NFS NKA
NFS NKA Österreich
NFS NKA Österreich
-
- 1 / 43
-
Flashcards
Pharmakokinetik Midazolam / Diazepam
-) Applikation: Midazolam: nasal (MAD) / Diazepam rektal (Rektiole)
-) Resorption: Midazolam: Nasenschleimhaut / Diazepam: Rektum
-) Verteilung: Plasma Protein Bindung 96-98%
-) Metabolisierung: Je nach Technik-> First Pass Effekt
Bioverfügbarkeit: Rektal ~50%, Nasal 50-100%
Verstoffwechselung: Leber -> Metabolit hat geringe Aktivität und Kurze HWZ
-) Exkretion: Nieren, Fäzes (10%)
-) Kumulation: 1,5-4h (stark variabel)
Wirkung an Enzymen
Hemmung oder Aktivierung von Enzymen
z.B.: Neuroleptika
Beeinflussung von Ionenkanälen
Blockade oder Öffnung von Ionenkanälen
z.B.: Antiarrhythmika (Na), Alkohol (Chloridkanäle)
Beeinflussung von Transportsystemen
Beeinflussung des Elektrolyttransportes
z.B.: Diuretika (Furosemid)
Chemische Inaktivierung
-) Unabhängig von Rezeptor
-) Häufig bei Intoxikationen
-) Chemische Reaktion des Toxins mit Antidot
z.B.: Bariumchlorid (toxisch) wird durch Natriumsulfat zu Bariumsulfat (ungiftig)
SanG §11: Allgemeine Notkompetenzen
Notfallsanitäter können die Berechtigung zur Durchführung folgender allgemeiner Notkompetenzen erwerben:
1) Arzneimittellehre (NKA): Verabreichung spezieller Arzneimittel, soweit diese zuvor von dem für die ärztliche Versorgung zuständigen Vertreter der jeweiligen Einrichtung gemäß §23 Abs 1 schriftlich zur Anwendung freigegeben worden ist (Arzneimittelliste 2)
2) Venenzugang und Infusion (NKV): Punktion peripherer Venen und anhängen kristalloider Infusionslösungen.
Jeweils im Rahmen von Maßnahmen zur unmittelbaren Abwehr von Gefahren für das Leben oder die Gesundheit eines Notfallpatienten, soweit das gleiche Ziel durch weniger invasive Maßnahmen nicht erreicht werden kann!
Voraussetzung für die Anwendung:
1)) Erfolgreiche Absolvierung der Ausbildungen gemäß §§ 38-40
2) Anweisung eines anwesenden Arztes oder
3) sofern kein Arzt anwesend ist, die vorangehende Verständigung des Notarztes oder die Veranlassung derselben
Definition Inkompatibilität + Gründe für eine Inkompatibilität
Die Wechselwirkung zwischen Arzneimitteln außerhalb des Körpers durch
-) Hilfsstoffe (Puffer, Konservierungsstoffe)
-) Trägerlösung (zb bei Aspirin Trockensubstanz vermengt mit normaler NaCl)
-) Zuleitungssystem (zb Reste eines Medikaments in Zugang/Infusionsschlauch)
-) Anderes Arzneimittel
Weiters: Licht, Temperatur, zu lange in Zubereitetem Zustand
Wirkung Physiologische Antagonisten
= übt in einem ANDEREN Organsystem eine Agonistische Wirkung aus, welche dem konkurrierenden Agonisten entgegenwirkt
z.B.: RR Steigerung bei Vasodilatation durch Steigerung der HF (Gefäße vs Herz)
Wirkung funktionelle Antagonisten
= Übt an einem anderen Rezeptor eine Agonistische Wirkung aus, dieser Reiz wirkt dem Konkurrierenden Agonisten entgegen -> Gleiches Organsystem, Wirkungen heben sich auf
Wirkung Nichtkompetitive Antagonisten
= Verändern den Rezeptor damit kein Reiz ausgelöst werden kann. Schwächt Reiz oder Wirkung ab
Wirkung kompetitive Antagonisten
= Verdrängen Agonisten aus der Rezeptorbindung (konkurrieren mit Agonist), lösen aber KEINEN Reiz aus
z.B.: Wirkung Naloxon bei Opiatintoxikation
Arten von Antagonisten
-) Kompetitiver Antagonist
-) Nicht-Kompetitiver Antagonist
-) funktioneller Antagonist
-) Physiologischer Antagonist
Definition Affinität
= Stärke der Bindung zwischen Rezeptor und Arzneimittel
Pharmakokonetik Adrenalin
-) Applikation: i.v., i.m.
