Wirtschaftsgeo


T. N.
Diese Lernkarten behandeln die verschiedenen Standortfaktoren und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung, geeignet für Fortgeschrittene. Sie beleuchten die Vor- und Nachteile von Agglomerationen, die Rolle der Wirtschaftssektoren und die Bedeutung von Fühlungsvorteilen. Unternehmen und Regionen können von diesen Erkenntnissen profitieren, um strategische Entscheidungen zu treffen und Wettbewerbsvorteile zu nutzen.
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Allemand
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Créé / Mis à jour
05.01.2014 / 19.07.2017

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Standortfaktoren

Einflussfaktoren, die die Einigung eines Ortes als Standort für ein Unternehmen beschreiben

- naturgegebene Bedingungen
- Arbeitskräftepotenzial
- Abgaben und Steuern
- herrschende Gesetze
- Grundstückpreise
- Transportmöglichkeiten
- Absatzmöglichkeiten
- Agglomerationsvorteile

Standortfaktor: Naturgegebene Bedingungen

Vorkommen von Rohstoffen, natürliche Gegebenheiten
Fluss für AKW, Sonnenhänge für Solar, Wassermenge, Klima
sind die wichtigsten Rohstoffe erhältlich?

Standortfaktor: Arbeitskräftepotenzial

Zahl und Quantität vorhandener Arbeitskräfte
Nähe zu einer Hochshule bsp.

Standortfaktor: Abgaben und Steuern

Steuersätze
besondere Steuervergünstigungen

Standortfaktor: herrschende Gesetze

Vorschriften varieren räumlich
Umweltauflagen, Arbeitsgesetze
Macht E-Länder interessant

Standortfaktor: Grundstückpreise

im städtischen Raum höher als auf dem Land
SWIFT in Diessenhofen

Standortfaktor: Transportmöglichkeiten

Autobahn, Eisenbahn, Schiffe, Flugzeug

Standortfaktor: Absatzmöglichkeiten

Zahl- und Finanzkraft potenzieller Kunden
regionaler Markt möglich (Binnenmarkt)?

Standortfaktor: Agglomerationsvorteile

Nähe von Zulieferer- bzw. weiterverarbeitenden Betrieben
Konzentrationsvorteile: liegt alles nah beieinander?
Cluster: räumliche Konzentration von miteinander verbundenen Unternehmen und Institutionen einer bestimmen Branche (Bsp. Pharma und Basel)
Lokalisationsvorteile
Urbanisationsvorteile (verschiedene Branchen in der Nähe)

Harte und weiche Standortfaktoren

harte Faktoren:

exakt, messbar, quantitativ (mit konkreter Zahl verbunden)
Bsp. Grundstückpreise, Steuern, Transportmöglichkeiten

weiche Faktoren:

schwer messbar, qualitativ
Bsp. politische Stabilität, Image, kulturelles Angebot

Standortwettbewerb

Regionen werben für starke UGs

Agglomerationsvorteile

interne Erspranisse
Erspranisse die innerhalb des Betriebes erreicht wurden
Bsp. sinkende Stückkkosten durch grosse Stückzahlen eines Produktes

externe Ersparnisse
nicht das Ergebnis der inneren Organisation und Produktion
durch äussere Rahmenbedingungen
Bsp. Absatz und Erlös gesteigert, Kosten für Rohstoffbeschaffung verringert

Fühlungsvorteile Lokalisationsvorteile
ergeben sich durch räumliche Anhäufung mehrerer Betriebe derselben Branche
Bsp. Pharma in Basel --> Forschungszentren lassen sich ebenfalls dort nieder, weil die grossen Konzerne dort sind
Vorteile: Zuliefererbetriebe sind vorhanden

Fühlungsvorteile Urbanisationsvorteile
entstehen durch räumliche Konzentration mehrerer Betriebe verschiedener Branchen
meist in der Nähe von Städten
Vorteile: Verkehrsnetz, Serviceleistung, Möglichkeit der Zusammenarbeit

Agglomerationsnachteile

aus Vorteilen werden irgenwann Nachteile, wenn die Agglomeration zu viel wird
Bodenverknappung
Luftverschmutzung
kann nicht gesagt werden, ab wann Vorteile in Nachteile umkippen

Agglomerationseffekte

Agglomerationsvorteile wirken zentralisierend (jeder will dorthin); Agglomerationsnachteile dagegen dezentralisierend wegen hoher Umweltbelastung, hoher Bodenpreise und abwandernden Arbeitskräften

Wirtschaftssektoren

primäre Sektor (Urproduktion)
direkte Nutzung der Ressourcen
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Bergbau, Fischereiwirtschaft
v. a. Peripherie  und E-Länder

sekundäre Sektor (Produktion, Verarbeitung, Veredelung)
Rohstoffverarbeitung v. a. in Global Cities
Industrie, Gewerbe, Bauwirtschaft

tertiäre Sektor (Verkauf, Tausch)
alle DL, erbracht durch Unternehmen, Staat oder öffentliche Einrichtungen

quartäre Sektor (Information, Kommunikation, Wissen)
Schafft und tauscht Informationen und Wissen
jüngster Sektor, ergänzt aufgrund neuer Entwicklungen die drei ursprüngichen

Veränderung der Wirtschaftsstruktur nach Fourastié

das wirtschaftliches Wachstum ist zwangsläufig von einer Verschiebung der Gewichte der einzelnen Sektoren begleitet
(Bsp. CH bestätigt)

je komplizierter und vernetzter eine Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur, desto mehr Personen befassen sich mit Verwaltungs-, Forschungs- und Bildungsaufgaben
Gewichtung der drei Wirtschaftssektoren verändert sich nach Fourastié mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung zwangsläufig

Étudier