Labor


Maik Läpple
Diese Lernkarten behandeln die Differentialdiagnostik in der Osteopathie und richten sich an Fortgeschrittene. Sie konzentrieren sich auf die Bedeutung von Blutwerten wie Cholesterin, TSH, Parathormon und Calcitonin sowie deren Rolle bei Erkrankungen der Leber, Schilddrüse und Nieren. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Osteopathen, die ihre Kenntnisse in der Diagnostik vertiefen möchten.
Karten
39
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
10.10.2013 / 17.10.2013

Lernkarten

Welche Parameter werden bei dem kleinen Blutbild bestimmt?

  • Leukozyten (Leu)
  • Hämoglobin (Hb)
  • Hämatokrit (Hk)
  • Erythroyzten (Ery)
  • MCH (Hb- Gehalt pro Ery), MCV (Größe der Erys), MCHC
  • Thrombozyten (Thrombos)

Definiere Differentialblutbild!

Die maschinelle Differenzierung der Leukozyten in ihre Untergruppen!

d.h. Großes Blutbild (kleines Blutbild + Differentialblutbild)

Nennen Sie die Untergruppen des Differentialblutbildes!

-> Lymphozyten (für spezifische Abwehr)
- ↑ virale Infekte, chron. Infektionen, lymphatische Leukämie,
maligne TU, rheumatische Erkrankungen
-> B- Lymphozyten (Antikörperbildung)
-> T- Lymphozyten (zelluläre Abwehr)
-> Monozyten (phagozytieren ganze Zellen, im Gewebe heißen sie Makrophagen)
- nur kurz in Blutbahn danach im Gewebe (Malrophagen)
- erhöht bei bakteriellen Infekten
- nekrotischen, eitrigen Prozessen
-> Granulozyten (gekörntes Zytoplasma)
- ↑ Allergien (Asthma, Pollinosis, Lebensmittelallergie), Parasiten, chron.
Entzündungen (Colitis ulcerosa, Hypothyreose, Windpocken)

Definition "Leukozytose"!

Erhöhung der Leukozyten im Blut!

  • Leukos ↑ als 10.000 (Frau) bzw. 11.500 (Männer)
  • Normwert Leukos = 4- 10 Tsd/μl

Nennen Sie Hinweise einer „Leukozytose“!

  • Infektionen v.a. bakteriell
  • Entzündungen (Nekrose, Infarkt, Verbrennungen)
  • Körperliche Belastung, Erregung, Stress, Rauchen
  • Schwangerschaft
  • akuter Blutverlust, Schock, Medikamente, heftige Schmerzen, maligne Tumore, Gichtanfall, Leukämien….

Welchen Einfluss hat eine Virusinfektion auf die Zahl der Leukozyten im Blut?

Eine Leukopenie = zu wenige Leukozyten

Hinweis auf:

  • Virusinfektionen
  • Chron. Intoxikation -> Alkohol, Benzol
  • Medikamente -> z.B. Immunsuppressiva
  • Erkrankungen ->Leberzirrhose, maligen TU, KM-Metastasen, Sepsis
  • erhöhte Sympathikusaktivität dadurch Erhöhung der Leukos
  • erhöhte Parasympathikusaktivität --> Antiinflamatorisch

 

Ein Patient erzählt Ihnen, dass er ganz zufrieden sei, denn sein „Quick-Wert“ wäre diese Woche bei 25% gewesen und soll er auch sein! Was bedeuted das für Sie?

Das ist Marcumarpatient, mit einem optimalen Gerinnungsfaktor!

Nenne wichtige Blutwerte bei Entzündungen!

CRP (C- reaktives Protein):

  • akute Phase Protein
  • induziert durch Zytokine (IL-6)
  • gebildet in der Leber
  • unspezifische Antwort auf Entzündung + Tumor
  • Wert hoch bei bakteriellen, nichtinfektiösen und nekrotischen Prozessen

Blutbild:

  • Leukozyten

BKS/ BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit):

  • unspezifischer Suchtest, er lässt keine gezielte Diagnose zu
  • hoch bei Vermehrung der Plasmaproteine/ Verminderung der Erys
  • niedrig bei Vermehrung der Erys

Welche Symptome treten bei Magnesium- Mangel auf?

