Pathologie - 1. Grundlagen

Allgemeines zum Thema Pathologie

Allgemeines zum Thema Pathologie

Helen Singh Johal
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Helen Singh Johal
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Pathologie, insbesondere im Bereich der Erbkrankheiten. Sie behandeln verschiedene Störungen, ihre Pathogenese, Symptome und Vererbungsmuster, wie monogene und polygene Erbkrankheiten, Chromosomenanomalien sowie teratogene Anomalien. Zudem werden Störungen im Säure-Basen-Gleichgewicht und Vitaminmangelzustände wie Hypovitaminose und Hypervitaminose erläutert. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Verständnis der Pathologie vertiefen möchten.
Karten
12
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
19.10.2013 / 28.10.2015

Lernkarten

Pathologie

Lehre vom kranken Bau und den krankhaften Funktionen des Körpers

(griech. Lehre von den Leiden)

Hypovitaminose

Vitaminmangel

Avitaminose: völliges Fehlen eines Vitamins

Pathogenese:

  • erhöhter Bedarf:
    • Schwangerschaft, Stillzeit
    • Säuglinge, Kleinkinder
  • mangelnde Zufuhr:
    • Unterernährung
    • Fehlernährung
  • Malassimilation:
    • Maldigestion
    • Malabsorption

Beriberi

Hypovitaminose, Mangel an Thiamin (B1)

Symptome:

  • Müdigkeit, Lethargie
  • Störungen von Herz, Kreislauf, Nerven, Muskulatur

Prävention:

  • Ernährung: Getreidekeime, Ei, Leber, Erbsen, Haferflocken

Skorbut

Hypovitaminose, Mangel an L-Ascorbinsäure (C)

Symptome:

  • geschwürige Erkrankung der Mundschleimhaut mit Zahnfleischbluten
  • Blutungen in der Haut und in den Muskeln

 

Hypervitaminose

Vitaminüberversorgung von fettlöslichen (d.h. speicherbaren) Vitaminen

Pathogenese:

  • hochdosierte Vitamingaben

Azidose

Störung im Säure-Basen-Gleichgewicht

zu sauer: pH-Wert < 7.35, bei < 7.0 tödlich

respiratorisch:

  • zu geringe Abatmung von Kohlenstoffdioxid durch Tuberkulose, Polio, Schlafmittelvergiftung

metabolisch:

  • zu viel saure Stoffwechselprodukte
  • unvollständiger Fettabbau
  • anaerober Kohlenhydratabbau zu Milchsäure
  • Hydrogencarbonatverlust durch Durchfall, Nierenkrankheiten

Alkalose

Störung im Säure-Basen-Gleichgewicht

zu basisch: pH-Wert > 7.45, bei > 7.8 tödlich

respiratorisch:

  • exzessive Abatmung von Kohlenstoffdioxid durch Hyperventilation, Höhenluft
  • Symptome: Schwindel, Kribbeln in den Extremitäten
  • Behandlung: Plastiksack vor den Mund

metabolisch:

  • Verlust von Wasserstoffionen durch Erbrechen, K+-Mangel, Diuretika
  • Zufuhr alkalischer Substrate

Erbkrankheiten

Unterteilung nach Pathogenese:

  • Monogene Krankheiten
  • Polygene Störungen
  • Chromosomenanomalien
  • Teratogene Anomalien

Monogene Erbkrankheiten

Mutation auf einem einzigen Gen.

Vererbungsmöglichkeiten:

  • Autosomal dominant:
    Krankes Gen auf einem Autosom eines kranken Elternteils, 50 % der Nachkommen betroffen
    • Myotonische Dystrophie: distal fortschreitende Muskelschwäche
    • Chondrodystrophie: Störung der Knorpelbildung
    • Sichelzellanämie: Hämoglobinapothie
  • Autosomal rezessiv:
    Krankes Gen heterozygot auf einem Autosom beider phänotypisch gesunden Eltern, 25 % der Nachkommen phänotypisch betroffen
    • Spinale Muskelatrophien: fortschreitende Muskelkrankheiten
    • Zystische Fibrose / Mukoviszidose: Stoffwechselanomalie, Dysfunktion exokriner Drüsen
    • Phenylketonurie: Stoffwechselanomalie, Störung des Aminosäurestoffwechsels
  • X-chromosomal rezessiv:
    Krankes Gen auf einem mütterlichen Heterosom, Verhältnis gesunder/kranker Sohn, gesunde Tochter, Konduktorin je 25 %
    • Hämophilie: Bluterkrankheit
    • Muskeldystrophie Typ Duchenne: fortschreitender Muskelschwund
    • Farbenfehlsichtigkeit

Polygene Erbkrankheiten

Störungen aufgrund von Anlagen auf mehreren Genen sowie Einwirkung von Umweltfaktoren, multifaktorielle Vererbung.

  • Spina bifida: Spaltbildung der Wirbelsäule, u.a. wegen zu geringer Folsäure-Aufnahme
  • Morbus Hirschsprung: Erweiterung des Dickdarms
  • Diabetes mellitus: Stoffwechselkrankheit, Mangel des Pankreashormons Insulin
  • Endogene Depression
  • Schizophrenie

Chromosomenanomalien

  • Strukturelle Chromosomenanomalien:
    Veränderung der DNS-Struktur
    • Muskeldystrophie Typ Duchenne: fortschreitender Muskelschwund
  • Nummerische Chromosomenanomalien (Chromosomen-Aberration):
    Veränderung der Chromsomenzahl
    • Trisomie 21 / Down-Syndrom: Chromosom Nr. 21 dreifach aufgrund Störung in der meiotischen Zellteilung
    • Monosomien: Autosom nur einfach aufgrund Störung in der meiotischen Zellteilung
    • Turner-Syndrom: Mädchen mit nur einem X-Chromosom, Kleinwuchs
    • Klinefelter-Syndrom: Knaben mit zusätzlichem X-Chromosom, Adipositas, Antriebsarmut
       

Teratogene Erbkrankheiten

Anomalien aufgrund exogener oder endogener Noxen während der Embryogenese.

  • Exogen:
    Ionisierende Strahlen, Medikamente, Alkohol
  • Endogen:
    Infektionskrankheiten, mütterliche Stoffwechselstörungen

Folgen:

Missbildungen kardial, renal (Niere), intestinal (Darm), der Extremitäten, Minderwuchs, geistige Behinderung, etc.

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