Stolpersteine Ergänzungen
kulturelles Gedächtnis Vertiefung
kulturelles Gedächtnis Vertiefung
-
- 1 / 40
-
Cartes-fiches
Seit wann beschäftigt sich man in Deutschland mit der Erinnerungskultur?
In den letzten 3 Jahrzehnten ist die deutsche Erinnerungskultur mit großer Energie, finanziellen Aufwand und bürgerschaftlichem Engagement aufgebaut worden. Mit einer Fülle von Institutionen und Initiativen, Gedenkstätten und Museen, Veranstaltungen und Programmen ist sie inzwischen für alle unübersehbar geworden. Sie ist durch die Medien ganz selbstverständlich in den Alltag eingebettet, vor der Haustür in Form von Stolpersteinen präsent und überregional sichtbar in herausragenden Bauten und Monumenten.
Was sieht Aleida Assmann das kollektive Gedächtnis?
Aleida Assman sieht im kollektiven Gedächtnis nicht den Zusammenschluss individueller Gehirne, wie die Computer einer LAN Party, sondern das kollektive Gedächtnis beruht auf gemeinsamen Riten, Symbolen und Geschichten, an denen man teilnimmt und die man sich gegenseitig erzählt.
Wer schafft in totalitären Gesellschaften das kollektive Gedächtnis, wer ist in Demokratien dafür verantwortlich?
In totalitären Gesellschaften ist es der Staat, der das kollektive Gedächtnis schafft, und kontrolliert, in Demokratien sind es obendrein auch die Bürger, die Künstler, die Parteien und v.a. die Medien (Das neue Unbehagen, Assmann).
Wie kommt nach Halbwachs Vergessen zu Stande?
Nach Maurice Halbwachs lebt und erhält sich das Gedächtnis in der Kommunikation, bricht diese ab, bzw. verschwinden oder ändern sich die Bezugsrahmen der kommunizierten Wirklichkeit, ist Vergessen die Folge. Man erinnert nur, was man kommunizieren und was man in den Bezugrahmen des Kollektivgedächtnisses lokalisieren kann. (Jan Assmann, kulturelles Gedächtnis)
Worin sieht Halbwachs den Unterschied zwischen Geschichte und Gedächtnis?
Die Geschichte verfährt nach Halbwachs genau umgekehrt, wie das kollektive Gedächtnis. Während das kollektive Gedächtnis die Gruppe von innen sieht und bestrebt ist, ihr ein Bild ihrer Vergangenheit zu zeigen, in dem sie sich in allen Stadien wiedererkennen kann und daher tiefgreifende Veränderungen ausblendet die „Geschichte“ wiederum solche wandlungslosen Zeiten als „leere“ Intervalle aus und lässt nur das als historische Faktum gelten, was als Prozess oder Ereignis Veränderungen anzeigt.
Es gibt zwar viele Kollektivgedächtnisse aber nur eine Historie, die jeden Bezug auf die eine Gruppe, eine Identität, einen spezifischen Bezugspunkt abgestreift hat und die Vergangenheit in einem identitätsabstrakten Tableau rekonstruiert.
Was ist der Ansatzpunkt der Geschichte nach Halbwachs?
Wo die Vergangenheit nicht mehr erinnert, d.h. gelebt wird, hebt die Geschichte an. Die Geschichte beginnt im allgemeinen erst an dem Punkt, wo die Tradition aufhört und sich das soziale Gedächtnis auflöst. Eben dort wo die Vergangenheit nicht mehr bewohnt ist. (Kulturelles Gedächtnis, Jan Assmann).
Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Forschung von Halbwachs?
1. Soziogenese des Gedächtisses: Das Gedächtnis ist soziogen im doppelten Sinne: Es entsteht durch Gemeinschaft und es lässt Gemeinschaft entstehen.
2. Rekonstruktivität: Erinnerungen werden bewahrt, indem sie in einen Sinn-Rahmen eingehängt werden. Vergessen bedeutet Auflösung des Sinn-Rahmens.
