Pathologie Block 6
Vorlesungen Pathologie
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Flashcards
Phänomen
Leukozyten Diapedese durch Endothel und in perivaskulären Raum. Anschliessend erfolgt weitere Wanderung in das Hirnparenchym.
In beiden Prozessen ist Homing der Zellen beteiligt!
Hirnabszess
- Umschriebene, gegen Umgebung abgegrenzte entzündliche Gewebeinschmelzung im Hirnparenchym (einzelne oder multiple Herde)
- Flüssiger, trüb-eitriger Inhalt
- Häufig an Mark-Rinden-Grenze
Mikroskopische Charakteristika:
- Zentrale Nekrose mit Zelltrümmern
- Granulationsgewebe (Abszesswand)
- Perifokales Ödem
Verlauf der Abszessentstehung:
- Initial Cerebritis (ca. 3 Tage) mit entzündlicher Infiltration (neutrophile Granulozyten, Makrophagen)
- Nach ca. 3 Tagen zentrale Nekrose
- Nach 10 - 13 Tagen Beginn Kapselbildung mit Kapselwand aus Granulationsgewebe, Lymphozyten, Plasmazellen, Monozyten, Makrophagen
- Im Verlauf Ausbildung Kapselwand mit Fibroblasten und Kapillaren
Purulente (eitrige) Meningitis
- Entzündung hauptsächlich auf Subarachnoidalraum beschränkt
- Starke zelluläre Infiltration im Bereich der Meningen (v.a.segmentkernige Granulozyten)
- Paravasale Fibrinfäden
- Ödem
- Hyperämie
Wichtig: Eine entzündliche Beteiligung des Hirnparenchyms (teilweise vorhanden, meist fatale Komplikation) sollte nicht als Enzephalitis, sondern als Markphlegmone (sog. Cerebritis) bezeichnet werden!
Progressive multifokale Leukoenzephalopathie PML:
- Bizarr, vergrösserte Astrozyten
- Mikroglia- und Makrophagenaktivierung
- Viruspartikel in Oligodendrozyten
- Geringe Entzündungszeichen
Es handelt sich um eine chronische virale Enzephalitis durch JC-Virus, wobei eine subakut verlaufende Entmarkungskrankheit vorliegt!
Wichtig: Ursache ist Reaktivierung des latenten JC-Virus in lytischen Oligodendrozyten im Rahmen einer Immundefizienz (AIDS, Immuntherapie, Transplantation etc.)
Erkrankung ist innert Monaten fatal, wenn keine antivirale Therapie erfolgt bzw. Immunkompetenz wieder hergestellt wird!
Erkrankung
Funikuläre Myelose
- Seitenstränge befallen
- Hinterstränge befallen
Erkrankung
Astrozytom
- Relativ zellarm, jedoch trotzdem erhöhte Proliferation
- Differenzierte Tumore
- Verzweigte Fortsätze
WHO GRAD 2
Astrozytom Grad 2
- Infiltratives Wachstum (keine scharfe Begrenzung)
- Grundsätzlich biologisch nicht sehr maligner Tumor, allerdings enormen Masseneffekt
- Ödem
Komplikationen können sehr vielfältig sein, d.h. obwohl Tumor biologisch gesehen nicht so schlimm ist können die neurologischen Konsequenzen sehr dramatisch sein!
Glioblastom (WHO Grad 4)
- Scheinbar klare Eingrenzung (makroskopisch), erkennbar an Einblutungen und Nekrose
- Effektiv stark infiltratives Wachstum mit ausgedehnten Infiltrationszone
Wichtig: Eigenheit der Glioblastome, dass sie über Balken auswachsen und sich in beiden Hemisphären ausbreiten können (sog. Schmetterlingsgliome)!