Personalmanagement 2

Personalbedarfsplanung und Rekrutierung

Personalbedarfsplanung und Rekrutierung


K. H.
Diese Lernkarten behandeln Verfahren und Methoden der Personalauswahl und -entwicklung auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Bewerberauswahlmethoden wie Assessment Center, kognitive Fähigkeitstests und Arbeitsproben, sowie auf Personalbedarfsplanung und -bestimmung. Die Karteikarten beleuchten auch die Validität und Reliabilität von Auswahlmethoden und gehen auf Probleme wie adverse Selektion und Informationsaufdeckung ein. Ideal für Studierende der BWL, die sich auf Prüfungen oder praktische Anwendungen im Personalmanagement vorbereiten.
Flashcards
32
Students
8
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
06.03.2014 / 29.09.2022

Flashcards

Personalbedarfsbestimmung

legt fest:

  • wie viele Mitarbeiter
  • welcher Qualifikation
  • zu welchen Zeitpunkten
  • an welchen Orten

zur Realisierung des geplanten Produktions- und Leistungsprogramms erforderlich sind

Personalbedarf (Arten)

  • qualitativ
  • quantitaiv
  • zeitlich
  • räumlich

Verfahrensregeln

  • keine Planungsmethoden im strengen Sinne
  • häufiger Praxiseinsatz
  • ausschließlich auf Personaleinsparung ausgerichtet ohne Konsequenzen zu beachten
  • z.B. Abteilungsvergleich, Verfahren des dynamischen Arbeitsendes, Grundschrumpfen

Trendextrapolation

  • auf Ebene des Gesamtunternehmens
  • sinnvoll, wenn bisheriger Personlabestand gewissen Gesetzesmäßigkeiten folgte
  • "Zeit" ist der Ursachenkomplex, der aus verschiedenen Einflussfaktoren zusammengesetzt ist
  • mathematische/statistische Verfahren können zur Berechnung herangezogen werden
  • Kritik: Wirkungszusammenhänge zw. Unternehmensbereichen, externen Faktoren und dem Personalbedarf werden nicht transparent

Regressionsmethode

  • Vorteile: mehrere Einflussgrößen des Personalbedarfs können explizit berücksichtigt werden
  • z.B. geplanter Umsatz, Wettbewerber, Kaufkraft der Region, Kundenzufriedenheit

Szenario-Technik

dynamische, zukunftsorientierte Methode der Personalbedarfsplanung

  • betrachtet mehrere mögliche Entwicklungen der Zukunft (Szenarien)
  • Ziel: zukünftigen PB abzuschätzen
  • aktiv den künftigen PB beeinflussen anstatt lediglich zu reagieren

Nullszenario

keine wesentliche Veränderung, PB wird sich wie in der Vergangenheit weiterentwickeln

Best Case Szenario

  • positive Einflussfaktoren unterstellt
  • Unterdeckung an Personal
  • Maßnahmen zur Personalrekrutierung und/oder der Personalentwicklung ergreifen

Worst Case

  • negative Faktoren überwiegen
  • Überdeckung an Personal
  • Varianten zur Personalfreisetzung angehen

Kritik an Szenariotechnik

ist zeitaufwendis und mit relativ hohen Kosten verbunden, denn:

  • Sachkompetenz (Marktentwicklung)
  • Methodenkompetenz (komplexe Sachverhalte strukturieren und Prioritäten setzen)
  • statistische Auswertungskenntnisse (WS der Szenarien)

Delphi-Methode

  • Befragung von Experten (Führungskräfte, Fachspezialisten, externe Berater)
  • Grundsatz der Anonymität - keine gegenseitige Beeinflussung
  • Ziel: möglichst hoher Konsens zwischen den verschiedenen Expertengruppen 

Probleme adverser Selektion

  • Nachfrager können Qualität nicht feststellen, nur Durchschnittspreise
  • Nachfrager zahlen nicht mehr als den Durchschnittspreis
  • Anbieter guter Produkte nehmen Angebot zurück
  • Durchschnittsqualität am Markt sinkt
  • irgenwann ist nur noch die niedrigste Qualitätsstufe am Markt zu geringen Preisen übrig

Probleme bei der Personalauswahl

  • Arbeitnehmer kenn ihre Fähigkeiten
  • Arbeitnehmer können die Qualifikationen von Bewerbern beobachten, nicht aber ihre Qualität
  • Probleme adverser Selektion
  • Interesse an Informationsaufdeckung
  •  

Signaling

  • Informationsaufdeckung durch die besser informierte Marktseite (AN)
  • Anreize zur Informationsaufdeckung haben nur AN mit hohen Fähigkeiten
  • glaubhafte Signale: Bildungszertifikate
  • separierendes Gleichgewicht: (Anbieter hoher Qualität setzen das Signal, Anbieter geringer Qualität nicht)

Screening

  • Informationsaufdeckung durch die schlechter informierte Marktseite
  • z.B. durch Tests, Selbstselektiosmechanismen
  • die besser informierten AN müssen dazu gebracht werden, private Informationen preizugeben

Gütekriterien von Personalpsychologischen Testverfahren

  • Reliabilität (Verlässigkeit)
  • Validität (Gültigkeit)

 

 

Reliabilität

  • Ist das Verfahren konsistent (verlässlich)
  • Führt die Messung immer zum gleichen Resultat?
  • oder ist sie abhängig von unkontrollierbaren Zufällen?

