Niere und Blase HP

Fragen zur Selbstüberprüfung

Fragen zur Selbstüberprüfung


S. DV.
Diese Lernkarten decken medizinische Themen auf Universitätsniveau ab, mit Fokus auf Nieren- und Blasenfunktionen, Erkrankungen wie Glomerulonephritis, Hämaturie und Zystitis, sowie deren Symptome, Diagnosen und Therapien. Sie eignen sich für Medizinstudierende und Fachpersonal, die ihr Wissen über Harnwegsinfekte, Nierensteine und Nierenversagen vertiefen möchten. Die Karteikarten enthalten auch Ernährungsempfehlungen und natürliche Behandlungsmethoden.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
06.12.2016 / 07.12.2016

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Aufgaben der Niere?

- Bildung u. Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen zb. Medikamente, Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin, Elektrolyte, Phosphate usw.

- Regulation der Homöosthase zb. Blutvolumen, Blutdruck

- Regulation Säure - Basenhaushalt

- Hormonproduktion zb. Renin, Erythropoetin, Prostaglandine

- Synthese von Vitamin D3

- Rückresorbtion und Sezernierung von Harn

Beschreibung der Gefässversorgung der Niere :

 

über das Nierenhilum wird die Niere von der Arteria renalis versorgt ( zusätzl. Nerven u. Lymphe) > Nierenarteriolen > vas afferens > Glomerulumschlingen mit Kapillarsystem > vas efferens > Nierenvenolen > Nierenvenen > Venae renalis > Vena cava

 

Was ist ein Nephron ?

Nephron ist die kleinste funktionelle Einheit in der Niere.

Hier wird der Harn gebildet, es gibt ca. 1 Mill. pro Niere.

Es besteht aus :

-Nierenkörperchen :

Bowmann Kapsel mit Glomerulumschlingen (Kapillare) innen, versorgendes System sind vas afferens (art.)  u. vas efferens (venös), die Wände der Kapillaren sind Filter die Proteine u.grosse Plasmabestandteile nicht durchlassen, es gibt 3 Filter ( Endothelschicht, Basalmembran, Podozyten), es wird Primärharn abgepresst (120ml/min, 180 L/d), hoher Druck (190mHG) + kolloidosmot. Druck + hydrostat. Druck)

-Tubulussystem (engumschlungen von Kapillaren)  :

proximaler Tubus, Henle´Schleife, distaler Tubus, Sammelrohr, Nierenpapillen

hier wird 99% des Harns wieder rückresorbiert + unverzichtbare Stoffe wie Glucose u. Salze über Diffusion

aber auch Sekretion dh. abgabe von Toxinen u. Medikamenten ins Tubulussystem zur Ausscheidung über Diffusion u. aktiver Transport

Harnpflichtige Substanzen ?

- Harnstoff  ( Protein - Stoffwechselprodukt aus der Leber zur Ammoniak Neutralisation)

- Harnsäure ( kristalin, schwer wasserlöslich, Purin Stoffwechselendprodukt beim Zerfall der Zellkerne)

- Kreatinin ( max. 1,2mg/dl, Muskel Stoffwechselendprodukt)

- Phenole

Was ist

-Polyurie?

- Algurie?

- Anurie?

- Oligurie?

- Pollakisurie?

Polyurie :  Ausscheidung von mehr als 2 L/d

Algurie :  Schmerzen beim Wasserlassen

Anurie :  kein Wasserlassen bzw. weniger als 100ml/d

Oligurie : zu wenig Wasserlassen bzw. weniger als 500ml/d

Pollakisurie : häufiger Harndrang mit sehr wenig Ausscheidung

Aus welchem Gewebe bestehen die Schichten der ableitenden Harnwege ?

1. Mucosa  (schleimbildende Zellen schützen vor dem Harn)

2. Submukosa  (Verschiebeschicht aus Bindegewebe)

3. Muscularis  (Muskelschicht)

4. Adventitia  (Bindegewebe hüllt Ureter ein)

Was ist mit dem Urin-Sticktest untersuchbar?

