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Stephan Huelsmann
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Stephan Huelsmann
Diese Karteikarten behandeln das Thema Phytomedizin auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Übertragung und Verbreitung von Pflanzenviren, deren Aufbau und Eigenschaften sowie die verschiedenen Arten von Schadursachen, einschließlich biotropher und nekrotropher Ernährungsweisen. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Studierende der Pflanzenpathologie, da sie detaillierte Informationen über die Mechanismen und Auswirkungen von Pflanzenkrankheiten liefern.
Karten
26
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
01.06.2014 / 03.08.2014

Lernkarten

  1. Definieren Sie die Begriffe:
  • Krankheit,
  • Schadorganismus,
  • Parasit,
  • Pathogen,
  • Pathogenität,

 

Krankheit:

Spezifische Reaktion des Wirtes auf den Angriff  eines Erregers, die einen Grad aufweist, der die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Wirtes subjektiv oder objektiv beeinflusst.

Kann biotische sowie abiotische Ursache sein.

Nicht als Krankheit bezeichnet werden: Fraßschäden, Wildkräuter

Schadorganismus:

belebte Schadursache (Viren, Bakterien, Pilze, Schädlinge, Wildkräuter)

die Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse direkt oder indirekt schädigen

Parasit:

Organismus der an oder in einem Wirt lebt ohne ihn zu töten, Energie und Substanzen für sein Wachstum von dem Wirt bezieht, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen.

Pathogen:

Organismus oder Virus der bei dem Wirt eine Krankheit auslösen kann.

Pathogenität:

Genetisch fixierte Fähigkeit eines Pathogenes, eine Erkrankung auszulösen

 

Definiere folgende Begriffe:

  • Pathogenese,
  • Aggressivität,
  • Virulenz
  • Symptom,
  • Syndrom, 

Pathogenese:

Entstehung und Verlauf einer Erkrankung; Prozessfolge

Aggressivität:

Beschreibt wie leicht oder schwer das Pathogen die Wirtspflanze befallen kann, ihren Wiederstand zu überwinden, sie für seine Zwecke zu nutzen und sich in ihr oder auf ihr zu vermehren.

Virulenz:

Fähigkeit von Erregergenotypen die genetisch definierten Resistenzen des Wirtes zu überwinden à Widerstand kann überwunden werden.

Symptom:

Sichtbare Veränderungen an Pflanzen durch einen Schadorganismus, die auf eine Erkrankung bzw. Auf ein Krankheitsbild hinweisen.

 

Syndrom:

Gruppe verschiedener, aber zusammengehöriger Symptome, die ein Krankheitsbild charakterisieren.

 

  1. Was versteht man unter
  • abiotischen und
  • biotischen Schadursachen?

 

Abiotisch:

Unbelebte Schadursache, also nicht auf Lebewesen zurückzuführen.

z.B. Schäden durch Witterung, Nährstoffmanger/ -überschuss

 

Biotisch:

Belebte Schadursache, also auf Lebewesen zurückzuführen.

Viren, Bakterien, Pilze, Anthropoden, Nematoden, Schnecken, Wirbeltiere, Unkräuter 

 

  1. Nennen Sie fünf Kategorien von Symptomausprägungen mit jeweils einem Schadorganismus, der diese verursacht.

 

 

Welken:

Parasitäres Welken -> Gefäßblockade im Xylem durch z.B. Fusarium

Physiologisches Welken -> Trockenheit, Frost

Farbveränderung:  

Chlorosen z.B. durch Falschen Mehltau Befall

Formveränderung:

Verkräuselungen der Blätter durch Speichelausscheidungen von Blattläusen

Absterbeerscheinungen:

Nekrosen z.B. durch Echten Mehltau im fortgeschrittenen Stadium

Mechanische Gewebeverluste:

 Fraßschäden, durch Insekten, Schnecken

Ausscheidungen:

 Bakterienschleim z.B. bei Feuerbrand (Erwinia)

 

Welken:

Parasitäres Welken -> Gefäßblockade im Xylem durch z.B. Fusarium

Physiologisches Welken -> Trockenheit, Frost

Farbveränderung:  

Chlorosen z.B. durch Falschen Mehltau Befall

Formveränderung:

Verkräuselungen der Blätter durch Speichelausscheidungen von Blattläusen

Absterbeerscheinungen:

Nekrosen z.B. durch Echten Mehltau im fortgeschrittenen Stadium

Mechanische Gewebeverluste:

 Fraßschäden, durch Insekten, Schnecken

Ausscheidungen:

 Bakterienschleim z.B. bei Feuerbrand (Erwinia)

 

 

 

 

 

 

  1. Auf welche Weise beeinflussen
  • Nährstoffmangel oder
  • Nährstoffüberschuss

das Auftreten von Pflanzenkrankheiten?

