Niere und Blase HP
Fragen zur Selbstüberprüfung
Fragen zur Selbstüberprüfung
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Flashcards
- Bildung u. Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen zb. Medikamente, Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin, Elektrolyte, Phosphate usw.
- Regulation der Homöosthase zb. Blutvolumen, Blutdruck
- Regulation Säure - Basenhaushalt
- Hormonproduktion zb. Renin, Erythropoetin, Prostaglandine
- Synthese von Vitamin D3
- Rückresorbtion und Sezernierung von Harn
Was ist ein Nephron ?
Nephron ist die kleinste funktionelle Einheit in der Niere.
Hier wird der Harn gebildet, es gibt ca. 1 Mill. pro Niere.
Es besteht aus :
-Nierenkörperchen :
Bowmann Kapsel mit Glomerulumschlingen (Kapillare) innen, versorgendes System sind vas afferens (art.) u. vas efferens (venös), die Wände der Kapillaren sind Filter die Proteine u.grosse Plasmabestandteile nicht durchlassen, es gibt 3 Filter ( Endothelschicht, Basalmembran, Podozyten), es wird Primärharn abgepresst (120ml/min, 180 L/d), hoher Druck (190mHG) + kolloidosmot. Druck + hydrostat. Druck)
-Tubulussystem (engumschlungen von Kapillaren) :
proximaler Tubus, Henle´Schleife, distaler Tubus, Sammelrohr, Nierenpapillen
hier wird 99% des Harns wieder rückresorbiert + unverzichtbare Stoffe wie Glucose u. Salze über Diffusion
aber auch Sekretion dh. abgabe von Toxinen u. Medikamenten ins Tubulussystem zur Ausscheidung über Diffusion u. aktiver Transport
Harnpflichtige Substanzen ?
- Harnstoff ( Protein - Stoffwechselprodukt aus der Leber zur Ammoniak Neutralisation)
- Harnsäure ( kristalin, schwer wasserlöslich, Purin Stoffwechselendprodukt beim Zerfall der Zellkerne)
- Kreatinin ( max. 1,2mg/dl, Muskel Stoffwechselendprodukt)
- Phenole
Was ist
-Polyurie?
- Algurie?
- Anurie?
- Oligurie?
- Pollakisurie?
Polyurie : Ausscheidung von mehr als 2 L/d
Algurie : Schmerzen beim Wasserlassen
Anurie : kein Wasserlassen bzw. weniger als 100ml/d
Oligurie : zu wenig Wasserlassen bzw. weniger als 500ml/d
Pollakisurie : häufiger Harndrang mit sehr wenig Ausscheidung
Aus welchem Gewebe bestehen die Schichten der ableitenden Harnwege ?
1. Mucosa (schleimbildende Zellen schützen vor dem Harn)
2. Submukosa (Verschiebeschicht aus Bindegewebe)
3. Muscularis (Muskelschicht)
4. Adventitia (Bindegewebe hüllt Ureter ein)
Was ist mit dem Urin-Sticktest untersuchbar?
- Glucose
- Eiweiss
- Urobilinogen
- Bilirubin
- Keton
- Erythrozyten
- pH Wert
- Nitrit
- Leukozyten
Beschreibung der Zweigläserprobe :
1. Pat. gibt Urin nacheinander in 2 Gläser ab
2. wird bei Hämaturie angewandt
3. bei Blut nur im 1. Glas : Prostata-Adenom oder Entzündung Harnröhre ( initiale Hämaturie)
4. bei Blut in beiden Gläsern : Blasentumor , Steine in Harnröhre oder Nierenbecken (absolute Hämaturie)
DD bierbrauner Urin mit gelben Schüttelschaum ?
vermutlich Leber oder Gallenwegserkrankungen
spezifische Gewicht von Urin und wie kann es verändert werden ?
spezif. Gewicht Urin : 1010 - 1025 g/L
erhöht bei :
Diabet. mellit. / Dehydratation / Fieber / Sport mit starkem Schwitzen / Hämaturie
erniedrigt :
Hypervolämie / zuviel Flüssigkeitsaufnahme
Symptome der Zystitis ?