3. Gedächtnis vs. Geschichte: Dem Gedächtnis das bewohnt wird, steht die Geschichte gegenüber, die nicht bewohnt wird, die keinen Bezug zu einer Gruppenidentität hat.
Wie steht Aleida Assmann zu der Beziehung Geschichte und Gedächtnis?
Nach Aleida Assmann dürfen wir also von unterschiedlichen Formen des Erinnerns ausgehen- persönlichen und kollektiven- die sich keineswegs gegenseitig aufheben oder ausschalten. Dasselbe gilt für das Nebeneinander von Gedächtniskonstruktionen und historischer Forschung.
Es ist sogar festzustellen, dass der Großteil der Gedächtnisforschung inzwischen von der Zunft der professionellen Historiker getragen wird, die darin offenbar keine Gewissensentscheidung zwischen Wahrheit und Lüge mehr sehen, sondern eine willkommene Ausweitung ihrer Methoden und Fragestellungen.
Denn wir brauchen das Gedächtnis, um der Masse des historischen Wissens Leben einzuhauchen in Form von Bedeutung, Perspektive und Relevanz, und wir brauchen die Geschichte, um die Konstruktion des Gedächtnisses kritisch zu überprüfen, die immer in bestimmten Machtkonstellationen entstehen und von den Bedürfnissen der Gegenwart diktiert sind. (Unbehagen)
Wie sollten sich nach Aleida Assmann die Historiker mit dem Gedächtnis auseinander setzen?
Sie müssen erstens das Gedächtnis als historische Quelle studieren, wollen sie die Verlässlichkeit des Erinnerns auf der Basis der traditionellen historischen Dokumentenkritik überprüfen (oral history). Zweitens sollen sich die Historiker dem Gedächtnis als einer geschichtlichen Erinnerung zuwenden, etwa im Sinne einer Sozialgeschichte des Erinnerns.
Was unterscheidet das kulturelle Gedächtnis nach den Assmanns, ganz wesentlich vom Kommunikativen?
Das kulturelle Gedächtnis ist ein Organ außeralltäglicher Erinnerung. Der Hauptunterschied gegenüber dem kommunikativen Gedächtnis ist seine Geformtheit und die Zeremonialität seiner Anlässe. Das kulturelle Gedächtnis haftet am Festen.
Der Begriff des kulturellen Gedächtnisses bezieht sich also auf ein breites Spektrum kultureller Praktiken, welche und wieso?
kulturelle Praktiken sind bspw. die Konservierung von Spuren, die Archivierung von Dokumenten, die Sammlung von Kunst und Relikten einschließlich ihrer Reaktivierung durch mediale oder pädagogische Vermittlung. Das kulturelle Gedächtnis ist nämlich nicht nur ein passives Speichergedächtnis, sondern umfasst gerade auch die Reaktivierung dieser Vergangenheit und die Möglichkeit ihrer allgemeinen Aneignung als aktives Funktionsgedächtnis.
Welche Rolle spielen die Medien für die Assmanns? Was bedarf es zusätzlich?
Medien sind die Bedingung der Möglichkeit dafür, dass spätere Generationen zu Zeugen eines längst vergangenen und in seinen Einzelheiten vergessenen Geschehens werden können. Der Weg in die aktuelle Erinnerung ist damit noch nicht automatisch geöffnet. Dazu bedarf es sozusagen Medien zweiten Grades, die die gespeicherten Daten aktivieren. ( Die Wirklichkeit der Medien)
Wie sieht J. Assmann die Schrift in Bzg. auf das kulturelle Gedächtnis? Zu welcher Unterscheidung kommt es?
Die allgemeinste Beschreibung der Konsequenz von Schrift ist die, dass mehr gespeichert werden kann, als gebraucht und aktualisiert wird. Die Dimensionen des Gedächtnisses fallen auseinander in Vordergrund und Hintergrund, in die Bereiche des Bewohnten und des Unbewohnten, des Aktualisierten und des Latenten. Somit unterscheiden Assmanns zwischen Speicher- und Funktionsgedächtnis. Das
Was versteht Jan Assmann unter dem Speichergedächtnis?