 

 

Bestandesklima + Pflanzenmorphologie:

durch N-Überschuss wächst die Bestandesdichte à Botrytisrisiko steigt

Pflanzenphysiologie:

chemische, biologische u. physikalische Vorgänge in der Pflanze

z.B. bei N-Überschuss verminderte Zellwandstabilität und erhöhte Konzentration von Aminosäuren im Phloem erhöht Attraktivität für obligat biotrophen.

Mangelkrankheiten:

Prädisposition der Pflanze geg. Schaderreger verringert

pH-Wert:

z.B. Ammoniumversorgung: Fusariumbefall durch niedrigere pH-Werte begünstigt.+  Wiederstandsfähigkeit sinkt

Bakterienbefall bei hohenn pH-Werten

 

 

 

 

 

 

5.    Formveränderungen sind häufig zurückzuführen auf:

  • Hyperplasien
  • Hypertrophien
  • Hypoplasien

       Erläutere die Begriffe:

 

 

 

 

 

Hyperplasie:

Vergrößerung des Gewebebereiches durch vermehrte Zellteilung

(z.B. Tumorbildung durch Agrobacterium tumefaciens)

Hypertrophie:

Übermäßige Volumenvergrößerung von Zellen im Befallenen Gewebe

(z.B. Gallenbildung von Nematoden)

 

Hypoplasien:

Wachstums und Entwicklungshemmung eines Gewebeabschnitts aufgrund verminderter Zellteilung

 

 

 

6.    Welchen Auswirkungen kann Stickstoffüberschuss auf Pflanzen und Pflanzenbestände haben?

 

 

Steigerung von:

  • mehr lösliche N-Verbindungen,
  • höhere Assimilatgehalte,
  • höhere Zellgröße und Interzellularräume,
  • höhere Bestandesdichte

 

Senkung von:

  • Zellwandstabilität,
  • Kutinisierung
  • Lignifizierung
  • Seneszenz  (Pflanzen wachsen länger und altern erst später)
  • Frosthärte (Triebabschluss),
  • Widerstandsfähigkeit geg. Schadorg.,
  • Qualität

 

 

 

 

 

 

7.    Welche Schadorganismen werden durch Stickstoffüberschuss gefördert?

 

 

Blattläuse/ Saugende Insekten:

Das Eindringen ins Phloem ist durch weicheres Gewebe mit großen Interzellularräumen einfacher.

Die Attraktivität der Pflanze als Wirt steigt, da der Gehalt an Aminosäuren im Phloem bei hohem N-Gehalt erhöht ist.

 

Pilzkrankheiten:

Die Stabilität des Abschlussgewebes und der Zellwände ist reduziert

(schlechtere Cuticula-Ausbildung, geringere Lignifizierung, < Ca-Absättigung). So können Pilzhyphen leichter in die Pflanzen eindringen.

Desweiteren steigt auch bei ihnen die Attraktivität der Pflanze durch erhöhte Gehalte an leicht verwertbaren C-Quellen, wie Assimilaten und Aminosäuren.

 

 

 

 

 

8.  Nennen Sie fünf verschiedene abiotische Schadfaktoren.

 

 

 

  • Witterung, Klima
  •  

Bodenfaktoren

Nährstoffmangel,

 

  • Nährstoffüberschuss,
  • Agrartechnik
  • toxische Stoffe

 

 

 

9.    Nennen Sie toxische Stoffe, die das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können.

 

 

 

 

Luft: 

  • SO2   
  • O3
  • NOx
  • HF
  • NH3

 

Boden:

  • Schwermetalle (Al3+,Cd)
  • Salze
  • Herbizide

 

10.  Welche Allg. Ursachen können parasitäre Welkeerscheinungen haben?

 

 

 

 

 

  • Absterben der Wurzel durch Befall mit Pyhium, Phytophthora
  • Besiedelung der Leitgefäße (zB. Gefäßblockaden durch Fusarium) -> behinderung des Wassertransportes
  • Schädigung der Wurzel (zB. Wurzelfraß durch Trauermücken, Dickmaulrüßler) -> verringerte Wasseraufnahme

 

 

11.    Welche abiotischen Bodenfaktoren können in Zusammenhang stehen mit einer schlechten Wurzelentwicklung und Kümmerwuchs?

