Polytrauma

Unterricht Polytrauma Sirmed Modul 6 RS11

Unterricht Polytrauma Sirmed Modul 6 RS11


A. N.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Diagnose und Therapie von Polytrauma, einem komplexen medizinischen Zustand. Sie behandeln wichtige Aspekte wie Schock, Intubation, ARDS und Volumentherapie, wobei auch spezifische Medikamente wie Ketanest und Fentanyl sowie deren Anwendung und Nebenwirkungen diskutiert werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich auf die Behandlung von schwer verletzten Patienten vorbereiten oder ihr Wissen auffrischen möchten.
Cartes-fiches
37
Utilisateurs
4
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
29.12.2012 / 27.09.2023

Cartes-fiches

Was stellt weltweit die häufigste Todesursache der 5-44 Jährigen dar? 

Polytrauma 

Quelle: [Schneider et al., 2009, Therapie hämorrhagischer Schock]

Was sind die wichtigsten Eckpfeiler in der Therapie des hämorrhagischen Schocks?

  • Chirurgische Kontrolle der Blutung mit od. ohne interventionelle Radiologie
  • Erhalt der Sauerstoffversorgung der Gewebe mit Gabe von Volumenersatzlösungen und bei entspr. Indikation von Blutprodukten
  • Therapie der gestörten Gerinnungsfunktion
  • Erhalt/Wiederherstellung einer normalen Körpertemperatur

Quelle: Schneider et al. 2009, Therapie hämorrhagischer Schock

SIRS

Systemic inflammatory response syndrome

Systemisches Entzündungssyndrom

 

ARDS

adult respiratory distress syndrome

Schocklunge / akutes Lungenversagen / akutes Atemnotsyndrom

akute respiratorische Insuffizienz durch diffuse Schädigung der alveokapillären Membran

Ursachen: Sepsis, Polytrauma, Verbrennungen, Verbrauchskoagulopathie, Schock, Massentransfusion, Hypoxie u.a.

Therapie:
möglichst frühzeitige Beatmung mit PEEP
falls Misserfolg: IRV evtl. ECMO und Gabe Surfactant;
Antibiotika, Heparinisierung evtl. Hämofiltration

DIC

disseminated intravascular coagulation

disseminierte intravasale Gerinnung / Defibrinnationssyndrom

--> erhöhte Gerinnungsbereitschaft!

WHO Statistik 2008:
Wieviele Menschen sind an Verletzungen gestorben?

5 Millionen Menschen 

[WHO Statistik 2008]

WHO Statistik 2008:
Mortalitätsrate traumatische Verletzungen?

83,7 / 100'000 Bev.

[WHO Statistik 2008]

In welcher Altersgruppe befinden sich 50% der verletzungsbedingten Todesfälle? 

[WHO Statistik 2008]

15-44 Jahre

Wann sterben Unfallopfer?

Sofort (Minuten bis 1 Stunde) 50% --> Qualität der präklinischen Versorgung!

Früh (erste 4 Stunden) 30% --> Qualität des Schockraumes!

Spät (2 bis 5 Wochen) 20% --> Qualität der Intensivmedizin

 

--> RD hat extremen Einfluss auf Outcome des Patienten!

Woran sterben Unfallopfer?

First peak (sec - min)

Hirnstammläsion, hohe Rückenmarksläsion,
Herz-, Aorta-, od. V. cava-Läsion

Second Peak (min-h) --> RD!

Subduralhämatom, Epiduralhämatom, (Spannungs-) Hämatopneumothorax, Leber- und Milz-Lazerationen, Beckenfrakturen

Third Peak (Tage-Wochen)

Hirnschwellung, Sepsis, Multiorganversagen

 

Läsion

lat.: laesio

Verletzung

Lazeration

lat. lacerare - zerreissen, zerfetzen

Zertrümmerung/Zerreissung von Organen od. Geweben

Hauptziel der Traumaversorgung?

Erkennen wo das Hauptproblem liegt.

Situation richtig interpretieren und korrekt handeln.

ATLS

Advanced Trauma Life Support

PHTLS

Prehospital Trauma Life Support

Konzept von ATLS und PHTLS?

1. Suche und Finde die grösste Gefahr

2. Behandle die grösste Gefahr zerst

3. Verzichte initial auf eine detailierte Untersuchung und Befragung

Warum kann der Halskragen auch mal nicht nur gut sein?

Bei vollständiger Halswirbelfraktur ist unter Umständen ein Abheben des Kopfes vom Körper möglich.

Was muss ich beim "B" suchen?

  • Offener Pneumothorax
  • Flail Chest (Dreschflügel)
  • Massiver Hämatothorax
  • Herzbeuteltamponade
  • Spannungspneumothorax

Spannungspneumothorax

  • Atemnot
  • Einseitig fehlende Atemgeräusch
  • Tachykardie
  • Hypotension
  • Trachealdeviation (da ist die Kacke schon am dampfen = schon recht später Spannungspneu!)
  • ev. Halsvenenstauung (CAVE: kann durch Schock kaschiert sein!)
  • Pat. mit Spannungspneumothorax sind idR extrem unruhig und unkooperativ! Angst durch Atemnot! Pat. zunehmende massive Atemnot und verschlechterter Kreislauf -> Stich rein!
  • Zyanose, Sättigungsabfall, Emphysem

 

Offener Pneumothorax

Grosser Defekt der Thoraxwand (> 2/3 des Trachealdurchmessers) mit Druchangleichung zwischen intrathorakalem Druck und der Atmosphäre.