- Glucose

- Eiweiss

- Urobilinogen

- Bilirubin

- Keton

- Erythrozyten

- pH Wert

- Nitrit

- Leukozyten

Beschreibung der Zweigläserprobe :

1. Pat. gibt Urin nacheinander in 2 Gläser ab

2. wird bei Hämaturie angewandt

3. bei Blut nur im 1. Glas : Prostata-Adenom oder Entzündung Harnröhre ( initiale Hämaturie)

4. bei Blut in beiden Gläsern : Blasentumor , Steine in Harnröhre oder Nierenbecken  (absolute Hämaturie)

DD bierbrauner Urin mit gelben Schüttelschaum ?

 vermutlich Leber oder Gallenwegserkrankungen

spezifische Gewicht von Urin und wie kann es verändert werden ?

spezif. Gewicht Urin :  1010 - 1025 g/L

erhöht bei :

Diabet. mellit. / Dehydratation / Fieber / Sport mit starkem Schwitzen / Hämaturie

erniedrigt :

Hypervolämie / zuviel Flüssigkeitsaufnahme

Symptome der Zystitis ?

- kein Fieber i.d.R.

- druckdolenz Blase

- Algurie und Pollakisurie

- manchmal Hämaturie

- keine Klopfdolenz in d. Nierenlagern

- imperativer Harndrang

- kollikartiger Schmerz im Unterbauch ( Tenesmen)

DD : ??

- Algurie

- eitriger Aussfluss

- gerötete Harnröhrenausgang

- Behandlungsverbot für HP

 -  Gonorrhoe (Tripper)

DD  Pyelonephritis und Zystitis ?

 

- Pyelonephritis :  hohes plötzliches Fieber, Klopfdolent Nierenlager, Schlechter AZ,  Pollakisurie, brennende Schmerzen , Urin : Leukozyten u. Bakterien

- Zystitis :  kein Fieber, keine Klopfdolenz, Pollakisurie, Hämaturie,  häufiger Versuch wasserzulassen ( imperativer Harndrang) , Tenesmen Blasenregion,

 

chronische Pyelonephritis und ihre Komplikationen ?

- lange unspezifisch, schlechter AZ, Gewichtsverlust, Cephalgien, subfebrile Temperaturen, Müdigkeit, Hypertonie, Anämie, Leukozytose

- Komplikationen :

Niereninsuffizienz, Urosepsis, chron. arter. Hypertonie

naturheilkundl. Behandlungen von Harnwegsinfekten ?

- viel Flüssigkeit trinken

- warm-feuchte äussere Packungen

- Phytotherapie ( Meerettich, Kapuzinerkresse, Preiselbeersaft)

- Hömopathie

- Schüsslersalze

- Ausleitungsverfahren

- Bioresonanz

- Ernährungstherapien

- Eigenblut

Ätiologie d. Glomerulonephritis ?

- meist vorhergegangene Pneumokkoken Infektionen zB. Scharlach, Tonsilittis, Zahnwurzelentzündungen

- Viren

Leitsymptome der Glomerulonephritis ?

Leitsymptome :

- Mikrohämaturie

- Proteinurie

- Volhard Trias :  Hämaturie - Ödeme (Lider,Gesicht - Hypertonie

Labor Urin bei akuter Glomerulonephritis ?

- Proteinurie

- Erythrozytenzylinder (Hämaturie)

Symptome nephrotisches Syndrom ?

- massive Proteinurie

- Hypoproteinämie

- Eiweissmangelödeme

- Infektionanfälligkeit  (Mangel an Ig)

- Hypercholesterinämie (Cholesterin erhöht)

- Hyperlipoproteinämie (Triglyzeride erhöht)

Ätiologie d. nephrotischen Syndroms ?

- Glomerulonephritis (oft im Kindesalter)

- Stoffwechselerkrankungen zb. Diabet. mellitus

- Kreislaufstörungen

- Vergiftungen zb. Medikamenten ( Penicillin, Antiepileptika) oder Kontrastmittel oder Schwermetalle

- Nierenvenenstenose

Ernährungsempfehlungen für d. nephrotische Syndrom :

- eiweissreiche Diät (substitution von Eiweissverlust)

- Rohkost-Tage

- flüssigkeitsarm

Definition akutes Nierenversagen :

plötzliches Versagen der Nierenfunktion mit Anurie und akkumulation von harnpflichtigen Substanzen im Blut

Ätiologie akutes Nierenversagen ?

Prärenales ANV :

- Schock, Hypovolämie, Hypotonie

- Röntgenkontrastmittel, Medikamente mit tox. Schädigung, Chemikalien

Renales ANV :

- Nierenerkrankungen (Entzündungen, Tumore usw.)