 

 

 

 

            Ungünstige Bodenstuktur,

            Bodenverdichtungen und          Bodenfaktoren

            Anhaltende Niederschläge

1.         Führen zu Staunässe.

2.         Führt zu Vermindertem Gasaustausch (O2-Mangel) und

3.         Hemmung des Wurzelwachstums,

            erhöhte Anfälligkeit gegen bodenbürtige Schaderreger

4.         Durch Hemmung/ Absterben der Wurzel erfolgt:

            Reduzierte Wasser- und Nährstoffaufnahme in den Spross

5.         Welke, Chlorosen, Nekrosen, Wachstumshemmung

            Toxische Stoffe im Boden

 

 

 

 

 

12.    Beschreiben Sie, wie agrar- und kulturtechnische Maßnahmen das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können.

 

 

 

 

 

 

Direkt:

  • Verletzungen (z.B. Fahrschäden)
  • Verätzungen (z.B. Pflanzenschutzmittel)

 

Indirekt:

  • Bodenverdichtungen
  • Strohverteilung/ -einarbeitung (wenn schlechte Umsetzung, -> schlechter Wasserfluss-> O2-Mangel-> toxische Stoffe->senkt Prädisposition )
  • Versalzung

 

 

 

13.  Durch welche Eigenschaften sind abiotische Schadfaktoren gekennzeichnet?

 

 

 

 

 

  • I.d.R. flächig einheitliches Auftreten im Bestand.
  • Sehr  hohes Schadpotential (Witterung: Überschwemmung, lassen sich in den meisten Fällen nicht abwehren)
  • Völlige Ernteverluste in ganzen Regionen
  • Erkrankungen durch abiotische Faktoren sind nicht übertragbar

 

 

14.     Was verstehen wir unter den Begriffen:

  • Disposition und
  • Prädisposition?

 

Disposition:

Genetisch festgelegte Anfälligkeit(Widerstandsfähigkeit) geg. Schaderreger

 

Prädisposition:

Aktuelle Anfälligkeit (Krankheitsbereitschaft) zu Zeitpunkt des Erregerangriffs

 

15.    Welche Faktoren beeinflussen die Prädisposition?

 

Einflussgrößen auf die Prädisposition:

  • Disposition (Widerstandfähigkeit)
  • Umweltfaktoren (Licht, Temperatur, Nährstoffe)
  • Entwicklungsstadium
  • Verletzungen

 

16.  Was ist ein obligater Parasit?

 

Nennen Sie drei Gruppen von Krankheitserregern,

die als obligate Parasiten gelten.

Obligater Parasit:

Ernährt sich biotroph

 à benötigen lebens- und funktionsfähiges Gewebe (Wirt) zur Ernährung und eigenen Entwicklung (Biotrophie)

à Sind hoch spezialisiert auf einen bestimmten Wirt.

Bsp. Obligate parasiten:

  • Alle Viren,
  • Aphidinia
  • Erysiphales
  • Peronosporaceae
  • Uredinales

 

 

17.  Worin unterscheiden sich obligate Parasiten von nicht obligaten (fakultativen) Parasiten?

 

 

 

 

 

Obligate Parasiten:

töten ihren Wirt nicht ab da sie ihn zum Leben brauchen

 

Fakultative Parasiten

sind nicht auf lebenden Wirt angewiesen, können sich auch saprophytisch voll entwickeln.

 

 

 

 

18.  Was versteht man bei Krankheitserregern unter einer

  • biotrophen und
  • perthotrophen Ernährungsweise?

 

 

 

 

 

 

 

Biotrophie:

Ernährungsform, bei der ein Organismus auf das Vorhandensein lebender Wirtszellen angewiesen ist, um sich von diesen zu ernähren. (obligat)

 

Pertothrophie:

Zellen werden vom Erreger erst abgetötet und dann besiedelt.
à        Erreger ernährt sich von abgestorbenem organischem Substrat,

dessen Zustand er selber, durch zB. Ausscheidung von Toxinen,           

herbeigeführt hat.