  • Muskelkrämpfe
  • Darmkrämpfe
  • Müdigkeit
  • Nervosität
  • Reizbarkeit
  • Herzrasen
  • Kopfschmerzen
  • Taubheitsgefühl / Kribbeln in Händen und Füßen
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Erschöpfungszustände
  • Depressionen

Nennen Sie mögliche Ursachen für Magnesium- Mangel!

  • zu geringe Aufnahme
  • Alkoholabusus
  • Verlust = Magen- Darm- Infekt, Diuretika, Schwitzen (Sportler!), hoher Stress,
  • hormonelle Störungen z.B. Diabetes, Hyperthyreose

Welche Blutwerte gelten als Indikatoren für eine Störung des Gallengang-systems?

y- Glutamyl- Transferase (y-GT):

  • Leberzellnekrose- und Cholestaseparameter
  • guter Marker für alkoholtoxische Veränderungen
  • Hepatitis, Fettleber, Leberzirrhose

Alkalische Phosphatase (AP):

  • Cholestaseparameter
  • Fettleber
  • Leberzirrhose
  • Leber- TU, Hepatitis
  • Knochenerkrankungen mit erhöhter Osteoblastenaktivität
  • Medikamente

 

Welche Ursachen kennen Sie für die Ausbildung eines Ikterus (Gelbsucht durch Bilirubinerhöhung im Blut)?

Bilirubin
= Gallenfarbstoff, Abbauprodukt des Hämoglobins
 

erhöht bei:

  • vermehrtem Erythrozyten-Abbau
  • Leberschaden, Leberzirrhose
  • Cholestase (Gallenstau)

Eine Kreatin-Erhöhung im Blut deutet auf eine Erkrankung welches Organs hin?

Nierenerkrankungen d.h. Parameter für Nierenfunktion

Kreatinin:

  • Kreatinin- Abbau (Muskulatur) --> Kreatinin kann nicht verwendet werden -->
  • Ausscheidung über Niere
  • Menge im Blut ist abhängig von der Muskelmasse, dem Geschlecht, Alter
  • Ausscheidungsfähigkeit Niere
  • Kreatininwert erst erhöht wenn die Filterleistung < 50% ist
  • fast nahrungsunabhängig

Welche Nierenfunktionsparameter kennen Sie?

Kreatinin

Harnstoff (Urea)
= Endprodukt des Eiweißstoffwechsels, Proteine --> AS, NH3 --> Leber:
Harnstoffwechselzyklus --> Harnstoff (kann nicht verwertet werden) -->
Elimierung über die Niere

Welch Symptome gibt ein Patient an, der eine Überfunktion der Schilddrüse hat? z-B. M. Basidow

= T3 + T4 erhöht

  • Struma/ Kropf
  • psychomotorische Unruhe: Tremor der ausgestreckten Finger, Schlaflosigkeit,
  • Nervosität, Gereiztheit
  • Sinustachykardie, Hypertonie
  • Gewichtsverlust trotz Heißhunger, evtl. Hyperglykämie (Nüchternzucker über 100)
  • Wärmeintoleranz
  • Schweißausbrüche
  • warme, feuchte Haut
  • weiches, dünnes Haar
  • gesteigerte Stuhlfrequenz

Was versteht man unter „TSH“ und was bewirkt es im Körper?

  • Thyroidea stimulierendes Hormon
  • ein glandotropes Hormon, welches die Schilddrüse stimuliert (Wachstum, Hormonproduktion)
  • Screening zum Ausschluss einer SD- Funktionsstörung
  • wird im Hypophysenvorderlappen (HVL) gebildet

Hyperthyreose ->TSH basal ↓, fT3 ↑, fT4 90% ↑
Hypothyreose -> TSH basal ↑, fT3 normal (↓), fT4↓

Was ist Thyrotropin?

  • Thyrotropin ist ein Peptid-Hormon
  • wird von der Hypophyse ausgeschüttet
  • regt die SD zur Bildung von SDHormonen an
  • umgekehrt wird die Hypophyse und deren TSH-Sekretion über die SD-Hormone gebremst ( = Thyreotroper Regelkreis)

TSH-Ausschüttung wird beeinflusst von?

fördernde Faktoren :

  • TRH
  • Neurotensin
  • Vasopression (ADH, wir vermutet)

hemmende Faktoren:

  • Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3)
  • Somatostatin
  • Dopamin
  • TSH
  • Threostimulin (TSH 2)
  • Zytokine (mutmaßlich)

Erhöhte Blutwerte für fT3 und fT4 sind Kennzeichen für? Welchen Einfluss werden Sie auf die Bildung und Freisetzung von TSH haben?