-) Resorption:
-) Verteilung: Plasma Protein Bindung 50%
-) Metabolisierung: kein First Pass Effekt, Bioverfügbarkeit 100%
Verstoffwechselung: Umwandlung in Leber von Catechol - O - Methyltransferase und Monoaminooxidase zu Vanillinmandelsäure
-) Exkretion: Niere
-) Kumulation HWZ 3min
Wirkungseintritt: i.v. sofort, i.m. ~8min
Pharmakokinetik Glucose
-) Applikation: p.o., i.v.
-) Resorption: abgeschlossen in oberen Dünndarm, Bioverfügbarkeit 100%
-) Metabolisierung: kaum Plasma Protein Bindung, KEIN First Pass Effekt
Verstoffwechselung: CO2+H2O, Anaerob: Laktat
-) Exkretion: Niere (H2O), Lunge (CO2)
-) Kumulation: 43min, wird als Glycogen gespeichert (Teils in Leber, Teils in Muskulatur)
Definition Wechselwirkung
= Gegenseitige beeinflussung der Arzneimittel
Definition Agonisten
=Arzneistoff mit passender Struktur zu einem Rezeptor
löst eine Wirkung aus
Definition Rezeptor
=Rezeptoren sind Proteine, die an unterschiedlichen Strukturen lokalisiert sind. Sie sind die Bindungsstelle im Körper für Agonisten
Arten:
-) Membranständige Rezeptoren
-) Intrazelluläre Rezeptoren
-) extrazelluläre Rezeptoren
Situations- und Patientengebundene Nebenwirkung
-) Allergische Reaktionen
-) in bestimmten Lebensphasen (zb Kindesalter)
-) In Kombination mit Organfunktionsstörungen (z.B.: CNI)
-) Genetisch bedingte Reaktionen
Spezifische Arzneimittelwirkungen
-) wirken bereits oft in niedrigen Dosierungen bzw Konzentrationen an einem genau definierbaren Angriffsort
-) die Wirkung ist weitgehend von der Molekularen Struktur abhängig
Unspezifische Arzneimittelwirkungen
-) wirken meistens erst hoch Konzentriert/Dosiert
-) es existieren wenige Wirkstoffe
-) Verändern die Chemischen oder Physikalischen Eigenschaften, z.B.: von Körperflüssigkeiten -> Laxantien, Abführmittel, Osmodiuretika
Definition therapeutische Breite
= Abstand zwischen der effektiven (=therapeutischen) Dosis und einer Dosis, die zu einer toxischen Wirkung führt
-) Arzneimittel gilt als umso sicherer, je höher die therapeutische Breite ist
Definition Pharmakodynamik
= Art der Wirkung von Arzneimitteln im Organismus
-) Wirkung: Spezifisch-Unspezifisch
-) Nebenwirkung
-) Wechselwirkung
-) Inkompatibilität
-) Dosierung
Kumulation
Definition; Halbwerztszeit; Abhängig von...
=Arzneistoff reichert sich im Körper an
Halbwertszeit = Zeit, nach der die Hälfte des Arzneistoffes abgebaut wurde
Abhängig von:
1) Alter
2) Geschlecht
3) Genetische Faktoren
4) Funktion der Ausscheidungsorgane
Dosierung ist abhängig von...
-) Körpergewicht
-) Lebensalter
-) Begleiterkrankungen
-) Organfunktion
In Notfallmedizin:
-) Rasche Wirkung
-) Gut steuerbar (Kurze HWZ)
Möglichkeiten der Exkretion
-) Renal (=Niere)
-) Biliär (= Galle/Leber)
-) Fäkal/ Intestinal
-) pulmonal
-) Speichel, Dermal, Muttermilch
Unterschied Initialdosis zu Erhaltungsdosis
Initialdosis = Bolusgabe: Relativ hoch gewählt, um rasch einen ausreichend hohen Blutspiegel zu erreichen
Erhaltungsdosis: Dient der aufrechterhaltung der Arzneimittelwirkung -> Abhängig von Therapeutischer Breite und Halbwertszeit
Definition Plasma-Protein-Bindung
Arzneistoff wird entweder in Körperflüssigkeiten gelöst oder an Körpereigene Eiweiße gebunden
-) hohe Plasma Protein Bindung -> Hohe Dosierung
-) stärkere Plasma Protein Bindung verdrängt Stoffe mit niedriger PPB
-) nur der freie, ungebundene Arzneistoff kann wirken
Pharmakokinetik Amiodaron/Sedacoron + Klassifizierung
-) Applikation: i.v.
