Polytrauma
Unterricht Polytrauma Sirmed Modul 6 RS11
Unterricht Polytrauma Sirmed Modul 6 RS11
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Flashcards
Was stellt weltweit die häufigste Todesursache der 5-44 Jährigen dar?
Polytrauma
Quelle: [Schneider et al., 2009, Therapie hämorrhagischer Schock]
Was sind die wichtigsten Eckpfeiler in der Therapie des hämorrhagischen Schocks?
- Chirurgische Kontrolle der Blutung mit od. ohne interventionelle Radiologie
- Erhalt der Sauerstoffversorgung der Gewebe mit Gabe von Volumenersatzlösungen und bei entspr. Indikation von Blutprodukten
- Therapie der gestörten Gerinnungsfunktion
- Erhalt/Wiederherstellung einer normalen Körpertemperatur
Quelle: Schneider et al. 2009, Therapie hämorrhagischer Schock
SIRS
Systemic inflammatory response syndrome
Systemisches Entzündungssyndrom
ARDS
adult respiratory distress syndrome
Schocklunge / akutes Lungenversagen / akutes Atemnotsyndrom
akute respiratorische Insuffizienz durch diffuse Schädigung der alveokapillären Membran
Ursachen: Sepsis, Polytrauma, Verbrennungen, Verbrauchskoagulopathie, Schock, Massentransfusion, Hypoxie u.a.
Therapie:
möglichst frühzeitige Beatmung mit PEEP
falls Misserfolg: IRV evtl. ECMO und Gabe Surfactant;
Antibiotika, Heparinisierung evtl. Hämofiltration
DIC
disseminated intravascular coagulation
disseminierte intravasale Gerinnung / Defibrinnationssyndrom
--> erhöhte Gerinnungsbereitschaft!
WHO Statistik 2008:
Wieviele Menschen sind an Verletzungen gestorben?
5 Millionen Menschen
[WHO Statistik 2008]
WHO Statistik 2008:
Mortalitätsrate traumatische Verletzungen?
83,7 / 100'000 Bev.
[WHO Statistik 2008]
In welcher Altersgruppe befinden sich 50% der verletzungsbedingten Todesfälle?
[WHO Statistik 2008]
15-44 Jahre
Wann sterben Unfallopfer?
Sofort (Minuten bis 1 Stunde) 50% --> Qualität der präklinischen Versorgung!
Früh (erste 4 Stunden) 30% --> Qualität des Schockraumes!
Spät (2 bis 5 Wochen) 20% --> Qualität der Intensivmedizin
--> RD hat extremen Einfluss auf Outcome des Patienten!
Woran sterben Unfallopfer?
First peak (sec - min)
Hirnstammläsion, hohe Rückenmarksläsion,
Herz-, Aorta-, od. V. cava-Läsion
Second Peak (min-h) --> RD!
Subduralhämatom, Epiduralhämatom, (Spannungs-) Hämatopneumothorax, Leber- und Milz-Lazerationen, Beckenfrakturen
Third Peak (Tage-Wochen)
Hirnschwellung, Sepsis, Multiorganversagen
Läsion
lat.: laesio
Verletzung
Lazeration
lat. lacerare - zerreissen, zerfetzen
Zertrümmerung/Zerreissung von Organen od. Geweben
Hauptziel der Traumaversorgung?
Erkennen wo das Hauptproblem liegt.
Situation richtig interpretieren und korrekt handeln.
ATLS
Advanced Trauma Life Support
PHTLS
Prehospital Trauma Life Support
Konzept von ATLS und PHTLS?
1. Suche und Finde die grösste Gefahr
2. Behandle die grösste Gefahr zerst
3. Verzichte initial auf eine detailierte Untersuchung und Befragung
Warum kann der Halskragen auch mal nicht nur gut sein?
Bei vollständiger Halswirbelfraktur ist unter Umständen ein Abheben des Kopfes vom Körper möglich.
Was muss ich beim "B" suchen?
- Offener Pneumothorax
- Flail Chest (Dreschflügel)
- Massiver Hämatothorax
- Herzbeuteltamponade
- Spannungspneumothorax
Spannungspneumothorax
- Atemnot
- Einseitig fehlende Atemgeräusch
- Tachykardie
- Hypotension
- Trachealdeviation (da ist die Kacke schon am dampfen = schon recht später Spannungspneu!)
- ev. Halsvenenstauung (CAVE: kann durch Schock kaschiert sein!)
- Pat. mit Spannungspneumothorax sind idR extrem unruhig und unkooperativ! Angst durch Atemnot! Pat. zunehmende massive Atemnot und verschlechterter Kreislauf -> Stich rein!
- Zyanose, Sättigungsabfall, Emphysem
Offener Pneumothorax
Grosser Defekt der Thoraxwand (> 2/3 des Trachealdurchmessers) mit Druchangleichung zwischen intrathorakalem Druck und der Atmosphäre.
Flail Chest
= instabiler Thorax
Dreschflügelthorax
paradoxe Atmung
Fraktur von 2 od. mehreren Rippen an mindestens zwei Stellen.
