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Kalkulation und Zeitermittlung

Kalkulation und Zeitermittlung


Lukas Schreuder
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Themen der Fertigungsplanung und -steuerung im universitären Kontext. Sie konzentrieren sich auf die Terminierung von Aufträgen, die Kapazitätsplanung und die verschiedenen Ablaufprinzipien in der Fertigung. Die Karteikarten erläutern Begriffe wie Durchlaufzeit, Rüstzeit und Verteilzeit, sowie die Unterschiede zwischen Maschinen- und Menschzeiten. Sie richten sich an Studierende und Fachkräfte, die ihr Verständnis der Produktionsplanung vertiefen möchten, um effizientere und kostengünstigere Fertigungsprozesse zu gestalten.
Flashcards
31
Students
7
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
05.11.2013 / 15.01.2022

Flashcards

Was ist der Zweck der Zeitbestimmung?

1. Kenntnis der erforderlichen Belegungszeit des Betriebsmittels
• kurzfristige Kapazitäts- und Terminplanung
• längerfristige Investitionsplanung

2. Kenntnis der erforderlichen Vorgabezeit für den Menschen
• Personalkapazitätsplanung
• Entlohnung

3. Kenntnis zur Kalkulation der Produkte
• Nutzung Maschinenstundensatz
• Nutzung Lohnstundensätze

Warum wird bei der Zeitbestimmung zwischen Mensch und Maschine unterschieden?

Weil die Zeiten von Mensch und Maschine unterschiedliche sein können. Z.B. zum Rüsten einer Maschine braucht es 3 Menschen oder auf 1 Mensch kommen 3 Maschinen.

Maschinen brauchen auch keine Erholungszeit.

Definiere die Auftragszeit

Vorgabezeit für den arbeitenden Menschen

Auftragszeit = Rüstzeit + Ausführungszeit

Rüst- und Ausführungszeit = Grundzeit + Verteilzeit + Erholungszeit

Exakte Definition:
Zeit für die Erledigung eines Auftrages, die insgesamt vorzugeben ist. (Vorgabezeit für den Menschen)

Definiere die Belegungszeit

Vorgabezeit der Maschine

Belegungszeit = Rüstzeit + Ausführungszeit

Rüst- und Verteilzeit = Grundzeit + Verteilzeit

Exakte Definition:
Die Auftragszeit ohne die Erholungszeit. (Vorgabezeit für die Maschine)

Was versteht man unter Verteilzeit?

Ein prozentualer Zuschlag auf die Grundzeit. Zeiten die man nicht direkt und exakt berechnen kann, man aber weiss das vorkommen und damit rechnen muss.

Unregelmässig auftretende Rüst- oder Ausführungszeiten

  • werden nicht bei jeder Zeitaufnahme erfasst (prozentuale Zuschläge zur Grundzeit)
     
  • können sachlicher und persönlicher Natur sein (Maschine abschmieren, Gespräch mit Vorgesetzten, persönliche Bedürfnisse)

Wie wird die Verteilzeit bestimmt?

Auf Grund von Erfahrungen und Standardsätzen

Durch prozentuale Zuschläge zur Grundzeit.
(pers. 5% + sachliche 7% = Total 12% der Grundzeit)

Was ist die sachliche Verteilzeit?

Zeit die draufgeht für Unternehmensbezogene Störungen wie:

  • Werkzeugbruch
  • fachliche Hilfestellung
  • Falsche Pläne
  • Falsches Programm auf CNC
  • Maschinendefekte

Was ist die persönliche Verteilzeit?

Zeit die für persönliche Bedürfnisse drauf geht, wie z.B.:

  • Toilettengang
  • Raucherpause
  • Persönliche Gespräche durch zwischenmenschliche Beziehungen
  • Kaffepause

Wie hoch ist die allg. persönliche Verteilzeit?

Europa: 5% der Grundzeit

Wie hoch ist die allg. sachliche Verteilzeit?

Europa: ~7% der Grundzeit

Was ist die Rüstzeit?

Zeit für die Vorbereitung der Arbeit und für die Herstellung der Arbeitsplätze im Sinne der Betriebereitschaft (Lesen Arbeitsauftrag, Einstellen Maschine, Probe fertigen)

Nenne min. dreit Tätigkeitsbeispiele für die Rüstzeit

  • Lesen des Arbeitsauftrags
  • Einstellen der Maschine
  • Probe fertigen
  • Werkzeuge bereitstellen

Nenne min. drei Tätigkeitsbeispiele für die Nebenzeit

Nebenzeit kann einen einmaligen oder mehrmaligen Charakter haben. Es trägt nicht zur Wertschöpfung bei, ist aber zwingend erforderlich. (Entgraten, messen, Ofen vorwärmen)

In einer Wartezeit, während dessen eine Maschine z.B. 5 min. läuft und der Arbeiter warten muss, kann er ein weiteres Teil

  • Entgraten
  • Messen
  • Nächsten Arbeitsschritt vorbereiten
  • Dokumentieren

Was ist die Ausführungszeit?

