Orale Antikoagulation
Arzneimittelkenntnisse 2012
Arzneimittelkenntnisse 2012
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Cartes-fiches
Motherfucking 1.
Marcoumar (Phenprocoumon), Sinstrom (Acenocoumarol) und Warfarin (nicht CH).
Arixtra (Fondaparinux), Xarelto (Rivaroxaban).
VKA hemmen die Carboxylierung Vit- K-abhängiger Gerinnungs-faktoren (II, VII, IX, X) sowie der antikoagulatorisch wirkenden Proteine C und S. Dies führt zu einer eingeschränkten Bindung von Ca ++ und funktionell inaktiven Gerinnungsfaktoren. Kumarine konkurieren in der Leber um die Bindungsstelle des Vitamin Ks an der Vitamin-K-Epoxid-Reduktase. Die Wirksamkeit ist erwiesen zur Therapie und Prophylaxe thrombo-embolischer Erkrankungen plus Vorhofflimmern, Herzklappenersatz, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie und Herzinfarkt.
Die 2 Präparate unterscheiden sich in der Halbwertszeit und damit in der Dosierung (!). Marcoumar (Phenprocoumon)über 100 h, Sintrom (Acenocoumarol) ca. 1 halber Tag. Die ist vorallem wichtig bezüglich Absetzungsschemata (Operationen).
Dies ist darauf zurück zu führen, dass die VKA erst verzögert wirken. Zudem wird eine initiale Erhöhung des Thromboserisikos unter VKA diskutiert. Dies deshalb, weil Protein C im Gegensatz zu den Gerinnungsfaktoren sofort gehemmt wird, dieses Protein selbst aber einen antikoagulatorischen Effekt besitzt. Diese Kombination wird solange fortgesetzt bis der INR-Zielwert erreicht ist. Dieser Zielwert liegt zwischen 2 und 3 (selten bis 4), obwohl er bei gesunden Patienten 1 ist. Unter 2 ist noch immer ein Thromboserisiko vorhanden, über 3 oder 4 besteht neu ein Blutungsrisiko.
Zwischen 2 und 3. Die Zielbereiche unterscheiden sich aber je nach Indikation.
Am nächsten Tag die halbe Dosis zusätzlich nehmen.
Innerhalb 8 Stunden die Tablette noch einnehmen, nach 8h die Einnahme einfach weglassen. Dies hängt mit der eher kurzen Halbwertszeit zusammen.
• Intensität der Antikoagulation • Erste 90 Tage • Qualität des Monitorings • Genetik • Hohes Alter • Frau • Co-Morbiditäten • Interaktionen mit NSAR (!) Wenn es nicht absolut notwendig ist, sollte auf NSAR verzichtet werden. Paracetamol ist eine Alternative. Ernährung: • Broccoli • Fenchel • Chicoree • Vitamin E, Coenzyme Q10, Multivitamin, Omega-FS • Johanniskraut, Ginseng, Gingko, Knoblauch, Ingwer, Pelargonium
Auch SSRI haben einen gerinnungshemmenden Effekt, der INR kann also ansteigen.
? Regelmässige Einnahme ? Bewusst sein über Notwendigkeit der Therapie ? Dokumentation der Einnahme ? Offenheit über geänderte Lebensführung (Urlaub), vergessene Einnahmen ? Genügend Tablettenvorrat ? Regelmässige INR-Kontrolle ? Bewusstsein über IA mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln ? Nasenbluten, Farbveränderung von Stuhl oder Urin, Kopfverletzungen melden
Wichtig hier ist "HIT" = Heparin-induzierte Thrombozytopenie: Abfall von Thrombozyten, was zu einer Plättchenaktivierung führt und somit paradoxerweise zu einer Thrombose (!). Das ist vorallem bei den unfraktionierten Heparinen häufig und tritt meistens zwischen dem 5. und 10. Therapietag auf. Die Thrombozyten müssen also gemessen werden. Unter Heparinen sind also Wadenschmerzen auch ernst zu nehmen.