Räuden beim Rind

VetMed Giessen

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T. A.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Diagnose, Therapie und Epidemiologie von Räuden beim Rind, einem Thema auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Parasiten wie Sarcoptes, Chorioptes und Psoroptes, deren Morphologie, Krankheitsbilder und Entwicklungszyklen. Besonders behandelt werden die Diagnoseverfahren, Therapien und die Bedeutung von Juckreiz und Hautveränderungen. Diese Karteikarten sind ideal für Studierende der Veterinärmedizin, die sich auf Parasitologie und Tiergesundheit spezialisieren.
Cartes-fiches
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1
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
19.11.2016 / 26.12.2022

Cartes-fiches

Räuden beim Rind

Erreger

Räuden beim Rind

Erreger

  • Psoroptes
    • Psoroptes ovis
    • Psoroptes cuniculi
    • Psoroptes equi
    • Psoroptes rupicaprae
  • Chorioptes
    • Chorioptes bovis
  • Sarcoptes
    • Sarcoptes scabiei

Räuden beim Rind

Psoroptes - Wirt

Räuden beim Rind

Psoroptes - Wirt

  • weltweite Verbreitung bei Wiederkäuern, Equiden, Kaninchen
  • in Europa
    • Rind, Schaf, Ziege, Kaninchen
    • sehr selten Pferd

Räuden beim Rind

Psoroptes - Sitz der Parasiten

Räuden beim Rind

Psoroptes - Sitz der Parasiten

  • leben auf der Haut
    • ernähren sich von Körpersäften

Räuden beim Rind

Psoroptes - Morphologie

Räuden beim Rind

Psoroptes - Morphologie

  • Adulte
    • Rundlich-ovale Körperformen
    • Länge der ♀♀ 500µm bis zu 800µm
    • Gnathosoma länger als breit und zugespitzt
    • lange Beine überragen Körper
      • tragen einen langen, 3-gliedrigen Prätarsus mit trompetenförmiger Haftglocke

Räuden beim Rind

Psoroptes - Infktionswege/-stadium

Räuden beim Rind

Psoroptes - Infktionswege/-stadium

  • hauptsächlich durch Kontakt von Tier zu Tier
  • aber auch durch
    • kontaminierte Ställe/Fahrzeuge
    • Putzzeug, Geräte, Wollfetzen

Räuden beim Rind

Psoroptes - Entwicklung

Räuden beim Rind

Psoroptes - Entwicklung

  • Ei → Larve → Proto- und Tritonymphe → Adulti

Räuden beim Rind

Psoroptes - Pathogenese

Räuden beim Rind

Psoroptes - Pathogenese

  • Histologie zeigt typische allergische Reaktion der Epidermis
    • hochgradig ödematisierte Dermis mit Eosinophilen-, Mastzellen- und Plasmazellen-Infiltration
    • Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Milbenantigene sowie eine Reaktion vom Typ I (Frühtyp)
    • verzögerte Reaktion (Typ II)
      • Parakeratose, Hyperkeratose

Räuden beim Rind

Psoroptes - Krankheitsbild

Räuden beim Rind

Psoroptes - Krankheitsbild

  • allergische Reaktionen auf Milbenantigene
  • zunächst
    • perivaskuläre, exsudative Dermatitis
  • später
    • Papeln, Krusten, Exsudationen, Borken, Hautverdickung, Haarverlust
    • verbunden mit starkem Juckreiz

Räuden beim Rind

Psoroptes - Krankheitsbild - Rind

Räuden beim Rind

Psoroptes - Krankheitsbild - Rind

  • Körperräude

Räuden beim Rind

Psoroptes - Immunologie

Räuden beim Rind

Psoroptes - Immunologie

  • Primärinfestation induziert eine partielle, temporäre Immunität
    • 2-5 Monate (Rind)
  • Serumantikörper lassen sich bereits >2 Wochen nachweisen

