Allgemeines


Sandra Pistor
Diese Lernkarten behandeln die verschiedenen Rechtsformen von Unternehmen und deren rechtliche Grundlagen auf Universitätsniveau. Sie erläutern Begriffe wie Gesellschafter, Kaufmann, Eintragung und Haftung, sowie die Gründung, Kapitalbeschaffung und Auflösung von Gesellschaften wie GmbH, AG, OHG und KG. Besonders nützlich für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die sich auf mündliche Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der Unternehmensstrukturen und deren rechtlichen Rahmenbedingungen benötigen.
Flashcards
34
Students
1
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
23.11.2013 / 24.11.2013

Flashcards

Nenne allgemeine und und Einzelsteuergesetze!

Allgemein:

  • AO; Umwandlungssteuergesetz, Bewertungsgesetz, Außensteuergesetz, Finanzgerichtsordnung

Einzelsteuergesetze:

  • ESt, ErbSt, GewSt, KSt, USt, GrSt, GrESt

Was für eine Einteilung gibt es im Recht und welche Bücher kennst du dazu?

Privatrecht:

  • bürgerliches Gesetzbuch, Handelsgesetzbuch

öffentliches Recht:

  • Steuerrecht, Verwaltungsrecht

Welche von den genannten Steuerun sind Ertragsteuern?

Wie setzt sich die Steuernummer zusammen?

Steuernummer besteht aus 11 Ziffern:

  • 1-3: FA-Nr,
  • 4-6: Arbeitsgebiet
  • 7-11: Unterscheidungsnummer

Wie ist das mit der Zuständigkeit der Finanzämter für die Steuererklärungen bzw. Steuernummern geregelt?

ESt = ist das Wohnsitz-FA zuständig, also dort, wo man wohnt (wenn Betrieb anderswo in Berlin, dann Betriebs-FA)

USt, sowie gesonderte Feststellung = Betriebs-FA (oder Tätigkeits-FA bei Freiberufler), dort wo Betrieb ist

GewSt = einmal für Messbetrag (Betriebs-FA) und für die Steuer (Gemeinde erlässt Gewerbesteuermessbescheid)

 

Einteilung der STeuern nach GEgenstand der Besteuerung!

  • Besitzsteuern (besteuern Einkommen/Vermögen): z.B. ESt, KSt, GewSt u.a.
  • Verkehrsteuern (knüpfen an Rechtsgeschäfte an): z.B. USt u.a.
  • Verbrauchsteuern (belasten Ge-/Verbrauch von bestimmten Waren): z.B. Kaffee-, Biersteuer u.a.

Wie können Steuern nach persönlichen Verhältnissen eingeteilt werden?

  • Personen/Subjektsteuer: ESt, KSt
  • Sach/Objektsteuer: persönliche Sachen haben keinen Einfluss z.B. USt, GewSt u.a.

Erläutere indirekte und direkte Steuer!

direkt: Steuerschuldner ist identisch mit Steuerträger (ESt, GewSt, KSt)

 

indirekt: Steuerschuldner und Steuerträger sind unterschiedlich (USt)

Kann man Steuerun nach Art der ERhebung einteilen?

Veranlagungsteuer = werden durch Steuerbescheid festgesetzt z.B. ESt, KSt, GewSt

 

Abzugsteuerun = werden als Erhebungsform durch Steuerabzug gezahlt z.B. LSt, KapESt

Wie ist ein Steuerbescheid zu erfolgen? Was passiert, wenn das nicht der Fall ist?

=>Schriftlich muss er erfolgen, wenn er mündlich erfolgt ist er nichtig

Erzähle etwas zu einem Einspruch, was sind die Zulässigkeitsvoraussetzungen, wie ist er gültig, welche Frist hat dieser, wo wird er bearbeitet und was passiert wenn er gültig ist?

  1. Statthaftigkeit § 347 AO
  2. Form § 357 AO
  3. Frist §§ 355, 356 AO
  4. Beschwer § 350 AO

Zulässig: schriftlich, elektronisch, Niederschrift

Frist beträgt einen Monat nach Rechtsbehelfsbelehrung, bei fehlender/unrichtiger Rechtsbehelfsbelehrung gilt das ein Jahr.

 

Wenn ein Verwaltungsakt rechtswidrig ist, ist der Einspruch begründet.

