Produktion

Produktion und Logistik

Produktion und Logistik


Frank Lampard
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Produktion auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Produktionsarten wie Einzel-, Serien- und Massenproduktion, sowie auf Aspekte wie Arbeitspläne, Produktionsmanagement und Logistik. Die Karteikarten erklären Begriffe wie Transformationsprozesse, Wertschöpfungsketten und Produktionsfaktoren. Sie richten sich an Studierende und Fachkräfte, die ihr Verständnis der Produktionsabläufe vertiefen möchten, um effizientere und wirtschaftlichere Produktionsprozesse zu gestalten.
Karten
35
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.04.2014 / 15.12.2018

Lernkarten

Wirtschaften

planmäßiges Handeln um Bedürfnisse zu befriedigen

Wie lautet das Sachziel eines allgemeinen Unternehmens?

  • Spezielle Sachziele des Unternehmens bestimmen den Inhalt betrieblicher Handlungen (betriebliches Leistungsprogramm).

Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen (Produkte), um Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen

Was geben Erfolgsziele an?

wie die Sachzeiele erreicht werden

  1. wirtschaftlich (z.B. Gewinnerzielung)
  2. technisch (z.B. Flexibilität der Produktion)
  3. sozial (z.B. gesellschaftliche Verantwortung)
  4. ökologisch (z.B. Umweltschutz)

Was bedeutet Nachhaltiges Wirtschaften (sustainable development)?

Konflikt zwischen erfolgswirtschaftlichen und sozialen/ökologischen Formalzielen

Zusammenarbeit folgender Akteure notwendig:

  • Unternehmen (z.B. Ressourcenschonung)
  • Politik (z.B. Förderung emissionsarmer Betriebsmittel)
  • Gesellschaft (z.B. Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens)

Was ist der Funktionsbreich einer Organisation?

abgegrenzter Bereich zur Aufgabenerfüllung innerhalb einer betrieblichen Organisation

Was sind Produktionsfaktoren?

  • für Absatz und Erhaltung der Betriebsbereitschaft eingesetzte Güter
  • Einteilung nach ihrer Wirkungsweise im Produktionsprozess mengen- und kostenmäßige Zusammenhänge
  • Arten: dispositiv, elementar, Zusatzfaktoren

Dispositiver Faktor: Arbeitsleistung (leitende Tätigkeit)

  • Planung, Kontrolle, Informationsmanagement
  • Kontrolle der übrigen Produktions-/Elementarfaktoren
  • Kombination nach frei gewähltem Ziel
  • nicht direkt einzelnen Produkten bzw. Produktionsvorgängen zurechenbar
  • maßgebend für gesamte Produktionsstruktur & -abläufe

Elementarfaktoren (1): Verbrauchsfaktoren (Repetierfaktoren)

  • gehen als selbständige Güter im Produktionsgeschehen unter
  • Veränderung der Eigenschaften:
    • werden dadurch zu anderen Gütern
    • Bestandteil eines neuen Gutes
  • Arten:
  1. Erzeugniseinsatzstoffe: gehen substantiell in Produkt ein zB Rohstoffe, Werkstoffe, Bauteile, etc…
  2. Betriebsstoffe: zum Betreiben benötigt zB Antriebsenergie für Aggregate, Schmierstoffe, Kühlmittel

Elementarfaktoren (2) Potenzialfaktoren (Bestands-, Gebrauchs-, Niveau-)

  • zB Maschinen, Patente, ausführende Arbeitskraft
  • Arten
    • mit Abgabe von Werkverrichtungen zB Arbeitskraft, Maschinen, Werkzeuge, etc.
    • ohne Abgabe von Werkverrichtungen zB Gebäude, Grundstücke, Mobiliar, Heizung, etc.

Was sind Input (Produktionsfaktoren)?

