Personalmanagement 2
Personalbedarfsplanung und Rekrutierung
Personalbedarfsplanung und Rekrutierung
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Cartes-fiches
Personalbedarfsbestimmung
legt fest:
- wie viele Mitarbeiter
- welcher Qualifikation
- zu welchen Zeitpunkten
- an welchen Orten
zur Realisierung des geplanten Produktions- und Leistungsprogramms erforderlich sind
Personalbedarf (Arten)
- qualitativ
- quantitaiv
- zeitlich
- räumlich
Verfahrensregeln
- keine Planungsmethoden im strengen Sinne
- häufiger Praxiseinsatz
- ausschließlich auf Personaleinsparung ausgerichtet ohne Konsequenzen zu beachten
- z.B. Abteilungsvergleich, Verfahren des dynamischen Arbeitsendes, Grundschrumpfen
Trendextrapolation
- auf Ebene des Gesamtunternehmens
- sinnvoll, wenn bisheriger Personlabestand gewissen Gesetzesmäßigkeiten folgte
- "Zeit" ist der Ursachenkomplex, der aus verschiedenen Einflussfaktoren zusammengesetzt ist
- mathematische/statistische Verfahren können zur Berechnung herangezogen werden
- Kritik: Wirkungszusammenhänge zw. Unternehmensbereichen, externen Faktoren und dem Personalbedarf werden nicht transparent
Regressionsmethode
- Vorteile: mehrere Einflussgrößen des Personalbedarfs können explizit berücksichtigt werden
- z.B. geplanter Umsatz, Wettbewerber, Kaufkraft der Region, Kundenzufriedenheit
Szenario-Technik
dynamische, zukunftsorientierte Methode der Personalbedarfsplanung
- betrachtet mehrere mögliche Entwicklungen der Zukunft (Szenarien)
- Ziel: zukünftigen PB abzuschätzen
- aktiv den künftigen PB beeinflussen anstatt lediglich zu reagieren
Nullszenario
keine wesentliche Veränderung, PB wird sich wie in der Vergangenheit weiterentwickeln
Best Case Szenario
- positive Einflussfaktoren unterstellt
- Unterdeckung an Personal
- Maßnahmen zur Personalrekrutierung und/oder der Personalentwicklung ergreifen
Worst Case
- negative Faktoren überwiegen
- Überdeckung an Personal
- Varianten zur Personalfreisetzung angehen
Kritik an Szenariotechnik
ist zeitaufwendis und mit relativ hohen Kosten verbunden, denn:
- Sachkompetenz (Marktentwicklung)
- Methodenkompetenz (komplexe Sachverhalte strukturieren und Prioritäten setzen)
- statistische Auswertungskenntnisse (WS der Szenarien)
Delphi-Methode
- Befragung von Experten (Führungskräfte, Fachspezialisten, externe Berater)
- Grundsatz der Anonymität - keine gegenseitige Beeinflussung
- Ziel: möglichst hoher Konsens zwischen den verschiedenen Expertengruppen
Probleme adverser Selektion
- Nachfrager können Qualität nicht feststellen, nur Durchschnittspreise
- Nachfrager zahlen nicht mehr als den Durchschnittspreis
- Anbieter guter Produkte nehmen Angebot zurück
- Durchschnittsqualität am Markt sinkt
- irgenwann ist nur noch die niedrigste Qualitätsstufe am Markt zu geringen Preisen übrig
Probleme bei der Personalauswahl
- Arbeitnehmer kenn ihre Fähigkeiten
- Arbeitnehmer können die Qualifikationen von Bewerbern beobachten, nicht aber ihre Qualität
- Probleme adverser Selektion
- Interesse an Informationsaufdeckung
Signaling
- Informationsaufdeckung durch die besser informierte Marktseite (AN)
- Anreize zur Informationsaufdeckung haben nur AN mit hohen Fähigkeiten
- glaubhafte Signale: Bildungszertifikate
- separierendes Gleichgewicht: (Anbieter hoher Qualität setzen das Signal, Anbieter geringer Qualität nicht)
Screening
- Informationsaufdeckung durch die schlechter informierte Marktseite
- z.B. durch Tests, Selbstselektiosmechanismen
- die besser informierten AN müssen dazu gebracht werden, private Informationen preizugeben
Gütekriterien von Personalpsychologischen Testverfahren
- Reliabilität (Verlässigkeit)
- Validität (Gültigkeit)
Reliabilität
- Ist das Verfahren konsistent (verlässlich)
- Führt die Messung immer zum gleichen Resultat?
