Kapillarer Aufstieg im Boden abhängig von:

  • Körnung,
  • Kapillardurchmesser,
  • Oberflächenspannung

Tensiometrie

Für Saugspannung im Feld messen.
Je grösser die Saugspanne, desto grösser der Unterdruck und desto negativer der Wert

Masseinheit für Saugspannung: cbar (Centibar). 1 cbar = 10 cm Wassersäule = 10 hPa

Saugspanne wird über poröse keramikkerze auf Wassersäule im Inneren eines Rohres (U-Form) übertragen und als Unterdruck registriert.

 

Desorptionskurve

  • Sie stellt den Zusammenhang zwischen Saugspannung und Wassergehalt des Bodens her.
  • Die Desorptionskurve beschreibt pF (log Saugspannung in hPa) als Funktion des Wassergehaltes
  • Desorptionskurve von Sand tief, weil wenig Unterdruck benötig wird um Boden zu trocknen. Kurve von Tonböden hoch, weil viele Feinporen und viel Saugspannung nötig
  • Da die Saugspannung vom Durchmesser Wasser gefüllter Poren abhängt, kann auf die Porenklassen geschlossen werden.
  • Die Desorptionskurve erlaubt Rückschlüsse auf das pflanzenverfügbare Wasser.
  • Feldkapazität (FK) = Saugspannung nach Abfluss des Gravitationswassers
  • permanenter Welkepunkt (pWP) = Saugspannung bei nur noch Totwasser

 

Desorption

 

•Jeder Boden hat Poren unterschiedlicher Menge und Grösse

•Je nach Porengrössenverteilung wird das Wasser unterschiedlich stark zurückgehalten

•Ein feinporiger Boden kann bei einer grossen Saugspannung noch recht feucht sein, während ein grobporiger Boden schon sehr trocken ist

•Wie viel Wasser in einem Boden bei einer bestimmten Saugspannung noch gespeichert ist, kann mit der Desorptionskurve gemessen werden!

Porenklassen und deren Eigenschaften

•Grobporen: Wurzeln

–Bioturbation, Schrumpfungsrisse

–Sauerstoffversorgung des Bodens

–Makroporenfluss: schneller Transport (Wasser und Stoffe. auch Schadstoffe!!)

–Mindert Überstaubildung (Wasser)

•Mittelporen: Bakterien

–Wasserversorgung für Pflanzen

-gut durchwurzelt

–reger Stoffaustausch, chemische Reaktionen

•Feinporen: für Lebewesen nicht zugänglich

–Haft- und Kapillarwasser, Totwasser

–Stoffaustausch mit langen Diffusionswegen (langsam)

-Lebewesen nicht zugänglich

Porenklassen: Fazit

 

•Wegen der Kapillarkräfte sind verschiedene Porenklassen "nötig" für einen gut funktionierenden Boden Wasserhaushalt

•Sowohl Grobporen (Durchlüftung) als auch Mittelporen (Wasserverfügbarkeit) sollten in "genügender" Menge vorhanden sein.

•Damit das Gravitationswasser auch abfliessen kann (Drainage), dürfen keine verdichteten, schwer durchlässigen Horizonte vorhanden sein.

Wassergehalt und Stabilität

 

•Der Wassergehalt beeinflusst die Stabilität eines Bodens

•Nasse Böden sind immer weich

•Trockener Ton ist sehr hart während trockener Sand zerrieselt

•Grund: im trockenen Ton ist noch Wasser in sehr feinen Poren sehr stark gebunden, im Sand gibt es keine Feinporen

Luftkapazität:

 

 

•Mass für die potentielle Sauerstoffversorgung des Bodens

•Wichtig für Atmungs- und Bodenentwicklungsprozesse

•entspricht dem Porenvolumen, das bei Feldkapazität des Bodenwassers mit Luft gefüllt ist (weite) Grobporen

Je größer ..........  und.........., desto besser Durchlüftung eines Bodens

Porenvolumen und  Luftkapazität

Böden werden mit Tiefe....

dichter

Luftdurchlässigkeit nimmt ab, schlechtere Durchlüftung, CO2-Gehalt steigt, O2-Gehalt sinkt

Liegt Luftkapazität unter 10%, dann

Atmungsprozesse laufen gehemmt ab

Bodenatmung

= Summe verschiedener CO2-freisetzender Prozesse im Boden

• CO2-Freisetzung durch Wurzelatmung und durch den Abbau von Wurzelrückständen und Exsudaten im Bereich der Rhizosphäre

• Stoffwechselaktivität ("Atmung") der Mikroorganismen und der Mikrofauna (Anteil bis zu 70%)

• Chemisch-physikalisch bedingte CO2-Freisetzung, z.B. durch Gesteinsverwitterung oder durch Abgabe von im Bodenwasser gelöstem CO2 (geringer Anteil)

• Messung der Bodenatmung: CO2-Abgabe der Bodenoberfläche

 

Bodenluft

Grundsätzlich dieselben Komponenten wie die oberirdische Atmosphäre

  • Jedoch in abweichender Zusammensetzung!
  • Abnahme des Sauerstoffanteils O2
  • Zunahme des CO2-Anteils 
  • sehr hoher Wassergehalt in der Bodenluft

O2 fördert:

  • biologische Bodenaktivität
  • Wurzelwachstum
  • Abbau org. Mat. (Mineralisierung)
  • Redox-Potenzial

Unterschied Bodenatomosphäre bei gut und schlecht gelüfteten Böden

Abnahme Sauerstoff, Zunahme CO2 (massiv!!)

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