  • physischer Input = zu bearbeitende Vorprodukte (Arbeitsobjekte, z.B. Rohstoffe, Zwischenprodukte, Verbrauchsfaktoren, Repetierfaktoren)
  • Grunddaten: konstruktiver Aufbau der Produkte                                                        (z.B. Stücklisten), technische Angaben zur Ausführung der Produktion und der Montage (z.B. Arbeitsgangbeschreibungen) abzulesen.
  • Planungsdaten: Produktionsaufträge (Angaben, wie viele Erzeugnis-einheiten bis zu einem bestimmten Termin fertig zu stellen sind)

Formel zur Arbeitsproduktivität

Umsatzrentabilität

Gweinn/Umsatz

Formel zur Wirtschaftlichkeit

Erträge/Aufwendungen oder Leistungen/Kosten

Wertschöpfungsprozess

Inputgüter Þ wertgesteigerte Outputgüter

Arbeitssystem

:Produktion Rohstoff  --> Endprodukt besteht aus einzelnen Abschnitten (umfassen einen bestimmten Teilprozess)

Arbeitssystem (Produktiveinheit) = organisatorische Einheit (Maschinen, Werkzeuge, Arbeiter) in der jeweils ein einzelner Abschnitt eines Produktionsprozesses ausgeführt wird.

 

Das Return-on-Investmenst Kennzahlensystem

=Gewinn/Umsatz * Umsatz/Gesamtvermögen (Kapital)

Was beschreibt die Fertigungstiefe?

Anzahl der Wertsteigerungsstufen eines Erzeugnisses, die in einem Betrieb realisiert werden

Supply Chain Management (SCM):

Koordination der einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette

Zulieferer – Produzent – Abnehmer

um Bestände in der Kette zu minimieren, um kostengünstig und rasch auf Kundenwünsche reagieren zu können, etc.

Transformation

Der Transformationsprozess erfolgt unter Einsatz von Potentialfaktoren (Niveaufaktoren, Maschinen, Patente) und Menschen. Dieser Transformationsprozess wird in der Produktionstheorie durch Produktionsfunktionen beschrieben.

Logistik

: ganzheitliche, die einzelnen Funktionsbereiche der Unternehmung übergreifende (Þ"Querschnittsfunktion" der Logistik) Betrachtungsweise
Ziel: die Optimierung des Material- und Erzeugnisflusses (unter Berücksichtigung der damit zusammenhängenden Informationsströme)
Zur Logistik zählen alle Prozesse des Transports, der Lagerung, der Materialhandhabung und Verpackung (TUL: Transport, Umschlag, Lagerung).

Logistik = Überbrückung von räumlichen, zeitlichen und mengenmäßigen Differenzen zwischen "Angebot" und "Nachfrage".
Erfassung der gesamten logistischen Kette "Zulieferer – Produzent - Abnehmer" (ÞSCM).
Unterstützung durch Logistikdienstleister (z.B. Spediteure mit eigenen Lagerungs- und Umschlageinrichtungen)

Strategisches Produktions- und Logistikmanagement

Grundsatzentscheidungen um langfristige Rahmenbedingungen
zu schaffen
, unter denen sich eine Unternehmung erfolgreich
entwickeln kann.

Beispiele:

  • die Wahl der Produktionsstandorte;
  • Umstieg auf eine neue automatisierte Produktionstechnologie mit dem Ziel, Wettbewerbsvorteile zu erzielen;
  • Grundsatzentscheidung, gewisse Geschäftszweige zu schließen oder auszubauen
  • Grenzen zu anderen funktionalen Teilbereichen (z.B. Marketing)
    sind fließend.

Taktisches Produktions- und Logistikmanagement

Aufbau, Konfigurierung und Dimensionierung der nötigen Infrastruktur, um, die in der strategischen Entscheidungsebene gesetzten Ziele zu verwirklichen und die angestrebte Leistungsstärke nachhaltig aufzubauen (Umgestaltung und Weiterentwicklung der Produktionsinfrastruktur),

Beispiele: 

  •  Typische taktische Fragestellungen sind die Dimensionierung der      Produktionskapazitäten und die Layoutplanung.
  •   Abschluss eines Liefervertrages mit einem Zulieferer nach "Just-in-time"-Prinzip
  •  Leistungsabstimmung von Fließbändern
  •  Layoutplanung der Fabrikhalle bei Werkstattfertigung

Operatives Produktions- und Logistikmanagement

Effiziente Nutzung der durch die Entscheidungen in der taktischen Planungsebene geschaffenen Infrastruktur;

Ausschöpfung der Leistungspotentiale:

  •  Aufstellung des kurzfristigen Produktionsprogramms;
  •  Ermittlung des Materialbedarfs; Losgrößenplanung
  •  Feinterminierung der Arbeitsgänge in einer Werkstatt;
  •  Steuerung des Transportverkehrs der Fahrzeuge eines      fahrerlosen Transportsystems (FTS).