Summe aller Stückzeiten ohne Rüstzeit

Nenne drei Aufgaben der Fertigungsplanung

Arbeitsablauf planen (Ablaufabschnitte)

Mittel planen (Kapazitäten, Material, Informationen)

Planungsergebnis dokumentieren

Nenne drei Aufgaben der Fertigungssteuerung

Fertigung sichern

Fertigung überwachen

Fertigung veranlassen

Nenne drei Aufgaben der Disposition

Bedarfsermittlung

Bestellmengenermittlung

Bestellauslösung

Bestandsführung

Die Disposition ist die Schnittstelle zwischen der Eigenfertigugn und der Fremdfertigung, bzw. -beschaffung

Nenne drei Ablaufprinzipien

Werkbankfertigung

Verrichtungsprinzip (Werkstättenfertigung)

Flussprinzip (Reihen-, oder Fliessfertigung)

Sternprinzip (nach dem Gedanken was ist der kürzeste Weg)

Fertigungsinsel (kann Flussprinzip für ein bestimmtes Produkt innerhalb einer Werbankfertigung sein)

Stelle die Unterschiede der Reihen- zur Fliessfertigung dar.

Reihen: kein direkt zeitlich gebundener Ablauf

Fliess: zeitlich gebundener Ablauf

Beschreiben Sie das Ablaufprinzip: Werkstättenfertigung

räumliche Zusammenfassung artgleicher Arbeitsplätze und Betriebsmittel (--> Redundanzen in den Maschinen)

Was kennzeichnet eine Transferstrasse aus?

Sie ist getaktet, jeder Arbeitsschritt hat gleich viel Zeit und das Werkstückt geht gleichzeitig weiter

Definieren Sie an einem Beispiel den Begriff Durchlaufzeit

Rohteil kommt am Lager an, geht durch die Produktion durch und liegt am Schluss in der Spedition --> diese Zeit

Die Durchlaufzeit eines Auftrages umfasst grundsätzlich die Zeitspanne zwischen Produktionsbeginn und Produktionsende eines Autrages.

Beispiel: Die Fertigungspläne einer Welle werden für die Herstellung freigegeben. Die Welle durchläuft verschiedene Produktionsschritte (z.B. Drehen, Fräsen, Messen, Reinigen, usw.)

Nachdem die Welle fertiggestellt, kontrolliert und für den Versand aufbereitet wurde, endet die Durchlaufzeit mit der Übergabe an die Spedition.

Welche Vor- und Nachteile haben Bestände/Puffer an Maschinen?

Keine Zwischenbestände bedeuten keine Kapitalbindung und Änderungen können sofort eingeführt werden. Jedoch machen Zwischenbestände die Produktion robuster gegen Versorgungsprobleme.

  • (+) Flexibilität bei neu eingegangenen Aufträgen
  • (+) Unvorhergesehenes kann abgefedert werden
  • (-) Leerlaufzeit kostet

Nennen Sie drei Ziele der Fertigungsplanung.

In einer Kostenstelle z.B. Sägen, hat das Unternehmen eine Kapazität von 35 h/Woche. Die voraussichtlichen Aufträge werden in der Tabelle eingetragen.

-> graphische Darstellung von Über- und Unterkapazitäten

Beschreiben Sie den Prozess der Kapazitätsbelegung

 

Anordnen der Arbeitsaufträge für eine Maschine auf einer Zeitachse.

Beschreiben Sie den Prozess des Kapazitätsabgleiches. 

Bei Auslastung über dem Kapazitätsbestand wird auf der Zeitaches vor- und zurückgeschaut, wann für den geplanten Auftrag wieder Kapazität frei ist.

technologischer Abgleich

  • Auswärtsvergabe (des Auftrages
  • Zeitliche Umschichtung
  • Auftragsstreckung
  • AUsweichen auf andere (ungeeignete) Betriebsmittel
  • Strecken und ausweichen

oder zeitlicher Abgleich

  • Überstunden und Zusatzschichten
  • Überstunden an Samstagen und Feiertagen
  • Aushilfpersonal
  • Auswärtsvergabe von Aufgaben

Welche Terminierungsmethoden kennen Sie? 

  • Vorwärtsterminierung
  • Rückwärtsterminierung
  • Engpassterminierung (auch genannt: Verfahren OPT, Mittelpunktsterminierung)

Erläutern Sie die Vorwärtsterminierung. 

Für die vorhandenen Kostenstellen: z.B. Sägen, Vorfräsen, Bohren, Schleifen, Messen, Gravieren, Spedition, usw. werden die jeweilig benötigten Zeiten ermittelt und in die nächstmögliche Lücke in der Kapazitätsbelegung eingetragen.

Erläutern Sie die Rückwärtsterminierung. 

Der Kunde wünscht das Produkt in Bestimmter KW. Die ermittelte Zeit der jeweiligen Kostenstellen wird vom Endtermin rückwärts in die Kapazitätsbelegung eingetragen. Dies ergibt den Termin für den Produktionsstart.

Erläutern Sie die Engpassterminierung.

Stellt die Enpasskostenstelle in den Vordergrund.

Von dieser Kostenstelle wird in die Zukunft die Vorwärtsterminierung angewendet und ind die Vergangenheit die Rückwärtsterminierung.

Welche Kennzahl beschreibt die Produktivität einer Fertigung?

Output (Stückzahl)

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