Das Speichergedächtnis enthält eine unstrukturierte Menge von Elementen, einen unsortierten Vorrat. Die Elemente des Speicher- Gedächtnisses gehören dem Individuum zwar zu, aber es ist weit davon entfernt, über sie zu verfügen. Auf kollektiver Ebene enthält das Speichergedächtnis das unbrauchbar, obsolet und fremd Gewordene, das neutrale Sachwissen aber auch alternative Optionen.
Was versteht Jan Assmann unter dem Funktionsgedächtnis?
Den Aspekt der tatsächlich bewohnt wird, nennen wir das Funktionsgedächtnis. Es handelt sich dabei um ein Stück angeeignetes Gedächtnis, wie es aus einem Prozess der Auswahl, der Verknüpfung oder der Rahmenbildung hervorgeht. Das bedeutet, dass Sinn hervorgeht. Als Konstruktion ist das Funktions-Gedächtnis an ein Subjekt gebunden.
Welche Konsequenz hat diese Unterteilung auf das kulturelle Gedächtnis?
Das kulturelle Gedächtnis verliert unter den Bedingungen externer Speicherungstechniken seine Konturen. Die Grenze zwischen dem Speicher- und dem Funktionsgedächtnis ist deswegen nicht immer klar zu ziehen, weil Inhalte und Speicherungsmedien weitgehend identisch sein können.
Es gibt verschiedene Varianten des Funktionsgedächtnisses, welche sind die 3 wichtigsten?
Die drei wichtigsten sind: Legitimation, Delegitimatin und Distinktion
Was versteht Jan Assmann unter Legitimation?
Wo Legitimation vorherrscht, haben wir es mit dem offiziellen oder politischen Gedächtnis zu tun: Herrschaft brauch Herkunft. Die Allianz zwischen Herrschaft und Erinnerung hat neben der retrospektiven auch eine prospektive Seite. Sie sorgen bspw. , dass ihre Taten erzählt, besungen, in Monumenten verewigt oder archivarisch dokumentiert werden.
Was versteht J. Assmann unter Deligitimierung?
Deligitimierung, das inoffizielle Gedächtnis, die kritische oder subversive Gegenerinnerung, konstituiert als zweites Motiv eine weitere Variante des Funktionsgedächtnisses. Es wird oft gesagt, dass Geschichte von den Siegern geschrieben wird. Ebensogut könnte es heißen: Geschichte wird von den Siegern vergessen. Sie es können es sich leisten zu vergessen.
Was versteht J. Assmann unter Destinktion?
Unter Destinktion versteht man alle symbolischen Äußerungsformen, die zur Profilierung einer kollektiven Identität eingesetzt werden. Im religiösen Bereich geht es um Gemeinschaftsbildung, die durch gemeinsame Erinnerung vermittelt und durch Riten und Feste erneuert wird.
Zu was dient das Speichergedächntis nach Jan Assmann?
Es bildet den Kontext der verschiedenen Funktionsgedächtnisse, gewissermaßen deren Außenhorizont, von dem aus die verengten Perspektiven auf die Vergangenheit relativiert, kritisiert und nicht zuletzt verändert werden können.
Was wird nach Jan Assmann in oralen Kulturen tradiert?
In rein mündlichen organisierten Stammesgesellschaften wird nur das tradiert, was gebraucht wird, und das, was tradiert wird, wird auch gebraucht. Es entstehet eine geschlossene Struktur, die mit dem Begriffen der Homöostase oder der strukturellen Amnesie beschrieben wurden.
Was versteht Assmann unter Homöostase?
Zur Homöostase gehört die beträchtliche Elastizität und Anpassungsfähigkeit mündlicher Kulturen an veränderte historische Bedingungen. Wir dürfen uns die Welt nicht als ein unwandelbares Paradies vorstellen. Die geschlossene Struktur bleibt erhalten, indem die neuen Erfahrungen mit dem alten Wissen kompatibel gemacht werden.
Speichergedächtnis und Funktionsgedächtnis fallen zusammen. Was in letzterem keinen Platz findet, hat keine Chance zu überdauern. Es bleiben keine virtuellen, latenten Gedächtniselemente stehen.