- kein Fieber i.d.R.
- druckdolenz Blase
- Algurie und Pollakisurie
- manchmal Hämaturie
- keine Klopfdolenz in d. Nierenlagern
- imperativer Harndrang
- kollikartiger Schmerz im Unterbauch ( Tenesmen)
DD : ??
- Algurie
- eitriger Aussfluss
- gerötete Harnröhrenausgang
- Behandlungsverbot für HP
- Gonorrhoe (Tripper)
DD Pyelonephritis und Zystitis ?
- Pyelonephritis : hohes plötzliches Fieber, Klopfdolent Nierenlager, Schlechter AZ, Pollakisurie, brennende Schmerzen , Urin : Leukozyten u. Bakterien
- Zystitis : kein Fieber, keine Klopfdolenz, Pollakisurie, Hämaturie, häufiger Versuch wasserzulassen ( imperativer Harndrang) , Tenesmen Blasenregion,
chronische Pyelonephritis und ihre Komplikationen ?
- lange unspezifisch, schlechter AZ, Gewichtsverlust, Cephalgien, subfebrile Temperaturen, Müdigkeit, Hypertonie, Anämie, Leukozytose
- Komplikationen :
Niereninsuffizienz, Urosepsis, chron. arter. Hypertonie
naturheilkundl. Behandlungen von Harnwegsinfekten ?
- viel Flüssigkeit trinken
- warm-feuchte äussere Packungen
- Phytotherapie ( Meerettich, Kapuzinerkresse, Preiselbeersaft)
- Hömopathie
- Schüsslersalze
- Ausleitungsverfahren
- Bioresonanz
- Ernährungstherapien
- Eigenblut
Ätiologie d. Glomerulonephritis ?
- meist vorhergegangene Pneumokkoken Infektionen zB. Scharlach, Tonsilittis, Zahnwurzelentzündungen
- Viren
Leitsymptome der Glomerulonephritis ?
Leitsymptome :
- Mikrohämaturie
- Proteinurie
- Volhard Trias : Hämaturie - Ödeme (Lider,Gesicht - Hypertonie
Labor Urin bei akuter Glomerulonephritis ?
- Proteinurie
- Erythrozytenzylinder (Hämaturie)
Symptome nephrotisches Syndrom ?
- massive Proteinurie
- Hypoproteinämie
- Eiweissmangelödeme
- Infektionanfälligkeit (Mangel an Ig)
- Hypercholesterinämie (Cholesterin erhöht)
- Hyperlipoproteinämie (Triglyzeride erhöht)
Ätiologie d. nephrotischen Syndroms ?
- Glomerulonephritis (oft im Kindesalter)
- Stoffwechselerkrankungen zb. Diabet. mellitus
- Kreislaufstörungen
- Vergiftungen zb. Medikamenten ( Penicillin, Antiepileptika) oder Kontrastmittel oder Schwermetalle
- Nierenvenenstenose
Ernährungsempfehlungen für d. nephrotische Syndrom :
- eiweissreiche Diät (substitution von Eiweissverlust)
- Rohkost-Tage
- flüssigkeitsarm
Definition akutes Nierenversagen :
plötzliches Versagen der Nierenfunktion mit Anurie und akkumulation von harnpflichtigen Substanzen im Blut
Ätiologie akutes Nierenversagen ?
Prärenales ANV :
- Schock, Hypovolämie, Hypotonie
- Röntgenkontrastmittel, Medikamente mit tox. Schädigung, Chemikalien
Renales ANV :
- Nierenerkrankungen (Entzündungen, Tumore usw.)