Programmbezogene Produktionstypen lassen sich nach Produkt- und nach Programmeigenschaften bilden

Eigenschaften der Produkte

  1. Güterart                               
    • materielle Güter (Sachgüter): Maschinen, Werkzeuge, Stoffe
    • immaterielle Güter: menschliche/maschinelle Arbeit, Dienstleistungen, Informationen
  2. Gestalt
    • ungeformte Fließgüter: zB Bier
    • geformte Fließgüter: zB Stahlbleche     (Länge nicht festgelegt)
    • Stückgüter: zB Schrauben                      (alle 3 Dimensionen determiniert)
  3. Zusammensetzung

einteilig (zB Bohrer) vs. mehrteilig (zB Computer)

4.      beweglich vs. unbeweglich (zB Kraftwerk, Brücke)

Eigenschaften des Produktionsprogramms

Anzahl der Erzeugnisse

• Einproduktproduktion • Mehrproduktproduktion

Auflagengröße (Repetitionstypen)

(Anzahl der nach Vorbereitung der Produktionsanlage  ununterbrochen hergestellten Erzeugniseinheiten )

Massenproduktion:

  • ständige, zeitlich nicht begrenzte Produktion eines Gutes in großen Mengen
  • Mechanisierung und Automatisierung der Produktionsprozesses
  • hohe Verrichtungsspezialisierung der Produktionsfaktoren
  • negative soziale Effekte: Monotonie in der Arbeit

Sortenproduktion (Spezialfall der Massenproduktion)

  • mehrere Varianten eines Grundproduktes (geringfügige Unterschiede)
  • größere Flexibilität der Produktionsanlagen als bei Massenproduktion
  • Unterbrechung des Produktionsprozess bei Sortenwechsel

Serienproduktion

  • begrenzte Anzahl identischer Erzeugnisse
  • regelmäßiges Umrüsten
  • noch flexiblere Produktionsanlagen

Einzelproduktion

  • individuelle Produkte gemäß Kundenauftrag
  • Einzelstücke
  • hoch flexible Produktionsanlagen und Arbeitskräfte nötig
  • zB Schiff-, Anlagenbau

 

Kundenauftragsproduktion (make to order)

  • Kundenproduktion, auftragsorientierte Produktion
  • bei Produktionsbeginn liegt ein Kundenauftrag vor (Art und Menge der herzustellenden Produkte, Liefertermine)
  • Nachteil: lange Lieferzeiten

Lagerproduktion (make to stock)

  • Marktproduktion, lagerorientierte Produktion
  • Produktion für einen anonymen Markt, also auf Lager (Nachfrageprognosen der Marktnachfrage)
  • Nachteil: Risiko von Ladenhütern

Auftragsbezogene Montage (assemble to order)

  • Versuch die Ansätze zu kombinieren um beide Nachteile zu vermeiden
  • Produktion häufig verwendeter Einzelteile auf Lager
  • auftragsorientierte Montage der  Endprodukte.
  • Vorteil: Verkürzung der Lieferzeit durch Postponement

Arbeitspläne

beschreiben die Folgen von Arbeitsgängen, die von Arbeitssystemen an Arbeitsobjekten vollzogen werden. Je nachdem wie sehr sich die Arbeitspläne der einzelnen Produkte unterscheiden werden verschiedene Anordnungen der Arbeitssysteme sinnvoll sein

Organisatorische Anordnung der Arbeitssysteme

Funktionsprinzip von Arbeitsplänen

  • Räumliche Zusammenfassung von Arbeitssysteme mit gleichartiger Funktion (Stanzen, Drehbänke, etc.) in einer Werkstatt
  • Jeder Auftrag muss entsprechend der in seinem Arbeitsplan definierten technologischen Reihenfolge zu den einzelnen Werkstätten transportiert werden.
  • Sinnvoll bei Einzelproduktion bzw. geringen Stückzahlen/Auftragsgrößen, wo kein einheitlicher Materialfluss vorliegt (jedes Produkt nimmt einen anderen Weg über die Maschinen)
  • Wartezeiten der Aufträge vor ihrer Bearbeitung bzw. vor dem Transport unerwünschte Zwischenlagerbestände von angearbeiteten Erzeugnissen („work in process“, WIP) und Leerzeiten (wenn eine Maschine auf einen Auftrag warten muss)

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