Wie nennt Levi Strauss die oralen Kulturen?
Für diese Kulturen hat der Anthropologe Levi Strauss den Begriff der Kalten Gesellschaft geprägt. Kalte Gesellschaften sind solche, deren kulturelle Reproduktionsformen zwar nicht den Wandel aber die Entwicklung aussperren.
Was ändert sich mit der Schrift nach Jan Assmann?
Mit der Schrift geht eine völlig neuartige Form der Vergangenheitsrepräsentation, des „Gestern im Heute“ einher. Die Schrift vermag nicht nur festzuhalten, was nicht mehr gebraucht wird, sie sprengt auch dem Horizont des sozialen Konsens, indem sie der vereinzelten Stimme eine Chance gibt.
Was versteht Levi Strauss unter heißen Gesellschaften?
Heiße Gesellschaften wiederholen nach Levi Strauss nicht die Modelle der Urzeit, sondern überblicken den Weg ihres Werdens und schreiten auf ihm fort. Sie sind durch ein geringes Bedürfnis nach Veränderung gekennzeichnet.
Wie unterscheiden sich die Träger in der oralen und skripturalen Kultur nach Assmann?
Die mündliche Überlieferung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie an lebendigen Trägern haftet und nicht auf materiale Träger verlagert werden. Mit der Schrift entsteht zum ersten Mal die Möglichkeit, das kulturelle Gedächtnis in gegenständliche Träger auszulagern. Damit reduziert sich freilich die orale Multimedialität der Inszenierung auf einen einzigen Strang, den sprachlichen.
Wie lässt sich der Unterschied zwischen Oralen Kulturen und skripturalen in Bezug auf das kulturelle Gedächtnis sozial erkennen? Was ändert sich mit dem Aufkommen der Schrift?
Das kulturelle Gedächtnis ist bei den oralen Kulturen in den Alten verkörpert, die es den Frauen und Kindern vorenthalten und in den rituellen Formen der Initiation, verbunden mit Ängsten und Qualen, an die jungen männlichen Mitglieder des Stammes weitergeben. à Machtquelle.
Wenn das kulturelle Gedächtnis zur schriftlichen Überlieferung gerinnt, dann ist das identitätssichernde Wissen nicht nur von den lebendigen autoritativen Trägern, den weisen Alten, sondern auch von den Situationen der festlichen, rituellen Kommunikation getrennt. Es wird verfügbar für andere und zugänglich außerhalb der Riten.
Was ändert sich laut Assmann mit dem Aufkommen des Buchdrucks?
Mit der drastischen Vermehrung der Bücher geht eine Explosion des Wissens einher. Mit dem Medium des Drucks entstehen neue Wissens- und Kommunikationsformen. Das kulturelle Gedächtnis verliert unter diesen Bedingungen seine festen Konturen und wird diffus. Nicht Bewahrung, sondern Erneuerung, nicht Erinnerung, sondern Erfindung wird zum neuen Imperativ kulturellen Handels.
Kultur erfüllt laut Assmanns zwei Aufgaben, welche?
Die eine ist die Koordination, die Ermöglichung von Kommunikation durch Herstellung von Gleichzeitigkeit (s. Soziologe Luhmann: „Damit Gesellschaft überhaupt möglich ist, darf es keinen Zeitunterschied zwischen den erlebenden Subjekten geben. Ihr aktuelles Erleben muss zeitlich synchronisiert sein“).
Die andere Aufgabe der Kultur ist die Ermöglichung von Kontinuität. Sie stellt also die Bedingungen dafür bereit, dass nicht jeder einzelne und jede Generation wieder von vorne anfangen müssen.
Welche Aufgaben hat das Gedächtnis nach Assmanns?
Das Gedächtnis ist das Organ der Diachronie, der Ermöglichung von Ausdehnung in der Zeit. Ihm kommen grundsätzlich zwei verschiedene Funktionen zu: 1. Die Speicherung, 2. Die Wiederherstellung. (Wirklichkeit der Medien: Assmanns)
Wie sind Medien und das kollektive Gedächtnis miteinander verbunden?