Die Rechtsbehelfsstelle bearbeitet das und entscheidet über den Einspruch. => bei Erfolg des Einspruches wird ein Änderungsbescheid erfasst

Gehe auf die Änderungsvorschriften für die Steuerbescheide in den Einzelgesetzen ein!

  • § 10d (1) EStG = Verlustrücktrag (Bsp. 2011 SdE    -10.000 €; 2010 SdE 10.000 € => somit beträgt 2010 SdE 0€)
  • § 15 (4) EStG horizontale Verrechnung: 2010 Gewinn 5.000 €; 2011 Verlust 10.000 = 2012 Verlust von 5.000 €
  • § 20 (2) EStG: Wertpapierverkäufe: Absatz 6 beinhaltet den Aspekt "jahresübergreifend"
  • § 8 KStG i.V. § 10d (1) EStG
  • § 35b GewStG: Änderung von Amtswegen

Was sind Unternehmen?

Unternehmen sind Betriebe in mehrheitlich privatem Eigentum, die autonom und grundsätzlich nach dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip handeln.

Wonach unterscheidet man Unternehmen und was zeichnen diese Kriterien aus?

1.Lebensphase (Gründungs-, Umsatz-, Liquidationsphase)

2.Gewinnorientierung (profitorientierende UN vs. Non-Profit-Organisationen; Wirtschaftliche -, Soziokulturelle -, Politische-. Karitative NPO)

3.Größe (Unterscheidung: klein, mittel, groß; Maßstab z.B. Bilanzsumme, Umsatzerlöse, Arbeitnehmer …)

4.Güterart (Sachleistungs-, Dienstleistungsunternehmen; z.B. Industrie-, Handelsbetriebe)

5.Internationalisierungsgrad ( Anzahl der Betriebsstätten; Entsprechen den Leistungsbeziehungen zum Ausland)

  • Nationale EinbetriebUN
  • Nationale MehrbetriebUN
  • Internationale MehrbetriebUN (mehrere Standorte im Inland und Export
  • Multinationale MehrbetriebUN (mehrere Standorte im In- und Ausland)

Nenne die Handlungsziele eines UNs!

Handlungsziele

->Erfolgsziele: Gewinn, Rentabilität)

->Finanzziele: Zahlungsfälligkeit, Kreditwürdigkeit

->Produkt und Marktziele: Marktanteil, Umsatzerlöse

->Soziale Ziele: Arbeitszufriedenheit, Personalentwicklung, Arbeitsplätze

->Machtziele: Unabhängigkeit, politischer Einfluss

->Ökologische Ziele: Umweltschutz, Ressourcenschonung

Definiere Gesellschaften und Körperschaften!

Gesellschaften sind zweckgerichtete Personenvereinigungen auf der Grundlage privatrechtlicher Gesellschaftsverträge.

Körperschaften sind rechtlich selbständige Gesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit.

Wie gliedern sich die Rechtsformen des privaten Rechts?

  • Einzelunternehmen: gewerbliche Einzel-UN, Freiberufler
  • Personengesellschaft:  Gesellschaft des bürgerlichen REchts (GbR), Partnergesellschaft (PG), stille Gesellschaften (StG)
    • Personenhandelsgesellschaften: offene Handelsgesellschaft (OHG), Kommanditgesellschaft (KG), GmbH & Co. KG
  • Körperschaften: eingetragener Verein (e.V.), eingetragene Genosschaft (e.G.)
    • Kapitalgesellschaften: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), Aktiengesellschaft (AG), Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Was ist ein Kaufmann, ein Handelsgewerbe und wie wird der Kaufmann untereilt?

Kaufmann ist:

->Wer ein Handelsgewerbe betreibt (§ 1 Absatz 1 HGB)

Handelsgewerbe ist:

->jeder Gewerbebetrieb, der einen in kaufmän-nischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 Absatz 2 HGB)

Unterteilung in:

->Ist-Kaufmann (wer ein Handelsgewerbe betreibt)

->Kann-Kaufmann (gewerbliche Unternehmen und Land- und Forstwirte, die kein Handelsgewerbe betreiben, aber im Handelsregister eingetragen sind §§ 2 und 3 HGB)

->Form-Kaufmann (unabhängig vom Betreiben eines Handelsgewerbes stets Kaufmann, sog. „Kaufmann kraft Rechtsform“ § 6 HGB)

Nenne die Kaufmannseigenschaft und wie diese Kaufmannsart zu den Rechtsformen gehört!