Räuden beim Rind

Psoroptes - Epidemiologie

Räuden beim Rind

Psoroptes - Epidemiologie

  • Generationsdauer
    • 2-3 Wochen
  • Tenazität
    • etwa 2-3 Wochen abseits vom Wirt infestationsfähig
  • Schaf
    • am häufigsten im Herbst/Winter
      • von November bis Ende Februar
  • Rinder
    • Mastbullen v.a. im Winter in der Stallhaltung
  • Kaninchen
    • in Zucht- oder Mastanlagen
    • Ohrräude

Räuden beim Rind

Psoroptes - Bekämpfung/therapie

Räuden beim Rind

Psoroptes - Bekämpfung/therapie

Ziel: Eradikation der Milben aus Bestand

  • stets gesamte Herde behandeln + Entwesung der Stallräume
  • Rind
    • als Aufguss oder Injektion
      • makrozyklische Laktone
        • Doramectin
        • Eprinomectin
        • Ivermectin
        • Moxidectin
        • Flumethrin

Räuden beim Rind

Psoroptes - Diagnose

Räuden beim Rind

Psoroptes - Diagnose

  • Verdacht
    • Klinik
  • Direkter Milbennachweis im Hautgeschabsel
    • Entnahme mit scharfem Löffel oder Skalpell an mehreren veränderten Stellen
      • Schwein: äußerer Gehörgang
      • Hund: Ohrrand, Ellbogen, Tarsalhöcker
    • Verdauung mit KOH
  • AK-Nachweis (serologisch)
    • EILSA
    • Für Herdendiagnostik

Räuden beim Rind

Chorioptes - Sitz der Parasiten

Räuden beim Rind

Chorioptes - Sitz der Parasiten

  • Auf der Haut
    • nehmen Epidermiszellen, Talg und Exsudat als Nahrung auf

Räuden beim Rind

Chorioptes - Morphologie

Räuden beim Rind

Chorioptes - Morphologie

  • Adulte
    • 500µm lang
    • rundlich-ovaler Körper
    • Mundkegel spitz, lang wie breit
    • alle Beinpaare überragen den Körper
      • haben kurzen Prätarsus

Räuden beim Rind

Chorioptes - Infektionswege/-stadium

Räuden beim Rind

Chorioptes - Infektionswege/-stadium

  • durch direkten und indirekten Kontakt

Räuden beim Rind

Chorioptes - Entwicklung

Räuden beim Rind

Chorioptes - Entwicklung

  • Ei → Larve → 2 Nymphen-Stadien → Adulti

Räuden beim Rind

Chorioptes - Krankheitsbild

Räuden beim Rind

Chorioptes - Krankheitsbild

Rind (Milchkuh)

  • Schwanzräude
    • Hypersensitivitäts-Reaktion
      • Starker Juckreiz, oberflächliche, perivaskuläre Dermatitis, Verdickung der Haut, Acanthose, Spongiose, Parakeratose, Keratinisierung (Schuppenbildung)
      • Auch Exsudatbildung
    • Läsionen
      • Alopezie, Erytheme, Schuppe, Krusten, Borken
  • Kaskade der klinischen Folgen
    →Chorioptes-Präsenz in Milchkuhherde
    → Juckreiz
    → vermehrtes Scheuern, erhöhte Unruhe
    → gestörte/verkürzte Ruhephase
    → erhöhter Energieverbrauch
    → Einbußen in Milchproduktion

Räuden beim Rind

Chorioptes - Epidemiologie

Räuden beim Rind

Chorioptes - Epidemiologie

  • Überlebensfähigkeit außerhalb des Wirtes >>3 Wochen
  • 59% pos. Milchkuhbetriebe im Münsterland
  • Chance Chorioptes-positiv zu sein bei Hautveränderungen an Schwanz und Euter 12x höher als ohne Hautveränderungen
  • Chance Chorioptes-positiv zu sein bei Juckreiz 2x höher als ohne Juckreiz

Räuden beim Rind

Chorioptes - Therapie/Bekämpfung

Räuden beim Rind

Chorioptes - Therapie/Bekämpfung

Ziel: Eradikation der Milben aus Bestand
→ stehts gesamte Herde behandeln und Entwesung der Stallräume

  • Kuh
    • nur Aufgussbehandlung
      • makrozyklische Lactone
        • Eprinomectin
        • Moxidectin

Räuden beim Rind

Chorioptes - Diagnose

Räuden beim Rind

Chorioptes - Diagnose

  • Verdacht
    • Klinik
  • Direkter Milbennachweis im Hautgeschabsel
    • Entnahme mit scharfem Löffel oder Skalpell an mehreren veränderten Stellen
    • Verdauung mit KOH

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Wirt

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Wirt

  • Verschiedene Varietäten
    • Schwein, Hund, Rind, Schaf, Ziege, Mensch, usw.

