Spitalkunde

Organisation des Gesundheitssystem in der Schweiz

Organisation des Gesundheitssystem in der Schweiz

Lisbeth Häfliger
Study

Lisbeth Häfliger
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen und Strukturen des Schweizer Gesundheitswesens, insbesondere zu Spitälern, Ärzten und Institutionen wie BAG oder FMH. Sie erklären Aufgabenbereiche, Hierarchien und Spezialisierungen im medizinischen Bereich sowie rechtliche Rahmenbedingungen für Transplantationen und Medikamentenzulassungen. Ideal für Medizinstudierende oder Fachpersonen, die sich mit dem Schweizer Gesundheitssystem vertraut machen möchten.
Flashcards
70
Students
8
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
15.02.2014 / 22.03.2026

Flashcards

Gesundheitswesen

Gehört zu den Teilen der Schweizer Politik, die darauf abzielen das öffentliche Leben zu gestalten.

Bundesaufgaben

  • Vorkehrungen bei übertragbaren Krankheiten (z.B. Impfaktionen)
  • Medikamentenvorräte und Medikamentensicherheit
  • Ausbildung von Medizinalpersonen und Anerkennung

Bund erteilt Vorschriften über...

  • Umgang mit Lebensmitteln, Heilmittel, Betäubungsmitteln, Organismen, Chemikalien und Gegenständen, die die Gesundheit gefährden können
  • Bekämpfung übertragbarer, stark verbreiteter oder bösartiger Krankheiten
  • Schutz vor ionisierenden Strahlen (radioaktiv)

Kantonsaufgaben

  • Gesundheitspolizei
  • Heilmittelwesen
  • Vollzug von Bundesrecht

Gemeindeaufgaben

  • Sozialfürsorge
  • drittes Alter
  • Spitex

Ziele der Spitex

Hilfsbedürftige Menschen zu Hause pflegen und betreuen.

Mitgliedschaft bei der Spitex

Spenden oder Mitgliedschaft in einer lokalen Spitexvereinigung

Wer darf Spitex beanspruchen?

Allen Einwohnerm (Alter egal), die wegen Krankheit, Unfall , Behinderung, Altersgebrechen, Mutterschaft oder Ähnliches auf Unterstützung angewiesen sind. --> ob dies notwendig ist, wird abgeklärt

Pflege - / Hilfsumfang Spitex

Fachperson klärt Bedarf ab --> gesetzlich vorgeschriebe

  --> kassenpflichtig

Dank der Abklärung wird der Patient nicht unter- oder überversorgt.

                                                                

Grenzen der Spitex

Pflege und Betreuung zu Hause ist aus fachlichen, menschlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr verantwortbar --> Wechsel in eine stationäre Einrichtung, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist, Angehörige and Grenzen stossen, Spitex die Hilfeleistung nicht mehr erbringen kann (z.B. fehlende Infrastruktur)

Organisation Spitex

Föderalistisch strukturiert

Finanzierung Spitex

In Rechnung gestellte Tarife für Krankenpflege und Hauswirtschaft sind nicht kostendeckend ⇒ Finanzierung der ungedeckten Kosten durch Kanton / Gemeinde (Subventionen)

Personal der Spitex

  • dipl. Pflegefachleute / FAGE
  • Hauspflegerinnen
  • Pflegeassistentinnen
  • Haushelferin etc.

Vorteile der Spitex

  • bedarfsgerechte Arbeit
  • Miteinbeziehung Angehörige / Soziales Umfeld
  • Günstiger als stationäre Angebote

Angebot der Spitex

  • Kranken- und Gesundheitspflege
  • hauswirtschaftliche Unterstützung sowie soziale Begleitung
  • verschiedene weitere Angebote (je nach Spitex-Organisation)

Kerndienstleistungen der Spitex

  1. Abklärung, Beratung (kassenpflichtig)
  2. Krankenpflege (kassenpflichtig)
  3. Beratung in Gesundheitsfragen, Prävention
  4. Hauswirtschaft (Unterstützung im Haushalt)

Zusatzdienstleistungen der Spitex sind z.B.:

  • Kinderspitex
  • Hilfsmittelverleih
  • Mahlzeitendienst
  • Mittagstisch
  • Autofahrdienst
  • Ferienbett in Alters- / Pflegeheim
  • usw.