  • kein Kaufmann => Freiberufler, EU ohne Handelsgewerbe, Land- und Forstwirte, GbR, stille Gesellschaft
  • Kann-Kaufmann (kraft Eintragung) => Land- und Forstwirte, Gewerbliche Einzelunternehmen
  • Ist-Kaufmann (kraft Bestätigunh) =>gewerbliche Einzelunternehmen, Personenhandelsgesellschaften
  • Form-Kaufmann (kraft Rechtsform) => Kapitalgesellschaften, eingetragene Genossenschaft

Nenne die Merkmale der Rechtsformen!

  • Rechtsgrundlage
  • Firma
  • Gründung
  • Geschäftsführung
  • Haftung
  • Gewinn- und Verlustverteilung
  • Besteuerung
  • Arbeitnehmer-Mitbestimmung
  • Publizität
  • Prokura und Handlungsvollmachten
  • REchtsformabhängige Kosten
  • Kapitalbeschaffung

Erläutere ein Einzelunternehmen!

Grundlage: §§ 1 bis 104 HGB

Defintion: eine natürliche Person betreibt UN alleine

Gründung: keine besondere Vorschrift

Haftung: persönlich und unbeschränkt

Leitung/Vertretung: Unternehmer

Firma/Eintragung: Zusatz e.K., Eintragung in das Handelsregister

Kapitalbeschaffung: Privatvermögen, begrenzte Kreditbasis

Gewinn-/Verlustbeteiligung: allein

Auflösung durch: Insolvenz, Liquidation oder Tod des Inhabers

Anwendung: insb. Handwerk, Einzelhandel

Erlläutere die GbR!

Grundlage: §§ 705 - 740 BGB

Definition: mehrere Gesellschafter schließen sich zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks zusammen

Gründung: grds. durch Gesellschaftsvertrag (nicht zwingend schriftlich) mind. 2 Personen

Haftung: alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt

LEitung/Vertretung: grds. alle Gesellschafter gemeinsam

Firma/Eintragung: keine Firma, keine Eintragung

Kapitalbeschaffung: Einlagen aus dem Privatvermögen, Neuaufnahme von Gesellschaften

Gewinn/Verlustbeteiligung: grds. nach Köpfen

Auflösung durch: Zeitablauf, Beschluss und Ausscheidung (wenn nur ein einziger übrig bleibt)

Anwendung: insb. Arbeitsgemeinschaften, Zusammenschlüsse von Freiberuflern

Erläutere die OHG!

Grundlage: §§ 105 - 160 HGB

Definition: Gesellschaft deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes errichtet ist

Gründung: Innenverhältnis durch Gesellschaftsvertrag; Außenverhältnis durch Eintragung ins Handelsregister

Haftung: alle Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt

LEitung/Vertretung: grds. Einzelgeschäftsführung und Einzelvertretung

Firma/Eintragung: Zusatz OHG, Eintragung in das Handelsregister

Kapitalbeschaffung: Einlagen aus dem Privatvermögen, Neuaufnahme von Gesellschafter, breite Kreditbasis

Gewinn/Verlustbeteiligung: grds. 4% vom Kapitalanteil, Rest nach Köpfen

Auflösung durch: Zeitablauf, Beschluss, Insolvenz

Anwendung: insb. Handwerk, Einzelhandel, Familienunternehmen

Erläutere die KG!

Grundlage: §§ 161 - 177a HGB

Definition: Gesellschaft deren ZWeck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes gerichtet ist

Gründung: Innenverhältnis durch Gesellschaftsvertragg; Außenverhältnis durch Aufnahme der Tätigkeit

HAftung: Komplementär haftet persönlich und unbeschränkt; Kommaditist haftet nur bis zur Höhe seiner Einlage

Firma/Eintragung: Zusatz KG, Eintragung in das Handelsregister

Kapitalbeschaffung: Einlagen aus dem Privatvermögen, Neuaufnahme von Kommanditisten, breite Kreditbasis

Gewinn/Verlustbeteiligung: grds. 4% vom Kapitalanteil, Rest nach angemessenem Verhältnis

Auflösung durch: Zeitablauf, Beschluss, Insolvenz

Anwendung: insb. Kapitalanlage

Erläutere StG!