Lungenkontusion
Therapie: von innen Aufblasen! Intubation + PEEP
Massiver Hämatothorax
mehr als 1500 ml Blut im Thorax
Abgeschwächtes od. fehlendes Atemgeräusch mit dumpfem Klopfschall auf einer Thoraxseite
C-Problem! (Schock)
Pro Seite sind 2-3 Liter möglich...
Therapie durch RD: Kreislaufstabilisation (evtl. Thoraxdrainage)
Herzbeuteltamponade
Becks's Trias
- Halsvenenstauung
- Hypotonie
- Abgeschwächte Herzgeräusche (draussen durch RD kaum höhrbar)
ab 50 ml Probleme via Einschränkung der Herzfunktion
ab 200 ml vollständige Tamponade mit massiver Funktionseinbusse
Ursache: spitzes od. stumpfes Trauma
Beurteilung "C" beim Polytrauma?
- Äussere Blutung
- Bewusstseinslage
- Haut (Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit)
- Puls (Geschwindigkeit, Stärke)
- Rekapilarisationszeit (Norm < 2 sec) -> Hypotenar od. Tenar (nicht an Fingernägeln!)
Definition Schock?
[Skript Polytrauma Schorn RS11]
Inadäquate Durchblutung und Sauerstofversorgung der Endorgane
Schockklassen?
[Unterricht Polytrauma Schorn RS11]
I) Blutverlust 750 ml, Pat. reagiert wenig bis nicht ev. Anstieg Herzfrequenz, BD gleichbleibend, Atemfrequenz ev. erhöht
II) 750-1500 ml, primäre Reaktion: Tachykardie, neurol. Auffälligkeiten, Peripherie ist kalt, BD normal (Kompensationsphase)
III) 1,5-2 l, erst jetzt sinkt BD!, Tachykardie!,, Letargie, (Dekompensierter Schock)
IV) Blutverlust über 2 L, Bewusstlosigkeit, sehr Hypoton
Schockursachen ?
[aus Unterricht Polytrauma Schorn RS11]
Hypovolämie
Obstuktiv (Spannungspneumothorax, Herzbeuteltamponade)
Distributiv (Sepsis, Neurogen, Anaphylaxie
Kardiogen
Volumentherapie (Polytrauma)
- Initial immer Kristalloide (max. 1/3 bleibt intravasal, Rest geht ins Interstitium)
- Welches Kristalloid ist egal
- Erwachsene 1-2 Liter
- Kinder: 20 ml/kg KG
- Kolloide ev. im Verlauf
- Tendenz zur Zurückhaltung bei der Volumentherapie (Permissive Hypotonie)
1 Liter Blut ersetzen --> 3 Liter Kristalloide! (früher ja, heute eher weniger)
mehr mit Pressoren arbeiten (Adrenalin od. Noradrenalin)
40E Vasopressin wird aktuell bei Traumapatienten mit guten Erfolgen versucht.
Warum jeden Polytraumapatienten intubieren?
Polytraumapatienten haben ein grosses Aspirationsrisiko.
Das Airwaymanagement beim Polytrauma kann schwierig sein.
Durch Übernahme der Atmung soll der Stress reduziert werden.
Intubierte polytraumatisierte Patienten haben bessere Kreislaufverhältnisse.
Vorteil Intubation beim Polytrauma: Vorteil für Outcome!
Nachteil Intubation beim Polytrauma: pot. gefährliche Medis!
Nachteiliger Efffekt vom Pentothal beim Intubieren beim Polytrauma? und wie kann man dem Effekt begegnen?
BD-Abfall --> 10 Gamma Noradrenalin oder Adrenalin
Unter welcher Bedinung ist Ketanest beim SHT erlaubt?
Nur wenn der Retter die Atmung via Intubation und CO2-Kontrolle übernimmt!
Ketalar bei Spontanatmung beim SHT ist Kunstfehler! [Schorn]
Warum beim Polytrauma relative KI für Ketalar?
Ketanest steigert den Grundumsatz, Hirndruckanstieg bei Spontanatmung via CO2-Anstieg (Schwelle für CO2 wird aufgehoben, Ketanest legt Atemzentrum lahm.
Beim SHT bei Spontanatmung eher Ketanest oder Fentanyl?
Ketalar bei Spontanatmung beim SHT ist Kunstfehler!
Fentanyl! -> Kreislaufstabil
Etomidate/Hypno beim Polytrauma?
Nein, laut Schorn beim Polytrauma Etomidat/Hypno NICHT geben, da Nebenniere negativ beeinflusst wird und SCHLECHTER OUTCOME PATIENT! (Nachgewiesen)
Ebenfalls beim septischen Pat. kontraindiziert.
Alternative: Dormicum und Fentanyl!
ARDS
Acute Respiratory Distress Syndrome
ARDS
Diffuse Schädigung des Lungenparenchyms mit Perfusions und Ventilationsstörungen, Permeabilitätsstörungen, Gerinnungsstörungen, Ödeme und Hämatome
Multiorganversagen
- Herz- und Kreislaufinsuffizienz
- Pulmonale Insuffizienz: ARDS
- Akute Niereninsuffizienz
- Leberinsuffizienz
- Gerinnungsstörung / DIC