- oder ist sie abhängig von unkontrollierbaren Zufällen?
Validität
- Mit welcher güte misst das Verfahren, was es messen sollte?
- Wie stark ist der Zusammenhang zwischen Testergebnissen und dem Ziel des Tests (also der Eignung für die Stelle)?
Validität von Auswahlmethoden
(absteigend)
- Arbeitsproben
- allg. kognitive Fähigkeitstests
- strukturiertes Interview
- Fachkenntnistest
- unstrukturiertes Interview
- Assesment Center
- Biographische Daten
- Interessen
- Graphiologie
Rekrutierungswege und Methoden der Personalauswahl
- Interne vs. externe Personalbeschaffung
- Passive vs. aktive Beschaffungswege
- Methoden er Bewerberauswahl
- Beachtung rechtlcher Restriktionen
Methoden der Bewerberauswahl
- Beurteilung der Bewerbungsunterlagen
- Bewerbungsgespräch
- Eignungs- /Leistungstests
- Assessment-Center
- Graphologische Gutachten
Bewerbungsunterlagen
- Analyse des Anschreibens, Lebenslaufes, Zeugnissen und Refernezen
- kein direktes Auswahlinstrument, sondern in der Regel nur Vorselektion für weitere Auswahlverfahren
- besteht aus mehreren Elementen und werden vielfach nicht systematisch ausgewertet
- Arbeitsprobe, die Auskunft über Arbeitsstil und Persönlichkeit gibt
- Ausmaß der Hilfe durch Dritte kann nciht überprüft werden
Lichtbild
- Selbstpräsentation
- Angemessenheit
- Attraktivität beeinflusst das Urteil über die Qualifikation und Sympathie signifikant
Arbeitszeugnisse und Referenzen
- typische "Zeugnissprache", da Einschränkung durch Arbeitsrecht
- nicht immer von Fachleuten ausgestellt, daher Interpretation nicht einheitlich
- häufig von den zu Beurteilenden selbst verfasst
Kognitive Fähigkeitstests
- standardisierte Test über allg. Intelligenz bzw. kognitive Fähigkeiten
- günstig durchführbar, da verschiedene standardisierte Tests existieren
- hohe Validität
- verschiedene Fähigkeiten werden getesten (verbale, nummerische, bildhaftes Denken)
- Messung von Qualität und Geschwindigkeit bei der Lösung neuartiger Aufgaben
Validität von kognitiven Tests
- direkter Effekt: Personen mit höheren kognitiven Fähigkeiten erbringen bei gleichem Ausmaß tätigkeitsrelevanter Kenntnisse höhere Leistungen
- indirekter Effekt: Personen mit höheren kognitiven Fähigkeiten erwerben tätigkeitsrelevante Kenntnisse schneller und mehr davon
- indirekte Effekt ist wichtiger und der Anteil des direkten Effekts stärker bei Führungskräften
Arbeitsproben
- praktische Simulation von Arbeitssituationen zur Personalauswahl
- Beobachtung und Bewertung
- hohe Validität
- abhängig von Tätigkeiten können Arbeitsproben mehr oder weniger gut simuliert werden
Assessment Center
- multiple Verfahrensweise,kombiniert biographisch orientierte und simulationsorientierte Instrumente der Personalauswahl
- mehrere Beurtielte nehmen gliechzeitig daran teil
- mehrere unabhängige Beurteiler (Psychologen, Mitarbeite)
wichtigsten Einsatzzwecke von Assessment Centern
- Interne und externe Personalauswahl bei Stellenbesetzung
- Laufbahnplanung (Führungsnachwuchs)
- Ausbildungsberatung, Berufsberatung
- Potentialbeurteilung
- Trainingsbedarfsanalyse
- Teamentwicklung
- Arbeitsplatzgestaltung
Mögliche Elemente eines AC
- Vorträge und Präsentationen
- Rollenspiele
- Interviews
- Selbstvorstellung
- Wirtschaftsspiele, Simulation komplexer Entscheidungen
- Fähigkeits- und Leistungstests
- Persönlichkeits- und Interessentests
- Biographischer Fragebogen
Beurteilungsdimensionen bei AC
- Kooperation (freundlich, Blickkontakt, Kompromisse, hört zu, unterstützt schwächere)
- Dominanz (meldet sich häufig zu Wort, erzielt Aufmerksamkeit, wirkt sicher und selbstbewusst, spricht laut und deutlich)
Kritik an Assessment Center
- vergleichsweise teures Auswahlverfahren ca. 500-2500 Euro pro Teilnehmer
- sehr unterschiedliche Ausgestaltung