-) Resorption
-) Metabolisierung: Bioverfügbarkeit 100%, Plasma Protein Bindung 95%, kein First Pass Effekt
Wird in Leber dejodiert und umgewandelt, Metabolit ist gleich wirksam wie Arzneistoff
-) Exkretion: Niere (Jodanteil), Galle
-) Kumulation: Elimination biphasisch
HWZ langsames Abbauprodukt: 7 Tage (weil Stoff lipophil -> lagert sich im Fettgewebe ab)
HWZ schnelleres Abbauprodukt: 8min
-) Klassifizierung:
Klasse 3 Antiarrhythmikum (=Kaliumkanalblocker) -> Verlängertes Aktionspotential (QT)
Pharmakokinetik Naloxon
-) Applikation: nasal (MAD), i.v.
-) Resorption: Nasenschleimhaut
-) Metabolisierung: Bioverfügbarkeit 100%,
Plasma Protein Bindung 32-45%
p.o ist Arzneistoff unwirksam wenn verschluckt -> hoher First Pass Effekt
Verstoffwechselung in Leber
-) Exkretion: Niere
-) Kumulation: HWZ ~70min
Rezeptorwirkungen Adrenalin
Beta 1:
-) positiv chronotrop (HF), inotrop (Schlagkraft),dromotrop (Erregungsleitung)
-) Lipolyse
-) Niere: Renin Freisetzung
Beta 2:
-) Vasodilatation von Coronarien und Muskulaturgefäßen
-) Glykogenolyse (Leber)
-) Bronchodilatation (Lunge)
-) Hemmung der Peristaltik im GI Trakt
-) Uterusrelaxation
Alpha 1:
-) Vasokonstriktion (vA Haut, Niere und GI Trakt)
-) Mydriasis der Pupillen
-) Uteruskontraktion
Adrenalin in hohen Dosen innerviert a1-b1-b2 in dieser Reihenfolge steigend
in Niedrigen Dosen: b1-b2-a1
Definition Nebenwirkung
= Effekt, der mit Hauptwirkung auftritt
-) Kann erwünscht oder unerwünscht sein
-) unabhängig von Hauptwirkung -> Lokale unverträglichkeitsreaktionen
-> Auswirkung auf Andere Organsysteme: zb Antobiotika können Vestibularapparat schädigen
Angaben auf Arzneimittel
-) Handelsname: Stärke und Darreichungsform auf Verpackung!
-) Wirkstoff
-) Lagerung
-) Verfalldatum
Barrieren der Resorption
-) Nasenschleimhaut
-) Mundschleimhaut
-) Bromchialschleimhaut
-) Haut
-) Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes
-) Blut-Hirn-Schranke (Fettlösliche Wirkstoffe)
Arten der Applikation
-) Dermal
-) Nasal
-) Buccal / oral
-) Rektal
-) i.v.
-) i.m.
-) s.c.
-) i.o.