Postrenales ANV :
- Harnstau durch Konkremente, Steine usw.
schulmediz. Therapien des akuten Nierenversagens :
Therapie:
• Behandlung der zum ANV führenden Grundkrankheit z.B. Behandlung
des Schocks, Revaskularisierung bei renalen Gefäßverschlüssen, urologische
Behandlung bei Ablussstörungen
• Flüssigkeits- und Elektrolytbilanzierung
• Ernährung (ausreichend hohe Kalorienzufuhr)
• Dialysebehandlung (Indikation: Serumharnstof , Oligoanurie < 300 ml
Urin/d), starke Hyperkaliämie, zunehmende Überwässerung mit Gefahr
von Lungen- und Hirnödemen, urämische Perikarditis
• Diuretika sollten nicht eingesetzt werden, Ausnahme: Management einer
Flüssigkeitsüberladung vor Beginn der Dialyse
4 Stadien d. akuten Nierenversagen ?
I. Schädigung der Niere (h-d)
II. Oligo-/Anurie: Hauptgefahren Überwässerung, Hyperkaliämie (8-14 d)
III. Polyurie: Hauptgefahren Verlust von Wasser, Natrium und Kalium
(2-3 Wochen)
IV. Restitution mit Normurie (6-12 Monate)
Ätiologie d. chron. Nierenversagens ?
• diabetische Nephropathie (35%)
• durch Hypertonie bedingte Nierenschäden (25%)
• chronische Glomerulonephritis (10%)
• interstitielle Nephritis / chronische Pyelonephritis
• polyzystische Nephropathie
• Analgetikanephropathie
• andere Ursachen: Autoimmunerkrankungen wie Kollagenosen (v.a. systemischer
Lupus erythematodes), Vaskulitiden
• unklare Ursachen (15%)
Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz ?
– typisch sind massive Störungen
im Wasser- und
Elektrolythaushalt
– zunächst
Allgemeinerscheinungen:
Schwäche, Kopfschmerzen
– Veränderungen der Hautfarbe:
Café-au-lait (fahl-grau-braun)
– urämischer Geruch (Fotoer)
- thrombozyten-funktionsstörung (Blutungsneigung)
Nephrolithiasis begünstigende Faktoren ?
– unbekannt
– starke Konzentration der
entsprechenden Substanzen im Urin, z.
B. erhöhte Harnsäure im Urin
– hohes spezifisches Gewicht, z. B. wenn
zu wenig getrunken wurde (Exsikkose)
– pH-Wert des Urins zu sauer oder zu
alkalisch
– Harnstau, z. B. bei Lageanomalien des
Harnleiters
– häufige Harnwegsinfekte
– stark eiweißreiche Ernährung
– Stoffwechselerkrankungen, bei denen
die Harnsäure erhöht ist, z. B. bei der
Gicht.
Komplikationen einer Nephro,- oder Urolithiasis ?
• Harnstau, Einriss des Nierenbeckens durch Steine, Austritt von Urin durch
Riss im Nierenbecken/ Harnleiter, Fieber, Urosepsis, inizierte Hydronephrose
(irreversible, sackartige Ausweitung des Nierenhohlsystems), Nierenabszess,
Funktionsverlust der Niere und Niereninsuizienz
• gelegentlich paralytischer Ileus (Darmlähmung)
• Ansiedlung von Bakterien: Neigung zu Harnwegsinfektionen
Therapie d. Nephrolithiasis ?
– bei Kalziumsteinen: Regulation des Ca-Stoffwechsels
(Überfunktion der Nebenschilddrüse); Meidung von
Milch und Milchprodukten, kalziumarmes Wasser trinken
– bei Harnsäuresteinen: Senkung des Serum-
Harnsäurespiegels
– Beseitigung der Harnwegsinfekte
– akut: Spasmolytika und Analgetika (möglichst i.v.)
– wiederholte warme Darmeinläufe, heiße Sitzbäder
– Glaubersalz oral zur unterstützenden
Austreibungstherapie
– viel Bewegung,
– aktives und passives Schwitzen (Sauna)
– wenig Alkohol
– vitaminreiche Vollwertkost
– seelische Eutonie: Atemtherapie, Autogenes Training, Yoga
– Vermeidung von kaltem Sitzen und kalten Füßen
– nichts Kaltes trinken
– Trockenbürsten
– Stuhlregulation
– Leibbinden (Katzenfell)
– Rauchen einstellen (schädigt Nierengefäße)