Medien und kollektives Gedächnis sind auf vielfältige Weise miteinander verstrickt. Von der Alltagskommunikation unter Freunden übder Speichermedien, bis hin zu modernen Massen- und Kommunikationsmedien prägen Medien unsere Bilder von der Vergangenheit.
Was macht den Gedächtnisbegriff von Aby Warburg aus?
Warburg verbindet seine kunsthistorische Forschung explizit mit einer Theorie des kollektiven Gedächtnisses.
Er beobachtete die Wiederkehr künstlerischer Formen.
Für ihn beruht Kulur auf dem Gedächtnis der Symbole.
Allgemein woll Warburg das vielfältige Weiterleben der Antike in der europ. Kultur anschaulich machen. Bei Aby Warburg steht die materiale Dimension im Fokus, bei Halbwachs die soziale.
Was macht Pierre Noras Gedächtnisbegriff aus?
Beudeutung erlangte seine Idee vom Erinnerungsort, womit er die Vorstellung verbindet, dass sich das kollektive Gedächtnis einer sozialen Gruppe an bestimmten Orten kristallisiert. Der Begriff Ort ist dabei nicht geographisch zu verstehen, in jedem Fall besitzt solch ein Ort eine bestimmte Symbolkraft, die für die jeweilige Gruppe eine Identitätsstiftende Funktion hat.
Was versteht Aleida Assmann unter dem Gedächtnis als ars und als vis?
Die Vorstellung vom Gedächntnis als ars, als Kunst oder Technik, geht auf das topologisch geprägte Modell der antiken Mnemotechnik zurück. Gedächtnis als alrs erscheint als ein Wissenspeicher, in den Informationen eingelagert und in der gleichen Form wieder abgerufen werden können.
Mit der Vorstellung von Gedächtnis als vis, einer anthropologischen Kraft, wird hingegen die Dimension der Zeit und ihre transformierende Wirkung auf Gedächtnisinhalte akzentuiert. Gedächtnis als vis, impliziert immer auch vergessen.
Wie unterscheidet Jeffrey Olick, das collected und das collective memory voneinander?
Collected memory: ist das sozial und kulturell geprägte, individuelle Gedächtnis. Es handelt gemäß kollektiv geteilten Werten und Normen. Das individuelle Gedächtnis eignet such verschiedene Elemente des soziokulturellen Umfelds an.
collective memory: Sind die Symbole, Medien, soziale Institutionen, und Praktiken des gesellschaftlichen Bezugsm auf Vergangenheit, die metaphorisch als Gedächtnis bezeichnet werden.
Wie zählt die Literatur unter die Medien des kollektiven Gedächtnisses?
Literarische Texte sind als Medien des kollektiven Gedächtnisses allgegenwärtig.
Sie haben zwei Funktionspotentiale: 1. Konstruktion und Affirmation( best. Vergangenheitsversionen werden in die Erinnerungskultur eingespeist) 2. Dekonstruktion und Revision (Vergangenheitsversionen werden hinterfragt oder umgestaltet)
Wie ähneln sich Literatur und Gedächtnis?
Bildung prägnanter Erinnerungsfiguren und die Tendenz zur Sinnstiftung durch Narrativisierung und Gattungsmuster.
Erinnerungen sind selektiv, Literatur verfährt selektiv.
Was verstehen Assmanns unter kulturellen Texten?
Es handelt sich um Texte mit noramtiver und formativer Verbindlichkeit für die Gesellschaft.
Der Spruch, das Gemälde, das Ritual oder der Gesetzestext können in einer Gesellschaft die Funktion des kulturellen Textes übernehmen. Sie vermitteln kollektiv geteilte Werte, bspw. die Bibel
Was verstehen Assmanns unter kollektiven Texten?
Mit dem Begriff des kollektiven Texts wird auf ein Leseverhalten verwiesen, sie vermitteln dem Leser kollektive Identitäten, Geschichtsbilder, Werte und Normen.