= Hyperthyreose

  • TSH geht runter weil fT3 + fT4 in der Peripherie hoch geht
  • fT3 = freies Trijodthyronin = aktive Form des SD- Hormons
  • fT4 = freies Thyroxin

Einfluss Bildung und Freisetzung von TSH:

  • ist fT3 und fT4 erhöht -> hemmt es TSH -> TSH ↓
  • ist fT3 und fT4 niedrig -> stimuliert es TSH zur Bildung -> TSH ↑

Was versteht man unter HDL-Cholesterin?

 

  • Cholesterinanteil + Triglyzeridanteil niedrig
  • es bringt Cholesterin aus den Arterien und anderen Organen zur Leber
  • (Arterioskleroseschutz) d.h. Transport aus der Peripherie zur Leber ->Cholesterin-Wert ↓
  • zur weiteren Verarbeitung bzw. Ausscheidung
  • senkt damit rechnerisch den Gesamtcholesterinspiegel
  • „gutes“ Cholesterin

Was versteht man unter LDL-Cholesterin?

  • Cholesterinanteil ist hoch, Triglyzeridanteil niedrig
  • es bringt Cholesterin von der Leber in die Arterien (Arteriosklerose- Risiko) d.h. aus der Leber in die Peripherie -> Cholesterin- Wert erhöht
  • wird zwar immer als „böses“ Cholesterin bezeichnet, soll aber im Grunde zur Zelle um die Membran stabil zu halten
  • erhöht rechnerisch den Gesamtcholesterin-spiegel
  • „böses“ Cholesterin

--> Quotient von LDL/ HDL sollte < 4 sein wg. Arterioskleroserisiko

Patient kommt aufgeregt in die Praxis – er hat Cholesterinwert von 297! Was sagst Du ihm?

den Quotienten beachten – dieser war bei 2,47, Quotient sollte unter 4 sein

--> Quotient von LDL/ HDL sollte < 4 sein wg. dem Arterioskleroserisiko

Ein Patient kommt ganz geknickt in Ihre Praxis und berichtet, dass sein „HbA1C-Wert bei 8,4 lag und sein Hausarzt deswegen fast einen Aufstand gemacht hat“. Nun will er wissen, ob das wirklich so schlimm sei!?

  • Pat. gilt als Diabetiker
  • der normale Referenzbereich liegt bei 4- 6,2%
  • Der Blutzuckergedächtniswert ist zu hoch

Was ist der HbA1C -> Blutzuckergedächtniswert?

  • BZ-Stoffwechsellage des Patienten der vergangen 8 Wochen
  • normaler Referenzwert -> 4 - 6,2 %
  • Einstellung von Diabekikern -> < 7 – 8% (um Spätfolgen hinauszuziehen / zu vermeiden)

= Verzuckertes Hämoglobin

  • Zucker lagert sich gerne an Hb an -> Verzuckerung des Hb´s
  • HbA1c -> glykiertes Hämoglobin -> schlechterer O2 Transport

Normale Blutzucker-Werte?

BZ-Werte allgemein:

  • Normwert nüchtern -> < 100mg/dl
  • gestörte GK-Toleranz -> nüchtern 100-125 mg/dl
  • Diabetes -> nüchtern > 125 mm/dl

Wann wird ein Troponin-Wert ermittelt?

  • Troponin ist ein Eiweiß was in der quergestreiften Muskulatur vor kommt
  • es kommt in 3 Formen vor mit unterschiedlicher Funktion (Troponin I, T, C)
  • Troponin T deutet auf einen frühen Herzinfarkt hin
  • kann 2- 6 Std. nach einem Myokardinfarkt bestimmt werden

Was kann man mittels eines Urin-Teststreifens sicher feststellen?

  • Erkennung von Nieren- + Harnwegserkrankungen, Diabetes mellitus, Leber- + Gallenwegserkrankungen
  • wichtig zum Screening für Erythrozyturie + Leukozyturie
  • Teststreifen nur eingeschränkte Aussagekraft, bei positiven Befund weitere Diagnostik notwendig

Was ist Leukozyturie = Harnwegsinfekte?