Grundlage: §§ 230 - 237 HGB

Definition: Gesellschaft in Form von Beteiligung durch Vermögenseinlage

Gründung: durch Gesellschaftsvertrag

Haftung: stille Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage

Leitung/Vertretung: stille Gesellschafter ist von der Geschäftsführung ausgeschlossen

Firma/Eintragung: tritt nicht nach außenn in Erscheinung, keine Eintragung ins Handelsregister

Kapitalbeschaffung: Privatvermögen, begrenzte Kreditbasis, Aufnahme weiterer stiller Gesellschafter

Gewinn/Verlustbeteiligung: Gewinn in angemessenem Verhältnis, Verlust nur bis zur Höhe der Einlage

Auflösung durch: Zeitablauf, Vereinbarung

Anwendung: insb. Kapitalanlage ohne Mitarbeit

steuerliche Anwendung: typisch still: nicht an den stillen Reserven beteiligt / atypisch still: Mitunternehmer beteiligt an den stillen Reserven

Erläutere GmbH!

Grundlage: §§ des GmbHG

Definition: juristische Person und Handelsgesellschaft, Gesellschafter sind mit Stammeinlagen am Stammkapital beteiligt

Gründung: durch Gesellschaftsvertrag UND Eintragung ins Handelsregister

HAftung: GmbH haftet mit dem Gesellschaftsvermörgen, Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage (mind. 25.000 € muss STammkapital betragen)

LEitung/Vertretung: durch bestellten Geschäftsführer

Firma/Eintragung: Zusatz GmbH, Eintragung in das Handelsregister

Kapitalbeschaffung: aus Vermögen der Anteilseigner, Aufnahme neue Gesellschafter, begrenzte Kreditbasis

Gewinn/Verlustbeteiligung: grds. nach Verhätlnis der Anteile durch Ausschüttung

Auflösung durch: Zeitablauf, Beschluss Insolvenz

Anwendung: kleine und mittlere UN jeder Branche

 

Erläutere AG!

Grundlage: §§ des AktG

Definition: juristische Person und Handelsgesellschaft, Aktionäre sind mit Anteilen am Grundkapital beteiligt

Gründung: durch Satzung UND Eintragung ins Handelsregister

HAftung: AG haftet mit dem Gesellschaftsvermögen, Gesellschafter haften nur mit ihrem Aktienanteilen (mind. 50.000 €)

LEitung/Vertretung: durch bestellten Vorstand, Kontrolle durch Aufsichtsrat

Firma/Eintragung: Zusatz AG, Eintragung ins HR

Kapitalbeschaffung: aus Vermögen der Aktionäre, Eigenfinanzierung über den Kapitalmarkt, hohe Kreditwürdigkeit durch strengen Gläubigerschutz

Gewinn/Verlustbeteiligung: grds. nach Verhältnis der Aktiennennbeträge durch Dividende

Auflösung durch: Zeitablauf, Beschluss, Insolvenz

Anwendung: mittlere und große UN jeder Branche

Erläutere die Berechnung der ges. und einheitlichen Feststellung bei einen abweichenden Wirtschaftsjahr!

Ergebnis Vj (z.B. 01.07.2011 - 30.06.2012) + Ergebnis aktuelles JAhr (01.07.2012 - 30.06.2013) / 2 = Gewinn von 2012

Dieser wird augeteilt auf die Gesellschafter.

Erläutere den Begriff Ertragsteuer!

-> unterwerfen das ERgebnis der Besteuerung

->BMG: ESt, KSt = z.v.E.; GewSt = Gewerbeertrag

Was sind Annexsteuern?

Steuern, die an die Höhe einer anderen Steuer anknüpfen (z. B. Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer)

je höher das Einkommen umso höher ist auch die Annexsteuer

 

Erläutere die Abfärbetheorie!

  • auch Abfärberegelung oder Infektionstheorie
  • § 15 (3) Nr. 1 EStG
  • Umqualifizierung aller Einkünfte einer PersGes zu gewerblichen Einkünften,
    ab ca. 2 % gewerblichen Einkünften der Gesamteinkünfte sind, da müssen Freiberufler besonders aufpassen, da sonst deren komplette Einkünfte gewerblich sind

 

Was ist das Bestimmungslandprinzip?

Lieferungen und sosntige Leistungen werden dort besteuert, wo sie bleiben.

Schachtelprivileg?

mehr als 15% Beteiligung an einer Gesellschaft

ist in § 9 GewStG als Kürzung zu berücksichtigen

Streubesitzdividenden

Beteiligung an KapG unter 15%

wird als Hinzurechnung bei § 8 GewStG berücksichtigt

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