Flail Chest

= instabiler Thorax

Dreschflügelthorax
paradoxe Atmung

Fraktur von 2 od. mehreren Rippen an mindestens zwei Stellen. 
Lungenkontusion

Therapie: von innen Aufblasen! Intubation + PEEP

 

Massiver Hämatothorax

mehr als 1500 ml Blut im Thorax

Abgeschwächtes od. fehlendes Atemgeräusch mit dumpfem Klopfschall auf einer Thoraxseite

C-Problem! (Schock)

Pro Seite sind 2-3 Liter möglich...

Therapie durch RD: Kreislaufstabilisation (evtl. Thoraxdrainage)

Herzbeuteltamponade

Becks's Trias

  • Halsvenenstauung
  • Hypotonie
  • Abgeschwächte Herzgeräusche (draussen durch RD kaum höhrbar)

ab 50 ml Probleme via Einschränkung der Herzfunktion

ab 200 ml vollständige Tamponade mit massiver Funktionseinbusse

Ursache: spitzes od. stumpfes Trauma

Beurteilung "C" beim Polytrauma?

  • Äussere Blutung
  • Bewusstseinslage
  • Haut (Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit)
  • Puls (Geschwindigkeit, Stärke)
  • Rekapilarisationszeit (Norm < 2 sec) -> Hypotenar od. Tenar (nicht an Fingernägeln!)

Definition Schock?

[Skript Polytrauma Schorn RS11]

Inadäquate Durchblutung und Sauerstofversorgung der Endorgane

Schockklassen?

[Unterricht Polytrauma Schorn RS11]

I) Blutverlust 750 ml, Pat. reagiert wenig bis nicht ev. Anstieg Herzfrequenz, BD gleichbleibend, Atemfrequenz ev. erhöht

II) 750-1500 ml, primäre Reaktion: Tachykardie, neurol. Auffälligkeiten, Peripherie ist kalt, BD normal (Kompensationsphase)

III) 1,5-2 l, erst jetzt sinkt BD!, Tachykardie!,, Letargie, (Dekompensierter Schock)

IV) Blutverlust über 2 L, Bewusstlosigkeit, sehr Hypoton

Schockursachen ?

[aus Unterricht Polytrauma Schorn RS11]

Hypovolämie

Obstuktiv (Spannungspneumothorax, Herzbeuteltamponade)

Distributiv (Sepsis, Neurogen, Anaphylaxie

Kardiogen

Volumentherapie (Polytrauma)

  • Initial immer Kristalloide (max. 1/3 bleibt intravasal, Rest geht ins Interstitium)
  • Welches Kristalloid ist egal
  • Erwachsene 1-2 Liter
  • Kinder: 20 ml/kg KG
  • Kolloide ev. im Verlauf
  • Tendenz zur Zurückhaltung bei der Volumentherapie (Permissive Hypotonie)

1 Liter Blut ersetzen --> 3 Liter Kristalloide! (früher ja, heute eher weniger)
mehr mit Pressoren arbeiten (Adrenalin od. Noradrenalin)
40E Vasopressin wird aktuell bei Traumapatienten mit guten Erfolgen versucht.

Warum jeden Polytraumapatienten intubieren?

Polytraumapatienten haben ein grosses Aspirationsrisiko.

Das Airwaymanagement beim Polytrauma kann schwierig sein.

Durch Übernahme der Atmung soll der Stress reduziert werden.

Intubierte polytraumatisierte Patienten haben bessere Kreislaufverhältnisse.

 

Vorteil Intubation beim Polytrauma: Vorteil für Outcome!
Nachteil Intubation beim Polytrauma: pot. gefährliche Medis!

Nachteiliger Efffekt vom Pentothal beim Intubieren beim Polytrauma? und wie kann man dem Effekt begegnen?

BD-Abfall --> 10 Gamma Noradrenalin oder Adrenalin

Unter welcher Bedinung ist Ketanest beim SHT erlaubt?

Nur wenn der Retter die Atmung via Intubation und CO2-Kontrolle übernimmt!

Ketalar bei Spontanatmung beim SHT ist Kunstfehler! [Schorn]

Warum beim Polytrauma relative KI für Ketalar?

Ketanest steigert den Grundumsatz, Hirndruckanstieg bei Spontanatmung via CO2-Anstieg (Schwelle für CO2 wird aufgehoben, Ketanest legt Atemzentrum lahm. 

Beim SHT bei Spontanatmung eher Ketanest oder Fentanyl?

Ketalar bei Spontanatmung beim SHT ist Kunstfehler!

Fentanyl! -> Kreislaufstabil

Etomidate/Hypno beim Polytrauma?

Nein, laut Schorn beim Polytrauma Etomidat/Hypno NICHT geben, da Nebenniere negativ beeinflusst wird und SCHLECHTER OUTCOME PATIENT! (Nachgewiesen)

Ebenfalls beim septischen Pat. kontraindiziert.

Alternative: Dormicum und Fentanyl!

ARDS

Acute Respiratory Distress Syndrome

ARDS

Diffuse Schädigung des Lungenparenchyms mit Perfusions und Ventilationsstörungen, Permeabilitätsstörungen, Gerinnungsstörungen, Ödeme und Hämatome

Multiorganversagen

  • Herz- und Kreislaufinsuffizienz
  • Pulmonale Insuffizienz: ARDS
  • Akute Niereninsuffizienz
  • Leberinsuffizienz
  • Gerinnungsstörung / DIC

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