  • pH = alkalisch über 7
  • Leukos +++
  • (Nitrit +)
  • Eiweiß +++ (eher Nierenbeteiligung) -> Glomerulonephritis -> ARZT!!!
  • -> ohne Eiweiß = normaler Harnwegsinfekt
     

Was ist Hämaturie = Erythrozyturie

  • Blut +++
  • Eiweiß +++
  • keine Leukos
  • (Nieren Steine aber auch TU) -> Arzt!!!

Wann macht es einen Sinn eine Urin-Untersuchung in der Praxis vorzunehmen?

  • Erythrozyturie -> Blutung
  • Leukozyturie ->Harnwegsinfekt
  • bei Verdacht auf Harnwegsentzündungen
  • Zuckertest -> Glucose
  • V.a Erkrankung Leber-/ Gallenwege

Was untersucht man bei Störungen der Nieren und der Harnwege?

  • Blut
  • Hämoglobin
  • Leukozyten
  • Nitrit -> von Bakterien erhöht pH
  • Proteine -> Niere -> kann sie nicht mehr raus filtern, deshalb Ausscheidung

Was untersucht man bei Diabetes mellitus?

  • Glucose
  • Ketone

Was untersucht man bei Erkrankungen der Leber und der Gallenwege?

  • Urobilinogen
  • Bilirubin

Was iat Vitamin D3?

-> Calcitriol

- Calcitriol ist die wirkungsvollste Form des Vitamin D

- es sorgt fur die Resorption von Kalzium aus Darm und Niere sowie fur den Einbau von kalziumhaltigem Hydroxylapatit in die Knochenmatrix

 

Was ist Calcitonin?

(Schilddruse gebildet -> hemmen die Osteoklasten)

- wenn Calcitonin freigesetzt wird, wird die Aktivitat der Osteoklasten gehemmt

- wenn der Serumspiegel vom Calcium steigt, wird vermehrt Calcitonin ausgeschuttet und umgekehrt

- da bei medullaren C-Zell-Karzinomen der Schilddruse vermehrt Calcitonin produziert wird, kann der Calcitoninspiegel als Tumormarker dienen

- therapeutischer Einsatz bei Osteoporose, aber keinen Einsatz bei Hypokalzamie

- wenn moglich nicht zur Dauertherapie -> evtl. erhohtes Krebsrisiko

 

Was ist ein Parathormon?

- Wird in der Nebenschilddrüse gebildet 

- erhöht die Ca-Konzentration im Blutplasma, holt es aus den Knochen,

- aktiviert die Osteoklasten

- Reiz für die Freisetzung vom Parathormon ist ein Absinken des Kalziumspiegels (Hypokalzamie)

- ein Anstieg des Serumkalziums uber den Normalwert hemmt im Gegenzug die Parathormon-Sekretion

- die Messung des Kalziumspiegels erfolgt über spezielle Rezeptoren auf der Zellmembran von Zellen der Nebenschilddrüse, die so genannten kalziumsensitiven Rezeptoren (CASR)

- die direkten und indirekten Wirkungen des Parathormons bewirken eine Erhöhung der freien (ungebundenen) Kalziumkonzentration im Blut

Wie wirkt das Parathormon?

direkte Wirkungen:

--> Knochen: Stimulation der Osteoklasten

--> Niere: fordert die Kalziumresorption und hemmt die Rückresorption von Phosphat

indirekte Wirkungen:

--> Niere: Stimuliert die Bildung von Calcitriol, das die Kalziumaufnahme im Dünndarm erhöht

 

Was passiert bei Ca2+- Mangel im Blut?

- Das Freisetzen von Ca2+ aus dem Knochen

--> Osteoporose

--> gesteigerte neuronale Erregbarkeit

= Krämpfe, Arrhythmien

 

Für was Ca++- Haushalt im Körper wichtig?

- Calcium ist v.a. im Knochen als Hydroxylapatit gebunden (1- 1,5kg)

- Konzentration im Blut eng geregelt durch Parathormon , Vit. D3, Calcitonin

wichtig für:

- die normale Erregbarkeit von Nerven- und Muskelgewebe, ElektromechanischeKopplung

- Blutgerinnung

 

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