-) inhalativ
-) sublingual
AML 2
Opiatintoxikation mit Atemstörung
-) Opiatintoxikation mit Atemstörung:
- Richtungsweisende Anamese
- Stecknadelkopfgroße Pupillen
- Atemdepression
- Kein Bewusstsein
-) Notärztin verständigen
-) Maßnahmen und Monitoring
- ABCDE
- Atemwegssicherung
- ev assistiert Beatmen
- Absaugbereitschaft
- ev O2 Gabe
- EKG Monitoring
- RR, HF, SpO2
- psychischer Beistand
-) Kontraindikationen:
- Kinder
-) Patienteninformation:
- Angehörige über Maßnahme aufklären
-) Spezialität:
- Naloxon 0,4mg/ml in Ampulle
- 0,2mg=0,5ml Naloxon in 1ml Spritze Nasal (MAD) unverdünnt
- ODER i.v.: 0,4mg auf 10ml NaCl verdünnen - davon 5ml = 0,2 mg
- 5 Minuten warten
- 1 mal Wiederholbar
-) Erfolgkontrolle:
- AF steigt
- Reaktion bei Bewusstseinskontrolle
-) Maßnahmen und Monitoring fortführen:
-) Auf NA Eintreffen warten
AML 2
bestehender zerebraler Krampfanfall
-) bestehender zerebraler Krampfanfall:
- plötzliche Bewusstlosigkeit
- tonisch-klonische Krämpfe
- ev Zungenbiss (blutiger Schaum vor dem Mund)
- Harn- und Stuhlabgang
- passagerer Atemstillstand
-) NA verständigen
-) Maßnahmen und Monitoring:
- ABCDE
- O2 Gabe
- Atemwegssicherung
- vor Verletzungen Schützen
- EKG Überwachung
- HF, SpO2, RR
- psychische Betreuung
-) Kontraindikationen
- Kinder vor dem 1. Lebensmonat
- Intoxikation mit Alkohol oder nervendämpfenden Substanzen (Opiaten)
- bekannte Unverträglichkeit
-) Patienteninformation / wesentliche Nebenwirkungen:
- Aufklärung der Angehörigen über Maßnahme
- Atemdepression möglich
- Schwindel
- RR Abfall
-) Spezialitäten:
1. älter als 8 Jahre
- 10mg Benzodiazepin nasal oder rektal
- Nasal über MAD: Midazolam (5mg/ml), 1ml pro Nasenloch möglich
- Rektal über Rektiole: Stesolid Rektiole 10mg
2. jünger als 8 Jahre
- 5mg Benzodiazepin rektal -> Stesolid 5mg Rektiole
-) Maßnahmen und Monitoring fortführen
-) auf NA Eintreffen warten
-) Traumacheck
-) ggf. Verletzungen versorgen
AML 2
Anaphylaktischer Schock
-) Anaphylaktischer Schock:
- Schocksymptomatik
- Stuhl- und/oder Harndrang
- Exanthem, Juckreiz
- Bronchospasmus / Atemnot
-) NA verständigen
-) Maßnahmen und Monitoring
- ABCDE
- Atemwegssicherung
- O2 Gabe
- EKG Überwachung
- HF, RR, SpO2
- Schockbekämpfung
- psychischer Beistand
- Wenn möglich Auslöser entfernen
-) Kontraindikationen
- unter 15kg Körpergewicht
- unter 3 Jahre alt
-) Patienteninformation
-) Spezialität
1. zwischen 15-30kg KG oder zwischen 3 und 12 Jahren
- 0,15mg Adrenalin i.m. (Epi Pen Junior)
2. mehr als 30kg oder älter als 12 Jahre
- 0,3mg Adrenalin i.m. (Epi Pen)
- Infusion (ELO MEL, NaCl)
-) Erfolgskontrolle:
- Besserung der Symptomatik
- RR Anstieg
- Wenn nicht -> Wiederholen der Maßnahme, danach wieder Erfolgskontrolle
-) Maßnahmen und Monitoring fortführen
-) Auf NA Eintreffen warten
AML 2
Hypoglykämie mit Bewusstseinsstörung
-) Hypoglykämie mit Bewusstseinsstörung
- BZ unter 50mg/dl
- Bewusstseinsstörung
-) NA verständigen
-) Maßnahmen und Monitoring
- ABCDE
- Atemwegssicherung
- EKG Überwachung
- HF, SpO2, RR
- psychischer Beistand
- ev O2 Gabe
- Absaugbereitschaft
-) Kontraindikationen:
- Kinder unter 8 JAhren
-) Patienteninformation/ wesentliche Nebenwirkungen
- Venenreizung möglich (Schmerzen + Rötung)
-) Spezialität:
- 20g Glucose 33% (=60ml)
- 20g Glucose 40% (=50ml) über 3-Wege-Hahn mit Infusion (NaCl, ELO MEL)
- 20g Glucose 10% (=200ml)
-) Erfolgskontrolle
- BZ Messung auf der Nicht-Infusionsseite
- deutlicher BZ Anstieg
- deutliche Besserung der Symptome
- Wenn nein -> Maßnahme wiederholen
-) Maßnahmen und Monitoring fortsetzen
-) Auf NA EIntreffen warten
Flüssigkeitsverteilung im Körper
60% des Körpers = Wasser, teilt sich auf in:
-) Intrazellulärraum (40%) = Raum INNERHALB der Zellen
-) Extrazellulärraum (20%): = Raum AUßERHALB der Zellen
- Intravasal (25%) = in Gefäßen (Plasma)
- Interstitiell (70%) = Raum Zwischen den Körperzellen
- Transzellulär (5%) = Außerhalb von Blutgefäßen und Intrazellularraums (zb Pleuraspalt)