Postrenales ANV :

- Harnstau durch Konkremente, Steine usw.

schulmediz. Therapien des akuten Nierenversagens :

Therapie:
• Behandlung der zum ANV führenden Grundkrankheit z.B. Behandlung
des Schocks, Revaskularisierung bei renalen Gefäßverschlüssen, urologische
Behandlung bei Ablussstörungen
• Flüssigkeits- und Elektrolytbilanzierung
• Ernährung (ausreichend hohe Kalorienzufuhr)
• Dialysebehandlung (Indikation: Serumharnstof , Oligoanurie < 300 ml
Urin/d), starke Hyperkaliämie, zunehmende Überwässerung mit Gefahr
von Lungen- und Hirnödemen, urämische Perikarditis
• Diuretika sollten nicht eingesetzt werden, Ausnahme: Management einer
Flüssigkeitsüberladung vor Beginn der Dialyse

4 Stadien d. akuten Nierenversagen ?

I. Schädigung der Niere (h-d)
II. Oligo-/Anurie: Hauptgefahren Überwässerung, Hyperkaliämie (8-14 d)
III. Polyurie: Hauptgefahren Verlust von Wasser, Natrium und Kalium
(2-3 Wochen)
IV. Restitution mit Normurie (6-12 Monate)

Ätiologie d. chron. Nierenversagens ?

• diabetische Nephropathie (35%)
• durch Hypertonie bedingte Nierenschäden (25%)
• chronische Glomerulonephritis (10%)
• interstitielle Nephritis / chronische Pyelonephritis
• polyzystische Nephropathie
• Analgetikanephropathie
• andere Ursachen: Autoimmunerkrankungen wie Kollagenosen (v.a. systemischer
Lupus erythematodes), Vaskulitiden
• unklare Ursachen (15%)

Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz ?

 

– typisch sind massive Störungen
im Wasser- und
Elektrolythaushalt
– zunächst
Allgemeinerscheinungen:
Schwäche, Kopfschmerzen
– Veränderungen der Hautfarbe:
Café-au-lait (fahl-grau-braun)
– urämischer Geruch (Fotoer)

- thrombozyten-funktionsstörung (Blutungsneigung)

 

Nephrolithiasis begünstigende Faktoren ?

– unbekannt
– starke Konzentration der
entsprechenden Substanzen im Urin, z.
B. erhöhte Harnsäure im Urin
– hohes spezifisches Gewicht, z. B. wenn
zu wenig getrunken wurde (Exsikkose)
– pH-Wert des Urins zu sauer oder zu
alkalisch
– Harnstau, z. B. bei Lageanomalien des
Harnleiters
– häufige Harnwegsinfekte
– stark eiweißreiche Ernährung
– Stoffwechselerkrankungen, bei denen
die Harnsäure erhöht ist, z. B. bei der
Gicht.

Komplikationen einer Nephro,- oder Urolithiasis ?

• Harnstau, Einriss des Nierenbeckens durch Steine, Austritt von Urin durch
Riss im Nierenbecken/ Harnleiter, Fieber, Urosepsis, inizierte Hydronephrose
(irreversible, sackartige Ausweitung des Nierenhohlsystems), Nierenabszess,
Funktionsverlust der Niere und Niereninsuizienz
• gelegentlich paralytischer Ileus (Darmlähmung)
• Ansiedlung von Bakterien: Neigung zu Harnwegsinfektionen

Therapie d. Nephrolithiasis ?

– bei Kalziumsteinen: Regulation des Ca-Stoffwechsels
(Überfunktion der Nebenschilddrüse); Meidung von
Milch und Milchprodukten, kalziumarmes Wasser trinken
– bei Harnsäuresteinen: Senkung des Serum-
Harnsäurespiegels

– Beseitigung der Harnwegsinfekte
– akut: Spasmolytika und Analgetika (möglichst i.v.)
– wiederholte warme Darmeinläufe, heiße Sitzbäder
– Glaubersalz oral zur unterstützenden
Austreibungstherapie

– viel Bewegung,
– aktives und passives Schwitzen (Sauna)
– wenig Alkohol
– vitaminreiche Vollwertkost
– seelische Eutonie: Atemtherapie, Autogenes Training, Yoga
– Vermeidung von kaltem Sitzen und kalten Füßen
– nichts Kaltes trinken
– Trockenbürsten
– Stuhlregulation
– Leibbinden (Katzenfell)
– Rauchen einstellen (schädigt Nierengefäße)

Étudier