Orale Antikoagulation

Arzneimittelkenntnisse 2012

Arzneimittelkenntnisse 2012


D. S.
Diese Lernkarten behandeln die orale Antikoagulation und sind für Studierende der Medizin geeignet. Sie vertiefen sich in die Wirkungsweise von VKA wie Marcoumar und Sintrom, deren Einflüsse auf Gerinnungsfaktoren und die Bedeutung der INR-Kontrolle. Die Karteikarten erklären auch die Interaktionen mit anderen Medikamenten wie Heparinen, NSAR und SSRI, sowie die Risikofaktoren für Blutungen. Patienten profitieren von diesen Informationen, um die Therapie sicher anzuwenden und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Karten
13
Lernende
12
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.12.2012 / 29.08.2018

Lernkarten

Was für einen INR Wert hat ein gesunder Mensch?

Motherfucking 1.

Nenne Präparate aus der Klasse der Vitamin K Antagonisten.

Marcoumar (Phenprocoumon), Sinstrom (Acenocoumarol) und Warfarin (nicht CH).

Nenne Präparate aus der Klasse der Faktor Xa-Hemmer.

Arixtra (Fondaparinux), Xarelto (Rivaroxaban).

Wie wirken VKA?

VKA hemmen die Carboxylierung Vit- K-abhängiger Gerinnungs-faktoren (II, VII, IX, X) sowie der antikoagulatorisch wirkenden Proteine C und S. Dies führt zu einer eingeschränkten Bindung von Ca ++ und funktionell inaktiven Gerinnungsfaktoren. Kumarine konkurieren in der Leber um die Bindungsstelle des Vitamin Ks an der Vitamin-K-Epoxid-Reduktase. Die Wirksamkeit ist erwiesen zur Therapie und Prophylaxe thrombo-embolischer Erkrankungen plus Vorhofflimmern, Herzklappenersatz, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie und Herzinfarkt.

Worin unterscheiden sich die beiden in der Schweiz zugelassenen VKA?

Die 2 Präparate unterscheiden sich in der Halbwertszeit und damit in der Dosierung (!). Marcoumar (Phenprocoumon)über 100 h, Sintrom (Acenocoumarol) ca. 1 halber Tag. Die ist vorallem wichtig bezüglich Absetzungsschemata (Operationen).

Wieso werden VKA initial mit Heparinen kombiniert?

Dies ist darauf zurück zu führen, dass die VKA erst verzögert wirken. Zudem wird eine initiale Erhöhung des Thromboserisikos unter VKA diskutiert. Dies deshalb, weil Protein C im Gegensatz zu den Gerinnungsfaktoren sofort gehemmt wird, dieses Protein selbst aber einen antikoagulatorischen Effekt besitzt. Diese Kombination wird solange fortgesetzt bis der INR-Zielwert erreicht ist. Dieser Zielwert liegt zwischen 2 und 3 (selten bis 4), obwohl er bei gesunden Patienten 1 ist. Unter 2 ist noch immer ein Thromboserisiko vorhanden, über 3 oder 4 besteht neu ein Blutungsrisiko.

Wo liegt der INR Zielwert bei einer antigoagulativen Therapie?

Zwischen 2 und 3. Die Zielbereiche unterscheiden sich aber je nach Indikation.

Was soll gemacht werden, wenn eine Tagesdosis Marcoumar vergessen wird?

Am nächsten Tag die halbe Dosis zusätzlich nehmen.

Was soll gemacht werden, wenn eine Tagesdosis Sintrom vergessen wird?

Innerhalb 8 Stunden die Tablette noch einnehmen, nach 8h die Einnahme einfach weglassen. Dies hängt mit der eher kurzen Halbwertszeit zusammen.

Was sind gängige Risikofaktoren für Blutungen unter Antikoagulation?

• Intensität der Antikoagulation • Erste 90 Tage • Qualität des Monitorings • Genetik • Hohes Alter • Frau • Co-Morbiditäten • Interaktionen mit NSAR (!) Wenn es nicht absolut notwendig ist, sollte auf NSAR verzichtet werden. Paracetamol ist eine Alternative. Ernährung: • Broccoli • Fenchel • Chicoree • Vitamin E, Coenzyme Q10, Multivitamin, Omega-FS • Johanniskraut, Ginseng, Gingko, Knoblauch, Ingwer, Pelargonium

Was ist das Problem bei oraler Antikoagulation und SSRI?

Auch SSRI haben einen gerinnungshemmenden Effekt, der INR kann also ansteigen.

Welche Punkte sollten dem Patienten mitgegeben werden?

? Regelmässige Einnahme ? Bewusst sein über Notwendigkeit der Therapie ? Dokumentation der Einnahme ? Offenheit über geänderte Lebensführung (Urlaub), vergessene Einnahmen ? Genügend Tablettenvorrat ? Regelmässige INR-Kontrolle ? Bewusstsein über IA mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln ? Nasenbluten, Farbveränderung von Stuhl oder Urin, Kopfverletzungen melden

Nenne eine wichtige Nebenwirkung der Heparine.

Wichtig hier ist "HIT" = Heparin-induzierte Thrombozytopenie: Abfall von Thrombozyten, was zu einer Plättchenaktivierung führt und somit paradoxerweise zu einer Thrombose (!). Das ist vorallem bei den unfraktionierten Heparinen häufig und tritt meistens zwischen dem 5. und 10. Therapietag auf. Die Thrombozyten müssen also gemessen werden. Unter Heparinen sind also Wadenschmerzen auch ernst zu nehmen.

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