 

 

 

 

 

 

19.  Wodurch sind obligate Saprophyten gekennzeichnet und auf welche Weise schädigen Sie Pflanzen?

 

 

 

 

Saprophyten:

ernähren sich von abgestorbenem Material, töten also nicht selber pflanzliches Gewebe ab. Sie sind aber auf totes organisches Material angewiesen (obligat).

Nekrotrophe Ernährungsweise

 

 

20.  Was ist ein Viroid und durch welche Merkmale ist es gekennzeichnet?

 

  • Infektiöses Molekül (Intrazellulares Gewebe)

 

  • Einzelsträngige RNA (ringförmig geschlossen),
  • 150-400 Nucleotide
  • Größe < 10-9 m
  • ohne Protein- oder Lipidhülle
  • Ist in der Übertragung auf Vektoren angewiesen
  • z.B. Triebsucht bei Malus
  • Auf Vektor angewiesen

 

21. Wie sind Viren aufgebaut?

 

 

Viren bestehen aus:

 NUCLEINSÄURE (RNA oder DANN(Einzel- oder Doppelstrang))

+ Proteine (Proteinhülle = Kapsid, Unterheit = Kapsomere)

+ evtl. Lipidhülle

 

 

Formen:

  • Isometrisch,
  • Stäbchenartig,
  • fadenstuktur,
  • bazilliförmig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22.  Durch welche Merkmale zeichnen sich Viren aus?

 

 

 

  • Kein eigener Stoffwechsel
  • Keinen Zellkern, keine Zellwand
  • Sind obligat biotroph
  • Größe < 1 µm (=> nicht im Lichtmikroskop sichtbar)
  • Auf Überträger (Vektor) angewiesen
  • Befällt intrazellulares Gewebe (Verbreitung über Plasmodesmen/Leitgefäße
  • Kein Wachstum auf künstlichem Nährboden
  • Klassifizierung durch:
  • Morphologie bestimmt durch Kapsid(Kugel/-Stäbchen/-Faden-förmig)
  • Wirte(Phytophagen,Bacteriophagen,Arthropodophagen,Zoophagen)

 

 

 

23.A)                  Wie gelangen pflanzenpathogene Viren in ihren Wirt,

     B)          wie vermehren sie sich in ihm und

     C)          wie breiten sie sich in ihm aus?

 

 

A)

Die Cutikula und die Zellwand stellen für Viren ein unüberwindbares Hindernis dar, welches nur mit Hilfe von Vektoren oder Vehikel überwunden werden kann/ /Die Vektoren sorgen auch für die Verbreitung.

 

B)

Um ihre eigene RNA oder DNA zu replizieren wird der

Replikationsapparat der Wirtszelle benutzt.

Das Virus vermehrt sich in den Pflanzenzellen.

 

C)

Die Ausbreitung erfolgt über Plasmodesmen von Zelle zu Zelle oder über Leitgefäße.

Eine Systematische Ausbreitung erfolgt über das Phloem. 

24. Nennen Sie die wichtigsten Übertragungswege für Pflanzenviren.

 

 

 

 

Übertragung ohne Vektoren:

  • Wurzelverwachsungen (mit benachbarten Pflanzen)
  • Vegetative Vermehrung von Pflanzenmaterial
  • Samenübertragung
  • Pollenübertragung
  • Mechanische (Bearbeitungsgeräte(Vehikel))

 

Übertragung durch Vektoren:

  • Tiere, (Athropoda, Nematoda)
  • Pilze (Plasmodiophorales)

 

25.  Erläutern Sie den Unterschied zwischen einer nicht persistenten und einer persistenten Virusübertragung.

 

Nicht persistent

= nicht Zirkulativ

  • Viren befinden sich meist im Oberflächengewebe

(leicht mechanisch übertragbar)

  • Virusaufnahme erfolgt nach kurzer Saugzeit.
  • Virus gelangt nicht in den Körper der Laus, sondern haftet am Mundwerkzeug
  • Nach Aufnahme kann der Virus sofort wieder angegeben werden (nicht Zirkulativ)
  • Virus nur wenige Stunden auf dem Vektor überlebensfähig

Persistent

= Zirkulativ

  • Viren befinden sich in tiefer gelegenen Zellschichten
  • Virusaufnahme setzt längere Saugzeit voraus
  • Virus zirkuliert im Körper, in Blutflüssigkeit nachweisbar
  • Abgabe von Virus erst nach längere Latenzzeit
  • Fähigkeit der Virusübertragung hält viele Stunden bis Wochen an (Retentionszeit) (transovarial = ∞)

 

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