Validität

  • Mit welcher güte misst das Verfahren, was es messen sollte?
  • Wie stark ist der Zusammenhang zwischen Testergebnissen und dem Ziel des Tests (also der Eignung für die Stelle)?

Validität von Auswahlmethoden

(absteigend)

 

  • Arbeitsproben
  • allg. kognitive Fähigkeitstests
  • strukturiertes Interview
  • Fachkenntnistest
  • unstrukturiertes Interview
  • Assesment Center
  • Biographische Daten
  • Interessen
  • Graphiologie

Rekrutierungswege und Methoden der Personalauswahl

  • Interne vs. externe Personalbeschaffung
  • Passive vs. aktive Beschaffungswege
  • Methoden er Bewerberauswahl
  • Beachtung rechtlcher Restriktionen

Methoden der Bewerberauswahl

  • Beurteilung der Bewerbungsunterlagen
  • Bewerbungsgespräch
  • Eignungs- /Leistungstests
  • Assessment-Center
  • Graphologische Gutachten

Bewerbungsunterlagen

  • Analyse des Anschreibens, Lebenslaufes, Zeugnissen und Refernezen
  • kein direktes Auswahlinstrument, sondern in der Regel nur Vorselektion für weitere Auswahlverfahren
  • besteht aus mehreren Elementen und werden vielfach nicht systematisch ausgewertet
  • Arbeitsprobe, die Auskunft über Arbeitsstil und Persönlichkeit gibt
  • Ausmaß der Hilfe durch Dritte kann nciht überprüft werden

Lichtbild

  • Selbstpräsentation
  • Angemessenheit
  • Attraktivität beeinflusst das Urteil über die Qualifikation und Sympathie signifikant

Arbeitszeugnisse und Referenzen

  • typische "Zeugnissprache", da Einschränkung durch Arbeitsrecht
  • nicht immer von Fachleuten ausgestellt, daher Interpretation nicht einheitlich
  • häufig von den zu Beurteilenden selbst verfasst

Kognitive Fähigkeitstests

  • standardisierte Test über allg. Intelligenz bzw. kognitive Fähigkeiten
  • günstig durchführbar, da verschiedene standardisierte Tests existieren
  • hohe Validität
  • verschiedene Fähigkeiten werden getesten (verbale, nummerische, bildhaftes Denken)
  • Messung von Qualität und Geschwindigkeit bei der Lösung neuartiger Aufgaben

Validität von kognitiven Tests

  • direkter Effekt: Personen mit höheren kognitiven Fähigkeiten erbringen bei gleichem Ausmaß tätigkeitsrelevanter Kenntnisse höhere Leistungen
  • indirekter Effekt: Personen mit höheren kognitiven Fähigkeiten erwerben tätigkeitsrelevante Kenntnisse schneller und mehr davon
  • indirekte Effekt ist wichtiger und der Anteil des direkten Effekts stärker bei Führungskräften

Arbeitsproben

  • praktische Simulation von Arbeitssituationen zur Personalauswahl
  • Beobachtung und Bewertung
  • hohe Validität
  • abhängig von Tätigkeiten können Arbeitsproben mehr oder weniger gut simuliert werden

Assessment Center

  • multiple Verfahrensweise,kombiniert biographisch orientierte und simulationsorientierte Instrumente der Personalauswahl
  • mehrere Beurtielte nehmen gliechzeitig daran teil
  • mehrere unabhängige Beurteiler (Psychologen, Mitarbeite)

wichtigsten Einsatzzwecke von Assessment Centern

  • Interne und externe Personalauswahl bei Stellenbesetzung
  • Laufbahnplanung (Führungsnachwuchs)
  • Ausbildungsberatung, Berufsberatung
  • Potentialbeurteilung
  • Trainingsbedarfsanalyse
  • Teamentwicklung
  • Arbeitsplatzgestaltung

Mögliche Elemente eines AC

  • Vorträge und Präsentationen
  • Rollenspiele
  • Interviews
  • Selbstvorstellung
  • Wirtschaftsspiele, Simulation komplexer Entscheidungen
  • Fähigkeits- und Leistungstests
  • Persönlichkeits- und Interessentests
  • Biographischer Fragebogen

Beurteilungsdimensionen bei AC

  • Kooperation (freundlich, Blickkontakt, Kompromisse, hört zu, unterstützt schwächere)
  • Dominanz (meldet sich häufig zu Wort, erzielt Aufmerksamkeit, wirkt sicher und selbstbewusst, spricht laut und deutlich)

Kritik an Assessment Center

  • vergleichsweise teures Auswahlverfahren ca. 500-2500 Euro pro Teilnehmer
  • sehr unterschiedliche Ausgestaltung

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