Schweizerisches Rotes Kreuz: Grundsätze

  • Menschlichkeit
  • Unparteilichkeit
  • Neutralität

Menschlichkeit

  • bemüht sich menschliches Leiden zu verhüten und zu verhindern
  • bestrebt Leben und Gesundheit zu schützen
  • bestrebt der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen
  • fördert gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern

Unparteilichkeit

  • unterscheidet nicht nach Nationalität, Rasse, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung
  • nur bemüht den Menschen zu helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben

Neutralität

enthält sich der Teilnahme an Feindseligkeiten

Freiwilligkeit

freiwillige und uneigennützige Hilfe ⇒ kein Gewinnstreben

Unabhängigkeit

Unabhängig ► bewahrt Eigenständigkeit ► handelt nach den Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung

Einheit

In jedem Land nur eine einzige Rotkreuzbewegung ► muss allen offenstehen und humanitäre Tätigkeiten im ganzen Gebiet ausüben

Universalität

Weltumfassend ► alle Nationen haben gleiche Rechte und die Pflicht einander zu helfen

H+

Interessengemeinschaft der öffentlichen und privaten Spital und Heilbetriebe ► 390 Spitäler, Kliniken und Institutionen der Langzeitpflege

Aufgaben der H+

  • Politische Mitgestaltung des Gesundheitswesen mit Behörden, Verbänden, Institutionen ► versucht höhere Tarife zu erzielen ► mehr Einnahmen
  • Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Organisationen

KSD (Koordinierter Sanitätsdienst)

Bietet medizinische Versorgung in ausseordentlichen Situationen und Katastrophenfällen

► Führung = Bundesrat

► Verantwortung = Gesamt-Kantonsregierung

Merkmale KSD

  • Zuständigkeitsbereich = öffentliches Gesundheitswesen
  • Führung / Leistung je nach Ausmass = Kanton oder Gemeinde
  • Zivile Behörden, Kantons-Regierung, Gemeindebehörden 

             ► Spitäler, Ärzte, Ambulanzen, Samariter

             ► Polizei, Verkehr, Transporte

             ► Feuerwehr

             ► Zivilschutz

             ► Freiwillige und private Vereine

             ► Betreuung, Seelsorge, Psychologen (Care-Team)

  • Armee
  • SRK

Sanitätsdienstlicher Fall 1: Normalfall / Alltag

öffentliches Gesundheitswesen funktioniert ohne besondere Massnahmen

Sanitätsdienstlicher Fall 2: Besondere Lage (Grossereignis)

einzelne oder umfassende ausserordentliche Massnahmen durch einen oder mehrere Kantone

z.B. Grossbrand im Kanton LU, Überschwemmung NW / OW

Sanitätsdienstlicher Fall 3

Bund ordnet für einen Landesteil / ganzes Land einzelne oder umfassende ausserordentliche Massnahmen an.

z.B. Erdbeben in CH

Motto KSD

Der richtige Patient soll mit dem geeigneten Rettungsmittel rechtzeitig in die seiner Verletzung entsprechend richtigen Klinik zugeführt werden.

Patienten-Leitsystem (PLS)

Nummerierte, beschriftbare Tasche aus orangem Kunststoff, mit zwei ebenfalls nummerierten Abreisstalons

Zweck PLS

Dient zur Erfassung der Patienten und der lückenlosen Verfolgung des Patientenweges vom Schadenort bis ins Zielspital

Wann kommt das PLS zum Einsatz?

Bei Schadenereignis mit grossem Patientenanfall

► Beschleunigung der Informationsweitergabe

Gesundheitsdirektoren Konferenz (GDK)

Die zuständigen Regierungsräte der 26 Kantone vertreten die Kantonsinteressen gegenüber dem Bund.

► Berät nur ► Entscheidet nicht

GDK nimmt z.B.  zu folgenden politischen Aspekten des Gesundheitswesens Stellung

  • Spitalfinanzierung
  • Koordination der Spitzenmedizin
  • Bildungssysteme

 

SantéSuisse

Dachverband der Schweizer Krankenkassenversicherer

► unterstützt Krankenversicherer

► vertritt deren Interessen

SantéSuisse beeinflusst Gesundheitspolitik bezüglich:

  • Leistungskatalog ► beschränken
  • Spezialitätenliste (enthält kassenpflichtige Medikamente)
  • Tariefe ► niedrig
  • Prämien ► herunter setzen
  • Spitalfinanzierung
  • Qualitätssicherung

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