Räuden beim Rind

Sarcoptes - SItz der Parasiten

Räuden beim Rind

Sarcoptes - SItz der Parasiten

  • Ansiedlung an dünn behaarten Stellen
    • Kopf, Nacken, Ohrmuscheln
    • von dort Ausbreitung in andere Körperregionen

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Morphologie

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Morphologie

  • Adulte
    • 300-500µm lang
    • rundlicher Körper
    • Mundkegel kurz
    • kurze Beine
    • nur vordere Beinpaare überragen Körper
    • langer, ungegliederter Prätarsus
    • Anus terminal

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Infektionsweg/-stadium

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Infektionsweg/-stadium

  • direkten Kontakt
    • Tier ↔ Tier
  • indirekt
    • kontaminierte Umgebung

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Entwicklung

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Entwicklung

  • Stationäre, permanente Parasiten
  • Ei → Larve → Proto- und Tritonymphe → adulte Milbe
  • Weibchen graben bis zu 1 cm lange Gänge in die Epidermis
    • dort Eiablage und weitere Entwicklung
  • Kopulation auf der Haut
    • Männchen verenden danach

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Krankheitsbild

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Krankheitsbild

  • akut
    • Hypersensitivitätsreaktionen
      • Erythrem, papulöse- und papulovesikuläre Dermatitis, hochgradiger Juckreiz
  • chronisch
    • hyperkeratotische Hautveränderungen
      • Verdickung, Falten-, Borkenbildung, geringer Juckreiz

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Epidemiologie

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Epidemiologie

Allgemein

  • Inkubationszeit
    • 2-3 Wochen
  • Eiablage
    • Ca. 1-3 Eier/Tag über ca. 2 Monate
  • Im feuchten, kühlen Stallklima bis zu 3 Wochen überlebensfähig
  • Varietäten sind wirtsspezifisch
    • können auf andere Tierarten Übergehen aber nicht besiedeln

Verbreitung

  • weltweit
  • in Mitteleuropa
    • häufig bei Hausschweinen
    • weniger häufig bei Hund
    • selten bei Rind, Schaf, Ziege
  • 45% pos. Ferkelerzeugebertriebe
  • Chance Sarcoptes-positiv in Betrieben mit Einstreu im Abferkelstall 15x höher
  • Chance Sarcoptes-positiv in Betrieben ohne Trennung von Warte- und Abferkelstall 3x höher
  • Wirtschaftliche Folgen
    • Erhöhte Ferkelverluste ca. 1 Ferkel/Wurf

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Therapie/Bekämpfung

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Therapie/Bekämpfung

Ziel: Eradikation der Milben aus Bestand
→ stets gesamte Herde behandeln + Entwesung der Stallräume

  • Rind (wie Psoroptes spp.)
    • als Aufguss oder Injektion
      • makrozyklische Laktone
        • Doramectin
        • Eprinomectin
        • Ivermectin
        • Moxidectin
        • Flumethrin

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Diagnose

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Diagnose

  • Verdacht
    • Klinik
    • Juckreiz auch beim Tierbesitzer (→ Sarcoptes...)
  • Direkter Milbennachweis im tiefen Hautgeschabsel
    • Entnahme mit scharfem Löffel oder Skalpell an mehreren veränderten Stellen
      • Schwein: äußerer Gehörgang
      • Hund: Ohrrand, Ellbogen, Tarsalhöcker
    • Verdauung mit KOH
  • AK-Nachweis (serologisch)
    • EILSA

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Zoonotische Bedeutung

Räuden beim Rind

Sarcoptes - Zoonotische Bedeutung

  • Können sich kurzfristig beim Menschen ansiedeln und Pseudoscabies verursachen

Étudier